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Schweizer Woche
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fäule darf solche Trauben freilich erst im allerletzten Stadium befallen.
«Bccrliwcin» und «Süßdruck»
Schon bei der Lese erfordern blaue und weiße
Trauben gelegentlich eine unterschiedliche Behandlung; nach der Lese gehen die beiden Sorten völlig
getrennte Wege. Dio Beeren der weißen Trauben
werden in einer Mühle von zwei gegeneinanderlaufenden, gerippten Holz-, Gummi- oder Metallwalzen zerquetscht, wobei Sorge getragen werden
muß, daß nicht auch die Kämme (Stiele) und
Kerne Verletzungen erleiden, weil sie viel Gerbstoff enthalten, der dem Wein eine unerwünschte
Herbe gibt. In neuester Zeit, hat man auch begonnen, die Beeren vor dem Mahlen von den
Kämmen zu nehmen; das erschwert aber den
Preßvorgang. In der Folge wird den zerquetschten Beeren der Saft durch Vorentsaften und Pressen entlockt; dio Ausbeute beträgt durchschnittlich 75 bis 80 Prozent des Trauhengewichts. Der
trübe Saft wird in Fässer geleitet, wo er vor
dem Beginn der Gärung die Klärung durchzumachen hat. Er enthält mehr oder weniger sogenannte Trubstoffe, schleimartigc Beerenbestandteile, Häute, Kerne und Spritzmittelrückstände,
die im Lauf von einigen Stunden auf den Faßboden absinken; der klare Most kann dann sorgfältig abgehebert werden. Der im Faß verbleibende, stark von Schmutz durchsetzte Most wird
durch Filtration zurückgewonnen. Jetzt erst kann
der Gärprozeß beginnen; auf ihn kommen wir
später noch zurück.
In der Schweiz ist das sogenannte Entrappen,
das Abbeeren, bei den blauen Trauben gleichzeitig
mit dem Mahlen allgemein üblich. Auch da hat
das Entfernen der Kämme den Sinn, den schlimmsten Gerbstofflieferanten rechtzeitig auszuschalten.
Die heute h
n o c oft anzutreffende Bezeichnung
«Becrliwein» stammt aus einer Zeit, die das Ent- ,
rappen noch nicht als Selbstverständlichkeit
kannte; sie versprach damals einen verhältnismäßig süffigen, gerbstoffarmen Tropfen. Heute
ist jeder Schweizer Rotwein ein «Beerliwein» ; die
Bezeichnung hat sich da erhalten, wo die Beerliweinproduktion schon früher üblich war.
Die Tatsache, daß der Zellinhalt der meisten
bei uns üblichen blauen Trauben nicht blau, sondern ungefärbt ist, bestimmt den von den weißen
Trauben abweichenden Werdegang des Rotweins.
Der rote Farbstoff (Oenin) sitzt in den äußeren
Zpllschichten der Beerenhaut. Wenn die Häute
wie bei der Behandlung der weißen Trauben durch
unmittelbar auf das Mahlen folgendes Abpressen
vom Saft getrennt würden, würde ein weißer Most
und später ein weißer Wein aus blauen Trauben
entstehen. Solche «Weißweine» werden in der Tat
hergestellt. Im St. Galler Rheintal und
in den süddeutschen Weinbaugebieten sind sie unter dem
Namen «Weißherbste» bekannt, anderswo, so im
Wejngebiet,
Zürcher
nennt man sie «Federweißer»,
im französischsprachigen Gebiet «Clairette», jenseits des Gotthards «Chiaretto».
Normalerweise bleibt der Saft der blauen
Trauben während der Gärung an den Häuten oder
an der «Maische», wie es in der Fachsprache
heißt. Der Farbstoff ist »Jkohollöslieh und wird
JBeerenhäuten darum mär* fortschreitender
Dg und Erwärmung entzogen, gleichzeitig
geben aber auch Häute und Kerne
Gerbstoff an
den Most ab, der dem jungen Rotwein die Herbe
verleiht, die sich erst mit zunehmendem Alter,
dann aber zugunsten einer besonderen Feinheit,
Tiefe und Wärme verliert. Wenn man einen gerbstoffarmen jungen Rotwein erhalten will, muß man
den Saft nach verhältnismäßig kurzer Zeit (nach
24 bis 48 Stunden) vor Abschluß des Gärprozesses, durch Abpressen von der Maische nehmen. Er hat dann noch nicht das tiefe Rot des
eigentlichen Rotweins, sondern ein
lichtes Rubinrot erlangt. Der Wein, der aus solchem Most bereitet wird, heißt in Frankreich der Farbe wegen
«Rose», in Italien «Rosato». In Deutschland und
in der Schweiz ist für die Namengebung der Ausfall des herben Geschmacks bestimmend geworden: er heißt da «Süßdruck» oder «S.üßabdruck».
In Oesterreich und im Südtirol wird er «Kretzer», imWclschland, namentlich im Kanton Neuenburg, «Oeil de Perdrix» genannt.
