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Hochwasser
alles, was Sie wissen müssen
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
01
2 Einleitung
02
3 Präventionsmöglichkeiten für hochwassergefährdete Gebiete
04
4 Situation kurz vor einer Flut
14
5 Während eines Hochwassers
24
6 Nach dem Hochwasser
27
7 Anhang
30
3.1. Auswahl des Wohnortes in Überflutungsgebieten
3.2. Hochwasserangepasste Architektur durch bauliche Prävention
3.3. Hochwasserschutz-Bauelemente
3.4. Finanzielle Vorsorge in Form von Versicherungen
3.5. Verhaltensvorsorge
4.1. Woher erhalten Sie die wichtigsten Informationen zur aktuellen Situation?
4.2. Die letzten Schutzvorkehrungen
4.3. Verhaltensregeln vor einer Flut
4.4. Das Notfallgepäck - was packe ich ein?
4.5. Evakuierung
5.1. Organisation
5.2. Verhaltensregeln während eines Hochwassers
5.3. Wie kann ich helfen als Nichtbetroffener?
6.1. Aufräumarbeiten
6.2. Finanzielle Soforthilfe
6.3. Versicherungsschutz
01
1. Vorwort
In den letzten 15 Jahren häuften sich verstärkt
schwere Hochwasserereignisse in weiten Teilen
Deutschlands. Tausende Freiwillige waren
dabei im Einsatz.
Allein 2013 boten rund 16.000 Helfer des
Technischen Hilfswerks der Flutkatastrophe
im Sommer die Stirn. Trotz aller Bemühungen
sind Hochwasserschäden nie vollkommen
vermeidbar. So entstanden auch 2013, entgegen
der schier endlosen Zahl an Sandsäcken und
freiwilligen Helfern, Schäden an Gebäuden und
Infrastruktur in Milliardenhöhe.
Viele Bürger verloren durch zu hohe
Pegelstände ihre Existenz. Da jedoch auch in
Zukunft mit weiteren Hochwasserkatastrophen
zu rechnen ist, wurde ein bereits im Jahr 2005
in Kraft getretenes Hochwasserschutzgesetz
verabschiedet. Hochwasserprävention und
–abwehr liegt allerdings nicht nur Bundund Länderhand, auch jeder Einzelne kann
prophylaktische
Sicherheitsvorkehrungen
ergreifen.
Das vorliegende E-Book verfolgt hierbei das
Ziel, das Bewusstsein zum vorbeugenden
Schutz bevorstehender Hochwasserereignisse,
durch zielgerichtete Informationsvermittlung zu
Überflutungsgefahren und Schadensminderung
zu schulen. In den einzelnen Kapiteln wird
sorgfältig aufgezeigt, wie das Schadenspotenzial
als Konsequenz eines Hochwassers durch
korrekte Vorbereitung signifikant vermindert
werden kann.
Zur weiteren Hilfestellung ist der Aufbau
einzelner Bereiche analog zum Ablauf der
Etappen eines Hochwassers gestaltet, sodass
hilfreiche Orientierungshilfen, z.B. über
Präventionsmöglichkeiten hinsichtlich baulicher
als auch finanzieller Art, Verhaltensvorsorge
sowie die Ausrüstung für das Notfallgepäck
etc., an die Hand gegeben werden.
Ansässige
Anwohner
eines
hochwassergefährdeten
Gebietes
sollten
stets über die wichtigsten Informationen
zur korrekten Verhaltensweise und privaten
Vorkehrungen verfügen, um im Ernstfall intuitiv
reagieren zu können. Darauf soll Sie dieses
E-Book vorbereiten.
8
7
6
5
4
02
2.Einleitung
Hochwasser stellt ein für den Menschen
problematisches Naturereignis dar, welches
zum jahreszeitlichen Abflussrhythmus der
Flüsse gehört. Entsprechend der Region
resultiert die Häufigkeit von auftretendem
Hochwasser
aus
unterschiedlichen
Faktoren.
