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Fachkräftemangel im sozialen Bereich - Wir tun was! - Fehler

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Ausgabe 1/11
Caritas-InformationsDienst für die Altenhilfe
Fachkräftemangel im sozialen Bereich - Wir tun was!
Europäischer Sozialfonds fördert Projekt der Caritas Würzburg
„Wir tun was! Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter/innen in sozialen Arbeitsfeldern – Entwicklung und
Sicherung von Vernetzung, Schulung, Imagesteigerung und Nachhaltigkeit.“ So lautet der Titel eines
vom Caritasverband für die Diözese
Würzburg e.V. beantragten Projektes. Nachdem der Zuwendungsbescheid nun vorliegt, kann das Projekt
am 1. Oktober diesen Jahres starten. Insgesamt hat es eine Laufzeit
von drei Jahren. Gefördert wird das
Projekt durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Das Instrumentarium beinhaltet Konzepte der Personalentwicklung (z.B.
Diversity Management, Karriereplanung, Aus-, Fort- und Weiterbildungen), der Personalgewinnung (z.B.
Öffentlichkeitsarbeit, Erschließung
von Quellen für den Nachwuchs)
und Personalbindung (z.B. Familienfreundlichkeit, Arbeitszeitflexibilisierung, Kontaktpflege). Die Inhalte
dieses Instrumentariums werden
im Laufe dieses Projektes in Seminarform, abgestimmt auf die unterschiedlichen Zielgruppen, weitergegeben. Darüber hinaus wird durch
unterschiedlichste Aktivitäten eine
breite Öffentlichkeit auf die Berufschancen in den verschiedenen sozialen Berufsfeldern aufmerksam
gemacht und damit gleichzeitig auch
eine Imageverbesserung für diesen
Bereich erzielt. Der Stellenwert sozialer Arbeit bei der Berufswahl gewinnt
durch das Projekt wieder an Bedeutung, wodurch auch andere Akteure
in der Sozialwirtschaft in Deutschland profitieren. Eine wissenschaftliche Begleitung mit aussagekräftigen
Analysen wird zur Nachhaltigkeit des
Projektes beitragen.
Ziel ist es, dem drohenden oder bereits vorhandenen Fachkräftemangel
in den sozialen Feldern entgegenzusteuern. Für Einrichtungen aus den
Bereichen Kinder- und Jugendhilfe,
Gesundheits- und Altenhilfe, Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe wird
der Mangel an Fachpersonal in der
Diözese Würzburg ein zunehmendes
Problem. Der Caritasverband für die
Diözese Würzburg e.V. möchte daher Personalverantwortlichen und
Führungskräften aus den oben genannten Bereichen ein Instrumentarium an die Hand geben, mit dem
sie die Möglichkeiten der Personalgewinnung und –bindung erweitern
und erfolgreich umsetzen können.
Mitarbeiter der Vorbereitungsgruppe von links nach rechts: Domkapitular Clemens Bieber,
Josef Gaida, Gabriel Hüttner, Michael Deckert, Georg Sperrle, Angelika Blenk und Roland
Giegerich.
Foto: Heuer
Gabriel Hüttner
1
CID 1/11 Titelthema
Titelthema
Fachkräftemangel im sozialen Bereich - Wir tun was!��������������������� 1
Kommentar
Fachkräftemangel in der Pflege��������������������������������������������� 3
Aktuelles aus der Altenhilfe
Eure Sorge fesselt mich������������������������������������������������������ 3
Ambulante Pflege
Außerklinische Intensivpflege
Eine außergewöhnliche Wohngemeinschaft�������������������������������� 4
Sabine Elflein als neue Pflegedienstleitung für St. Hedwig���������������� 5
BSG-Urteil: Kein Anspruch auf Kostenübernahme
durch Sozialhilfeträger bei Tod des Patienten������������������������������ 5
Stationäre Altenhilfe
Zusätzliche Betreuungkräfte
Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit Demenz?����������� 6
Training schenkt neue Kraft�������������������������������������������������� 7
„Kunst im Außendienst“������������������������������������������������������ 8
Benchmarking Stationäre Altenhilfe����������������������������������������� 9
Hospiz
Sternenkinder ���������������������������������������������������������������� 9
Zwei neu Malteser-Hospizvorbereitungskurse���������������������������� 10
Behindertenhilfe
Integration von behinderten Menschen������������������������������������ 10
Ehrenamt
Eine Weggemeinschaft, die bereichert������������������������������������� 11
DiAG Altenhilfe
DiAG Altenhilfe Mitgliederversammlung ����������������������������������� 12
Vorbereitung der Caritas Pflegehotline������������������������������������� 13
Informationen
Buchempfehlung und Veranstaltungshinweise���������������������������� 14
2
CID 1/11 Inhaltsverzeichnis
Kommentar
Die Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen
ein klares Bild: Bis zum Jahr 2025
fehlen 152.000 Beschäftigte in Pflegeberufen. Was bis 2025 noch in
ferner Zukunft liegt, ist bereits heute in unseren Einrichtungen Realität.
Sicherlich nicht in dieser Dimension,
doch die Meldungen von Einrichtungen über die Schwierigkeit, genügend geeignetes Pflegepersonal
zu rekrutieren, sind ständig präsent
und nehmen zu. Kaum eine Fachzeitschrift benennt nicht mit zahlreichen
Artikeln diese zentrale Herausforderung und beschreibt unterschiedliche Lösungswege. Dass dringender
Handlungsbedarf besteht – hierüber
herrscht Konsens in der Branche.
Als Caritasverband für die Diözese
Würzburg e.V. vertreten wir die Meinung, dass der beschriebenen Herausforderung nur mit einem Bündel
unterschiedlicher Maßnahmen auf
verschiedenen Ebenen begegnet
werden kann. Das Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in
der Altenpflege in Bayern mit zahlreichen Partnern aus Politik, Pflege und
Arbeitsagentur war hierfür ein erster
wichtiger Schritt.
Mit dem Projekt „Wir tun was! Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter/
innen in sozialen Arbeitsfeldern – Entwicklung und Sicherung von Vernetzung, Schulung, Imagesteigerung
und Nachhaltigkeit.“ machen wir uns
als Caritas in der Diözese Würzburg
auf den Weg. Wir sehen insbesondere in den im Artikel auf der Titelseite beschriebenen Maßnahmen gute
Möglichkeiten, die Personalsituation
in der Altenhilfe zu verbessern. Durch
vermehrte Zuwanderung z.B. aus
osteuropäischen Ländern – wie immer wieder in der Öffentlichkeit von
Vertretern anderer Verbände gefordert – sehen wir eher begrenzte Möglichkeiten (Der Verband katholischer
Altenhilfe in Deutschland (kurz: VKAD)
wird sich in Kürze hierzu differenziert
äußern und Stellung beziehen). Viel
wesentlicher ist es, den Stellenwert
und das Image der Pflege in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Daher
begrüßen wir ausdrücklich die Initiative von Hr. Minister Söder zur Gründung einer Pflegekammer in Bayern,
mit der die professionelle Pflege die
Anerkennung und Wertschätzung
erhält, die sie verdient. Wir setzen
zudem Hoffnung in die anstehende
Reform der Pflegeversicherung. Hr.
