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Hinterm Horizont geht's weiter Was liegt wirklich hinterm Horizont

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Hinterm Horizont geht’s weiter
Was liegt wirklich hinterm Horizont? Geht es denn wirklich
weiter nach dem Tod? Und wenn ja, was ist es was weiter
geht. Was bleibt von uns, von unserem Leben? Gibt es eine
Auferstehung von den Toten, wie die Bibel behauptet? Das
sind Fragen, die Menschen zu allen Zeiten beschäftigt
haben. Und sie werden uns weiterhin beschäftigen, weil der
Tod uns allen noch bevor steht. Niemand kann uns aus
eigener Erfahrung mit Sicherheit sagen, was auf der anderen
Seite des Todes auf uns wartet. Das gilt auch für die
Menschen, die sog. Nah-Tod-Erlebnisse hatten und davon
berichten. Menschen, die z.B. auf dem Operationstisch
gestorben sind und von Begegnungen mit verstorbenen
Verwandten erzählen und von Licht am Ende eines Tunnels,
bis sie dann wieder (manchmal zum eigenen Bedauern) ins
Leben zurückgeholt wurden. Solche Erlebnisse haben
womöglich den Glauben von denjenigen, die sie erlebten,
gestärkt, doch von den Anderen, von uns, werden sie sehr
unterschiedlich interpretiert. Für viele Ärzte sind solche
„Transzendenzerlebnisse“ nur „die Folge
außergewöhnlicher biochemischer Einflüsse oder nicht
gelungener Verarbeitungsprozesse im Gehirn.“ Sie sagen
nichts aus über ein Leben nach dem Tode. Im esoterischen
Bereich werden solche Erlebnisse als Beweis für die
griechische Seelenlehre gedeutet, wonach der Mensch aus
Leib und Seele gemacht sei. Beim Tod trete die Seele aus
dem Leib und sei so von ihm quasi befreit. So ähnlich hat
die Sterbeforscherin Kübler-Ross solche Erfahrungen als
Beweis dafür angesehen, dass es keinen Tod gäbe. Das, was
wir Tod nennen, sei „nur ein Heraustreten aus dem
physischen Körper – so wie der Schmetterling aus dem
Kokon tritt.“ So sehr also solche Nah-Tod Erlebnisse
unseren Glauben stärken können, können sie als
Begründung für ein Leben nach dem Tod nicht herhalten.
Dafür sind sie zu zweideutig.
Was sagt die Bibel zu diesen Fragen nach Tod und
Auferstehung? Das möchte ich versuchen ihnen heute nahe
zu bringen. Was glauben Christen über das Leben nach dem
Tod, und mit welcher Berechtigung? Und ich möchte
anfangen mit einer Geschichte über Jesus, der einmal eine
Begegnung mit einer Gruppe von Leuten hatte, die der
Auferstehung von den Toten sehr skeptischen
gegenüberstanden. Die Geschichte steht im
Matthäusevangelium (Kapitel 22,23ff) und in einer
modernen Übersetzung lautet sie so:
Am selben Tag kamen einige Sadduzäer zu Jesus. Das
waren Leute, die behaupteten, dass es keine Auferstehung
der toten gibt. Sie fragten Jesus: „Herr, Mose hat bestimmt:
Wenn ein verheirateter Mann ohne Kinder stirbt, dann soll
sein Bruder die Witwe heiraten, und das erste ihrer Kinder
soll der Erbe des Verstorbenen sein. Nun lebten da unter
uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb kinderlos.
Sein Bruder heiratete die Witwe. Auch der zweite Bruder
starb, und der nächste Bruder nahm sie zur Frau. So ging
es weiter, bis die Frau mit allen sieben verheiratet gewesen
war. Schließlich starb auch sie. Wessen Frau wird sie nun
nach der Auferstehung sein? Schließlich waren ja alle
sieben mit ihr verheiratet.“ Jesus antwortete: „Ihr kennt
weder das Wort Gottes noch Gottes Macht. Ihr irrt euch!
