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Frauensprache - Männersprache Kitzingen - Angelika Küspert

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Frauensprache - Männersprache
Kitzingen Männer und Frauen verstehen sich nicht. Was wie ein
Vorurteil oder Klischee klingt, ist eine Tatsache. Die weibliche
und männliche Sprache trennen Welten. Die Kitzinger
Kommunikationstrainerin Angelika Küspert erklärt, warum
Frauensprache sich für Männer fremd anhört und sie hilflos
macht. Sie verrät, warum Männersprache Frauen oft nicht
genügt, und wie sich die unterschiedlichen Sprachwelten
entwickelt haben.
Männer machen nicht viel Worte. Einer von ihnen macht sogar gar
keine – und „sagt“ damit sehr viel: Wer wissen möchte, „Was Männer
über Frauen wissen“, sollte ins Buch mit gleichnamigen Titel von Hans
Ulrich Moor schauen. Es enthält nur leere Seiten . . .
Es gibt allerdings einen Mann, der von sich behauptet, dass er Frauen
versteht, aber deswegen noch lange kein Frauenversteher ist. Denn
ein Frauenversteher hat keine Frauen, sondern nur der, der Frauen
versteht. So jedenfalls sieht es Comedy-Star Mario Barth. Er bietet in
seinem im Buch in Langenscheid-Design Übersetzungshilfe an:
„Wörterbuch Deutsch – Frau/Frau – Deutsch“ lautet der Titel. Die
vielen Worte der Frauen sind für Männer also wie eine Fremdsprache.
Mit dieser Ansicht stehen Barth und seine Geschlechtsgenossen nicht
alleine da. Auch Angelika Küspert weiß von diesem Phänomen. Die
Kommunikationstrainerin und Leiterin der Kitzinger Volkshochschule
möchte Abhilfe schaffen, etwas beitragen zum besseren Verständnis.
Deshalb macht sie etwas typisches Männliches: Sie informiert über
das Thema „Frauensprache – Männersprache“ mit klaren Aussagen.
Das den Frauen nachgesagte typische stundenlange „Klönen“ mit
vielen vielen Worten in ellenlangen Sätzen, in denen sie in alle
Richtungen abschweifen können und dabei wahre Denk- und
Zusammenhangs-Pirouetten drehen, wie es nur Frauen können, hebt
sich die Kitzinger Expertin für ihre beste Freundin auf, denn das ist
Seelenhygiene, sagt sie, und auf diesem Gebiet verstehen sich
Frauen bestens.
Männer sollten jetzt trotzdem weiterlesen, auch wenn obiger
Schachtel-Satz äußerst abschreckend gewirkt haben sollte. Denn jetzt
gibt's konkrete Informationen über die Sprache der Frauen und über
die der Männer, und dies Punkt für Punkt. Im neben stehenden Artikel
stehen die Tipps – für Frauen und für Männer für ein besseres
gegenseitiges Verständnis.
- Frauen sprechen anders. Ihre Sprache ist emotional ausgerichtet.
Sie versuchen, mit ihren Worten dem anderen etwas nahe zu bringen.
Dafür sammeln sie eine Fülle Informationen. Diese verkünden sie in
langen Sätzen. Allerdings benutzen sie einen anderen Satzbau und
eine andere Grammatik als Männer. Das Ergebnis: Männer sind meist
überfordert und genervt. Denn sie verstehen nicht, was die Frauen
ihnen mitteilen möchten.
- Männer haben eine zielorientierte Sprache. Sie wollen kurze
Informationen, klare Aussagen und keine Details. Diese sehen sie als
überflüssig und verwirrend an. Männer erzählen auch nicht einfach
mal etwas. Wenn sie reden, braucht das einen Grund. Alles andere ist
in ihrem Sinne unlogisch. Für sie bedeutet Kommunikation: „Ich
bekomme jetzt Informationen und was fange ich damit an?“ Ihnen
geht es nicht darum, Wahrnehmungen oder Empfindungen
auszutauschen. Das wiederum ist aber ein großes Anliegen der
Frauen.