Minister Rösler, der das Jahr 2011
zum Jahr der Pflege ausgerufen hat,
kann wichtige Weichenstellungen mit
der Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs (und insbesondere
dessen finanzieller Ausgestaltung),
dem Abbau von Bürokratie und einer
Anpassung des Prüfsystems in der
Pflege mit Fokus auf Ergebnisqualität setzen. Dies würde das Image
und den Stellenwert von Pflege als
wichtige Kriterien einer Berufswahl
steigern. Mit Blick auf die demographische Entwicklung, die 2050 ihren voraussichtlichen Höhepunkt im
Verhältnis alter zu junger Menschen
erreichen wird, ist klar: Die Aufgabe,
genügend und geeignete MitarbeiterInnen für die Altenhilfe zu gewinnen,
ist eine Aufgabe für die nächsten
Jahrzehnte. Heute und in der Zukunft
darf unser Fokus nicht nur darauf liegen, Kunden zu gewinnen. In gleicher
Weise müssen wir uns darum bemühen, Menschen für eine Mitarbeit in
der Caritas zu begeistern.
Foto: Heuer
Fachkräftemangel in der Pflege: Dringender
Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen
Aktuelles aus der Altenhilfe
Eure Sorge fesselt mich
Das bayerische Sozialministerium
hat gemeinsam mit Redufix eine DVD
entwickelt, in der es um Alternativen
zu Freiheitsentziehende Maßnahmen
geht.
Diese DVD wendet sich an Pflegekräfte, Mediziner, Angehörige und
Betreuer und an alle, die sich mit dem
Thema Alter und Pflegebedürftigkeit
auseinandersetzen. Zugeschnitten
auf die jeweilige Zielgruppe enthält
die DVD zwei Filme. Einmal für den
stationären Bereich und zum anderen für die häusliche Pflege. Ziel ist
es über die Alternativen anhand von
Beispielen aus der Praxis aufzuklären und somit zur Reduzierung von
Freiheitsentziehenden Maßnahmen
beizutragen.
Daneben gibt es noch Kurzfilme zum
Thema, die sich vor allem zum Einsatz von Schulungen eignen.
Unter www.eure-sorge-fesselt-mich.
de kann jeder kostenlos die DVD bestellen.
Sonja Schwab
Georg Sperrle
3
CID 1/11 Kommentar ∙ Aktuelles aus der Altenhilfe
Außerklinische Intensivpflege
Eine außergewöhnliche Wohngemeinschaft
Heutzutage bleiben Patienten immer kürzer im Krankenhaus.
Patienten, die zwar intensiv gepflegt
werden müssen, aber austherapiert
sind, werden aus dem Krankenhaus
entlassen. Dies ermöglicht moderne
Technik, mit deren Hilfe man diese
Patienten in ihrer Wohnung ambulant,
aber rund um die Uhr versorgen kann.
So schön das für die Betroffenen im
Einzelfall auch sein mag – zu Hause
ist es schließlich allemal schöner als
im Krankenhaus – stoßen betroffene
Familien doch manchmal an Grenzen.
Denn auch wenn das intensiv-medizinische Gerät (etwa zur Beatmung)
überraschend wenig Platz braucht, ist
nicht jede Wohnung auf Dauer für außerklinische Intensivpflege geeignet.
dass nicht immer dieselbe Pflegeperson kommt, sondern mehrere Fachkräfte im Schichtdienst hintereinander
gebraucht werden.
Hoher Fachkräftebedarf
Der hohe Fachkräftebedarf - der Stellenschlüssel liegt bei 5,2 Pflegekräften
pro Person - macht diese Form der
Pflege zusätzlich schwierig. Denn die
Refinanzierung über die Krankenkassen läuft nicht immer ganz reibungslos, die Kosten übersteigen häufig
das von den Kassen zur Verfügung
gestellte Budget. St. Gregor hat jetzt
eine Lösung für diese Situation gefunden. Seit wenigen Monaten gibt es in
Rimpar die erste Wohngemeinschaft
ziehungsweise deren Angehörige.
Die haben auch den Mietvertrag unterschrieben, kümmern sich um die
Raumgestaltung und um alle Verrichtungen, die in einem eigenen Haushalt eben so anfallen. Eine Situation,
so Schindler, die in keiner Weise mit
einem Aufenthalt im Heim zu vergleichen ist, die Angehörigen viel mehr
in die Pflicht nimmt, ihnen aber auch
mehr Rechte gibt. Wie der Name
Wohngemeinschaft sagt, gehört die
Wohnung dem Patienten bzw. dessen Angehörigen. Die haben sie in der
Regel gemietet. Ähnlich wie Krankenhäuser können auch Heime den enormen Betreuungsaufwand für die außerklinische Intensivpflege dauerhaft
nicht leisten. „Dort würden die Kosten
explodieren“, sagt Joachim Riedmayer, Vorsitzender der Sozialstation.
„Abgesehen davon, dass diese Art
der Pflege speziell ausgebildete Fachkräfte braucht, die nach der ersten
Ausbildung eine weitere zweijährige
Intensivpflegeausbildung draufsetzen
müssen.“
Lebensqualität erhöhen
Die Caritas Sozialstation St. Gregor in Bergtheim mit der Pflegedienstleitung Kathrin
Schindler und dem Bereichsleiter für die außerklinische Intensivpflege Thomas Schindler,
24 Stunden am Tag anwesend
Kathrin Schindler, unsere Pflegedienstleiterin, kennt das Hauptproblem: „Intensivpflege heißt, dass rund
um die Uhr, 24 Stunden täglich, eine
fachkundige Pflegeperson in der
Wohnung anwesend sein muss. Ein
paar Tage oder Wochen ist es eventuell noch akzeptabel, in den eigenen
vier Wänden nie allein, nie unter sich
zu sein, irgendwann aber kann es
zum Problem werden.“ Hinzu kommt,
für außerklinische Intensivpflege. Drei
Patienten werden dort von uns medizinisch und pflegerisch betreut von
zwei Fachkräften je Schicht.