<;
JAHRGANG
1958
Vo» der Traube bis zur Flasche
gleich die Qualität des künftigen Weins in Frage.
Anhaltender Regen in der Zeit der letzten Reife
leistet den Schädlingen Vorschub und läßt verschiedene Fäulnisarten und Krankheiten aufHerbst sieht sich der Weinbauer
treten. In jedem
vor einem bedrängenden Dilemma: soll er verhältnismäßig früh lesen und damit dem schlechten
ausweichen,
Wetter und den Traubenkrankheiten
aber auch auf hohe Oechslegradzahlcn (die übrigens auch für den Verkaufspreis des TraubenGärung
so wird der Traubensaft vor der
mosts
ausschlaggebend sind) verzichten, oder
genannt
riskiesoll er mehr oder weniger große Verluste
ren, mit der Lese zuwarten und einen möglichst
zuekerrcichen und säurcarmen Most anstreben f
Vor einigen Jahrzehnten noch maß man dem
sicheren Ertrag mehr Gewicht als der besseren
sich überall in
Qualität bei. Heute bemüht man möglich
hinausweit als
der Schweiz, dio Lese so
zuschieben ; das gelingt gewöhnlich, indem man die
Lese staffelt. Wenn vor der Vollreife schon Fäulnotwendig,
wobei dio
nis auftritt, ist eine Vorlese
befallenen Trauben entfernt wervon der Fäulnis
den, um eine Ansteckung des noch gesunden Traubengutes zu verhindern. Mit der Hauptlesc wird
Fäulnis
bis zur Vollreife zugewartet, wenn die
nicht schon überhand genommen hat; gewöhnlich
folgt sie auf dio Vorlese in einem Abstand von
14 Tagen. Unter günstigen Umständen werden
auch bei der Hauptlese noch nicht allo Trauben
abgeschnitten. Dio gesundesten bleiben weiter der
Sonne ausgesetzt, lagern weiter Zucker ein und
dürfen sogar an Graufäulc erkranken, die dann
«Edelfäule» genannt wird. Die Edclfäulo läßt
Wasser verdunsten und bewirkt so eine Konzentration des Saftes, aus den; später ein hochwertiger Spitzenwein mit 120 und mehr Grad Oechsle
bereitet werden kann.
Dio Bezeichnung «Hauptlesc» oder gar
«Vorlese» wird man kaum je auf der Etikette
einer Flasche Wein finden, weil sie dio Qualität
des Weines als durchschnittlich oder gar unterdurchschnittlich kennzeichnen würde. Dagegen
bietet dio Bezeichnung «Spätlcse» oder «Nachlese»
Gewähr für einen gut ausgereiften Wein. Neben
diesen Begriffen, die etwas über den Zeitpunkt
der Lese aussagen, finden sich auf den Flaschen
oft auch andere Zusammensetzungen mit «-lese»,
welche auf dio Art der Lese hinweisen. «Auslese»
bedeutet, daß (gewöhnlich bei der Hauptlesc) die
besten Trauben abgesondert und für diesen Wein
speziell gekeltert worden sind. Bei der «Bcerenauslesc» sind nicht nur die besten Trauben, sondern dio besten Beeren ausgelesen worden, der
Wein ist entsprechend noch etwas höher einzuschätzen. Spitzenprodukte, welche die Kenner und
Liebhaber vor Begeisterung blaß werden lassen,
«Spätlese» und «Auslese»
sind die mit «Trockcnbeercnauslese» gekennzeichneten Weine. Sie sind aus Beeren gekeltert, die
Reife Weintrauben sind außerordentlich emp- am Stock gelassen wurden, bis sie Rosinen gliPilze,
Würmer,
Insekten und Bakterien chen. Der Quantitätsvcrlust wird dabei durch den
findlich.
QuaUtätsgowiun mehr als aufgewogen. Dio Graumachen sich an ihnen zu schaffen und stellen so-
Noch Ende September war mnn in weiten
Kreisen überzeugt, daß der «Achtundfünfziger»
wieder einmal ein guter Jahrgang werden würde.
Ihm haue doppeltes Recht, sich danach zu sehnen
imd darauf zu hoffen: 1953 war das letzte bemerkenswerte Weinjahr gewesen, 1954 und 1955 hatte
die schlechte Witterung im Sommer und im Herbst
eisige
die Ernte verdorben, im Jahr 1956 hatte der
Februar schon alle Hoffnungen zuschanden werden lassen, und auch das nasse Jahr 1957 war
keineswegs geeignet, für die erlittenen Verluste
zu entschädigen. Das Jahr 1958 aber ließ sich endlich wieder einmal vielversprechend an. Es gab
keine schweren Frostschäden zu beklagen, die meisten "Weinbaugobiete blieben verschont vor Hagclsclilägen, das Jahr war nicht zu trocken, nicht zu
naß: Wenn immer einige Regentage Sehnsucht
nach der Sonne weckten, hatte der Himmel ein
großmütiges Einsehen und erfüllto sozusagen alle
Wünsche, sogar diejenigen der Ferienwetterversicherungsgesellschaften. Die Reben sproßten,
gediehen und setzten an, der Sommer trug Frucht
wie schon lange kein Sommer mehr, und während
eines warmen und trockenen Septembers reiften
die Trauben einer stolzen Lese entgegen.
