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VAD_Chemie_Modellbildung.docx
ZWEI EINFACHE MODELLE ZUR DEUTUNG PHYSIKALISCH CHEMISCHER VORGÄNGE IM ANFANGSUNTERRICHT CHEMIE:
● Moosgummi
● DUPLO und LEGO
Was ist ein Modell? Es ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit und macht Dinge anschaulich die oft zu komplex sind ,um Eigenschaften oder Vorgänge zu verstehen.
Flugmodelle veranschaulichen die Aufgabe der Tragflächen aber nicht des Antriebes
Klassenstufe
Oberthemen
Unterthemen
Anforderungsniveau
Durchführungsniveau
Vorbereitung
Durchführung
SEK I
Modelle
Moosgummi
DUPLO/ LEGO
●-●●
■-■■
■(■)
Autor: Dr. Karlheinz Brüning
1. Allgemeine Vorbemerkung
Schüler der SEK I kommen oft auf Grund ihres Vorinteresses aufgedreht in
den Chemieanfangsunterricht mit antwortfordernden Schlagwörtern wie
Neutronenbombe, Quarks, Fukushima , Tschernobyl. Manchmal haben sie
damit vor dem erstmaligen Einlass in den für alle meist unbekannten
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Chemiesaal schon einen Großteil anderer Schüler der Klasse motiviert,
zum Teil auch mit Halbwahrheiten angesteckt oder verschreckt.
Die Erwartungshaltung an das Fach Chemie und an den Lehrer kann sehr
hoch sein. Dieser in irgendeiner Form zu genügen ist nicht einfach, obwohl
die Schüler mit ihren Fragen eigentlich nah an dem Problem sind , das sich
für den Chemieunterricht ab Klasse 8 (G8) / ab Klasse 9 (G9) immer
wieder neu stellt, nämlich der Frage nach dem Bau und den Eigenschaften
der Materie und: " Wie sag ich's meinem Kinde" .
2. Methodik und Didaktik im Chemieanfangsunterricht
Wann, wie und in welchem Zusammenhang beschreibt man im
Chemieunterricht den Aufbau der Materie so, dass die Schüler dieser
Altersstufen in ihren abstrakten Denkleistungen nicht überfordert werden.
Dies gilt teilweise schon für Schüler der Klasse 5 und 6 in den Fächern
Naturphänomene (Baden-Württemberg).
Ein allgemeines Rezept gibt es wohl nicht. Jeder Pädagoge wird diese
Frage jedes Schuljahr wieder und jeweils klassenspezifisch in seinen
Unterrichtsvorbereitungen selbst beantworten müssen.
Eigene Erfahrungen:
In einer neu zusammengesetzten G8 - Klasse, deren Schülerinnen und
Schüler mir zum Großteil aus Klasse 5 - 7 (Biologie) bekannt waren und
deren Haltung zu chemischen Experimenten ich auch auf Grund meiner
einfachen chemischen Versuche in Fach Biologie zu Atmung und
Verdauung im Voraus ahnen konnte, begann ich den Chemie-unterricht in
den Anfangsklassen meist mit einem Versuch , in den die Schülerinnen und
Schüler mit einbezogen wurden und den ich Blue - Bottle - Versuch nenne.
Es ist bewusst ein wenig Zauberei. Er soll den SchülerInnen aber auch
deutlich machen, dass ich ihre praktische Mithilfe im Chemieunterricht
wünsche. In der Vorausplanung des Versuches schaue ich nach einer
Schülerin und/oder einem Schüler als Assistenten aus - bewusst darauf
achtend, ob ich von ihr/ihm schon solch neugierige Fragen (wie oben
erwähnt) im Vorfeld vernommen habe.
1. Versuch: BLUE - BOTTLE
(Name des Versuches bewusst in englisch um die Bedeutung der wissenschaftlichen
Fachsprache zu akzentuieren !)
Chemikalien:
Glucose, Natriumhydroxid, Methylenblau, Spiritus, Wasser
Material:
Rundkolben 250 - 500 mL mit flachem Boden und Stopfen dazu;
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2 Bechergläser 200 mL,
1 Becherglas 10mL
Spatel, Schutzbrille, evtl Magnetrührer (verursacht auch einen O - Effekt)
Versuchsvorbereitung:
1.Becherglas 200 : 100 mL Wasser dem., darin 10 g Glucose lösen
2.Becherglas 200: 100 mL Wasser dem., darin 10 g Natriumhydroxid lösen
( beide Bechergläser fühlen lassen; Wärmeentwicklung beim Lösen von
Natriumhydroxid in kaltem Wasser
Becherglas 10 : 5 mL Spiritus , darin Spatelspitze Methylenblau lösen.
