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Krise oder Krankheit- was ist dran an den sog. Pubertätskrisen.?....

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Prof.Dr.med. Dipl.Psych. Karla Misek-Schneider
Krise oder Krankheit- was ist dran an den
sog. Pubertätskrisen.?....
Schwerin, den 08.10.2011
Gliederung
• Einleitung, Vorbemerkungen
• Die Phase der Pubertät aus
entwicklungspsychologischer Sicht
• Die Pubertätskrise aus medizinischpsychiatrischer Sichtweise
• Beispiele für Psychische Störungsbilder in der
Pubertät
• Hilfen und ihre verschiedenen Formen
• Fazit
Vorbemerkung 1
Erziehungsziele ändern sich im
Laufe der Geschichte und von
Kultur zur Kultur?
Vorbemerkung 2
Pubertät bezeichnet eine
Phase einen
Entwicklungsabschnitt und
ist keine
Krankheitsdiagnose
Vorbemerkung 3
Erwachsenen und Jugendliche
haben eine unterschiedliche
Sicht auf die Dinge.....
Was ist eigentlich die Pubertät?
Pubertät aus
entwicklungspsychologischer Sicht
• Teil der ( oder auch die ganze) Jugendzeit meist
der Zeitraum zwischen 12 und 17-18 Jahren
• Wird als Transition als Übergangsphase
bezeichnet
• Entwicklungsaufgaben beziehen sich auf:
Körperliche Veränderungen, Selbständigkeit,
Auseinandersetzen mit Grenzen und Autoritäten,
Identitätsfindung, Sexualität
• Grosse Variabilität : Spät- und Frühentwickler
• Genderspezifische Unterschiede
• Kulturelle Unterschiede
Pubertät und
Gesundheitsforschung
Wie häufig sind psychische
Auffälligkeiten in dieser
Entwicklungsphase?
Psychische Auffälligkeiten bei
Jugendlichen in BRD ( KIGGS 2006)
Psychische Auffälligkeiten in der Pubertät
(KIGGS Studie 2006)
Auffälligkeiten im EssverhaltenScreening Test (KIGGS-Studie 2006)
Zwischenfazit
• Hoher Prozentsatz an psychischen Auffälligkeiten
• Höhere Annahmenbereitschaft der Diagnose
psychische Auffälligkeit
• Deutliche Diskrepanz zwischen der Einschätzung
der Jugendlichen und der der Eltern
• Sind die 27,% denn alle „krank“???
Was ist eine Pubertätskrise?
Pubertätskrise
medizinische Definitionen
• Kennzeichnet eine kritische Phase der Entwicklung, eine
„normale“ Krise, die keine Krankheit darstellt, sondern zu
einem normalen Entwicklungs- oder Reifungsablauf gehört
( Remschmidt 1992 Fegert et a. 2009)
• Juvenile Krise als Folge der noch unbewältigten heftigen
Konflikte und „inneren Umwälzungen“ (S.Freud) oder: in
der Pubertätsphase auftretender psychoseähnlicher oft
einem schizophrenen Schub gleichenden Zustand mit
günstigen Verlauf (Roche Lexikon Medizin 5. Auflage.
Urban und Fischer 2003)
Pubertätskrise- Adoleszentenkrise
gestern und heute
• Diese Begriffe werden heute im medizinischpsychiatrischen Bereich nur noch selten verwendet
• Das war vor noch im Jahre 1980 anders, damals zählte
darunter z.B. Vaterprotest, Gammeln und Weglaufen (
Autoritätskrisen) depressive Verstimmungen und
psychogene Anfälle ( Identitätskrisen) Pubertätsaskese,
Exzessive Onanie, Homosexualität, Promiskuität etc (
psychosexuelle Krisen) (Harbauer et al. ,Lehrbuch der speziellen Kinderund Jugendpsychiatrie, Heidelberg 1980)
• Beide Begriffe stellen KEINE Diagnoseeinheiten dar,
weder im IC 10 noch im DSM also in den medizinischpsychiatrischen Klassifikationssystemen.