Indessen hielt der frühe Herbst nicht ganz,
was er im September versprochen hatte. Schon
vor den beiden südlicheren Tagen gingen «auf den
Fluren» die Winde los und brachten Regenwolken
und Kühle und waren mit aller Sonnensehnsucht
ni<;ht mehr aufzuhalten. Es traf dio Reben in der
entscheidenden Zeit der letzten Reife, wenn jeder
Sonnenstrahl in der Beere noch mehr Zucker einlagert und h
n o c mehr Säure zum Verschwinden
bringt. Ein schöner Herbsttag steigert den Zuckergehalt der Beere durchschnittlich um ein Grad
Occhslc. Die Occhslegrade geben an, um wieviel
Gramm ein Liter frisch abgepreßten Traubensalts schwerer ist als ein Liter Wasser bei einer
Temperatur von 15 Grad Celsius. Es ist im wesentlichen der im Saft eingelagerte Trauben- und
Fruchtzucker, der das Mehr an spezifischem Gewicht ausmacht. Mit der Oechslewaage, welche die
Oechslegradc angibt, mißt man also den Zuckergehalt und schließt daraus auf den Alkoholgehalt
dos künftigen Weins, den man in Volumenprozenten erhält, wenn man die Anzahl der Oechslegrado
durch acht dividiert. Ein sehr gr.ter Walliser
Wein aus Blaubui-gundertrauben (Pinot noir)
beispielsweise sollte 95 bis 110 Grad Oechslo
haben, der Liter Saft also 1095 bis 1110 Gramm
schwer sein; der künftige Alkoholgehalt läge dann
etwa zwischen 12 und 14 Volumenprozent. Ostschweizer Rotweine aus Blauburgundertrauben
gelten schon bei über 80 Grad Oechsle als sehr gut.
.
Schwefel und Kopfweh
Schwefel ist bei der Weinbereitung und bei
der Weinpflege völlig unentbehrlich. Er hat zwei
Funktionen, die ihm bisher niemand hat abnehmen
können: Verhinderung der Bräunung des'Zellsafts
bei Luftkontakt (Oxydation) und Verhinderung
""der h
d a d u r c bedingten geruchlichen und geschmacklichen Veränderungen und Bekämpfung
der unerwünschten Bakterien. Schwefel wird dem
Wem als schweflige Säure beigegeben, gehandelt
wird üblicherweise eine fünfprozentige Lösung, es
wird aber auch Kaliummetabisnlfit (mindestens
oOprozentig) und verflüssigtes Schwefligsäuregas
e
hundertprozentige schweflige Säure
als sogenannt
verwendet. Weil man den Schwefel dem Saft auch
beigeben kann, indem
man im Faß, das den Most
aufnehmen soll, Schwefelschnitten verbrennt, wobei Schwefligsäuregas entsteht, das sich dann in
der lüssigkeit löst, nennt man das Schwefeln der
Säfte und des Weins «Einbrand». Ein Teil der
dem Most oder dem Wein zugesetzten schwefligen
Säure lagert sich an Substanzen des Getränks an
und wird unwirksam ; wirksam bleibt nur der freibleibende Teil dos Einbrands. Dieser freibleibende
Teil soll pro Liter nicht unter 15 mg absinken,
sonst ist seine Schutzwirkung ungenügend. Die
eidgenössische
Lebensmittel Verordnung erlaubt pro
Liter bei gewöhnlichen trinkfertigen Weinen 35 mg
ircie schweflige Säure, bei natürlichen süßen
Luxuswcmcn 100 mg; nach den Erfahrungen der
Eidgenössischen
Versuchsanstalt für Obst-, Weinund Gartenbau in Wädenswil genügen etwa 30 m<;»
freie schweflige Säure beim Rot-, etwa 20 mg beim
Weißwein. Erst Quantitäten von über 80 mg
freier schwefliger Säure pro Liter Wein beeinträchtigen die Gesundheit, indem
sie zur Ursache
von Kopfschmerzen werden.