- Die unterschiedlichen Sprachwelten können laut Angelika Küspert
evolutionsgeschichtlich erklärt werden: Frauen haben sich mehr in
engen Räumen aufgehalten als Männer. Sie waren immer in
Gemeinschaft und haben die Kinder erzogen. Und in Gemeinschaften
werden mehr Informationen ausgetauscht als bei der Nahrungssuche.
Diese war Aufgabe der Männer: Sie waren mit Jagen und Sammeln
beschäftigt. Oder mit handwerklichen Dingen. Hierbei genügen kurze
Informationen und Anweisungen. Frauen dagegen mussten bei der
Erziehung der Kinder mehr ihren Mund gebrauchen. Zugleich
benötigen Kinder Fürsorge und ständige Beobachtung, damit ihnen
nichts passiert und eventuelle Gefahren und Krankheiten sofort
erkannt werden. Auch dies hat sich in ihrer Sprache
niedergeschlagen. Sie ist emotionaler und beinhaltet auch die
Beschreibung von Wahrnehmungen.
- Diese jahrtausendealte Prägung schlägt sich noch heute in der
Erziehung nieder: Frauen reden mit ihren Söhnen anders als mit ihren
Töchtern und erziehen sie auch anders. Wächst ein Junge mit lauter
Frauen auf, kommt er wunderbar mit ihnen aus, aber er hat
Schwierigkeiten, in der Männerebene zurecht zu kommen. Männer,
die gut reden können, waren schon immer etwas Besonderes. Meist
hat ihnen das auch Führungspositionen eingebracht. Ansonsten
bestätigt sich noch heute der Satz: Männer sind eher maulfaul.
Zweiter Artikel
Kitzingen (CJ) Für eine gute und gelungene Kommunikation ist es
wichtig, dass Frauen und Männer sich verstehen. Da Frauen und
Männer aber in verschiedenen Sprachwelten leben, hilft nur eines: die
Sprache des anderen zu lernen und bestimmte Eigenheiten zu
wissen. Angelika Küspert, Expertin für Kommunikation,
Organisationsmanagement und Personalentwicklung, gibt Tipps für
ein besseres Verständnis zwischen den Geschlechtern.
- Tipp für Frauen: Klare Aussagen und Anweisungen formulieren und
unnötige Details weglassen. Das heißt: kurze Sätze. Es braucht auch
keinen Befehlston, das geht genauso in Form einer Bitte. Dazu gehört
natürlich auch, genau zu wissen, was man möchte – im privaten wie
beruflichen Bereich. Verschlüsselte oder umständlich formulierte
Botschaften kommen nicht an, weil man nicht voraussetzen kann,
dass der Angesprochene um die Ecke denkt und errät, was man
wirklich meint.
- Tipp für Männer: zuhören lernen und erkennen, dass Frauen ihnen
manchmal einfach nur etwas erzählen wollen. Nicht immer steckt eine
bestimmte Absicht oder eine zielgerichtete Information dahinter.
Manchmal ist einfach das Bedürfnis da, sich mit ihnen zu unterhalten,
ihnen etwas zu erzählen. Und: Das Leben besteht nicht nur aus
Dingen, die Männer aus ihrer Sicht als logisch ansehen.
- Tipp für Frauen: Auf Fragen nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten und
zusätzliche Kommentare wie „Das geht mir genauso“ oder „Ich kenne
das auch“ weglassen. Damit gelingt es, aus der typisch weiblichen
Veranlagung, emotionalisiert, fürsorglich oder allzu verbindend auf ein
Gespräch einzugehen, auszubrechen. Vielmehr setzt man hier
Grenzen. Es ist nicht immer nötig oder unsozial, auf versteckte
Botschaften von anderen Frauen einzugehen oder ihnen die
Möglichkeit geben, weiterzusprechen, wenn man dazu keine Lust hat.
- Tipp für Männer: durchaus mal einen Satz mehr riskieren.
- Tipp für Frauen: Aufforderung an die Männer, mehr zu sagen: „Das
reicht mir jetzt nicht. Ich brauch noch einen Satz dazu.“ In diesem
Sinne ist es auch für Söhne hilfreich, ausführlichere Antworten
einzufordern; zum Beispiel auf die Frage: Wie hat dir dies oder jenes
gefallen? Denn: Auch Jungs können über Gefühle oder
Wahrnehmungen reden, wenn sie es gelernt haben.
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