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(Syn. mittelem*. Fl. II, 2 p. IV) mit Bezug auf Carex sagen

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Kenntnisse besitzen, geworden.*) W a s A s c h e r s o n und G r ä b n e r (Syn. mittelem*. Fl. II, 2 p . IV) mit
Bezug auf Carex sagen, gilt in verstärktem Masse v o n Rubus; sie sprechen von „Kennern", die im B e wusstsein ihrer Kenntnisse „zahlreiche Gutachten, Bestimmungen und Ansichten direkt oder indirekt
in die Literatur gebracht haben, ohne indessen die für die Beurteilung kritischer und polymorpher
Gruppen erforderliche botanische Schulung, die nötigsten allgemein systematischen und pflanzen­
geographischen Kenntnisse zu besitzen." Bei Rabus kommt nun noch der ungewöhnlich enge Gesichts­
kreis der Bearbeiter hinzu, der sich meist nur auf kleine Gebiete, selten eine ganze Provinz, erstreckt,
namentlich aber die zügellose Artmacherei, die kleinliche Auffassung * * ) der Tatsachen und die aus­
schliessliche Würdigung der Leistungen nach der Jahreszahl.
W i e die Rubus-Arten
untereinander in hohem Masse ungleichwertig sind, so sind es auch die
Beschreibungen und die übrigen Hilfsmittel zur Wiedererkennung einer beobachteten Art. Es gibt wohl
nur wenige Beispiele für die Möglichkeit einer richtigen Bestimmung eines Rubus durch einfache B e ­
nutzung einer Schablonen-Beschreibung, vielleicht mit Ausnahme der charakteristischen Hauptarten.
Abbildungen, die immer nur einen individuellen Zweig darstellen können, erweisen sich bei der allzugrossen Ähnlichkeit der Arten als ein Hilfsmittel v o n geringer Zuverlässigkeit. Einen ganz übertriebenen
Wert legt man auf Exsiccaten, auf Herbarexemplare. Wer die lebenden Pflanzen genau kennt, hat grosse
Aussicht, auch trockne Zweige richtig zu bestimmen. Dagegen werden Rubuszweige aus Ländern, deren
lebende Rubusflora man nicht selbst untersucht hat, auch v o n den ersten Autoritäten fast ausnahmslos
falsch beurteilt. Bei weitem das sicherste Mittel zur Erkennung genügend beschriebener Arten ist das
Aufsuchen der lebenden Pflanzen an bekannten Standorten. Es sei hier nur an das Schicksal der Rubi
Germanici erinnert, v o n deren Arten nach mehr als 3 Jahrzehnten W i r t g e n einzelne nach Exsiccaten
richtig deutete, während die Mehrzahl erst nach Besuch der Standorte wiedererkannt werden konnte.
Die Schwierigkeit, trockene Exemplare richtig zu deuten, möchte ich nur durch ein einziges Beispiel
erläutern. Rubus Sprengeiii ist sicher eine der best charakterisierten Arten, B a b i n g t o n und B o u l a y
waren sicher Kenner ersten Ranges. Nun ist durch B a b i n g t o n R. Borreri als eine Form des R. Sprengeiii
behandelt, zu welcher auch R. Sprengeiii von L a n g e , R e i c h e n b a c h und B i l l o t (sämtlich mit!) ge­
stellt werden, während die andere Form durch den W e i h e ' s e h e n R. Sprengeiii und R. Arrhenii Lange!
gebildet wird. Die W i r t g e n ' s c h e n Exemplare! werden teils der einen, teils der andern Form zugerech­
net. Ist ein grösserer Wirrwarr denkbar?
Dagegen hat B o u l a y unter Nr. 364 der Exs. Associat.
Rubol. als R. Sprengeiii den R. Queslierii verteilt.
W e n n so zuverlässige jRuöuskenner, wie B a b i n g t o n und B o u l a y waren, bei einer so gut be­
kannten Art, wie R. Sprengeiii, sich so gründlich, wie hier angeführt, irren konnten, mag man sich
vorstellen, wie die entschuldbaren und die groben Irrtümer anderer aussehen mögen. Nomina sunt odiosa.
Zweck dieser Bemerkungen war nur eine recht e i n d r i n g l i c h e W a r n u n g vor den Deutungen
von Exsiccaten, für die oft geradezu Beweiskraft beansprucht wird.
i?u&«s-Beschreibungen haben einen ausserordentlich verschiedenen W e r t ; manche beruhen auf
sorgfältigen, durch mehrere Sommer hindurch und an vielen verschiedenen Orten angestellten B e ­
obachtungen lebender Pflanzen, manche stützen sich auf ein trockenes Exemplar, das in einer halben
Stunde genau beschrieben und dann als Originalbeleg ins Herbar gelegt wird. In diesem letzten Falle
ist Irrtum ausgeschlossen, während bei der Beurteilung der wilden Pflanzen zahllose Fehler vorkommen
können. Der Exemplarbeschreiber ist daher immer im Vorteil, zumal da über die Gültigkeit der Namen
schliesslich nur die Jahreszahl entscheidet. Jeder verschollene Name, nach dem noch nie jemand einen
*) Anmerkung 1. Zur Kennzeichnung ihres Standpunktes möchte ich nur anführen, dass man manchmal bei der
ersten Bekanntschaft von solchen Brombeergclehrten gefragt wird, „nach welcher Flora bestimmen Sie Ihre Pflanzen ?" oder
man hört vielleicht: „ich möchte mein Wissen noch mehr vertiefen; halten Sie für meine Studien Morphologie oder Biologie
für nützlicher?" Ein erfahrener Brombeer-Mann, der weit über 100 neue Arten beschrieben hat, belehrte mich einmal:
„Wildwachsende Pflanzenbastardc gibt es nicht, denn ich habe mich durch langjährige Forschungen überzeugt, dass nicht
einmal das Linneische Trifolium
hybridnm
ein wirklicher Bastard
ist."
**) Anmerkung 2. Bemerkenswert ist, dass die Rubusschriften katholischer und protestantischer Geistlichen d u r c h ­
s c h n i t t l i c h viel verständiger sind, als die der Apotheker und Volksschullehrer.
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