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02 Was ist Verkehr

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Was ist Verkehr?
02 – Schwerverkehr
LP-Anleitung
Verkehr ist ein zentrales Thema unserer Zeit – Grundwissen ist zur Diskussion wichtig.
Arbeitsauftrag:
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Ziel:
Sch’ studieren die Definitionen (siehe Einleitungstext)
lesen, interpretieren, ev. ergänzen
Diskussion führen
recherchieren
 Risiken und Chancen des Verkehrs einschätzen können
 argumentieren, diskutieren
 eigene Meinung entwickeln
Material:
 Infotexte (auch Auszug aus Einleitung für Lehrperson Text 0)
 Arbeitsblätter
 Internetzugang
Sozialform:
Diskussionsgruppen
Zeit:
30 Minuten (bei eigenen Recherchen 60 Minuten)
Zusätzliche Informationen
 Information 1: Erstellen eines Argumentariums (Sch’ diskutieren zu zweit, in zwei
Gruppen etc.)
 Information 2: Lehrperson oder Schüler moderieren die Diskussion
Weiterführende Ideen
 Idee 1: statistische Informationen zum Verkehr recherchieren (www.bfs.admin.ch)
 Idee 2: Diskussion 2: „Gibt es Modelle zur besseren Gestaltung des Verkehrsflusses?“
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Was ist Verkehr?
02 – Schwerverkehr
Arbeitsblätter
Definition
Verkehr
Verkehr ist die Bewegung von Personen, Gütern oder Nachrichten in einem definierten
System. Dabei werden Einheiten entlang von Kanten eines Netzwerks oder auf Routen einer
Verkehrsinfrastruktur bewegt.
Der Verkehr macht die räumliche Mobilität sichtbar und ist damit ein Teil von ihr. Durch
Verkehr wird Mobilität erst möglich. Während aber die Sozialwissenschaft unter dem
Stichwort Mobilität die Motive und Hintergründe des Verkehrs erforscht, ist mit dem Wort
Verkehr eher eine ingenieurwissenschaftliche Perspektive verbunden.
Ein Verkehrsbedürfnis entsteht als Folge räumlicher Trennung sozialer Aktivitäten wie
Wohnen, Arbeiten, Bildung und Erholung. In der Regel nutzen Verkehrsteilnehmer die
Verkehrswege, um ihr Ziel zu erreichen.
Karte mit der Situation „erwerbstätige Pendler“ des Jahres 2000 (Experten prognostizieren
eine Verkehrszunahme bis 2030 von 35 %)
Fragestellung: Warum nimmt der Verkehr stetig zu?
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Was ist Verkehr?
02 – Schwerverkehr
Arbeitsblätter
Schwerverkehr
Unter Schwerlastverkehr – auch Schwerverkehr
versteht man den Transport von Gütern und Personen
mit Nutzfahrzeugen. Die Zuordnung der Fahrzeuge
erfolgt normalerweise über das Gesamtgewicht,
allerdings existiert derzeit in Europa keine einheitliche
Klassifizierung. Im Verkehrswesen spricht man im
allgemeinen ab einem Gewicht von 12 t von schweren
Nutzfahrzeugen. Im allgemeinen Wortgebrauch sind
damit Sattel- und Lastzüge gemeint.
Je nach Quelle und Erfassungsmethode können unter dem Begriff Schwerverkehr auch
Nutzfahrzeuge ab 2,8 t zusammengefasst sein, was bei Vergleichen zu erheblichen
Abweichungen führen kann.
Der Schwerverkehr bietet viele Vorteile, verursacht aber auch
erhebliche volkswirtschaftliche und infrastrukturelle Kosten. So
besitzt er seine Befürworter (direkte wie die
Transportunternehmer und Bauwirtschaft und indirekte wie die
Handeltreibenden und den Konsumenten mit seiner Nachfrage),
aber auch seine Gegner (Umweltschützer, technologiefeindliche
Kreise, Schienenlobby).
Es gibt, vor allem auf nationaler Ebene der europäischen Staaten
starke Bemühungen, den Schwerverkehr durch Steuern
einzudämmen, zu regulieren oder mindestens über das
„Verursacherprinzip“ zur Kasse zu bitten, um die Infrastrukturkosten und volkswirtschaftlichen Aufwände zu finanzieren.
In Deutschland und Österreich geschieht dies über die Lkw-Maut, in der Schweiz über die
leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA. Für die ökologisch besonders sensiblen
alpenquerenden Transitrouten wird die Einführung einer Alpentransitbörse diskutiert.