Weiße und rote Trauben müssen unmittelbar
nach dem Mahlen geschwefelt werden. Die Versuchsanstalt in Wädenswil empfiehlt bei der Mostbehnndlung (vor der Gärung)
einen kräftigen
Einbrand, der dio Gesundheit und Reintönigkeit
Weine begünstige. Während der Gärung ver£°I
laßt die freie schweflige Säure den Most zusammen mit den Gärgasen fast restlos. Säurcarme und
warme Moste brauchen mehr schweflige Säure als
säurereiche und kalte Moste; Rotweinmoste begnügen sich mit weniger schwefliger Säure als
N a c der Gärung sind die Weine
Weißweinmoste. h
I
Neue Zürcher Zeitung vom 21.10.1958
Dienstag, '21. Oktober '1958 Blatt 9
Mittagausgabe
.N r 3055
und auf nachteilige
sofort auf Luftbeständigkeit
Geruchs- und Geschmacksveränderungen zu prüfen und bei allfällig sich zeigenden Fehlern erneut einzubrennen. Während der Dauer der
Pflege des Weins im Faß ist der Gehalt an
schwefliger Säure unter ständiger Kontrolle zu
halten. Ein letzter, mäßiger Einbrand wird vor
dem Abzug des Weins auf Glas empfohlen.
Säure und Süße
In einem Liter Traubenmost finden sich rund
8 bis 15 g Säure; der trinkfertige Wein aber soll
nicht mehr als 4 bis 7 g Säure aufweisen. Es
handelt sich beim Wein um zwei verschiedene
Säuren: die Weinsäure, dio in guten, und die
Apfelsäure, die in schlechteren Jahrgängen überwiegt. Dio beiden Säuren ergeben zusammen den
Gcsamtsäurcgehalt des Traubenmostes. Da dieser
Gcsamtsäuregchalt immer zu groß ist, muß er abgebaut werden. Unter Umständen r^-»u das auf
natürlichem Weg geschehen; bei hohem Gesamtsäuregehalt aber muß man eine chemische Entsäurung des Mostes zu Hilfe nehmen.
Die Weinsäure fällt während der Gärung teilweise aus, weil sie im alkoholfreien Most leichter
löslich ist als im alkoholhaltigen Wein. Die ausfallende Weinsäure setzt sich als Weinstein am
Faß fest. Auch durch Abkühlung des Mosts oder
des Weins kann Weinstein ausgeschieden werden.
Das hat zur Folge, daß sich manchmal auch noch
in den Flaschen Weinstein ablagert, wenn sie
einer Abkühlung unterworfen worden sind. Der
abgelagerte Weinstein gleicht unaufgelöstem Zukkcr. Zucker selbst wird man niemals im Depot
eines Weins finden.
' Die Apfelsäure wird im jungen Wein von
Bakterien in milde Milchsäure und Kohlensäure
abgebaut. Dieser sogenannte biologische Säureabbau tritt am leichtesten ein, wenn der Gesamtsäuregehalt des jungen Weins 10 g pro Liter nicht
überschreitet; bei höheren Säuregehalten wird
üblicherweise eine chemische Entsäuerung eingelei,
tet. Es wird dazu reiner, gefällter
kohlensaurer
Kalk verwendet. 66 Gramm davon vermögen einem
Hektoliter Most ein Gramm Weinsäure zu entzieUmfang
hen ; der
der chemischen Entsäuerung
richtet sich nach dem Gesamts$uregehalt und nach
Wcinsäuregehalt.
dem
Wenn sich nach der Gärung
der biologische Säureabbau nicht in befriedigender Weise vollzieht, kann eine nochmalige chemische Entsäuerung notwendig werden. Die Kohlensäure, die sich beim biologischen Säureabbau ergibt, bewirkt beim Einschenken des Weins im Glas
den sogenannten Stern, der sich freilich nur bei
spritzigen, leichten Weinen bilden soll. Der Säureabbau darf, wenn der Wein gesund und bekömmlich bleiben soll, über ein Mindestmaß nicht hinausgehen; er kann durch stärkeren Einbrand,
durch Abkühlung der Keller und durch Filtration
gebremst werden.
Genau so, wie ein Most zu sauer sein kann
und dann eine von seinem Pfleger bewirkte Entsäuerung nötig hat, genau so kann ein Wein auch
zu wenig Süße haben und dann einer zusätzlichen
Zuckerung bedürfen. Die Eidgenössische Lebensmittelverordnang erlaubt
ungenügender Keife
.bei
der Trauben die Mostzuckernng mit tech
reinem Zucker (Rohr- oder Rübdflfcucker) «bL^.
Erreichung des mittleren Alkoholgehaltes und' des
Charakters von Wein aus gleichartigen, reifen
Trauben der betreffenden Gegend». Der Zusatz
von Zuckerwasser ist verboten. Mit der Zuckerung
will
man erreichen,
zwischen mittleren und
geringen Jahrgängen daß
keine allzu großen Schwankungen im Alkoholgehalt entstehen, damit
auch
die geringen Jahrgänge verkauft werden können.