St. Gregor ist nur Gast
in der WG
Dabei ist St. Gregor in der Wohngemeinschaft lediglich zu Gast. Das
Hausrecht und die Schlüssel zur
Wohnung haben die Patienten be-
Trotz dieser hohen Hürden ist St. Gregor froh, mit dem Konzept der ambulant und intensivpflegerisch betreuten
Wohngemeinschaft die Lebensqualität schwerstpflegebedürftiger Patienten zu erhöhen, mit einem Höchstmaß
an Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit und in den eigenen vier
Wänden. „Gerade wenn man auf derartige Unterstützung angewiesen ist,
tut es gut, wenn man in den Grenzen
seiner physischen und psychischen
Möglichkeiten sein Leben noch selbst
mitgestalten kann“, sagt Thomas
Schindler - Bereichsleitung für die Außerklinische Intensivpflege.
Kathrin Schindler
4
CID 1/11 Ambulante Pflege
Sabine Elflein als neue Pflegedienstleitung
in der Caritas-Sozialstation St. Hedwig
„Wir freuen uns, dass sie da sind und
die Leitung der Caritas-Sozialstation
St. Hedwig übernommen haben, mit
diesen Worten und einem bunten Blumenstrauß begrüßte Alfred Volbers,
der 1. Vorsitzende des Caritasverbandes für den Landkreis Kitzingen e.V.,
die neue Pflegedienstleitung Sabine
Elflein. In seiner Begrüßung wünscht
er ihr für ihre neue Aufgabe Kraft, Mut
und Ausdauer, sowie ein gutes Händchen in der Führung des Teams.
Kitzingen, tätig gewesen ist. „In den
ersten Tagen begleite ich unsere
Pflegekräfte auf ihre Touren, um alle
Patienten, viele Angehörigen und
die Arbeitsabläufe persönlich kennen zu lernen. Dieser unmittelbare Kontakt ist mir wichtig“, führt sie
selbstbewusst aus. Als verantwort-
Beim anschließenden kleinen Stehempfang versicherten auch Renate
Jüstel, die 2. Vorsitzende und Paul
Greubel, der Geschäftsführer des
Caritasverbandes, Fr. Elflein ihre
breite Unterstützung. Insbesondere
möchten sie ihr „Türen öffnen“ helfen bei den Kooperationspartnern
Die 42jährige examinierte Altenpflegerin stammt aus Krautheim und
hatte seit 2005 die Wohnbereichsleitung im Caritas Bürgerspital Volkach
inne. „Mein berufliches Herz schlug
immer für die ambulante Pflege, deshalb freue ich mich auf dieses neue
Aufgabenfeld hier in Kitzingen“. Mit
diesen Worten gibt Frau Elflein zu
verstehen, dass sie schon früher in
der ambulanten Pflege, auch hier in
F o t o : K a t r i n A n g e r- P u e n t e
Sabine Elflein übernimmt die Leitung
des ambulanten Pflegedienstes zum
01. März diesen Jahres. Sie löst Norbert Korzeczek ab, der diese Führungsaufgabe nach 25 Jahren nicht
mehr ausüben wollte, aber weiter im
Pflegeteam beschäftigt bleibt.
„Das Begrüßungsfoto vor dem Caritashaus“ von links nach rechts: Paul Greubel, Geschäftsführer, Sabine Elflein, neue Pflegedienstleitung, Renate Jüstel, 2. Vorsitzende und
Alfred Volbers, 1. Vorsitzender des Caritasverbandes Kitzingen.
lich leitende Pflegefachkraft weiß sie,
dass zur guten Pflege eine möglichst
umfassende Patientenkenntnis mit
Pflegeplanung und –dokumentation
gehört, auch wenn der knappe Zeitfaktor dabei immer mitschwingt.
wie Ärzten, Krankenhäuser, Kassen,
Ämtern, Wohlfahrtsverbänden und
anderen Organisationen.
Paul Greubel
BSG-Urteil: Kein Anspruch auf Kostenübernahme
durch Sozialhilfeträger bei Tod des Patienten
Leitsätze: Ambulante Pflegeleistungen unterfallen nicht dem Begriff
der Leistungen für Einrichtungen im
Sinne des § 19 Abs 6 SGB 12. Ein
ambulanter Pflegedienst hat daher
nach dem Tod des pflegebedürftigen
Hilfeempfängers keinen eigenen Anspruch - als dessen Sonderrechtsnachfolger - auf Übernahme noch
nicht bezahlter Pflegekosten gegen
den Sozialhilfeträger.
Konkret bedeutet dies: Versorgt eine
Sozialstation einen Sozialhilfeempfänger und hat der Sozialhilfeträger
die Kosten übernommen, hat die
Sozialstation nach dem Tod des Sozialhilfeempfängers keinen eigenen
Anspruch auf die Bezahlung noch offener Rechnungen gegen den Sozialhilfeträger. Die Sozialstation bleibt auf
ihren Kosten sitzen. BSG, Urteil vom
13.07.2010, Az.: B 8 SO 13/09 R
Angela M. Lixfeld
Bereichsleiterin Arbeitsrechtliche
Beratung
5
CID 1/11 Ambulante Pflege
Zusätzliche Betreuungkräfte – Verbesserung
der Lebensqualität für Menschen mit Demenz?
Auf Einladung des Diözesan-Caritasverbandes besuchte MdB Wolfgang
Zöller am 04.02.2011 das CaritasSeniorenzentrum St. Martin in Lohr
mit dem Ziel die Arbeit der zusätzlichen Betreuungskräfte in einer Pflegeeinrichtung und die Auswirkungen
dieser zusätzlichen Betreuung auf
die Lebensqualität der Menschen
mit Demenz kennen zu lernen. Begleitet wurde Zöller seitens des DiCV
von Sonja Schwab, Fachberaterin im
Bereich Altenhilfe und Georg Sperrle,
Fachbereichsleiter Gesundheit und
Alter. Andreas Riegel, Geschäftsführer des Kreiscaritasverbandes MainSpessart und Ursula Franz-Marr als
Einrichtungsleiterin standen neben
den MitarbeiterInnen vor Ort als Gesprächspartner zur Verfügung.
Gesetzliche Veränderungen
Seit der Verabschiedung des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes im Jahr
2008 und der Einführung der Betreuungskräfte-Richtlinie können Einrichtungen der Pflege pro 25 Bewohnerinnen und Bewohner mit erheblichen
Betreuungsbedarf eine zusätzliche
Betreuungskraft beschäftigen. Damit
konnten die gesetzlichen Grundlagen
für eine verbesserte Versorgung und
Aktivierung von Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitseinschränkungen geschaffen werden.
Für das Caritas Seniorenzentrum St.
Martin in Lohr bedeutet dies, dass
2,76 Vollzeitstellen verteilt auf 6 Mitarbeiter/innen zusätzlich eingerichtet
werden konnten. Diese Mitarbeiter
gehen u. a. mit den Senioren spazie-
ren, begleiten sie zu Gottesdienste,
lesen vor, basteln, sind Ansprechpartner und Vertrauenspersonen.