Seit Oktober 2009 passieren jeden Werktag
über tausend Lastwagen das Schwerverkehrszentrum (SVZ) im Erstfelder Gebiet Ripshausen, um dort stichprobenweise vertieft
kontrolliert zu werden. Für den Schwerverkehr am Gotthard steht eine gut erreichbare,
sichere und dauerhaft verfügbare Anlage mit
spezialisiertem Personal und modernsten
Geräten zur Verfügung. Der Vollbetrieb im
SVZ Uri bedeutet täglich rund 150 umfassende polizeiliche und technische Kontrollen an
Lastwagen, ihren Fahrern und ihrer Ladung.
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Was ist Verkehr?
02 – Schwerverkehr
Arbeitsblätter
Vor- und Nachteile des Schwerverkehrs
Diskussion
Vorteile:
 Grob- und Feinverteilung von Gütern aller Art, im heutigen Verständnis überall
integriert, um Waren von A nach B zu transportieren, selbst dann, wenn
Kombinierter Verkehr (siehe Glossar im Anhang) dazwischengeschaltet ist.
 Verkehr mit Motorfahrzeugen ist im grenzüberschreitenden Fernverkehr preiswerter
als andere Transportwege; dies wird im Nahverkehr durch die hohen Kraftstoffpreise
und sonstige Abgaben wieder ausgeglichen.
 Rasche Lieferungen an beinahe alle Orte direkt „vor die Haustüre“
 Flexible Transportvolumen (entsprechend mit variablen Fahrzeuggrössen)
 Weitgehend existierendes, gut ausgebautes Transportnetzwerk in ganz Europa
 Moderne Lastkraftwagen verfügen über sehr gute Sicherheitssysteme.
 Innovationen bei der Fahrzeugentwicklung verbessern die Lkw rasch (Sicherheit,
weniger Kraftstoffverbrauch, Leichtbauweise etc.).
Nachteile:
 Belastung von Mensch, Tier und Umwelt durch Lärm, Russ und Abgase
 Belastung von Infrastrukturbauten wie Strassen und Brücken
 Lkws sind aufgrund ihres hohen Gewichts eine Gefahr für alle schwächeren
Verkehrsteilnehmer.
 Lkws verlangsamen aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten den Verkehrsfluss,
insbesondere auf Steigungs- und Gefällstrecken.
 Aufwändigere Streckenführung: PKWs und Motorräder können steilere Steigungen
und Gefälle befahren; speziell für Lkw-Belange müssen Fahrbahnen erweitert und
begradigt werden, auch horizontal. Brücken müssen eine lichte Höhe von 4,1 m
sowie eine lichte Weite von 3 m aufweisen, um von ihnen durchfahren werden zu
können.
Stichworte zur Diskussionsvorbereitung:
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Was ist Verkehr?
Glossar zum Kombiverkehr
Kombinierter Verkehr ist der Oberbegriff für Gütertransporte, bei denen Ladeeinheiten
(Wechselbehälter, Container, Sattelanhänger oder komplette Lkws) auf der Gesamtstrecke von
mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern befördert werden. Im Unterschied zu
„gebrochenen“ Verkehren, bei denen die Güter selbst umgeladen werden, wechseln in der
Transportkette des Kombinierten Verkehrs die kompletten Ladeeinheiten von einem
Verkehrsträger zum anderen.
Abholbeginn
Abholbeginn ist die Uhrzeit, an dem die Ladeeinheit am Empfangsterminal mit Übergabe der
Beförderungspapiere frühestens abgeholt werden kann. Eventuelle Wartezeiten sind abhängig von
der Situation im Terminal (z.B. wenn mehrere Kunden gleichzeitig Ladeeinheiten abholen wollen).
Annahmeschluss
Zeitpunkt der Annahme der letzten Ladeeinheit für einen bestimmten Zug durch die örtliche
Kombiverkehr-Agentur. Der Annahmeschluss wird im Fahrplan von „Kombiverkehr“ veröffentlicht.
Die Annahme der Ladeeinheit ist erfolgt, wenn der Speditionsvertrag durch die Unterschriften der
beiden Vertragspartner auf dem Versandauftragsformular in Kraft tritt.
Antennenverkehr
Spezielle Form des Weiterleitungsverkehrs. Der entscheidende Unterschied zum Gatewayverkehr ist,
dass die Waggons zusammen mit den darauf verladenen Ladeeinheiten an den DirektzugEndstationen umrangiert werden. Beim Gatewayverkehr hingegen werden die Ladeeinheiten
zwischen den Zügen umgeschlagen. Die Definition macht deutlich, dass Züge des Antennenverkehrs
keine Shuttlezüge sein können.
Check-in
Vor der Einfahrt in das Terminal findet ein Check-in statt. Hier wird durch das Check-in-Personal
kontrolliert, ob die Ladeeinheit in einem technisch einwandfreien Zustand für den Bahntransport ist.