Nach der Auferstehung gibt es keine Ehe mehr, sondern die
Auferstandenen werden wie Engel im Himmel sein. Doch
wenn ihr behauptet, dass es keine Auferstehung gibt, möchte
ich euch an Gottes Wort erinnern. Dort heißt es: „Ich bin
der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ Gott ist doch nicht
ein Gott der Toten, sondern er ist der Gott der Lebenden!“
Diese Worte Jesu hinterließen einen tiefen Eindruck bei
allen, die ihm zuhörten.“
In Fragen wie die des Lebens nach dem Tode und der
Auferstehung, war es in der Zeit Jesu nicht so ganz anders
als bei uns. Es gab und gibt auch heute verschiedene
Meinungen und Spekulationen. Heute sagen manche mit
dem Tod sei alles aus, manche glauben an die
Reinkarnation, also an die ewige Wiederkehr, Menschen
islamischen Glaubens gehen von einem sehr
materialistischen Himmel aus: ein Garten, der von Bächen
durchzogen ist, in denen Wasser und Milch, Wein und
Honig fließen. Er ist mit Teppichen und kostbaren Sesseln
ausgestattet, schöne Frauen und junge Knaben servieren
erlesene Früchte und Geflügel. Die Gruppe der Sadduzäer,
die Jesus in unserer Geschichte begegnen, waren Juden, wie
Jesus auch. Doch sie glaubten offensichtlich anders als die
meisten Juden ihrer Tage. Sie glaubten nicht an eine
leibliche Auferstehung. Und sie stellen Jesus eine Frage,
die die Vorstellung von der Auferstehung ins Lächerliche
ziehen soll. Das Szenario, die sie hier ausmalen, ist
vielleicht nicht sehr wahrscheinlich, aber theoretisch
möglich: Das Gesetz der Juden sieht vor, dass eine
verwitwete Frau von einem Bruder des verstorbenen
Mannes als Frau genommen werden soll. In diesem Fall sei
eine Frau mit allen sieben Brüdern verheiratet gewesen,
weil sie einer nach den anderen gestorben sind. Also, wenn
es wirklich eine Auferstehung geben soll, fragten die
Sadduzäer Jesus, wessen Frau ist sie nach der
Auferstehung? Die Antwort von Jesus auf diese Frage ist
scharf und deutlich. Ihr versteht die Schrift gar nicht, meint
er, wenn ihr die Auferstehung von den Toten einfach als
eine Verlängerung dieses Lebens mit seinen irdischen
Angelegenheiten wie Heiraten vorstellt. Das, was auf uns
wartet, kann gar nicht mit diesem Leben verglichen werden.
Und dann sagt er etwas, dass zeigt, dass er ganz genau
wusste, warum die Sadduzäer ihm diese Frage stellten. Eben
um die Auferstehung von den Toten ins Lächerliche zu
ziehen. Jesus sagt: Wenn ihr behauptet, dass es keine
Auferstehung gibt, dann habt ihr etwas ganz wichtiges
vergessen. Gott ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern er
ist der Gott der Lebenden. Das, was Jesus den Sadduzäern
hier sagt, ist, ganz kurz ausgedrückt, die Kernaussage der
christlichen Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod bis zum
heutigen Tag: Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern er
ist der Gott der Lebenden. Das ist auch was wir antworten
sollen, wenn jemand uns nach dem Grund unserer
Hoffnung auf das Leben nach dem Tod fragt. Nicht auf
irgendwelche Nahtod – Erfahrungen sollen wir verweisen,
sondern allein auf Gott und nichts anderes. Gott und Leben,
Gott und Auferstehung, das passt zusammen. Auferstehung,
Leben nach dem Tod sind eine natürliche, eine logische
Folgerung aus Gottes Wesen. Und Gottes Wesen ist: er ist
ein Gott der Lebenden. Wen Gott beim Namen nennt, wie
Abraham, Isaak und Jakob, der kann nicht Tod bleiben,
auch dann nicht, wenn er stirbt. So lange er einen Namen
hat, den Gott rufen kann, kann seine Existenz nicht
ausgelöscht sein.
Immer wieder im Gottesdienst sagen Christen überall in der
Welt das Bekenntnis: Ich glaube an Gott den Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde, usw. Und ganz am
Schluss sagt man: wir glauben an die Auferstehung von den
Toten und das ewige Leben. Nun ist es kein Zufall, dass wir
dieses Bekenntnis mit einer Beschreibung beginnen. Alles,
was danach kommt, ist wegen ihm erst möglich: Jesus, sein
Tod und Auferweckung, das ewige Leben. Überhaupt
glauben wir Christen zuerst und allererst nur an Gott. Der
Glaube an die Auferstehung folgt daraus. Wir glauben an
die Auferstehung, weil wir Gott erfahren haben, wir wissen
was für ein Gott er ist. Wussten Sie, dass die meisten Juden
in frühen alttestamentlichen Zeiten, also lange vor Jesus, nie
von einer Auferstehung von den Toten je gehört hatten? Sie
glaubten wie die Völker um sie herum, dass sie, wenn sie
sterben, in die Unterwelt gehen. Dort war es dunkel. Es
herrschte Schweigen. Da führte man ein Schattendasein.