Foto: Georg Sperrle
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung MdB Wolfgang Zöller
besuchte das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in Lohr.
eine Einrichtung besucht und meint:
„Ich habe noch nie so viele zufriedene Gesichter wie hier gesehen“,
schließt er seine Beobachtungen. Die
Beschäftigungen in Gruppen oder in
Einzelangeboten führen eindeutig zu
einem „mehr an Betreuungsleistungen“, die zusätzlich zu den Pflegeleistungen dank der neuen Regelung
möglich wurden.
Ehrenamtliche
Mitarbeiter/innen
Der Patientenbeauftragte Zöller in Aktion
„Wir sind sehr froh um diese Mitarbeiter, sie vermitteln den Bewohnern ein
Stück mehr Lebensqualität“, betont
Franz-Marr, die Einrichtungsleiterin
von St. Martin.
Wichtige Eindrücke
All dies konnte MdB Zöller bei seinem
Rundgang durch die Einrichtung feststellen. Gespräche mit Angehörigen,
Bewohnerinnen und Bewohnern und
Mitarbeiter/innen bestätigten seine
Eindrücke. Er habe schon mehr als
200 Einrichtungen besucht, aber hier
in Lohr handelt es sich „mit Abstand“
um „eine der besten, die ich je gesehen habe“, lobte er sichtlich beeindruckt.
Neben den zusätzlichen Betreuungskräften möchte MdB Zöller aber auch
die große Anzahl von ehrenamtlichen
Mitarbeitern hervorheben. In St. Martin unterstützen ca. 70 ehrenamtliche
Helfer die Pflege- und Betreuungskräfte in der Einrichtung. Sowohl
Andreas Riegel, Geschäftsführer des
Kreiscaritasverbandes Main-Spessart, als auch Gabriele Kimmel, die
Leiterin des Sozialdienstes, bestätigen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen die Lebensqualität der
Bewohnerinnen und Bewohner und
das Klima in der Einrichtung verbessern.
Zöller verabschiedete sich nach einem rund um gelungenen Nachmittag mit neuen Eindrücken zur Pflege
und Betreuung von Menschen mit
Demenz in Caritaseinrichtungen nach
Berlin.
Sonja Schwab
Er achte stets sehr auf den Gesichtsausdruck der Menschen, wenn er
6
CID 1/11 Stationäre Altenhilfe
Training schenkt neue Kraft
Kräftemessen in der Sprache und mit Muskeln
Stetes Üben schenkt neue Kraft –
das durften sowohl die Mitarbeiterinnen als auch die Bewohnerinnen des
Antoniushauses erleben.
In einer Fortbildung beschäftigten
sich die Mitarbeiterinnen des Antoniushauses mit der „Kraft der Sprache“. Unsere Sprache, die Art und
Weise unseres Sprechens spielt eine
große Rolle bei der Fähigkeit einfühlsam zu sein und zu bleiben im täglichen Umgang mit älteren, z.T. pflegebedürftigen Menschen. Pflegeberufe
sind – was leider oft übersehen wird
– ein kommunikationsintensiver Beruf. Meist wird nicht beachtet, wie
und in welcher Weise wir mit den alten Menschen reden; mehr Sensibilität gerade in der Kommunikation der
Pflegeberufe ist notwendig.
Bei dem Impulsseminar mit Frau
Wiesner-Mantz ging es um die
Sprachkultur im Pflegeberuf, d. h. es
ging darum, die Professionalität der
Pflegefachkräfte mit der Kompetenz
im Gespräch und Ausdruck zu kombinieren zu einer mensch-würdigen
Sprache – menschlich und wertschätzend im Dienst des alten und
kranken Menschen. In ganz praktischen Übungen wurde das verbale
Kommunikationsverhalten bei der
Pflege bzw. im alltäglichen Geschehen unter die Lupe genommen. Die
Mitarbeiterinnen gingen u. a. der
Frage nach: Welche Worte gehören
zu unserer Alltagssprache, was verstehen wir darunter und was die, mit
denen wir arbeiten, denen wir uns
zuwenden?
Beim Üben und Reflektieren stellten
die Mitarbeiterinnen erschreckend
fest, wie viele „Kriegsworte“ bzw.
Machtworte z. B. in unserer Alltagssprache aber auch ganz konkret
in der Pflege vorhanden sind: „Wir
müssen einen Schlachtplan aufstellen“, „Das werden wir schon hinkriegen“ oder „Wir müssen den Pflegewagen neu aufrüsten“. Gut tat das
Nachdenken über positive Worte und
Redeweisen und deren Gebrauch
im alltäglichen Umgang miteinander.
Vermehrt achten die Mitarbeiterinnen
auf die Sprache und merken auch im
privaten Umfeld, was Achtsamkeit im
Gebrauch der Sprache an Veränderung bewirkt.
„Kraft durch Bewegung“ – auch in
einem Alter, wo viele Einschränkungen angenommen werden müssen
und man tagtäglich erfährt, wie Kräfte
schwinden. Naturgemäß nimmt mit
zunehmendem Alter die Reaktionsfähigkeit des Menschen ab, was u.a.
zu einem erhöhten Sturzrisiko führt.
Der ältere Mensch bewegt sich weniger, seine Muskeln bauen sich ab, er
wird ungelenker und unbeweglicher
und das Risiko zu stürzen nimmt
zu. In einem Übungsprogramm der
AOK haben unsere Bewohnerinnen
Kraft und Kraftaufbau neu erfahren.
Durch Krafttraining für die Beine wie
für die Arme wie auch die Schulung
des Gleichgewichtssinns wird Balance und Bewegung neu gestärkt und
neue Kräfte werden wach, von denen
so manche nicht glaubte, dass sie
diese noch besitzt.
Und auch beim Training gilt: „Ohne
Fleiß kein Preis“ - Schwitzen und außer Atem kommen ist okay, auch ein
bisschen Muskelkater danach gehört
dazu und ist ein gutes Zeichen, dass
der Muskel gefordert wurde und an
seine Kraftgrenze gekommen ist,
denn nur, wenn wir an diese Grenze
gehen, baut sich der Muskel weiter
auf. Die Urkunden sind eine Bestätigung für den Sinn aller Anstrengung
und unterstützen in der Motivation
weiterzumachen.
Sr. Reginarda Holzer
7
CID 1/11 Stationäre Altenhilfe
„Kunst im Außendienst“
Ein Projekt der Volunteers des Museum im Kulturspeicher
mit dem Caritas Marienheim
wohnern des Caritas Marienheim im
Original vor.
