close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

(mit Mißbilligung). Schon wieder was? Und warum sich d'Mamsell

EinbettenHerunterladen
II, 1
37
(mit Mißbilligung). Schon wieder was? Und warum
sich d’Mamsell Nanny gar so heiß annimmt –
NANNY. Weil sie in Auftrag warmer Freunde handelt.
MARTIN. Mir wird manchmahl völlig kalt wenn ich an die
warmen Freunde denck’; – denn daß das Alles ein alter Bedienter bringt und anordnet, wie Sie sagen – und daß das
Alles von einem alten Schuldner herkommt, wie Sie auch
sagen – und wie Sie überhaupt so viel sagen – (kopfschüttelnd) ich weiß nicht –
NANNY. Mussi Martin, wer giebt Ihnen das Recht zu Bemerkungen?
MARTIN. Die Zweifel.
NANNY. Und wer giebt Ihnen das Recht zu Zweifeln?
MARTIN. Die Bemerkungen.
STAFFELHUBERIN
(zu MARTIN). Der Bediente is alt, die
Schuld is alt, der Schuldner is noch älter als die Schuld, also
is es ja die unschuldigste Sach’ von der Welt!
NANNY (zu MARTIN mit Strenge). Seyn Sie mein Liebhaber?
MARTIN. Ich hab’ Ihnen lieb.
NANNY. Und ich hab’ nur das lieb, wenn ein Mann nicht
argwöhnisch is. Verstanden? – (In trockenem Geschäftston.)
Wo, hat der Herr Pappinger g’sagt, daß der Mussi Gottlieb
sein g’schriebnes Buch liegen hat?
MARTIN (kleinlaut). Auf’n Schreibtisch in sein Schlafzimmer.
NANNY (zu MARTIN). Da is es schicklicher, wenn Sie hineingeh’n; holen Sie’s!
STAFFELHUBERIN
(nach der Seitenthüre rechts zeigend).
Dort –
MARTIN (entzückt, für sich). Sie will so einen Ort gar nicht
betreten – das söhnt mich wieder aus mit ihr. Sie is halt
doch engelrein!
NANNY. Tummeln S’ Ihnen, sonst kommt er nach Haus, –
und ich möcht’ um keinen Preis –
MARTIN (seelig). Nanny, an Ihnen is jeder Zoll ein Engel;
über Fünf Schuh haben S’; macht Fünf Dutzend Engeln,
wie s’ lauffen. (Geht in die Seitenthüre rechts ab.)
38
DER SCHÜTZLING
2te Scene
MARTIN
(DIE VORIGEN ohne MARTIN.)
(mit Bezug auf MARTIN). Das is ja der
Spion von Mussi Gottlieb sein’n Vettern?
NANNY. Auch das darf der Mussi Gottlieb nicht wissen. Nur
verschwiegen, Frau Hausmeisterin.
STAFFELHUBERIN. Wie das Grab! aber daß ich eigentlich nix
weiß, wenn ich auch plauschen wollt’, das bringt mich noch
in’s Grab.
NANNY. Nix sagen, was ihm nur die mindeste Andeutung
gäbet.
STAFFELHUBERIN. Wenn ich nur für mich a bisserl a Andeutung hätt’.
NANNY. Ich hab’ Ihnen eine zu geben, (ihr Geld gebend) die
Andeutung zu schweigen.
STAFFELHUBERIN. Meinen unbekannten Respekt –
(Man hört von innen MARTIN laut aufschreyen.)
NANNY. Was is’s denn!?
(Zugleich.)
STAFFELHUBERIN. Is was g’scheh’n!?
STAFFELHUBERIN
5
5
10
10
15
15
20
20
3te Scene
25
(MARTIN; DIE VORIGEN.)
(in höchster Aufregung aus der Seitenthüre rechts
kommend). Ah –! Ah –!! da giebt der Vollblütigste keinen
Tropfen!
NANNY. Was is es denn!?
MARTIN. Es is schlaghaft –!
NANNY. Jetzt reden S’! was haben S’?
MARTIN.
Einen schwarzen Beweis! Nanny was soll das
Pfand in meiner Hand?! (Hebt die geschlossene rechte
Hand empor.)
NANNY. Da müßt’ ich erst wissen, ob es ’s Auslösen werth
is.
MARTIN (mit gesteigertem Affect). Ich wiederhole die fürchterlichen Worte, was soll das Pfand in meiner Hand!??
MARTIN
30
25
35
30
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
9
Dateigröße
34 KB
Tags
1/--Seiten
melden