Hinweis: Sollte man zuviel Methylenblau genommen haben, besser nochmals filtrieren!
Inhalt der zwei Bechergläser 200 in Rundkolben gießen und mischen.
Nach Durchmischung Inhalt Becherglas 10 in Rundkolben zugeben, erneut
zügig durchmischen und Stopfen aufsetzen.
Hinstellen und beobachten.
Versuchsbeobachtung: Zunächst blaue Lösung ; Entfärbung der blauen
Lösung innerhalb von ca 10 - 20 Sekunden.
Nach erneutem Schütteln wieder Blaufärbung und nach ruhigem
Stehenlassen erneute Entfärbung.
• Dies kann Schülerin und auch Schüler (Versuch personenunabhängig);
• dies kann sowohl Schülerin in erster Reihe wie auch Schülerin in letzter Reihe,
im Kellergeschoss der Schule oder unter dem Dach (Versuch ortsunabhängig).
• Diesen Versuch können wir morgen oder übermorgen nochmals neu ansetzen
und mit dem gleichen Ergebnis durchführen (Versuch zeitunabhängig). Hinweis:
Stehenlassen bis morgen oder übermorgen kann man den Versuchsansatz jedoch
nicht!!
Diese Reproduzierbarkeiten sind wichtige Voraussetzungen für wissenschaftliche
Experimente aller Art.
Außerdem tauchen hier bereits Begriffe wie fest / flüssig ( Aggregatzustände ) , lösen / Lösung, Lösungsvorgang mit Wärmeentwicklung
(exotherm) sowie mischen / Gemisch auf, die in diesem Newsletter auch
modellmäßig angegangen werden sollen.
In einem zweiten Versuch zeige ich ein uraltes Experiment - aus
alchemistischen Zeiten - diesmal im Frontalunterricht:
"Aus KUPFER SILBER und aus SILBER GOLD herstellen"
(siehe dazu meinen Newsletter bei CONATEX unter Versuchs-anleitungen:
Gold S.8 ff ). Hierauf kann ich später wieder zurück-greifen, wenn mir die
Historie der Chemie oder Teile davon wichtig werden ( zum Beispiel:
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Periodensystem von MENDELEJEW / MEYER ; BOHRsches Atommodell ;
Elektrochemie)
Mit beiden Experimenten lenke ich auf leichter verständliche Pro- bleme
ab, die aber für die Schüler zunächst auch unlösbar sind .
Zu guter Letzt lasse ich ( nach Instruktion zum Umgang mit
Druckgasflaschen und wiederum mit Schülerhilfe ) einen Luftballon - mit
Wasserstoffgas gefüllt - an die Zimmerdecke aufsteigen und ihn mit einer
brennenden Kerze, die an einem Besenstiel befestigt ist, entzünden.
Hier: Gas / gasig als Aggregatzustand; das Unglück des Luftschiffes
Hindenburg am 6. Mai 1937 kann als Einstieg evtl. auch mittels
Internetrecherche erarbeitet werden; brennen, verbrennen als chemische
Reaktion und hier als exo(thermer) Vorgang.
In diesen drei bis maximal vier Stunden Anfangsunterricht Chemie, die
gefüllt sind mit AHA- und OOH-Erlebnissen von Schülerinnen und
Schülern und die von meiner Seite ohne irgendwelche Forderungen zur
Beschreibung oder gar Deutung, aber mit dem Hinweis begleitet sind:
NICHT NUR AUGEN - ALLE SINNESORGANE - AUF!!
halten zunächst die Motivation und Neugier für das Fach Chemie hoch, das
ja eigentlich ein Fach mit wenig gutem Ansehen ist.
Aber wahrscheinlich wird es dies erst, wenn die Schülerinnen und Schüler
bei späteren Experimenten aufgefordert und gefordert, teilweise bedrängt
werden, sich an Details ( zurück ) zu erinnern und diese zu reproduzieren.
Chemie ist - oder es sollte es zumindest sein - ein Erlebnisfach. Der
Schüler/die Schülerin soll mit Neugier in die Stunde kommen und mit
Motivation wieder gehen um erneut mit Neugier zu kommen.