Als Partnerin dieses Projektes ist
Klingenmaier sehr angetan, denn:
„Als begeisterte Kunstliebhaberin ist
es mir wichtig, auch den Seniorinnen,
die das Haus nicht verlassen können,
die Möglichkeit zu geben, Kunst zu
genießen.“ Für die Senioren ist der
monatliche Besuch der Volunteers
„eine interessante Abwechslung“.
Eine unserer Bewohnerinnen schätzt
vor allem „die sehr guten Erklärungen
Foto: Ines Klingenmaier
Im Sommer 2010 entstand die Idee,
Menschen, die in Seniorenheimen
leben und nicht mehr mobil sind,
Kunstwerke aus dem Depot des Museum im Kulturspeicher vorzustellen
und sie auf diese Weise am kulturellen
Leben teilhaben zu lassen. Während
üblicherweise die Kunstinteressierten
ins Museum zu den Kunstwerken
kommen, ist es hier umgekehrt: Die
Kunstwerke verlassen ihr Domizil und
kommen zu ihren Betrachtern, „arbeiten“ also sozusagen im „Außendienst“.
zum Erzählen anregen und Bezüge
zu ihrem eigenen Leben erkennen
lassen. Nach jedem Vortrag erhalten
die Senioren ein kleines Exposé, um
das Gehörte noch einmal in Ruhe
nachlesen zu können.
Das Museum im Kulturspeicher, das
bislang insbesondere für Kinder und
Jugendliche innovative Vermittlungskonzepte entwickelt hat, stellt sich
den Herausforderungen des demografischen Wandels und hat auch
älteren Menschen viel zu bieten: Solange sie mobil sind, können sie die
Angebote des Hauses noch in Anspruch nehmen. Das neue Projekt
„Kunst im Außendienst“ leistet einen
Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität derjenigen Seniorinnen und
Senioren, die körperlich nicht mehr
rüstig sind. Für alle Beteiligten ist
diese Erfahrung eine große Bereicherung.
So sind die Seniorinnen des Caritas Marienheimes gespannt auf die
nächsten Bilder und freuen sich über
den interessanten Austausch mit den
Volunteers.
Vier Volunteers des Museums – Carmen von Deuster, Carola Erber, Ulla
Kandert und Heidi Wigand – ließen
sich für dieses Projekt begeistern:
Nach ersten gemeinsamen Vorbereitungstreffen zwischen der Leitung
des Caritas Marienheimes, Ines Klingenmaier und der stellvertretenden
Leiterin Dr. Carola Schneider konnte es in die Probephase gehen. Im
Wechsel wählt jeweils eine dieser
ehrenamtlich engagierten Damen in
Abstimmung mit der Restauratorin
Ines Franke ein relativ kleines und
transportables Kunstwerk aus und
stellt es den Bewohnerinnen und Be-
und dass die Bilder zu uns ins Pflegeheim kommen“.
Bislang wurden den Seniorinnen und
Senioren Bilder von Gertraud Rostosky, Joachim Schlotterbeck, Josef Versl und Wolfgang Lenz sowie
Skulpturen von Emy Roeder näher
gebracht und erläutert. Eine der Volunteers hat sogar ein Gemälde aus
ihrem eigenen Besitz mitgebracht.
Wichtig ist vor allem der persönliche
Bezug der Vortragenden zum Kunstwerk. Besonders geeignet sind solche Bilder oder Skulpturen, die bei
den Senioren Erinnerungen wecken,
Ansprechpartnerinnen
für das Projekt:
Ines Klingenmaier
Caritas Marienheim
Tel. 0931 – 3298550
eMail: ines.klingenmaier@marienheim-wuerzburg.de
Dr. Carola Schneider
Museum im Kulturspeicher
Tel. 0931 – 3222512
eMail: carola.schneider@stadt.wuerzburg.de
Ines Klingenmaier
8
CID 1/11 Stationäre Altenhilfe
Benchmarking Stationäre Altenhilfe
Der diesjährige Durchlauf im
Benchmarking der Stationären Altenhilfe ist gestartet. Die Eingabe der
Daten ist bis einschließlich 31. Mai
2011 über eine vom DCV zur Verfügung gestellte Plattform möglich.
Für das Benchmarking stehen Ihnen
folgende zwei Fragebögen zur Verfügung:
▪▪ Betriebswirtschaftliche Daten (inkl.
Strukturdaten)
▪▪ Qualitative Daten mit dem Thema
„MitarbeiterInnen“
für 2011 ein Schwerpunktthema
gewählt, das wesentlich ist für die
zukünftige Entwicklung der Einrichtungen und ihrer Rechtsträger. Außerdem sollen neue Auswertungen
den Zusammenhang zwischen finanzwirtschaftlichen
Kennzahlen,
Strukturdaten und qualitativen Faktoren erklären und Beispiele guter Praxis aufzeigen.
Grundlage der Erfassung sind die
Daten aus dem Jahr 2010.
Nach Ende der Eingabefrist und
Vorliegen der Auswertungen wird,
wie bisher auch, ein Benchmarkingzirkel mit den Einrichtungen, die am
Benchmarking teilgenommen haben,
stattfinden. Der Termin dafür ist im
Juli geplant.
Der neue qualitative Fragebogen
beschäftigt sich in diesem Jahr mit
dem Thema „MitarbeiterInnen“. Dies
umfasst ein breites Spektrum an
Unterthemen wie Personaleinsatzplanung, Mitarbeiterführung, Personalentwicklung usw. Damit wurde
Wir möchten Sie herzlich einladen am
Benchmarking teilzunehmen. Benchmarking erschöpft sich nicht im Erheben von wirtschaftlichen Kennziffern,
sondern vergleicht auch die Qualität
von Prozessen. Tendenzen wie Erlösund Kostenentwicklungen werden
durch das Benchmarking transparent
gemacht. Ziel von BenchmarkingZirkeln ist es einen Austausch herbeizuführen und die „best practice“
an andere Zirkel-Teilnehmer und Einrichtungen weiterzugeben. Je mehr
Einrichtungen sich am Benchmarking
beteiligen, desto aussagekräftiger
sind die Ergebnisse und desto breiter
ist die Grundlage, um sich abzeichnenden Entwicklungen entsprechend
begegnen zu können. Sonja Schwab
und Gabriel Hüttner vom DiCV Würzburg stehen Ihnen gerne als Ansprechpartner für das Benchmarking
zur Verfügung.
Annette Bardorf
Fachbereichsleiterin Wirtschaftliche
Beratung Förderpolitik
Sonja Schwab
Fachberaterin im Bereich Altenhilfe
Gabriel Hüttner
Wirtschaftliche Beratung Europa
Sternenkinder
Malteser-Trauerkreis für Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft,
während oder kurz nach der Geburt verloren haben
Jeden ersten Mittwoch im Monat
(Schulferien ausgenommen) laden
die Malteser zu einem begleiteten,
offenen Gesprächskreis für Eltern
von früh verstorbenen Kindern in das
Matthias-Ehrenfried Haus in Würzburg ein.