Wer weiß, wie schwer die Weinbauern von
Weinjahren
schlechten
betroffen werden und wie
sehr der Fortbestand unserer Reben von der guten
Verkäuflichkeit der Weine abhängig ist, wird im
gegen
Ernst
die
der Eidgenössischen Lebensmittelverordnung vonerlaubte
Zuckerbeimischung;
ebenso wenig einwenden können wie Rrgeu
den hierzulando behördlich bewilligten Weinverschnitt
um so mehr als aus einem geringen
Wein durch ausgiebige Zuckerung niemals ein
Spitzenwein werden kann, weil nicht nur der Alkoholgehalt, sondern auch der. Säuregehalt
und eine
Reihe von edlen Geruchs- und Geschmacksstoffen,
die nur in der Traube heranreifen können, den
großen Wein charakterisieren. Wenn
dem geringen Wein zu viel Zucker beigegeben wird, erleidet
das innere Gleichgewicht eine Störung, der Alkohol tritt störend hervor und bewirkt einen «brandigen» Nachgeschmack.
Es kommt auch vor, daß Weine zuviel natürlichen Zucker haben, der dann in der Gärung nicht
völlig in Alkohol (und Kohlensäure) umgewandelt werden kann. Der Zuckerüberschuß wird
«Restzucker» genannt und bleibt als Süße im
Wein spürbar. Alle Südweine haben Restzucker.
In Deutschland ist es Mode geworden, den Weinen
verschaffen, indem man die Gärung
Restzucker
vorzeitig mitzuHilfe von nicht
unbedeutenden Mengen schwefliger Säure unterbindet. Ueber solche
Methoden der Qualitätsverbesserung
man in
guten Treuen zweierlei Meinung sein;kann
indessen ist
es das Publikum, das solche Methoden fördert,
weil sein Qeschmack nun einmal nach süßlichen,
säurcarmen Weinen geht.
_
Gärung und Klärung
Jeder Traubenmost beginnt nach einer gewissen
Zeit der Ruhe von selbst zu gären, das heißt er
wandelt seinen Zuckergehalt in Alkohol und Kohlensäure um und produziert daneben in geringen
Mengen Glyzerin, Bernsteinsäure
und etwas Essigsäure. Dio auf den Trauben natürlich vorkommenden Hefen weisen aber nicht allo die für den geforderten Gärverlauf günstigen Eigenschaften
auf, so daß schon seit längerer Zeit die geeigneten
Hefestämme gezüchtet und als Reinliefen in den
Handel gebracht werden. Zahlreiche Praktiker befürchten, die Reinhcf
o
wirke egalisierend auf dio
individuellen Eigenschaften
bestimmten Reblagn; dio Befürworter der einer
Rcinhefe weisen aber
darauf hin, daß dio durch Verwendung von Rcinmögliche
hefo
sinnvolle Lenkung der Gärung für
die Qualität des Weines viel bedeutungsvoller sei
als die vielleicht geopferten Unterschiede von Lago
Lage.
zu
Das Höchstmaß des durch gärkräftigo
Hefen erzeugten Alkohols ist selten größer als
15 Volumenprozent. Wenn ein Wein mehr als
15 Volumenprozent Alkohol aufweist, muß man
zugcsetz't
annehmen, es sei ihm Alkoho
l
worden
(Mistella, Madeira, Marsala,
Xeres).
Unmittelbar nach der Gärung ist der Wein
trüb; der Konsument möchte aber einen absolut
klaren, glänzenden Wein trinken. Der .Wein muß
deshalb geklärt werden. Normalerweise klärt sich
der Wein selbst, indem sich die Trübbestandteile,
namentlich Gärhefen, am Hoden des Fasses absetzen und den Trüb, die Häpf, das Geläger oder
die Druse bilden. Sänrearme und leichte Weine
werden früher (im November und Dezember) von
der Druse abgezogen als schwere und säurereiche
Weine (Januar und Februar). Weitere Umzüge
von einem Faß ins andere dienen sowohl der
Klärung wie auch der Kontrolle und dem Atisbau
des Weins. Wenn die Selbstklärung nicht einsetzt,
können die Weine' auch künstlich klar gemacht
werden. Am häufigsten werden sie filtriert, wofür
eine ganze Reihe von verschiedenen Filtern zur
Verfügung stehen, tmter anderem der EK- (Entkeimungs-) Filter, der alle Bakterien zurückhält
und vor allem für die Herstellung alkoholfreier
Gf tränke in Frage kommt, aber auch bei der Abfüllung
Restzucker, um eine nachvon Weinen
trägliche Gärung inmit
der Flasche zu verhindern.
Filtrierte Weine haben wegen
Kohlensäureverlusts
dem Konsum zur Erholung eine Ruhezeit
vor
nötig.
Eine zweite Methode der künstlichen Klärung,
die oft mit der Filtration kombiniert wird, heißt
«Schönung». Nach dieser Methode werden dem
Wein eiweißartige Körper zugegeben (Hausenblase
aus verschiedenen Fischblasen gewon, Gelatine, Hühnereiweiß, Magermilch oder
nen
Magermilchpulver), die, elektrisch positiv geladen,
den elektrisch negativ geladenen Gerbstoffen
mit
reagieren, sich entladen und ausf locken. Beim Ab-
sinken werden die Trubstoffe mitgerissen, das
Getränk kann ausklären. Die Schönungsmittel dienen oft auch zur Behebung von geruchlichen und
geschmacklichen Fehlern; es werden dabei aber
auch, gute Weinstoffe absorbiert, so daß einige
Vorsicht am Platz ist.