Leider ist Chemie oft - auch aus technischen und räumlichen Gründen - ein
Fach mit viel Frontalunterricht. Dann sind die Experimente in den letzten
Reihen meist nicht gut genug erkennbar oder auch unübersichtlich
dargestellt; es riecht manchmal nicht sehr appe-titlich, es stinkt (z.B. nach
Schwefelwasserstoff ). All diese Eindrücke für die SchülerInnen lassen
sich (ver)ändern und / oder umgehen - schon im Anfangsunterricht. Oder
sie lassen sich motivierend einsetzen auch wenn es z.B. nach Buttersäure
stinkt, man daraus aber das Ananasaroma des entsprechenden Esters mit
Ethanol und ein paar Tropfen konz. Schwefelsäure entstehen lässt
(Butansäure-ethylester)
Siehe auch: CONATEX Versuchsanleitungen
Ester.
Oftmals genügt schon die Eigeninitiative in Form von Mitarbeit am
Experiment oder die Form eines Praktikums ( Silvester : z.B. Magnesium
in Bunsenbrennerflamme pusten) um die Fragen zu pro-vozieren, die man
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gerne hätte: Wo bekomme ich die Stoffe her (kaufen oder Analyse) oder:
Wie geht das und was muss ich beachten?
(Verwendung von Stoffen ; Reinstoffe, Gemische/ Gemenge etc; Synthese). Diese Fragen lassen sich dann im Experiment auch mit anderen
Stoffen darstellen und beantworten und anhand von Modellen diskutieren.
Dazu genügen ganz einfache, auch für die SchülerInnen leicht zugängliche
und / oder zuhause herstellbare Modelle um den Unterrichtsstoff dort
eventuell noch einmal durchzuspielen, wie es sonst nur mit
entsprechenden und kostspieligen Modellbaukästen in der Schule möglich
ist. Zwei dieser einfachen und für die meisten SchülerInnen zuhause meist
erreichbaren Modelle möchte ich vorstellen:
a. MOOSGUMMI - Modelle
Moosgummiteile sind in der Anschaffung billig und somit für alle Schüler
einzeln oder zumindest für Gruppenarbeit mit jedem noch so
geringen Chemieetat erschwinglich. Wenn aber selbst hierfür
Haushaltsmittel nicht zur Verfügung stehen sollten, genügt auch
verschieden buntes Kartonpapier vom Zeichenlehrer, eine Schablone vom
Mathelehrer und eine Stunde Ausschneidearbeit mit den Schülern.
Für eine Darstellung im Heft genügt das Produkt eines Lochers, das man
zerschnipseln und anmalen und dann ins Heft kleben kann oder ein wenig
Ausschneidearbeit eines karierten Stückes Papier.
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Käufliche
Moosgummipackungen
(siehe
Internet)
enthalten
verschiedengestaltige Formen. Ein Setzkasten, wie aus der Abbildung
ersichtlich, ist ein geeigneter Aufbewahrungsort. Der Inhalt des
Setzkastens entspricht einer Packung käuflicher Moosgummiteilchen.
Setzkasten mit Moosgummiteilchen, die ausreichten , die hier
gezeigten Vorgänge darzustellen (1 Packung)
Diese sind meines Erachtens gut brauchbar, weil ich hier gerne ein
Argument aus der Staatsexamensarbeit von MEIENBURG aufgreife und
diesem zustimme, in der sie sich in der didaktischen Analyse entschieden
hatte " anstelle der Kreisform (der Teilchen) andere Formen als Symbol für
die kleinen Teilchen zu benutzen, um so die Beliebigkeit dieses Symbols
deutlich zu machen."( MEIENBURG 2008). Die Kugelform der Teilchen
wird damit nicht vorausgesetzt sondern kann später im Versuch erarbeitet
und diskutiert werden.
Moosgummimodelle eignen sich schon im Einsatz der Klasse 5 oder
Klasse 6 ( Naturphänomene in BaWü) z.B. zur Klärung folgender Begriffe:
Aggregatzustände:
fest = solid (Abk.s)
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flüssig = liquid (Abk.l)
gasig = gaseous(Abk.g)
Wie kann man dann den Vorgang schmelzen darstellen (Hausaufgabe).
Projektaufgabe: Ein im Freien an einem Ast hängender Eiszapfen schmilzt.
Stelle in einer Zeichnung mit Teilchenvorstellung dar.
Dies ist eine Aufgabe in Anlehnung an MEIENDORF (2008), die von
ihren Schülern der 8.Klasse G(8) die Darstellung eines Glases Wasser auf
einem Tisch verlangte.
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- Gemisch/Gemenge
- Reinstoff
Anstehende Fragen: Wie kann man das Gemisch trennen?