Marlene Dorsch, Leiterin des Gesprächskreises und ausgebildete
Trauerbegleiterin ist selbst Mutter eines verstorbenen Kindes. Aus dieser
Erfahrung heraus weiß sie, dass der
Austausch in geschützter Atmosphäre hilfreich für die Trauerbewältigung
sein kann. „Betroffene Mütter und
Väter sollen miteinander über ihre
Kinder, die Gefühle und das Erlebte
reden können. Im Gesprächskreis soll
Platz für die Trauer sein, aber auch für
das Leben.“, so fasst sie ihre Motivation für die Initiative eines solchen
Trauerkreises zusammen. Waltraud
Schwarz, Malteser-Trauerbegleiterin
und Cornelia Weber, Sozialpädagogin und Malteser-Hospizmitarbeiterin
unterstützen Marlene Dorsch.
Treffen findet am Mittwoch, den 02.
März 2011 statt. Anmeldung ist nicht
erforderlich.
Weitere Informationen können Interessierte im Hospizreferat der Malteser unter der Nummer: 0931/4505225 bei Georg Bischof erfragen.
Cornelia Weber
Die Abende beginnen um 19.00 Uhr
und dauern bis 20.30 Uhr. Das erste
9
CID 1/11 Stationäre Altenhilfe ∙ Hospiz
Zwei neu Malteser-Hospizvorbereitungskurse in Wörth
am Main und in Bad Brückenau 2011
Georg Bischof
Foto: Martina Mirus
Besonders erwähnenswert ist,
dass am Ausbildungskurs in Bad
Brückenau drei Teilnehmer aus der
jüdischen Gemeinde in Würzburg
teilnahmen. Diese werden die Begleitung von schwerkranken, sterbenden
und alten Menschen in Ihrer Gemeinde übernehmen und in einer Würzburger Hospizgruppe der Malteser
mitarbeiten. Die Kooperation mit der
jüdischen Gemeinde wird in diesem
Jahr weiter ausgebaut werden.
TeilnehmerInnen des Ausbildungskurses Bad Brückenau
Wenn Lisa in den Speisesaal kommt,
geht die Sonne auf. Darin sind sich die
Bewohner der Senioreneinrichtung einig, in der Lisa seit einigen Monaten
als hauswirtschaftliche Helferin auf
einer Station tätig ist. Sie bereichert
mit ihrem stets fröhlichem Wesen
und ihrer freundlichen Art den Alltag
der dort lebenden Menschen. Lisa
ist Teilnehmerin der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung - Übergang
Schule-Beruf“, die von der Agentur
für Arbeit getragen und vom Integrationsfachdienst Würzburg durchgeführt wird. Ziel ist es, junge Menschen
mit Lernbehinderung auf dem Weg
von der Schule in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu
begleiten. Über einen Zeitraum von
zwei Jahren erproben Lisa und ihre
Mitstreiter in mehrwöchigen bis -monatigen Praktikas ihre Fähigkeiten auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Ist
das für sie passende Tätigkeitsfeld
gefunden, erfolgt in einem geeigneten
Betrieb vor Ort die gezielte Qualifizierung. Diese Einarbeitung in entsprechende Helfertätigkeiten bereitet den
Übergang in ein Angestelltenverhältnis
vor. So bewährten sich in den vergan-
genen Jahren Maßnahmeteilnehmer
beispielsweise als Hausmeisterhelfer
in einer Jugendherberge, als Mitarbeiter bei einem Reifenhändler, als
Küchenhilfe in einer Großküche oder
eben, wie Lisa, als hauswirtschaftliche Helferin in einer Senioreneinrichtung. Sie belegen damit eindrucksvoll, dass auch Menschen mit einer
Lernbehinderung durch ihre Arbeitsmotivation, ihre Leistungsbereitschaft
und ihre Zuverlässigkeit überzeugen
und bezahlte Arbeitsleistung auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt erbringen.
Mitarbeiterinnen des Integrationsfachdienstes Würzburg begleiten Lisa
und die anderen Maßnahmeteilnehmer kontinuierlich, unterstützen die
Betriebe ganz pragmatisch als JobCoaches und stehen den Arbeitgebern jederzeit beratend zur Seite. Daneben informieren sie auch über die
finanziellen Unterstützungsleistungen
durch die Agentur für Arbeit und das
Integrationsamt. Kommt es zur Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis,
helfen sie bei der Beantragung der
Mittel. Auch nach dem Abschluss
eines Arbeitsvertrages steht der Integrationsfachdienst bei allen Fragen
Foto: Emily Feuerbach
Integration von behinderten Menschen
Mitarbeiterinnen von Übergang SchuleBeruf, von links: Monika Erhardt, Petra
Baunach und Nicola Fischediek
rund um das Beschäftigungsverhältnis weiterhin zur Verfügung.
Weiter führende Informationen zur
Maßnahme unter: www.ifd-wuerzburg.de: Projekte und Maßnahmen/
Übergang Förderschule-Beruf. Publikation zum Thema, herausgegeben
vom Bundesministerium für Arbeit
und Soziales: „Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden. 63 Beispiele von
Menschen mit Behinderungen in Betrieben“ kostenfrei bestellbar. http://
www.bmas.de/portal/48688/.../
a735__arbeitsplatz+gefunden.pdf
Petra Baunach, Monika Ehrhardt
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CID 1/11 Hospiz ∙ Behindertenhilfe
Eine Weggemeinschaft, die bereichert
Wiltrud Schuster, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin im
Caritas-Seniorenzentrum St. Martin
Foto: Franz-Marr
Frau Wiltrud Schuster ist 71 Jahre
alt und engagiert sich seit Februar
2003 im Caritas-Seniorenzentrum St.
Martin in Lohr am Main. Fr. Schuster
berichtet: „Neugierig gemacht hat
mich ein Artikel über das Ehrenamt im
Seniorenheim in der örtlichen Presse
und bis zum heutigen Tag habe ich
meinen Schritt in dieses Engage-
Fr. Schuster bei ihrem 70. Geburtstag
ment nicht bereut. Im Wesentlichen
bin ich in zwei Bereichen ehrenamtlich tätig: Da ist zum einen der sog.
Wohnzimmerdienst, zu dem ich jede
Woche dienstags von 8.00 bis 12.00
Uhr in den Wohnbereich Rosengarten komme. In dieser Zeit stehe ich
den Bewohnern ganz zur Verfügung.
In Absprache mit dem leitenden Pflegepersonal unterstütze ich bei den
Mahlzeiten, aktiviere, motiviere und
begleite. Mir ist es sehr wichtig, ein
Stück Lebensfreude und Alltag von
außen mit ins Heim hinein zu nehmen.