Im Faß läßt sich der Wein leicht pflegen; in
der Flasche ist er dem Pfleger kaum mehr zugänglich. Vor der Abfüllung muß der Wein deshalb so weit entwickelt und reif sein, daß er sich
in der Flasche nicht mehr ungünstig verändern
kann. Den Zeitpunkt der Abfüllung bestimmt der
Kellermeister mittels einer Kostprobe, die ihm
anzeigt, ob der Wein genügend ausgebaut, klar,
sortentypiseh und gesund ist. Den Zeitpunkt des
weiteren «Abzngs» von der Flasche ins Glas hat
dann jeder Weinfreund mit Hilfe von Auge, TastZunge und Gaumen endlich selber zu
sinn, Nase
,
bestimmen.
.
Spinner
Wüfrid
Din Auffulirunepn ührr die Weinbereitunjr und Woin
pflege beruhen »uf Publikationen der Schweizerischen Ver.
«uchsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau. Wädenswil
und auf dem von E. Peyer und Dr. W. Egcenberger verfaß'
ten Weinbuch, das im Verlaß Schweizerincher Wirteverein,
Zürich, im September 1058 in vierter, völlig neu brsrbci-
rt e t e Auflage erschienen, ist.
BESUCH IN EINER LASTWAGENFABRIK
Vom Bastlerbetrieb zur Fabrik
Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte man
sich in Zürich dazu entschlossen, die Paket post
Die ersten
mit Automobilen zu transportieren.
Postverwaltung
Motorwagen machten aber der
mehr Sorgen als Freude. Sie blieben allzuoft mit
Pannen auf der Strecke. Aus diesem Grund überließ man es nach einiger Zeit lieber einem Privatmann, sich mit den tückischen Dingern herumzuschlagen. Der Privatmann hieß Franz Brozincevic.
Franz Brozincevic wurde 1874 zu Brinje in
Kroatien geboren und hatte es während seiner
Lehr- und Wanderjahre in Ungarn, Oesterreich,
Deutschland und der Schweiz zum Mechaniker,
dann zum Meister und Betriebsleiter gebracht. In
Zürich war er zunächst in der damaligen Motor
wagenfabrik Orion tätig.
Pflege
blieben die ersten
Trotz aller liebevollen
Motorwagen der Post auch unter der Obhut des
privaten Unternehmers chronischkranke Vehikel.
veranlagte Franz Brozincevic dazu, selbst und
Das
für den Postdienst zu
in aller Stille ein Automobil
konstruieren. Die Unterlagen waren eher geniale
Skizzen denn Konstruktionspläne, als Hilfskraft
einziger
Mann zur Verfügung, und als
stand ein
Marke für das sozusagen selbstgebastelte Fahrzeug
benützte man kurzerhand «Franz», den Vornamen
des Konstrukteurs. Doch der erste Franz fuhr. Der
Motor lief ruhiger und zuverlässiger als manches
andere Fahrzeug jener Zeit. So kam es, daß Franz
konnte, nach dem
Brozincevic bald dazu übergehen fabrikmäßig
Fahrzeug für den Eigenbedarf
Lastwagen für Kunden im In- und Ausland herzustellen.
Im Jahre 1905 hatte Franz Brozincevic seine
Tätigkeit
in einer unbenutzten Remise des Konsumvereins begonnen. 1908 wurde er Schweizerbürger. In jener Zeit zog er, da die Remise ein
wenig gar zu eng für den Betrieb wurde, in
Räume gegenüber dem Hauptbahnhof Zürich um.
Dort wurde auch der erste Franz geboren. Das
5-Tonnen-Modell von 1911 war der erste Lastwagen des Kontinents, der nicht mehr durch
Ketten, sondern durch eine Kardanwelle angetrieben wurde. Die Jahresproduktion betrug vor 1914
zwölf Fahrzeuge, doch der
nicht mehr als zehn bisging
schon damals über die
Ruf der Franz- Wagen
Schweizer Grenze hinaus. Er war so gut, daß ein
ausländisches Konsortium versuchte, die Fabrikationsrechte zu erwerben. Das Interesse des Auslandes war mit ein Grund dafür, daß die Motor
wagenfabrik
Berna AG in Ölten die Automobilwerke Franz im Jahre 1914 erwarb. Franz Brozincevic und seine nächsten Mitarbeiter waren
weiterhin in dem Betrieb tätig, der in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war.
Die Motorisierung der Schweizer Armee im
Ersten Weltkrieg wirkte sich außerordentlich
günstig auf den Geschäftsgang der Firma aus.