Mögliche Antworten: Sortieren, Sieben etc. Trennverfahren könnten sich
anschließen.
Aufgabe: Hier wollte jemand den Vorgang Auskristallisieren darstel-len?
Wo kam das schon mal vor (Kristallzüchtung z.B. aus einer wässrigen
CuSO4 - Lösung ) Ist die Darstellung gelungen ? ( Hin-weis: das Ganze ist
ein Vorgang!)
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- Ähnliche Fragestellung wie oben (bei Auskristallisieren) :
hier: Wärmeausdehnung von Stoffen
Die Einteilung der Stoffe:
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kann so - nach und nach - mit diesen Modellen dargestellt werden. Eine
Ausstellung im Klassenzimmer oder bei besonders gelungenen
Darstellungen im Chemieraum ist erwägenswert.
Moosgummiteilchen kleben gut und lange an einer nassen Tafel (mehr als
2 Zeitstunden) oder Projektionswänden, so dass auch diese
zur
Demonstration verschiedener Schüler - Lösungen genutzt werden können.
Selbst in einem Raum in dem keine Tafel vorhanden sein sollte (z.B. in
Vertretungsstunden) genügt ein Glas Wasser und ein Fenster oder eine
glatte Schrankwand (z.B. Resopal).
b. DUPLO- bzw. LEGObausteine als Modelle
Moosgummiteile sind jedoch nicht mehr brauchbar, wenn es um die
Darstellung von Verbindungen geht.
Spätestens dann wenn eine chemische Reaktion stattfindet und ein
Gemisch oder Gemenge oder eine Lösung zu einer neuen Substanz
reagiert, müssen die Begriffe Analyse, Synthese, Verbindung geklärt
werden. Dieses Problem kann man mit einigen cleveren
Schülern
angehen, denen man die Aufgabe stellt eine Verbindung mit
Moosgummiteilchen darzustellen.
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Man wird sehr schnell feststellen, dass dies nicht mehr sinnvoll und
anschaulich genug möglich ist, so dass man nach einem neuen Modell
suchen muss, das diese(s) Experiment(e) in einer Darstellung ermöglicht
und plausibel macht.
Hier höre ich oft den Einwand: "Jetzt haben wir gerade das Moosgummimodell
gehabt, warum denn nun schon wieder ein neues Modell! Wir haben eine Lösung
gefunden!"
Auf meine Frage wie das gemacht ist, dass die jeweils beiden Teile
zusammenhalten: Spucke. Man braucht also etwas, das die Teile zusammenhält.
Ich biete den Schülern eine Plastiktonne voller einzelner, verschieden
farbiger DUPLO - Steine unterschiedlicher Form an.
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Die verschiedene Farbigkeit und die Formen erhalten sich mehr oder
weniger gut aus den verschieden gestaltigen und gefärbten
Moosgummiteilchen, sind aber (firmenmäßig) bedingt alle mehr oder
weniger eckig. Die NOPPEN der DUPLO- oder auch LEGOsteine sind das
Neue und sollen die Bindungsmöglichkeit (die Spucke,den Klebstoff oder
wie auch immer) versinnbildlichen.
Nach Ausschütten der einzelnen DUPLOSteine stelle ich meine Fragen:
1. Frage:
- Ist das ein Gemisch von DUPLO-Steinen
- oder eine Verbindung von DUPLO- Steinen ?
Wenn man jeden einzelnen DUPLO-Stein als Teilchen bezeichnet ,wird
diese Begriffsdifferenzierung sofort klar. Es ist natürlich ein
Gemisch/Gemenge von DUPLO-Steinen.
Einwand von einer Schülerin: Die beiden blauen Vierernoppensteine
könnten sich schon verbunden haben ( Siehe Moosgummidiskussion)
Berühren und Auseinanderschieben durch die Schülerin löst die Frage
sofort. Es ist ein Gemisch einzelner,verschiedengestalteter Teilchen.
2. Frage:
Wie sieht denn dann eine Verbindung von Teilchen aus. Mehrere
(eigentlich alle) Schüler erkennen und versuchen sich sofort an den
unterschiedlichsten Varianten von (DUPLO-Stein-) Verbindungen.
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Wiederholung
Was hat das eine Modell, was dem anderen fehlt - Bindungsstellen. Was
bleibt beiden Modellen weitgehend gleich: verschiedene Gestalt und
verschiedene Farbe.