Sowohl
Klimaveränderungen,
wie die globale Erwärmung und hierdurch
entstehende, sehr hohe Niederschlagsmengen
und die Schneeschmelze als auch der
Grundwasseranstieg gelten heute als die
Hauptursachen für Hochwasser.
Die Ursachen für Hochwasser im Binnenland
und in den Küstenregionen sind unterschiedlich.
Hochwasser im Binnenland entsteht durch
starke und langanhaltende Niederschläge und
im Rahmen der Schneeschmelze. Die Flüsse
sind den großen Wassermengen durch starken
und andauernden Niederschlag aufgrund der
Begradigungen häufig nicht mehr gewachsen
und treten daher schnell über die Dämme.
In vielen Regionen finden sich heute leider
aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung, dem
Ausbau des Verkehrsnetzes, der Besiedlung
und Schiffbarmachung immer mehr begradigte
Flüsse. Auch der Grundwasseranstieg ist in
diesem Kontext ein großes Problem. Durch einen
hohen Grundwasserspiegel in Kombination mit
starkem Niederschlag und hohem Wasserstand
bei Flüssen kann es zu einem Kanalrückstau
kommen, wodurch die Abwasserkanäle
überlastet werden und überlaufen.
An den Küsten tritt Hochwasser in Form von
Sturmfluten in Erscheinung. Als Sturmfluten
werden mitunter aus dem Klimawandel
resultierende Ereignisse bezeichnet, in deren
Rahmen starke und dauerhafte aufländische
Winde
wehen
und
der
Wasserstand
daher höher als 1,5 m über den mittleren
Tidehochwasserstand gelangt. Hierbei wird
entsprechend des erhöhten Wasserstands
zwischen einer leichten, mittleren und starken
Sturmflut unterschieden.
In Bezug auf die Schutzmaßnahmen
von
Hochwasser
muss
grundsätzlich
unterschieden werden, ob es sich um den
Hochwasserschutz an der Küste oder im
Binnenland handelt. Eigenheimbesitzer sollte
bezüglich des Hochwasserschutzes rechtzeitig
03
spezielle bauliche Maßnahmen ergreifen
und für einen idealen Versicherungsschutz
sorgen. Den Gemeinden in gefährdeten
Gebieten
ist
es
ebenfalls
anzuraten,
rechtzeitig für den Schutz der Bürger zu
sorgen, beispielsweise in Form von Deichen,
Dämmen, Talsperren oder Flutungspolder.
Die Bundesländer arbeiten derzeit an einem
Hochwasserrisikomanagementplan,
jedoch
treten bei dessen Umsetzung immer wieder
zahlreiche Schwierigkeiten aufgrund des
rechtlichen Regelwerks in Erscheinung. Im Jahre
2012 trat eine Neufassung des aus dem Jahr
2005 stammenden Wasserhaushaltsgesetzes
in Kraft, welches die EG-Richtlinien bezüglich
der Bewertung und des Managements von
Hochwasserrisiken in ein nationales Recht
umsetzt. Innerhalb dieser Reglementierung
werden Risiko- und Gefahrenkarten für
(potentielle) Hochwassergebiete erstellt. Diese
Karten sollen zukünftig wiederum für die Erstellung
von
Hochwasserrisikomanagementplänen
dienen, welche auch die Eigenverantwortung
der Bürger einschließen.
Als
die
wichtigsten
Punkte
zum
Hochwasserschutz werden folgende Faktoren
angesehen:
1. Ein gemeinsames Hochwasserschutzprogramm von Bund und Ländern mit
Maßnahmen für neue Retentionsfläche für
Flüsse sowie für den Hochwasserrückhalt.
Hierzu zählt auch die Ausweisung von
Überschwemmungsgebieten.
2. Die Maßnahmen des prophylaktischen
Hochwasserschutzes müssen über Staatenund Ländergrenzen hinweg entwickelt und
durchgeführt werden.
3. Die europäische Zusammenarbeit im Bereich
Hochwasserschutz muss gefördert werden.
4. Der Flussausbau und die umweltfreundliche
Schifffahrt müssen genau beobachtet werden.
