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Hier dreht sich was - Samtgemeinde Mittelweser

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Lokales
Die Harke, Nienburger Zeitung
Freitag, 24. Oktober 2014 · Nr. 248
Hier dreht sich was
Es gibt 19 Gebiete im Landkreis, in denen Windräder stehen dürfen – Neubauten und Vergrößerung von Anlagen möglich
VON SEBASTIAN STÜBEN
Landkreis. Bereits seit Monaten,
ja seit Jahren scharren Investoren
und Betreiber von Windkraftan-
lagen mit den Hufen. Sie wollen
wissen, wo im Landkreis sie neue
Anlagen errichten und bestehende vergrößern können. Mögliche
Standorte, sogenannte Vorrang-
Info
Große Schablone: Raumordnung
D
as regionale Raumordnungsprogramm
(RROP) ist so etwas wie
eine große Schablone, die auf
das Kreisgebiet gelegt wird.
Ganz konkret wird in der
Überplanung festgelegt, in
welchen Bereichen sich
Siedlungen entwickeln
können, die Natur geschützt
werden soll oder Verkehrswege erweitert werden können.
Das RROP macht den
Gemeinden detaillierte
Vorgaben für deren Bauleitpla-
nung. Somit dient das RROP
als übergeordnetes Steuerungsinstrument, das unter
anderem privilegierte
Bauvorhaben im Außenbereich in gewünschte Bahnen
lenken kann: Zu diesen zählen
auch die Windkraftanlagen.
Seit Jahren arbeiten Kreisverwaltung und -politiker an einer
Teiländerung des RROP für
den Bereich Windenergie, seit
2012 ist zusätzlich eine
Fortschreibung des gesamten
sst
Programms in Arbeit.
S
amtgemeinde Marklohe: In
der Samtgemeinde Marklohe
gibt es zwei Vorranggebiete.
Eines befindet sich westlich von
Sebbenhausen. Es gehört zu einem 89
Hektar großen Gebiet, das sich auch in
die Samtgemeinde Grafschaft Hoya erstreckt. Dort
stehen bereits acht 140 Meter hohe Anlagen, es
besteht die Möglichkeit, diese zu vergrößern. Das
zweite Gebiet liegt südwestlich von Oyle, es gehört
zu einem 80 Hektar großen Gebiet, dass zum Teil in
der Samtgemeinde Liebenau liegt. Auf Markloher
Gebiet stehen 13 Anlagen. Die Fläche hat sich
deutlich verringert, einige Anlagen können zukünftig nicht dort ersetzt werden.
von Gebieten speziell für die Errichtung von Windkraftanlagen
wird deren Bau an anderen
Standorten nahezu ausgeschlossen. Windräder haben in diesen
Gebieten Vorrang vor anderer
Bebauung. Im Eignungsgebiet
sind Windräder zugelassen, haben aber keinen Vorrang.
In den wenigsten der neuen
und alten Vorranggebiete gibt es
bisher gar keine WindkraftanlaWindkraftanlagen. Das Potenzial zum Bau
neuer Anlagen hält sich somit in
Grenzen. In den meisten Gebieten ist kein
gebiete, haben Verwaltung und
Politik nach langwierigen Verhandlungen und Diskussionen
jetzt ermittelt. Seit 2009 beschäftigt diese Planung Kreistag und
zuständige Ausschüsse – heute
soll der Kreistag endgültig den
Entwurf beschließen.
Der Teilplan Windenergie im
Regionalen Raumordnungsprogramm (siehe Kasten links) umfasst 19 Gebiete – 18 Vorranggebiete und ein Eignungsgebiet.
Vorranggebiete sind ein Steuerungsinstrument der Raumordnung. Durch die Ausweisung
S
amtgemeinde Grafschaft Hoya:
Hier gibt es fünf Gebiete, drei
davon sind neu. Das 58 Hektar
große Gebiet nördlich von Hilgermissen ist ein bereits existierendes – mit
zehn Anlagen und der Möglichkeit zum
Repowering. Neu ist das Gebiet nordwestlich von Hoyerhagen (227 Hektar). Hier könnten zwölf
Anlagen entstehen. Ebenfalls neu: nordwestlich von
Hämelhausen (48 Hektar, drei bis vier Anlagen
möglich) und nordwestlich von Calle (39 Hektar, fünf
bestehende Anlagen können vergrößert werden). Das
fünfte Gebiet westlich von Sebbenhausen (89 Hektar)
liegt zum Teil auf Markloher Gebiet. Dort stehen bereits
acht 140 Meter hohe Anlagen, es besteht die Möglichkeit, diese zu vergrößern.
S
amtgemeinde Liebenau: In der
Samtgemeinde Liebenau gibt es
ein Vorranggebiet westlich von
Bühren. Ein Teil der 80 Hektar liegt auf
Markloher Gebiet (südwestlich von
Oyle). Auf Liebenauer Gebiet stehen
sieben Anlagen, auf Markloher Gebiet
weitere 13 Anlagen – dazu gibt es zwei in
der Nähe des Standortes, die für den Eigenbedarf
betrieben werden. Der Standort westlich von Bühren
eignet sich nach Landkreisangaben für Repowering. Die
bestehenden Anlagen könnten allerdings nicht mehr alle
an Ort und Stelle ersetzt werden, weil sich das Gebiet
verkleinert hat.
Neubau von Anlagen möglich.
Dort besteht aber in der Regel
die Möglichkeit, bestehende Anlagen so auszubauen, dass sie
mehr Leistung erzielen – Expert e n
sprec h e n
hier von Repowering. Bestehende
Anlagen,
die außer-
S
S
amtgemeinde Steimbke:
Hier gibt es ein neues
Vorranggebiet und ein
Eignungsgebiet. Das Vorranggebiet liegt südlich von Wendenborstel (106 Hektar). Es gibt dort
bereits zehn Anlagen innerhalb und
zwei Anlagen außerhalb des Gebietes.