Jahre 1916 zog es Franz Brozincevic vor, seine
Im
Verbindung mit der Berna AG zu lösen, um sich
Im Prüfstand laufen die Motoren stundenlang mit verschiedenen Tourenzahlen. Danach werden sie völlig
ouseinandergenommen
und kontrolliert.
wieder selbständig zu machen.
Er zog nach Wetzikon (ZH), wo er 1918 die
unter der Marke FBW
Fabrikation von Lastwagen bisherige
Kommanditaufnahm. 1930 wurde die
gesellschaft in die AG Franz Brozincevic & Co.
umgewandelt. 1933 starb der Begründer der Firma.
Heute sind seine drei Söhne bei FBW tätig:
Franz Brozincevic ist Präsident des Verwaltungsrates; sein BrudeV Paul beschäftigt sich mit betriebstechnischen Fragen; Max Brozincevic vertritt
die Interessen der Firma in Lausanne, wo FBW
eine große Niederlassung und Reparaturwerkstätte
aufgebaut hat.
Rundgang
Lastwagen im. Geburtsstadium
Auf dem Rundgang in
der Wetzikoner Fabrik läßt man uns alles sehen,
aber nichts hören, was nach Eigenlob tönen
könnte. Vorfabrizierte, leichtfertige Propagandareden würden zu den schweren Wagen ja auch
schlecht passen. Das zuverlässige Motorengebrumm
der Fahrzeuge, die in der ganzen Schweiz rollen,
sagt mehr aus als jeder Slogan.
Ueberall in der Fabrik wird gefräst, gebohrt,
gehämmert, geschliffen. Es fehlt an Platz. Das
Projekt für den Neubau der Maschinenhalle liegt
bereit, aber man fand bis jetzt keine Zeit dazu, es
zu verwirklichen. Man hielt es für dringender, die
Man
starke Nachfrage der Kunden zu befriedigen.
kann den hinderlich erscheinenden Platzmangel
also auch als ein gutes Zeichen für den Geschäftsgang ansehen.
Viele Maschinen werden zur Herstellung ganz
verschiedener Teile verwendet. Da werden Pleuellager gedreht, dort sind die mächtigen Kurbelwellen gerade in Arbeit. An einer halbautomatischen Schleifmaschine entstehen die Nockenwellen. Ein Automat stellt Bolzen für die Motorengehäuse her. Eine sinnreiche Maschine schleift die
Zahnräder zurecht, bis sie den strengsten Vorschriften der Ingenieure genügen. Später sehen
wir, wie die Getriebezahnräder, auf die alles ankommen kann, gehärtet werden, damit sie der
Härte ihres künftigen Daseins standhalten
können: man steckt sie_ in einen Ofen, in dem eine
Temperatur von 820 bis 840 Grad Celsius herrscht.
So viel zur Historie.
Blick in die Halle, in der Fahrgestelle montiert werden
H i t z dürfen sich die rotglühenden ZahnVon der e
räder in einem kühlen Oelbad erholen.
Von zuverlässigen Lieferanten bezieht FBW
die Guß- und Schmiedestücke und bearbeitet sie in
Wetzikon weiter, bis die gewünschte Genauigkeit
der Maße erreicht ist. Fast alle Teile, die zum
Bau der Motoren und Fahrgestelle gebraucht werden, stellt FBW selbst her.
Das Wesen, das man uns im Hof als Endprodukt der Firma vorstellt, ist, wenn der Ausdruck erlaubt ist, ein Lastwagen, der die Geburt
glücklich überstanden hat, aber noch nicht eingekleidet ist. Es besteht vorläufig nur aus Motor,
Fahrgestell und einer fast abenteuerlich anmutenden provisorischen Führerkabine. Das Chassis ti s
im Gewicht von sieben Tonnen
mit Bleiblöcken
beladen. So ausgerüstet absolviert, das Gefährt
Probefahrten auf einer Strecke von 150 bis
200 Kilometern. Der Motor ljof zuvor zehn Stunden lang auf dem Prüfstand bei verschiedenen
Tourenzahlen. Darauf wurde er völlig auseinandergenommen, kontrolliert, wieder zusammengesetzt
und einem zweiten, vierstündigen Lauf unterworfen. Er hatte also seine Leistungsfähigkeit
schon in zwei strengen Examen zu beweisen.
Außerdem wurde im Prüfstand sein Brennstoffverbrauch und manche andere Eigenschaft mit
wissenschaftlicher Genauigkeit gemessen.
Nach den Probefahrten verschwindet die provisorische Führerkabine vom Chassis. Ein Chauffeur zieht sich eine Sturmhaube an, klettert auf
einen ebenfalls provisorischen Ledersitz und fährt
mit dem Gebilde in die Karosseriefabrik.