Hier kann sofort auf eventuell vorgetragene Schülerideen eingegangen
werden:
- der Schülerspielertyp zeigte mir stolz seinen Duploturm
Ja, das gibt es tatsächlich (und man nimmt ihm den Wind aus den Segeln
oder bestätigt ihn) : Man nennt das Makromoleküle (Klasse 11/12)
- verschiedene Formen/Farben könnten ja verschiedene Stoffe (Reinstoffe)
symbolisieren.
Aber vorsichtig! Nur Symbolcharakter: Formen ja, aber Atome haben keine Farbe.
( Modell mit LEGO-Steinen siehe auch : CONATEX Versuchsanleitungen: Ein
preiswertes DNA - Modell von Lemke, R. und G. Schlack)
An dieser Stelle ist ein neuer Schritt getan:
Chemische Reaktionen
werden nicht nur durchgeführt (Frontalunterricht oder Chemiepraktikum),
vielmehr wird auch die Möglichkeit eröffnet mit einem relativ preiswerten
Modell die Phänomene: Analyse und Synthese, Gemisch und Verbindung
durchzuspielen und/oder zu demonstrieren - im Frontalunterricht ist dies mit
den großen, relativ weithin sichtbaren DUPLO - Steinen sinnvoll und in
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Gruppenphasen oder Einzelarbeit eventuell auch mit den kleineren LEGO Steinen.
Darüber hinaus ist der Unterschied Stoff und Teilchen mit den
Unterrichtsbausteinen demonstrierbar.
Der Stoff X hat verschiedene Eigenschaften, wie er im Detail aussieht
ist aber nicht bekannt. Er muss aber eine "Form" und seine Teilchen
zumindest eine Bindungsstelle (außer Edelgase!?) haben oder zur
Verfügung stellen können.
Man kommt hier zur Möglichkeit, Stoffgleichungen (Stoffebene) wie z.B.:
Schwefel und Sauerstoff → Schwefeloxid
in Form von Teilchengleichungen (Teilchenebene) zu formulieren:
S
+
O
→
SO
Gerne gebe ich hier einen weiteren, mir persönlich sehr plausiblen
Vorschlag aus der schon vorhin erwähnten Arbeit MEIENBURG (2008)
weiter, die immer dann, wenn es sich in der Diskussion um Teilchen
handelt das Symbol einer großen Lupe verwendet.
Also:
Stoffgleichung ohne Lupe:
(Stoffebene)
Schwefel + Sauerstoff → Schwefeloxid
Teilchengleichung mit Lupe:
(Teilchenebene)
S+2O
→
SOO oder SO2
(Anmerkung:
Eine Schreibweise Schwefel + O kann/ darf es also nicht geben, da sie Stoff- mit Teilchenebene vermischt. Darauf
ist auch sprachlich zu achten. Sehr oft fiel mir bei meinen als Fachberater durchgeführten Unterrichtsbesuchen
auf, dass Lehrer ihre Schüler nach der Formel von Wasser ( etc. ) fragten. Diese Frage ist unzulässig, weil nicht
korrekt: Der Stoff Wasser hat verschiedene Eigenschaften aber keine Formel und besteht aus endlich vielen
gleichartigen Teilchen. Es muss deshalb exakt und damit fachlich korrekt nach der Formel des Teilchens Wasser
gefragt werden!)
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Hier geht der Chemieunterricht schon auf einfache Weise in die
stöchiometrische Betrachtungsweise über. Man kann diesen Weg beschreiten (muss dies aber nicht notwendigerweise tun).
Ein diesbezüglicher Vorschlag:
Wenn ich eine noch schärfere Lupe benutze müssen wir unsere Teilchengleichung noch
etwas ändern:
S + 3O →
SOOO oder kürzer SO3
Ich würde diesen Weg sehr gerne zur Diskussion stellen, zumal ich bei der Reaktion von
Nichtmetallen (Schwefel, Kohlenstoff, Phosphor) mit Sauerstoff immer wieder mit dem
Phosphoroxid
(Diphosphorpentaoxid)
dann
in
Schwierigkeiten
mit
den
Schülervorstellungen geriet, wenn ich anschließend an diese Experimentalreihe die
Nichtmetalloxide mit Wasser reagieren ließ und
dann die Stöchiometrie zur Phosphorsäure ( dem Teilchen H3PO4) mit den Schülern
erarbeiten und verdeutlichen wollte.