Weitere Anlagen und Repowering wären möglich. Das
Gebiet liegt im Sendebereich eines Drehfunkfeuers
zur Flugzeugnavigation in Wenden. Deshalb könnte es
zu Einschränkungen bei Betrieb, Bau und Vergrößerung von Anlagen kommen. Hier sind jeweils Einzelfallprüfungen nötig. Außerdem gibt es in Steimbke ein
Eignungsgebiet (86 Hektar, westlich von Sonnenborstel), auf dem neue Anlagen entstehen können. Sie
haben allerdings keinen Vorrang vor anderen Bauten.
Diese Karte des Landkreises zeigt die Flächen, die
für die Errichtung von
Windkraftanlagen
infrage kommen
(schraffi
ert). Die
(schraffiert).
dunkelgrauen
Flächen sind
aufgrund verschiedener Faktoren
ausgeschlossen.
F
S
Heute ab 17 Uhr
berät der Kreistag in Nienburg
über die Vorranggebiete für
Windenergie. Die Sitzung im
Kreishaus ist öffentlich.
öffentlich.
amtgemeinde Heemsen:
Das Gebiet nördlich von
Gadesbünden (66 Hektar)
ist zwar neu, es existieren dort
aber bereits fünf Anlagen, die
vergrößert werden könnten.
Zusätzliche Anlagen wird es nicht
geben. Was den Betrieb, die
Erneuerung und Vergrößerung von Anlagen angeht,
könnte es in diesem Gebiet zu Einschränkungen
kommen. Das Gebiet liegt nämlich im Sendebereich
eines sogenannten Drehfunkfeuers, einer Anlage, die
Flugzeugen bei der Navigation helfen kann.
lecken Steyerberg: Hier gibt es
drei Gebiete, das größte (334
Hektar, östlich von Mensinghausen) liegt außerdem in den Samtgemeinden Mittelweser und Uchte. Es gibt
zehn Anlagen, zu denen weitere
hinzukommen können, Repowering ist
möglich. 101 Hektar Vorranggebiet gibt es nordwestlich
von Deblinghausen. Hier stehen drei Anlagen mit
Vergrößerungspotenzial, es könnten fünf werden.
Östlich von Steyerberg existiert ein Gebiet mit 184
Hektar. Dort stehen bereits 27 Anlagen (auch auf
Mittelweser-Gebiet). Repowering ist hier nach Landkreisangaben möglich.
amtgemeinde Uchte: Drei
Gebiete gibt es in der Samtgemeinde. Ein neues östlich von
Mensinghausen auf Uchter, Steyerberger und Mittelwesergebiet (334
Hektar). Zu den zehn Anlagen dürften
weitere hinzukommen, es besteht die
Möglichkeit zur Vergrößerung der
einzelnen Anlagen. Südlich Lohhof existiert bereits ein
105 Hektar großes Gebiet mit sechs Anlagen, die
repowert werden können. Das dritte Gebiet liegt
südwestlich von Glissen (42 Hektar). Hier stehen vier
Anlagen, die an Ort und Stelle ersetzt werden könnten.
Für Anlagen, die sich außerhalb des Gebiets befinden,
könnte innerhalb des Gebietes Ersatz geschaffen
werden.
halb der Grenzen der Vorranggebiete liegen, haben nach Angaben der Kreisverwaltung in
der Regel Bestandsschutz. Das
Ersetzen dieser Anlagen durch
neue ist in den meisten Fällen
nicht möglich.
S
tadt Nienburg: Im
Bereich der Stadt
Nienburg sind keine
Vorranggebiete für
Windenergie vorgesehen.
Die Abstandsregelungen
würden keine Standorte im
Stadtgebiet zulassen.
S
S
amtgemeinde Mittelweser: Fünf Gebiete
liegen ganz oder teilweise auf dem Gebiet
der Samtgemeinde. Das Gebiet nordwestlich von Anemolter (184 Hektar) liegt größtenteils auf Steyerberger Gebiet. Hier stehen 27
Anlagen, Repowering ist möglich. Nordöstlich von
Landesbergen liegt ein 57 Hektar großes Gebiet mit zwölf
Anlagen mit Vergrößerungs-Potenzial. Ein neues Gebiet entsteht
äche und
östlich von Husum (83 Hektar) – geeignet als Ersatzfl
Ersatzfläche
für einzelne neue Anlagen. Das 122 Hektar große Gebiet südlich
von Leese liegt größtenteils auf Rehburg-Loccumer Gebiet. Hier
stehen fünf Anlagen mit Repowering-Potenzial. Östlich von
Mensinghausen entsteht ebenfalls ein neues Gebiet (334
Hektar). Es liegt auf Uchter, Steyerberger und Mittelwesergebiet:
Zehn Anlagen mit Repowering-Möglichkeit. Auch neue Anlagen
können hier entstehen.
.
.
.
.
tadt Rehburg-Loccum: Hier
gibt es ein bestehendes
Vorranggebiet nördlich von
Loccum. Die 122 Hektar erstrecken sich auf das Gebiet der
Samtgemeinde Mittelweser
(südlich von Leese). Hier stehen
vier Anlagen, fünf weitere auf dem
Gebiet des Landkreises Minden-Lübbecke. Im
Nachbarkreis will ein Betreiber fünf Anlagen mit einer
Höhe von 180 Metern errichten – gegen die Ablehnung seiner Planungen hat er Klage eingereicht. Die
Anlagen am Standort sind nach Angaben des
Landkreises bereits leistungsstark.
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