Dort blieb man auch für immer. Und das schlimmste, dort
hatte man nichts mehr mit Gott zu tun. Mit dem Tod war
man von Gott abgeschnitten. Und so versteht man die
Verzweiflung von manchen Betern in den Psalmen, die in
Lebensgefahr waren. Sie baten Gott um Hilfe, um Rettung
und zwar in diesem Leben. Denn es gab keine Hoffnung
nach dem Tod. Und so haben sie zu Gott gebetet: Rette
mich Herr! Was hast du davon, wenn ich sterbe. Du würdest
einen treuen Diener verlieren. Jemanden, der an dich glaubt.
Und wenn ich sterbe, haben wir nichts mehr miteinander
mit zu tun! Ihre Verzweiflung ist mit Händen zu greifen.
Doch dann kommt die leise Wende im Denken der Juden.
Zuerst war es Hiob, der es wagte, das damals undenkbare
auszusprechen, als er betete: „Ach, dass du mich im
Totenreich verwahren und verbergen wolltest, bis dein Zorn
sich legt, und mir ein Ziel setzen und dann an mich denken
wolltest! Meinst du, ein toter Mensch wird wieder leben?
Alle Tage meines Dienstes wollte ich harren, bis meine
Ablösung kommt. Du würdest rufen und ich dir antworten;
es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände.
Dann würdest du meine Schritte zählen, aber hättest doch
nicht acht auf meine Sünden. Du würdest meine
Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld
übertünchen.“ Hier spricht er seine Sehnsucht aus, dass
Gott einem Menschen selbst mitten im Reich des Todes
nahe sein kann. Für Hiob bleibt das ein Traum. „Ach, dass
du wolltest Herr“! Aber dass er das als Traum aussprechen
kann, ist schon eine große Errungenschaft. Eine große
Etappe auf dem Weg zu der Auferstehungshoffnung, die wir
in Jesus Christus haben. Es sind Vorahnungen und Schatten
von dem, was noch kommen wird. Und allmählich bildet
sich – man kann es in den verschiedenen Texten des Alten
Testaments verfolgen – eine Auferstehungshoffnung heraus.
Nicht aus Spekulationen heraus, sondern aus einer
Erfahrung Gottes heraus. Sie kannten Gott als Schöpfer des
Himmels und der Erde, sie erfuhren Gottes Zuwendung,
seinen Trost, sein Eingreifen in der Geschichte für sein
Volk. Und wie sie Gott erfahren haben, seine Liebe, seine
Zuwendung, das konnten sie nicht zusammenbringen mit
dem Gedanken, dass nach dem Tod die Beziehung zu
diesem Gott des Lebens aus sein soll. So ist die
Auferstehungshoffnung geboren, schon lange bevor Gott
Jesus von den Toten auferweckt hat. Das ist keine grundlose
Spekulation gewesen, kein Wunschdenken, sondern es
kommt aus der Erfahrung das Gott ein Gott der Lebenden
und nicht der Toten ist. Es kommt aus dem Wissen, dass
Gott unser Vater sein will und dass wir seine Kinder sind.
Es kommt leider immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder
überleben. Ich denke, dass das eine der traurigsten
Erfahrungen ist, die Menschen machen können. Wenn wir
uns vorstellen, wir würden ein Kind verlieren. Und wir
hätten die Schöpfermacht Gottes zu unserer Verfügung.
Meint ihr nicht, dass jeder von uns etwas unternehmen
würde, um seinem Kind das Leben wieder zu geben, um
sein totes Kind wieder lebendig zu machen? Gott will seine
Kinder nicht überleben, er will nicht, dass unsere Existenz
ausgelöscht wird (warum wäre er sonst unser Vater
geworden) und er hat die Macht das Leben zu geben. Und
das wird er auch tun. Freilich nicht so, wie wir das machen
würden, wollten wir einen Toten auferwecken. Nein, er
macht es auf die Weise, die zu ihm als Schöpfer aller Dinge
passt. Er bringt nicht die Toten zurück. Nein, er schafft sie
ganz neu! Wenn wir wieder auferweckt werden, bekommen
wir einen neuen himmlischen Leib, sagt Paulus in seinem
Brief an die Korinther.