FBW überläßt es den schweizerischen Karossiers, die Führerkabinen und die übrigen Aufbauten der Wagen herzustellen. Der Grund? Wer
ein Fahrzeug dieser Größenordnung und
Preiskategorie bestellt, möchte eine Menge ganz
besonderer Wünsche berücksichtigt sehen. Für eine
Lastwagenfabrik von beschränkter Kapazität wäre
es kompliziert und unrationell, alle diese verschiedenartigen Ansprüche zu befriedigen. Der Kärossier hingegen ist für die Einzelanfertigung von
Aufbauten eingerichtet.
sich
Montage von Planetengetrieben, die sich leicht und schnell schalten lassen, was bei schweren Fahreeugen
.,
von großem Vorteil ui,
,
.
Die Vielfalt im Bau der Motoren und Chassis
ti s ansehnlich genug. Sie richtet sich nach den
weit auseinandergehenden Verwendungszwecken.
Grundsätzlich werden gegenwärtig sechs verschiedene Typen von Fahrgestellen mit einer Tragkraft
von fünf bis zehn Tonnen hergestellt. Wir sehen
Chassis für Trolleybusse, Geländewagen mit Vierradantrieb, Alpencars für die Post. Schon die Eingeweide eines simplen Kiesautos sehen verblüffend
kompliziert und raffiniert aus.
Benzinmotoren produzierte man bei FBW bis
zum Jahre 1956. Die Wagen der Zürcher Kehsind damit ausgerüstet; sie werden
richtabfuhr Methangas
jedoch mit
betrieben. Das Programm
der Dieselmotoren umfaßt vier Grundtypen: einen
Vierzylinder mit 70 PS und einen Sechszylinder
mit 115 PS Leistung, einen Sechszylinder von
150 PS, einen Unterflurmotor mit sechs Zylindern,
Neue Zürcher Zeitung vom 21.10.1958
der eine Leistung von 160 PS abgibt. In neuester
Zeit wurde ein Sechszylinder-Unterflurmotor mit
Aufladung
entwickelt, ' dessen Leistung 200 PS
beträgt.
Gegenwart und Zukunft
FBW beschäftigt in Wetzikon etwa 340 Arbeiter und Angestellte. Durchschnittlich jeden zweiten Tag verläßt ein Fahrgestell die Fabrik. Die
gegenwärtig
Kapazität des Unternehmens ist
also
voll ausgenützt. Trotzdem beurteilt man in Wetzikon die Zukunft der schweizerischen Lästwagenindustrie nicht sehr optimistisch.
Der Rückgang der Bautätigkeit war und ist
noch immer deutlich spürbar. Die Nachfrage nach
schweren Lastwagen ti s gesunken. Die Fabrikation
leichter Last- und Lieferwagen lohnt sich in unserem Land nicht. Um konkurrenzfähig zu sein,
müßten zu viele verschiedenartige Typen entwikkelt werden. Die Serien, die auf dem schweizerischen Markt abgesetzt werden könnten, wären zu
klein.
Bei den Fahrzeugen mit einer Nutzlast von
mehr als
fünf Tonnen macht
sich die ausländische
Konkurrenz viel stärker als früher bemerkbar.
Ausländische Wagen können in großen Serien gebaut und zu entsprechend niedrigerem s
P r e i verkauft werden. Trotzdem sieht man bei FBW in
der Einzelanfertigung oder in der Produktion
kleinster Serien immer noch die beste Chance für
die schweizerische Lastwagenindustrie. Die Gründe 1
Ausländische Automobilfabriken n
k ö n n t e die überaus differenzierten Ansprüche mancher schweizerischer Kunden nicht befriedigen, so groß auch die
angebotene Auswahl sei. Außerdem weist man bei
FBW darauf hin, daß schweizerische Wagen für
eine Gebrauchsdauer von 20 bis 30 Jahren konwerden. Ausländische Wagen der vergleichstruiertTypen
baren
müßten früher aus dem Betrieb genommen werden. Ihr Verkaufspreis, sei niedriger,
aber doch nicht so niedrig, daß er der kürzeren
Gebrauchsdauer entspräche.
Bezeichnenderweise läßt man es in Wetzikon
nicht dabei bewenden, daß die Dauerhaftigkeit der
FBW-Wagen bekannt ist. FBW enhyyfcelte als
erste schweizerische Lastwagenfabrik einen Unterflurmotor. Mit diesem raumsparenden Motorentyp, der 1951 herausgebracht wurde, konnte das
Werk außerordentlich gute Erfolge erzielen.
Außerdem erkannte man rechtzeitig die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, daß viele Verkehrsbetriebe vom Tram auf das schienenfreie
Fahrzeug übergehen. FBW konstruierte Chassis
für Autobusse mit Planetengetrieben, die besonders leicht und schnell geschaltet werden können,
und entwickelte, zusammen mit Betrieben der
Fahrgestelle für Trolleybusse,
die sich in manchen Städten seit langer. Zeit hewähren. FBW verzichtet also nicht auf die Qualitätsarbeit, scheut aber nicht davor zurück, dns
Produktionsprogramm im Rahmen des Möglichen
den Bedürfnissen anzupassen.
üx Oettinger
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Seele and Geist
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