Ich sehe das auch als „Teilhabe am
Leben“, wenn wir jahreszeitliche Themen oder aktuelle Ereignisse in den
Blick nehmen. So haben wir auch auf
meinen 70. Geburtstag im Rosengarten mit den Bewohnern angestoßen.
Meine Anteilnahme an ihren Kümmernissen und Freuden eröffnet mir
eine wunderbare Weggemeinschaft,
die mich selbst sehr bereichert. Wenn
ich am Dienstag nach 12.00 Uhr nach
Hause gehe, bin ich richtig müde und
erschöpft, aber glücklich auf eine
ganz besondere Weise“
Lebensqualität im Alter
Sie erläutert weiter: „Darüber hinaus
biete ich zwei mal jährlich einen LeAKurs (LeA steht für Lebensqualität im
Alter und ist ein Trainingsprogramm
für Körper, Geist und Seele) für Bewohner, Bekannte und Angehörige
der Bewohner an. Qualifiziert hierfür
wurde ich in einer eigenen Ausbildung
über das katholische Seniorenforum,
das diese Form eines Gruppenangebotes eigentlich ausschließlich für die
offene Seniorenarbeit anbietet. Der
erste Kurs im Seniorenzentrum lief
vom 6. April bis 25. Mai 2005. Seither hat dieser Kurs regen Zulauf und
es gibt bereits zwei Kurse pro Jahr.
Der Kurs ist für alle, die sich nicht alt
fühlen, mehr Lebensfreude gewinnen
oder erhalten wollen, die aktiv mit
fachkundiger Begleitung Gesundheit, Gedächtnis und Selbständigkeit
trainieren wollen. Teilnehmen können
alle, die Bewohner im Caritas-Seniorenheim St. Martin sind oder deren
Angehörige oder Freunde. Alle sind
herzlich willkommen“.
Die Inhalte des Kurses sind:
▪▪ Gedächtnis trainieren – mit Spaß
geistig fit bleiben
▪▪ Bewegungsübungen – beweglich
bleiben und sich entspannen
▪▪ Lebenssinn – sich mit Sinnfragen
auseinandersetzen und Kraftquellen im Glauben finden.
„Ich werde oft gefragt, was motiviert
dich eigentlich, da ich jede Woche
hingehe. Es ist mir wichtig, mit den
Bewohnerinnen und Bewohnern
gemeinsam einen Weg zu gehen.
Die Freude, die entsteht, beruht auf
Gegenseitigkeit. Ich spüre, dass die
Menschen sich auf mich freuen, dass
es ihnen gut tut, wenn ich ihnen erzähle, singe und Spaß habe. Aber
ebenso tut es mir gut. Es ist eine
Freude, die man durch nichts anderes erleben kann. Ebenso tut mir die
Anerkennung gut, die ich von hauptamtlichen Mitarbeitern und der Heimleitung erfahre. Ich spüre, wie mein
Einsatz wertgeschätzt wird, wie meine Meinung gefragt ist und auf meine
Erfahrung Wert gelegt wird.
Was ich sonst noch sagen
möchte….
„Der letzte Ausweg ist das Altenheim“…. Wenn ich diese Aussage
höre oder lese, möchte ich immer
ganz laut dagegen rufen. Ich erlebe,
dass ein Alten- oder Seniorenheim
eine sehr wichtige Einrichtung ist. Die
Menschen haben hier einen Ort der
Geborgenheit, es wird für sie in vorbildlicher Weise ganzheitlich gesorgt
für Körper, Geist und Seele. Sie sind
hier gut aufgehoben, nicht abgeschoben. Im Seniorenheim St. Martin
herrscht ein guter Geist – Caritas wird
hier wirklich umgesetzt. Der Name ist
Programm.“
Anmerkung der Einrichtung
Frau Schuster ist für uns eine sehr
wertvolle Mitarbeiterin. Ihr Engagement bereichert das Leben unserer
Bewohner und ist eine wichtige Stütze in der ehrenamtlichen Arbeit im
Haus. Als Mentorin für Interessierte
ist sie besonders bei der Einarbeitung
neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen eine große Hilfe. Frau Schuster
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CID 1/11 Ehrenamt
erwähnt unseren guten Geist im Hause – sie verstärkt ihn durch ihre positive Ausstrahlung, durch ihr herzliches
Wesen, durch ihren treuen Einsatz.
Danke!!!“
Gabriele Kimmel
Kontaktadresse:
Gabriele Kimmel
Dipl. Soz.päd. (FH).
Sozialdienst St. Martin
Lohr am Main
Tel. 09352-843309
Email: gkimmel@caritas-msp.de
„Caritas Christi urget nos –
die Liebe Christi drängt uns Gutes zu tun“
DiAG Altenhilfe Mitgliederversammlung am 17.02.2011 in Gadheim
„Caritas Christi urget nos,“ mit diesen Worten lud Domkapitular Clemens Bieber die anwesenden Mitglieder der DiAG Altenhilfe in seinem
geistlichen Wort zum Abschluss ein,
den Blick der Caritas gerade in der
heutigen Zeit für das Wesentliche zu
öffnen.
Nach dem geistlichen Wort von Domkapitular Bieber stellte Gerhard Schumacher als 1. Vorsitzender der DiAG
Altenhilfe den Tätigkeitsbericht für
das Jahr 2010 und den Ausblick für
die anstehenden Aufgaben 2011 vor.
Die großen Themen werden 2011 neben der Reform der Pflegeversicherung vor allem der Fachtag Quartier
„Älter werden - in der Heimat wohnen
bleiben“ am 01. April 2011 in Würzburg und der Start der Pflegehotline
im Frühjahr 2011 sein.
Georg Sperrle informierte die Mitglieder über den aktuellen Stand zur
Pflegehotline und bedankte sich dabei bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Pflegehotline und denjenigen,
die Mitarbeiter für die Pflegehotline
zur Verfügung stellen, für die tatkräftige Unterstützung.
die Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes waren zentrale Anliegen.
Ziel ist nun zeitnah einen Arbeitskreis
zu bilden, der sich intensiv mit diesem
Aufgabengebiet beschäftigen wird.
Das Stärken von ehrenamtlich Tätigen
und die Vernetzung von Sozialstationen mit den Pfarreiengemeinschaften
sind weitere wichtige Themen der Zukunft in der Diözese. Einige Orts- und
Kreiscaritasverbände haben bereits
die Möglichkeit genutzt, ihre Tätigkeiten auf den Pastoraltagen vorzustellen. Dies sollte zukünftig auch weiter
ausgebaut werden.
Abschließend warb Sperrle für die
Fachtagung und Wahl der Vorstandes des VKAD in Kassel von 17. bis
19. Mai 2011, an dem die Mitglieder
teilnehmen können.