5. Gelder für den Hochwasserschutz müssen
umgehend bereitgestellt werden und zur
Verfügung stehen.
04
3. Präventionsmöglichkeiten für
hochwassergefährdete Gebiete
Extrem
starke
Regenfälle
führten
in
Deutschland in den letzten Jahren wiederholt zu
Überschwemmungen. Für die Anwohner in den
betroffenen Gebieten ist der Hochwasserschutz
zu einem zentralen Thema geworden.
Umfassende Vorsorge- und Schutzmaßnahmen,
die sowohl angepasstes Bauen als auch
Verhaltensregeln für den Ernstfall beinhalten,
helfen das Ausmaß der Schäden gering zu
halten.
3.1. Auswahl des Wohnortes
in Überflutungsgebieten
Der Schutz gegen eindringendes Wasser
ist beim Hausbau unverzichtbar. In den
gefährdeten Gebieten gestaltet sich dafür der
Aufwand zur Erreichung dieses Ziels ungleich
höher. Zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung
führen zu erhöhten Baukosten. Grundsätzlich
wäre daher ratsam, auf das Bauen in
Überflutungsgebieten zu verzichten.
Als Überschwemmungsgebiete gelten laut
Hochwasserschutzgesetzt Gebiete, die bei
Hochwasser durchflossen oder überschwemmt
werden. Hierzu zählen auch Flächen, die
der Entlastung oder Rückhaltung dienen.
Um Überflutungsschäden zu vermeiden,
gilt dort grundsätzlich ein Neubauverbot.
Bleibt der bestehende Hochwasserschutz
unbeeinträchtigt und ist eine Gefährdung
von Leib und Leben nicht zu erwarten,
kann auch hier unter Einhaltung bestimmter
Bedingungen im Ausnahmefall gebaut werden.
Welche Gegenden in Deutschland von
Überschwemmungen betroffen sind, lässt sich
anhand von Hochwasserkarten herausfinden.
Zur
Einschätzung
der
individuellen
Gefährdungssituation
des
jeweiligen
Gebäudestandorts bietet das Internetportal
»Hochwasser-pass.de«
ein
kostenloses
Analysewerkzeug.
05
3.2. Hochwasserangepasste
Architektur durch bauliche
Prävention
Hochwassergerechte Architektur ist eine
Mischung aus angepasster Nutzung und
baulichen Maßnahmen. Als optimaler Haustyp
beim Neubau in Überschwemmungsgebieten
gilt ein auf Betonpfählen errichtetes, nicht
unterkellertes Gebäude. Viele Bauherren wollen
allerdings nicht auf nutzbare Untergeschosse
verzichten. In diesem Fall sollten Keller und
Erdgeschoss grundsätzlich wasserdicht, mit
feuchteunempfindlichen Materialien und frei
von Einbauten geplant werden. Daneben
empfiehlt sich, das Erdgeschossniveau
möglichst hoch über der Geländeoberkante
anzulegen. Als geeignete Baumaterialien
gelten Baustoffe mit geringer Wasseraufnahme
und hoher Formstabilität. Für Wände verwendet
man Beton, Voll- oder Kalksandsteinziegel. Die
Innenwände können mit Kalkzementputz und
mineralischen Anstrichen versehen werden.
Als Bodenbeläge eignen sich neben Fliesen
auch Natursteine wie Granit. Dagegen saugen
poröser Sandstein und Marmor zu viel Wasser.
Die robusten Kunststoff- und Aluminiumfenster
gibt es auch in wasserdichter Ausführung.
In Altbauten sind Bodenplatten oft unbewehrt
und brechen unter dem Stauwasserdruck.
Hier kann eine Stahlbewehrung nachgerüstet
werden. Nachträglich eingezogene Wände
sind auch hier aus Vollziegeln auszuführen.
Teppiche und Holzfußböden ersetzt man durch
Fliesen oder Epoxidharzbeschichtung. Bei
der nachträglichen Fassadendämmung sollte
auf Dämmplatten aus geschlossenzelligen
Kunststoffmaterialien zurückgegriffen werden.