Pubertäts- und Adoleszentenkrise
• Wird als „transitorische Krise“ bezeichnet
• Darunter wird verstanden eine fehlgeschlagene
Bewältigung der anstehenden
Entwicklungsaufgaben oder Störungen, die den
Jugendlichen daran hindern, seine alterstypischen
und situationsgemäßen Lebensvollzüge zu
bewerkstelligen
• Wird in der Psychiatrie/Psychotherapie als eher
neutraler Begriff benutzt, um eine
Pathologisierung oder Stigmatisierung des
Jugendlichen zu vermeiden
Pubertätskrisen und psychische
Krankheiten
• Der Begriff Krise geht von einer zeitlichen Begrenzung
(„...geht vorbei...“) aus.
• Das Vorkommen (Prävalenz) der psychiatrischen
Störungen bei Jugendlichen liegt bei 21% in der BRD
• Verlaufsstudien zeigen jedoch, dass die meisten
„auffälligen“ Jugendlichen im späteren Leben als
psychisch gesund erscheinen ( Hofstra et al. 2001,
Kornblum 1990)
• Aus medizinisch psychiatrischer Sicht gibt es keine klare
Grenzlinie zwischen Normalität und Pathologie ( in
Medizin trifft man häufig auf dieses Problem)
Beispiele für Störungsbilder in der
Pubertät
•
•
•
•
•
Pubertätsmagersucht (und andere Essstörungen)
Depressive und Suizidale Krisen
Emotionale Störungen mit Selbstverletzungen
Störungen des Sozialverhaltens, Dissozialität
Rausch- und Abhängigkeitsprobleme ( z.B. auch
Bildschirmspielabhängigkeit)
• Angststörungen und soziale Phobie
Welche Hilfen gibt es?
Was tun?
Wann sollten pädagogische, psychotherapeutische
und psychiatrische Fachleute herangezogen
werden?
Hilfen für Eltern und Betroffene
1. Beurteilungskriterien
2. Niedrigschwellige Informations- und
Beratungsangebote (Web-Hilfen)
3. Fachleute
4. Selbsthilfegruppen
Beurteilungs- und
Entscheidungskriterien
•
•
•
•
•
Leidensdruck
Schwere der Symptomatik
Dauer der Symptomatik
Übergreifen auf mehrere Lebensbereiche
Hilfe durch Beziehung und Gespräche nicht
mehr möglich
• Einsatz von Checklisten
Niedrigschwellige Beratungsangebote
(Web-Angebote)
• Allgemeine Beratungsseiten im Web ( z.B.
http://www.bke.de/
http://www.beratung-caritasnet.de/)
• Spezifische Beratungsseiten im Webseiten( z.B.
http://www.hungrig-online.de;;
http://www.essfrust.de)
• Informationsseiten der Deutschen Gesellschaft für
Kinder und Jugendpsychiatrie
(http://www.dgkjp.de/)
Fachleute
• Beratungsstellen für die Familie
(verschiedene Träger)
• Kinderärzte und Kinder- und
Jugendpsychiater
• Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten
• ASD, Allgemeiner Sozialer Dienst des
Jugendamtes
Selbsthilfegruppen
• Adressen bei : Deutsche
Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen
e.V. SHG ( http://www.dag-shg.de)
• Nationale Kontakt und Informationsstelle
zur Anregung und Unterstützung von
Selbsthilfegruppen ( http://www.nakos.de)
• http://www.schon-mal-anselbsthilfegruppen-gedacht.de
Fazit
• Pubertätskrise ist eine allgemeingültige
Bezeichnung für eine mögliche psychische Krise
in der Pubertät
• Pubertätskrise ist Keine Krankheitsdiagnose
• Die Grenze zwischen Krise und Krankheit kann
auch von Fachleuten und der Forschung nicht
genau markiert werden
• Jedes 4. Kind zeigt in Laufe der Pubertät
psychische Auffälligkeiten, doch nur ein kleiner
Teil von diesen ist auch noch im Erwachsenenalter
auffällig
• 3 von 4 Kindern zeigen Keine Auffälligkeiten
während dieser Entwicklungsperiode!!!
Fazit
(oder das Wort zum Sonntag)
• Gelassenheit und
Vertrauen auf die
„Früchte“ Ihrer Erziehung
der ersten 10-12 Jahre
• Säulen Erziehung: Liebe,
Interesse, Vorbild,
Haltung weiter
beibehalten
• Die Jugend will lieber
angeregt als unterrichtet
sein ( J.W.v.Goethe)
Prof.Dr.med. Karla Misek-Schneider
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
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Bildung
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