Gerade das, was Paulus hier sagt hilft uns heute Morgen in
unserem Verständnis weiter. Wenn wir sterben, sagt Paulus,
dann sterben wir ganz. Da ist keine göttlicher Funken in
uns, der sich ins Jenseits rettet und einfach neu eingekleidet
werden muss. Nein, der christliche Glaube verniedlicht den
Tod nicht, er verharmlost ihn nicht, sondern der Tod wird
als der Feind gesehen der er ist. Er ist total und endgültig.
Sollte irgendetwas doch noch aus dem Verstorbenen
werden, sollte er wieder leben, dann hängt das völlig davon
ab, ob der gnädige Gott ihn an Leib und Seele neu schafft.
Wenn man die Todesanzeigen heute liest, dann hat man das
Gefühl, dass man seine Hoffnung auf ein Leben nach dem
Tod weniger in Gott setzt, als vielmehr in die Nachwelt, die
hoffentlich unser gedenken wird. Doch das ist eine Illusion.
Wie lange wird man an uns denken, wenn wir tot sind? Wie
lange wird es dauern, bis jegliche Erinnerung an uns
erlöscht ist? Eine, zwei Generationen vielleicht? Und so
jemand wie Johann Sebastian Bach? Auch er wird
vergessen, spätestens dann, wenn es keine Menschen mehr
gibt. Auch viele Christen leben in der irrigen Meinung, dass
in jedem eine ewige Seele wohnt, die nur darauf wartet von
ihrem vermeintlich bösen Leib befreit zu werden. Doch das
ist genauso wenig mit dem christlichen Glauben vereinbar
wie die Reinkarnation. Das Hauptproblem mit dieser
Vorstellung der ist, dass sie Leib und Seele auseinander
reißen und so weder das Leben noch den Tod ernst nimmt.
Das Leben nicht, weil man sich nicht mit Gott als Richter
am Ende dieses Lebens rechnet. Man muss nicht für seine
Taten gerade stehen, sondern man versucht’s in einem
weiteren Leben noch mal bis man’s vielleicht irgendwann
richtig macht. Und man nimmt den Tod nicht erst, weil er
nicht als der Einschnitt gesehen wird, der er in Wirklichkeit
ist. Schließlich versucht die Reinkarnation Gott selbst
auszuschalten, indem sie es den Menschen zutraut, in wer
weiß wie vielen Anläufen die Vollkommenheit selbst zu
erreichen. Dass eine Lehre, die versucht Gott überflüssig zu
machen, nicht vereinbar ist mit dem christlichen Glauben,
versteht sich, nach dem was ich heute gesagt habe, von
selbst. Gott ist die Mitte der christlichen
Auferstehunghoffnung. Nicht zu letzt deswegen, weil er
Jesus Christus von den Toten auferweckt hat und damit
sozusagen ein Exempel statuierte. So wie er Jesus
auferweckt hat, so wir er auch mit uns verfahren. Jesus war
der erste und viele werden folgen. So können wir es in der
Bibel nachlesen. Am Ende dieser Predigt noch einmal
dieser Gedanke: Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, und
zwar ein leibliches Leben - wie auch immer man sich einen
solchen himmlischen Leib vorzustellen hat (es ist jedenfalls
nicht der alte); ob es ein Leben nach dem Tod gibt, hängt
davon ab, ob Gott unseren Namen ruft, ob Gott sich an uns
erinnert. Ob seine Treue zu uns über den Tod hinaus hält.
Denn mehr als ein Name bleibt uns nicht nach dem Tod.
Doch alles, was wir von Gott wissen, von seiner Treue, von
seiner Liebe, davon wie er Jesus auferweckt hat, spricht
dafür, dass er diesen Namen rufen wird - Else, Anna,
Eugen, Maria, Pauline, Margarete – und wir werden
auferweckt werden zum neuen Leben. Ein Leben, das
Tränen und Tod nicht mehr kennt.
AMEN
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