Sperr- und Isolierputze im gefährdeten Sockelund Erdgeschossbereich schützen zusätzlich.
Bei der Planung der Gebäudeinstallationen
müssen
ebenfalls
einige
Dinge
Berücksichtigung finden. Starkregen können
das Abwassersystem überlasten und zu einem
Wasserrückstau führen. Rückstausicherungen
an den Abflüssen hindern das Abwasser daran,
zurück ins Haus zu fließen
Ist im Neubau ein Öltank geplant, sollten
besondere Vorkehrungen getroffen werden.
Infolge des hohen Wasserdrucks können die
Tanks beschädigt werden oder auftreiben.
Daher sind Ölheizungsanlagen grundsätzlich zu
vermeiden. Ist dies nicht möglich, muss der Tank
gegen Auftrieb mit entsprechenden Halterungen
an der Bodenplatte gesichert werden. Im
Altbau empfiehlt es sich, Ölheizungsanlagen
durch andere Energieträger zu ersetzen oder
in ein höheres Stockwerk zu verlegen. Weitere
Maßnahmen zur Sicherung der Hausinstallation
sind das Abdrehen der Haupthähne für Gas,
Wasser und Strom bei drohendem Hochwasser.
Daneben sollten elektronische Geräte aus den
Untergeschossen entfernt und ausgeschaltet
werden. Um im Ernstfall alles zu bedenken, helfen
ein persönlicher Notfallplan oder Checklisten,
den Überblick zu behalten. Präventive
Maßnahmen, wie Regenwasserrückhaltung
und Versickerung, mindern das Ausmaß des
Schadens bei Starkregen. Wasserdurchlässige
Beläge, wie Rasengittersteine auf dem eigenen
Grundstück, minimieren die Versiegelung.
Dadurch wird die Kanalisation entlastet und das
anfallende Regenwasser versickert schneller.
Auch Gründächer, die das Regenwasser
vorübergehend speichern und teilweise
verdunsten lassen, reduzieren die anfallende
Wassermenge.
06
Schutz vor eindringendem Grundwasser
Bei wasserdurchlässigen Böden, wie Sand und
Kies, führen Überflutungen zu einem erhöhten
Grundwasserspiegel. Hierdurch steigt der
Wasserdruck auf die Bauwerkssohle und Wände
des Gebäudes. Unter diesem Druck dringt bei
einer unzureichenden Abdichtung Wasser in
die Innenräume. In der Baufachsprache wird
dies als »drückendes Wasser« bezeichnet.
Details zur Ausführung der erforderlichen
Abdichtung definiert die DIN 18195. Schutz
gegen eindringendes Grundwasser bietet
eine Abdichtung, die das Bauwerk im Erdreich
allseitig umschließt.
Die Ausführung der Bauwerksabdichtung wird
in »Schwarze Wanne« und »Weiße Wanne«
unterschieden. Im Regelfall, namentlich
Schwarze Wanne, erfolgt das Abdichten von
außen mit Bitumen oder Kunststoffbahnen.
Bei dieser Methode ist eine nachträgliche
Abdichtung der Außenwände, jedoch nicht der
Bauwerkssohle, möglich. In der Ausführung als
Weiße Wanne werden die betroffenen Bauteile
aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt.
Diese Variante kommt daher nur für den Neubau
infrage. In Altbauten bietet sich das Abdichten
der Wände und Böden von innen an. Diese
Variante ist allerdings kostenintensiv, weil die
Herstellung eines Innentrogs zur Aufnahme des
Wasserdrucks notwendig ist.
Neben dem Eindringen von Wasser kann
ein erhöhter Wasserdruck zum Auftreiben
des Gebäudes und damit zu Schäden
an der Bausubstanz führen. Reicht das
Eigengewicht des Gebäudes nicht aus, um
die Gebäudestandsicherheit zu gewährleisten,
flutet man einzelne Räume kontrolliert. Dadurch
baut sich ein Gegendruck auf. Welche
Wassermenge als Gegengewicht ausreichend
ist, kann im Vorfeld statisch berechnet und als
Marke an den Wänden angetragen werden. Um
eine Verschmutzung zu vermeiden, empfiehlt
es sich, für die Flutung nur sauberes Wasser
zu nutzen.