Die nächste Vorstandssitzung der
DiAG Altenhilfe ist für den 05.04.2011
von 13.00 bis 17.00 Uhr geplant.
Sonja Schwab
Fachberaterin Bereich Altenhilfe
Im Anschluss daran konnten die Mitglieder die Möglichkeit nutzen, ihre
Anliegen und Wünsche für die weitere
Arbeit der DiAG Altenhilfe zu äußern.
Das Thema Fachkräftemangel und
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CID 1/11 Ehrenamt ∙ DiAG Altenhilfe
Vorbereitung der Caritas Pflegehotline
17 Mitarbeiter aus Caritas-Einrichtungen geschult
konnte ein gutes Basiswissen vermittelt werden und die Sicherheit für
die Entgegennahme der Anrufe ist
nun vorhanden.
Auf ihren Einsatz an der Caritas Pflegehotline freuen sich (v.l.): Franziska Rolf (Dozentin, Studentin Pflegemanagement), Martina Seybold, Caroline Betrup (beide St. Thekla,
Würzburg), Elfriede Reichert (St. Martin, Hofheim), Andrea Weyrauther (St. Elisabeth,
Aschaffenburg), Gudrun Reß (St. Kilian, Mellrichstadt), Isabell Renners (O/KCV Würzburg),
Uwe Müller (Marienheim Würzburg), Ulrike Schickling (St. Elisabeth, Aschaffenburg), Georg
Sperrle (Dozent).
Die Vorbereitungen zum Start
der Caritas Pflegehotline laufen auf
Hochtouren. Mit der Einrichtung
dieser zentralen Ansprechstelle für
Menschen, die Fragen zur Pflege haben, wird eine neues Instrument geschaffen, das eine Erstberatung und
Information betroffener Menschen sicherstellt, sowie Anfragen gezielt an
Caritaseinrichtungen der Altenhilfe
weiterleitet.
Damit die Mitarbeiter, die die Anrufe entgegennehmen, kompetent
auf Fragen antworten bzw. Anfragen gezielt an die richtige Einrichtung weiterleiten können, wurden
an zwei ganztägigen Schulungstagen wesentliche Inhalte vermittelt.
Georg Sperrle, Fachbereichsleiter
Gesundheit und Alter im DiCV Würzburg, hat die Schulungen vorbereitet
und Inhalte vermittelt. An der ersten
Schulung am 17.02.2011 hat zudem
Franziska Rolf mitgewirkt, die als
Studentin des Studiengangs Pflegemanagement ihr Praktikum bei
der Caritas absolvierte. Neben organisatorischen Fragen wurden auf
diese Weise Grundkenntnisse zur
Pflegeversicherung weitergegeben
und in Rollenspielen Anrufsituation
nachgestellt. In dieser praktischen
Übung konnten die TeilnehmerInnen
ihre erworbenen Kenntnisse anwenden und bekamen einen ersten Eindruck ihrer Aufgabe. Am Ende der
Schulung waren sich alle einig: Es
Herzlicher Dank gebührt an dieser
Stelle den Trägern der Einrichtungen
der Caritas, die einen Mitarbeiter /
eine Mitarbeiterin für die Caritas Pflegehotline zur Verfügung stellen. Dies
sind: Caritas Einrichtungen GmbH
(hier: Caritas-Seniorenzentrum St.
Thekla und Marienheim in Würzburg), KCV Hassberge, Seniorenwohnstift St. Elisabeth in Aschaffenburg, KCV Rhön-Grabfeld, O/KCV
Würzburg, Caritas-Sozialstation St.
Elisabeth in Aschaffenburg, KCV
Miltenberg, Caritas-Sozialstation St.
Hedwig in Eltmann.
Der Start der Caritas Pflegehotline
war zum 1.3. dieses Jahres geplant,
musste jedoch aufgrund noch zu
klärender technischer Fragen verschoben werden. Ein neuer Termin
für den Start steht noch nicht fest.
Georg Sperrle
Auf ihren Einsatz an der Caritas Pflegehotline freuen sich (v.l.): Georg Sperrle (Dozent),
Liselotte Vogel (St. Elisabeth, Aschaffenburg), Christa Weimer Frankenberger (KCV Miltenberg), Maria Schmidt (St. Elisabeth, Aschaffenburg), Elfriede Elbing (St. Thekla, Würzburg),
Anke Weiss (KCV Miltenberg), Helena Keib (Marienheim Würzburg), Annette Schröck (St.
Hedwig, Eltmann).
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CID 1/11 DiAG Altenhilfe
Buchempfehlung
Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht wird
Die Leitlinie für eine gute Lebensmittelhygienepraxis
in sozialen Einrichtungen
Mit diesem Band liegt entsprechend den Anforderungen in der VO (EG) über
Lebensmittelhygiene 852/2004 die Leitlinie für eine gute Hygienepraxis vor, die
bundesweit von den Landesbehörden der Lebensmittelüberwachung anerkannt ist. Stationäre Einrichtungen mit ihren vielfältigen Verpflegungsangeboten werden genauso berücksichtigt wie Tageseinrichtungen und Haus- und
Wohngemeinschaften. Im Mittelpunkt der von Caritas und Diakonie gemeinsam entwickelten Regelungen stehen die Kunden/innen und Bewohner/innen,
die soziale Dienste in Anspruch nehmen bzw. in sozialen Einrichtungen leben.
Praxis- und handlungsorientiert werden die für den Umgang mit Lebensmitteln
relevanten rechtlichen Grundlagen ( ...) erläutert und für die Anwendung in sozialen Einrichtungen Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Mit diesen Worten
wird für dieses Buch auf seiner Rückseite geworben.
Da es den gesamten Bereich Verpflegung und Hygiene umfasst, wird es gerne
in der Beratungsarbeit der ReferentenInnen der stationären Altenhilfe eingesetzt.
Sonja Schwab
Erstellt vom Deutschen Caritasverband e.V. und dem Diakonischen
Werk der Evangelischen Kirche in
Deutschland e.V.
Zu bestellen beim Lambertus-Verlag
ISBN 978-3-7841-1788-1 oder im
Buchhandel zum Preis von 19,80 €.
Veranstaltungshinweise
11. Mai 2011
Treffen der Leitungen der Tagespflegeeinrichtungen in Würzburg
25. Mai 2011
Treffen der Einrichtungsleitungen stationäre Altenhilfe in Bad Brückenau
Impressum
Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V.
Fachbereich Gesundheit und Alter
Franziskanergasse 3
97070 Würzburg
Satz und Layout: Thomas Aull
Redaktion: Georg Sperrle
Telefon: 0931 / 386 – 66655
Fax: 0931 / 386 – 66651
sperrleg@caritas-wuerzburg.de
www.caritas-wuerzburg.de
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