Die Reaktionen:
Stoffebene:
Phosphor + Sauerstoff
→
besonderem Phosphoroxid (Phosphorpentaoxid)
(Phosphor(V)oxid)
Teilchenebene (mit Lupe):
2 P + 5 O → P2 O5
P 2 O 5 + 3 H 2O
(Synthesebegriff)
→
2 H3PO4
P grün, O rot, H gelb (sollte man ändern in Farben die
normalerweise in Modellen üblich ist : O blau, H weiß )
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V. MAY (persönliche Mitteilung 2012) hat mich bei einer schriftlichen Diskussion um den
Modellbaustein DUPLO und LEGO darauf hingewiesen, dass die Bausteine ja eigentlich
mindestens zwei Bindungsstellen haben, nämlich eine Bindungsstelle die sie "aktiv" ( als
Noppen ) zur Verfügung stellen und eine (als gegenüber liegender) Hohlraum der
eigentlich als "passive" Bindungsstelle möglich ist. Hieran krankt sicherlich das Modell
DUPLO/LEGO als Chemiemodell, es sei denn, man sägt aktive Bindungsstellen/
Noppen weg oder verfüllt entsprechend passive Bindungshohlräume.
Ein weiterer Nachteil der üblichen DUPLO/LEGO Modellbausteine ist die rechteckige
Form. Sie widerspricht der Deutung eines Experimentes, das man im Anfangsunterricht
in zweierlei Form durchführen kann:
a. Man stellt aus Eisensulfid und Salzsäure Schwefelwasserstoff her
(Vorsichtsmaßnahmen beachten!)
Bald wird es bis in die hinteren Reihen nach faulen Eiern stinken, oder:
b. Man stellt Parfum hinter die letzte Stuhl-/Bankreihe und lässt schnuppern.
Nicht ganz so schnell, wird es ebenfalls zu einer positiven Geruchsempfindung kommen.
(Ether wäre vorschlagenswert, ist aber aus verständlich gesundheitlichen Gründen nicht
empfehlenswert!!)
Beide Experimente führen zur Ansicht:
- Geruchsausbreitung schnell
- wenn Geruch auf Teilchen zurückführbar sein soll, dann müssen sich Teilchen
schnell bewegen und klein sein.
(Ein literarischer, geschichtlicher Hinweis sei hier erlaubt: LUKREZ (ca 90 - 50 v.Chr.)
hat den "Tanz der Sonnenstäubchen "(siehe Internet) sehr hübsch beschrieben.
Das Experiment mit Tusche oder Milch in wässriger Lösung und Beobachtung unter dem
Mikroskop kann durchgeführt werden, ist allenthalben vielleicht auch schon aus der
Biologie bekannt und führt natürlich über die Beobachtung zur Deutung: Alles ist in
Bewegung!
Auf der Teilchenebene wird nun wiederum eine Modifizierung des DUPLO/LEGOSteines nötig. Eckig ist nicht so beweglich wie rund. Und wenn nun der DUPLO/LEGO Stein rund , also zur Kugel wird, fallen die (passiven) Hohlräume notgedrungen weg und
nur auf der Oberfläche der Kugel verbleiben Bindungsstellen.
Ein Vorteil dieser Modellbausteine erscheint mir, dass Schüler diese oftmals auch
zuhause haben und somit gegenüber Schulmodellen, die nur dort habhaft sind, daheim
auch spielen können.
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VAD_Chemie_Modellbildung.docx
Auf diese Art und Weise ist es sicher möglich, die Gedanken - und Vorstellungswelt der
Schüler in ihrer Altersklasse zu Atomen und Molekülen plausibel zu veranschaulichen.
Quellenangaben
MEIENBURG,A.: Stoffe und ihre Teilchen – Chemieunterricht in Klasse 8 nach
den Bildungsstandards 2004 ;Staatliches Seminar für Didaktik
und Lehrerbildung (Gymnasien und Sonderschulen) Freiburg
(2008) alle Fotos vom Autor
Zum Autor
geb. 1946, Abitur 1964, 1965 Beginn eines Studium generale am
Leibniz - Kolleg Tübingen; 1970 Staatsexamen in den Hauptfächern
Biologie und
Chemie und anschließende Promotion in Pflanzenphysiologie an der Albert - Ludwigs Universität in Freiburg i.Br.; 1974 2009 Gymnasiallehrer für Biologie und Chemie in Breisach am Rhein;
Fachberater des OSchA Freiburg für das Fach Chemie, seit 2009 im
Ruhestand.
Rückfragen und Vorschläge an den Autor jederzeit gerne unter Email:
carlobrue@yahoo.de
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Gesundheitswesen
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