07
3.3.
HochwasserschutzBauelemente
Hochwasserschutz durch stationäre und mobile
Schutzelemente:
Kurzfristige
Wetteränderungen
machen
eine
langfristige
Vorhersage
über
Überschwemmungsereignisse
meist
unmöglich. Bauwerke zum Hochwasserschutz
müssen daher so geplant werden, dass eine
Errichtung in kürzester Zeit möglich ist. Je nach
Hochwasserstand sind Kombinationen aus
umlaufenden
Hochwasserschutzbauwerken
und mobilen Schutzmaßnahmen direkt am
Gebäude notwendig. Erwartet man bei einem
Hochwasser nur geringe Wasserstände,
reicht meist ein Damm aus Sandsäcken zur
Abschottung.
Stationäre Anlagen, wie Erddämme, Mauern
oder
Spundwände,
bieten
dauerhaft
Schutz,
beeinträchtigen
allerdings
die
Grundstücksnutzung und das Erscheinungsbild.
Schutzwände für den Bedarfsfall bestehen
meist
aus
Aluminiumdammbalken,
übereinandergestapelt zwischen Stahlstützen.
Als
teilmobiles
System
werden
die
Dammbalkensysteme an fest installierten
Halterungskonstruktionen oder vorbereiteten
Fundamenten befestigt. In der mobilen Variante
stützen errichtete Stahlkonstruktionen auf
der wasserabgewandten Seite die Wände
ab. Zusätzlich helfen Schotts für Türen und
Fenster, den Wassereintritt in das Gebäude zu
verhindern.
Diese
Schutzmaßnahmen
dienen
zur
Abschottung
des
Bauwerks
gegen
Oberflächenwasser.
Ein
umfassender
Hochwasserschutz
erfordert
immer
eine
zusätzliche
Bauwerksabdichtung
gegen
drückendes
Grundwasser
und
Rückstauschutzklappen an den Hausabflüssen.
Nur so lässt sich ein Wassereintritt ins Gebäude
unter Umständen verhindern.
08
3.4. Finanzielle Vorsorge in
Form von Versicherungen
Gegen die finanziellen Risiken eines
Hochwassers kann man sich als Hausbewohner
in einem gewissen Umfang schützen. Zunächst
sollten eigenständig Rücklagen für den
Schadensersatz gebildet werden.
Darüber
hinaus
sorgt
der
richtige
Versicherungsschutz dafür, dass die Aufräumund
Wiederbeschaffungskosten
nach
einem Hochwasser von der Versicherung
übernommen werden. Das Risiko, aufgrund
einer Überflutung Haus und Hof zu verlieren
und damit vor dem finanziellen Ruin zu stehen,
ist also in einem angemessenen Umfang auf
einen Versicherer zu verlagern. Damit dieser
Schutz greift, sollte man vor dem Abschluss
eines Vertrags auf die wichtigsten Klauseln in
den Allgemeinen Versicherungsbedingungen
achten. Im Schadenfall ist das Unglück
so schnell wie möglich an den Versicherer
zu melden, denn die Regulierung des
Schadens in Form der Auszahlung der
vereinbarten
Versicherungssumme
nimmt
selbst bei Versicherungsgesellschaften mit
einer ausgezeichneten Leistungsregulierung
aufgrund der umfangreichen Prüfung des
Schadensfalls einige Zeit in Anspruch.
09
Vor dem Hochwasser
Grundsätzlich unterscheiden die Versicherer
Überschwemmungsschäden
nach
denen
durch Hochwasser, durch Kanalrückstau und
jenen durch Grundwasser.
Als
Hochwasser
definiert
die
Versicherungswirtschaft
ein
oberirdisch
anstehendes
Wasser.
Vor
Mängeln
an
der
Immobilie
schützt
eine
Wohngebäudeversicherung, den Verlust des
Hausrats deckt eine Hausratversicherung ab.