Auch die Gefahrgut-Kennzeichnung wird hier im Check-in-Formular festgehalten. Ein Exemplar des
Check-in-Formulars erhält der Fahrer.
Einzelwagenverkehr
Einzelwagenverkehre werden auf Relationen angeboten, auf denen – bedingt durch das geringe
Transportaufkommen – der Einsatz eines Shuttlezuges nicht oder noch nicht effizient ist. Befördert
werden Ladeeinheiten nur, sofern Kapazitäten vorhanden sind. Oftmals bestehen bei
Einzelwagenverkehren Einschränkungen hinsichtlich der möglichen Profilhöhe und der zu
befördernden Ladeeinheitarten (z.B. keine Sattelanhänger).
Gateway
Terminals, an denen neben dem Schiene-Strasse-Umschlag auch das Umlagern von Ladeeinheiten
zwischen den Zügen (Schiene-Schiene-Umschlag) möglich ist. Das abgeleitete Gatewaysystem
gewährleistet die optimale Verknüpfung der nationalen und internationalen Zugsysteme und führt zu
einer schrittweisen Integration von Einzelwagenverkehren durch deren Überführung in die
vorhandenen Direktzugsysteme.
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Was ist Verkehr?
Gewichtsvorteil: 44-Tonnen-Regelung
Fahrzeuge, die im Vor- und Nachlauf zum nächstgelegenen geeigneten Terminal des Kombinierten
Verkehrs eingesetzt werden, dürfen ein Gesamtgewicht von 44 Tonnen haben, also 4 Tonnen mehr
als Fahrzeuge, die im reinen Strassenverkehr unterwegs sind.
Ladeeinheit für den Kombinierten Verkehr
Für den Kombinierten Verkehr innerhalb Europas werden die verschiedensten Ladeeinheiten
verwendet. Container und Wechselbehälter sind die Ladeeinheiten, die am meisten eingesetzt
werden. Die Nachfrage nach kranbaren Sattelanhängern nimmt zurzeit stetig zu. Mit der Rollenden
Landstrasse, die insbesondere im Alpentransit Anwendung findet, lassen sich Lastzüge und
Sattelkraftfahrzeuge ebenfalls auf der Schiene transportieren.
Nachtsprung
Beförderung von Ladeeinheiten, die abends am Versandterminal aufgeliefert und morgens am
Empfangsterminal bereitgestellt werden.
Rollende Landstrasse
Mit den Zügen der Rollenden Landstrasse werden komplette Lastkraftwagen auf der Schiene
befördert. Die Last- und Sattelzüge werden dazu von den Fahrern selbst auf Niederflurwagen
gefahren. Die Fahrer begleiten ihre Fahrzeuge in einem an den Zug angekoppelten Liegewagen und
nutzen die Fahrtzeit als Ruhezeit. Diese Verkehrsart ist auch unter dem Begriff begleiteter
Kombinierter Verkehr bekannt.
Shuttlezug
Züge, die mit einer festen Waggongarnitur zwischen zwei oder mehr Terminals pendeln. Wegen der
festen Waggongarnitur, die in den jeweiligen Terminals nicht verändert werden muss, ist der
zusätzliche Zeitaufwand für Disposition und Abwicklung minimal. Zudem sind die Zugkapazitäten
planbar und die Waggongarnituren auf die Ladeeinheitenstruktur der jeweiligen Verbindung
optimierbar. Shuttlezüge sind dadurch das wirtschaftlichste Produktionssystem im Kombinierten
Verkehr.
Terminal
Die Terminals, auch Umschlagbahnhöfe genannt, sind die Nahtstellen des Kombinierten Verkehrs.
Von ihrer Leistungsfähigkeit hängt ab, ob der Wechsel der Ladeeinheiten zwischen Schiene und
Strasse und umgekehrt kunden- und marktgerecht erfolgt. Beim Umschlag der Ladeeinheiten
kommen zwei Arten von Umschlaggeräten zur Verwendung: der Portalkran und das mobile
Umschlaggerät.
Unbegleiteter Kombinierter Verkehr
Der unbegleitete Verkehr ist ein Bereich des Kombinierten Verkehrs, bei dem die Ladeeinheit ohne
Motorfahrzeug – also nur der Wechselbehälter, Container oder Sattelanhänger – auf der Schiene
transportiert wird.
Vor- und Nachlauf
Hierunter versteht man den Transport der Ladeeinheit auf der Strasse von der Ladestelle zum
Versandterminal bzw. vom Empfangsterminal zum Empfänger. Der Vor- und Nachlauf ist somit ein
wesentlicher Bestandteil der Transportkette.
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Seele and Geist
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