Bei beiden muss ein Schaden aus Hochwasser
explizit im Versicherungsschutz mit dabei
sein. In der Regel geschieht das durch eine
Elementarschadenversicherung.
Schäden, die durch Kanalrückstau entstehen,
zahlt eine Versicherung nur, wenn vorgesehene
Sicherungsmechanismen, wie eine eingebaute
Hebeanlage, nicht ordnungsgemäß reagiert
haben. Dann kommt der Wasser- einem
Leitungswasserschaden gleich.
Beeinträchtigungen,
hervorgerufen
durch
Grundwasser, sind nicht über eine Versicherung
abdeckbar In der Praxis kommt es bei der
Leistungsregulierung dann zu Verzögerungen,
wenn die Beweisführung erschwert ist. Belegt
der Versicherte nicht eindeutig, dass es sich
um einen Hochwasserschaden aus einem
oberirdischen Wassereinbruch handelt, kann
der Versicherer die Leistung reduzieren oder
sogar ganz verweigern.
Wird
ein
Kraftfahrzeug
durch
das
Hochwasser beschädigt, greift in der Regel
die Teilkaskoversicherung, sofern diese für
das betroffene Fahrzeug abgeschlossen
war. Sie ersetzt den Zeitwert des Wagens
und berücksichtigt auch Zubehörteile, wie
beispielsweise einen Verbandkasten oder
einen Kindersitz.
10
SCHNEEDRUCK
STARKREGEN
LAWINEN
HOCHWASSER
ERDBEBEN
ERDSENKUNG
Die Elementarschadenversicherung als
wichtigste Vorsorge
Überschwemmungen, Hagel, Sturm, Erdbeben,
Erdsenkungen oder Schneedruck sind typische
Elementarschäden. Die Versicherungswirtschaft
definiert Elementarschäden also als Schäden,
die durch Naturgewalten verursacht wurden.
Bei Sturm- und Hagelschäden oder solchen
aus Blitzschlag greift üblicherweise die
Wohngebäude- bzw. die Hausratversicherung.
Doch Überschwemmungen, Rückstau oder
Erdbeben sind Gefahren, die durch den
herkömmlichen Versicherungsschutz einer
Wohngebäude- oder Hausratversicherung
nicht abgesichert sind. Deshalb sollte man
sich vor allem in Hochwassergebieten mit einer
Elementarschadenversicherung schützen. Sie
wird von den Versicherungsgesellschaften
üblicherweise in Kombination mit einer
Wohngebäude- oder Hausratversicherung
angeboten.
Der
Versicherer
hat
das
Recht,
einen
Antrag
auf
Abschluss
einer
Elementarschadenversicherung
abzulehnen. Dazu haben die Gesellschaften
Gefährdungsklassen eingerichtet, die an der
statistischen Häufigkeit einer Überflutung
ausgerichtet sind. Liegt also das versicherte
Gebäude
in
einem
ausgewiesenen
Hochwassergebiet, besteht die Gefahr einer
Ablehnung. Auch in Regionen, die nicht als
gefährdet eingestuft sind, kann eine Gesellschaft
den Versicherungsschutz verweigern. Eine
Absage erfolgt, wenn bei starken Regenfällen
bereits mehrfach Keller überflutet wurden. Der
Versicherer ist in solchen Fällen nicht bereit,
einen umfassenden Versicherungsschutz zu
gewährleisten, weil das Risiko für den Eintritt
des Versicherungsfalls als zu hoch erachtet
wird.
Bei Gewährung eines Versicherungsschutzes
treffen
den
Versicherungsnehmer
in
überflutungsgefährdeten Gebieten dennoch
meist einige Vorsorgepflichten. So müssen
funktionsfähige
Rückschlagklappen
angebracht werden, und Abflussleitungen
sind von Verstopfungen freizuhalten, wenn
sie sich auf dem Grundstück befinden.
Ist die Elementarschadenversicherung an
eine Hausratversicherung gekoppelt, ist
man verpflichtet, in den Kellerräumen alle
Gegenstände mindestens 12 ZentimetWer
über dem Boden zu lagern. Mit diesen
Vorsorgemaßnahmen will der Versicherer
die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines
Versicherungsfalls reduzieren und entstehende
Schäden minimieren. Kommt der Versicherte
diesen Verpflichtungen nicht nach, führt das
im Schadenfall unter Umständen zu einer
reduzierten Leistungsregulierung oder gar
zum Verlust des Versicherungsschutzes,
einschließlich einer Kündigung des Vertrags
durch das Versicherungsunternehmen.
11
Versicherungsschutz
Bundesländern
in
den
neuen
So wichtig ist ein Versicherungsvergleich
In den vergangenen Jahren zeigte sich für viele
Regionen in den neuen Bundesländern, dass
eine Versicherung gegen Hochwasserschäden
von besonderer Bedeutung ist. Wer heute
noch eine sogenannte „DDR-Police“ sein
eigen nennt, ist in der Regel ausreichend
gegen Elementarschäden geschützt. Hier
sind Überschwemmungsschäden automatisch
mitversichert. Die Allianz hat diese Policen
in der Vergangenheit übernommen und führt
sie im Wesentlichen unverändert weiter.
Hintergrund ist, dass der Versicherungsriese
das staatliche Versicherungsunternehmen
der
damaligen
DDR
aufkaufte.
Wer
einen solchen Versicherungsschutz aus
früheren Verträgen nicht besitzt, sollte
sich unbedingt um den Abschluss einer
Elementarschadenversicherung
kümmern.
Liegt der Standort der Immobilie in einem
ausgewiesenen Hochwassergebiet, kann es
für den Antragsteller sehr schwierig werden,
einen passenden Schutz zu finden. Stößt er
bei der einen oder anderen Versicherung auf
Probleme, hilft ein Versicherungsvergleich,
doch noch einen bezahlbaren Schutz für
Hochwasserschäden zu finden.
Viele deutsche Versicherer bieten eine
Wohngebäudeversicherung ebenso wie eine
Hausratversicherung in Kombination mit
einer
Elementarschadenversicherung
an.
Darüber hinaus bringen einige Gesellschaften
mehrere Tarife auf den Markt, die sich ganz
an den individuellen Bedürfnissen des
Versicherten orientieren. So kann die Höhe
der Selbstbeteiligung frei gewählt werden,
wenn man auf einen günstigen Schutz Wert
legt. Alternativ bietet sich ein Komforttarif an,
der einem Rundum-Sorglos-Paket gleicht.
Wer eine Absicherung seiner Immobilie
auf höchstem Niveau wünscht, kann sich
für den Premiumschutz eines Versicherers
entscheiden. So ergibt sich eine sehr komplexe
Tariflandschaft, die für den Laien schwer zu
durchschauen ist. Deshalb empfiehlt sich ein
unabhängiger Versicherungsvergleich, der
auch mit einer Beratung durch einen Makler für
Versicherungen kombinierbar ist. Dieser wird
den Bedarf seines Mandanten individuell prüfen
und darauf aufbauend einen leistungsstarken
und günstigen Versicherungsschutz empfehlen.
So ist man im Schadensfall umfassend
abgesichert, ohne dafür unnötig tief in die
eigene Tasche greifen zu müssen.
12
3.5. Verhaltensvorsorge
Wenn
Sie und
Ihre Familie in einem
Gebiet wohnen, welches bereits von
Überschwemmungen betroffen war oder als
gefährdet gilt, lohnt sich eine Verhaltensvorsorge.
Achten Sie verstärkt auf folgende Punkte:
• aktuelle Wetterlage (regional als auch
überregional)
• Pegelstände von Flüssen
• Grundwasserspiegel
Fällt beispielsweise in naher Zukunft übermäßig
viel Regen in Flussgebieten oder Schnee in den
Bergen, welcher in kürzester Zeit zu schmelzen
droht, sind hier bereits erste Anzeichen
für mögliche Überflutungen zu erkennen.
Spätestens,
wenn
bereits
europäische
Nachbarländer
von
Überschwemmungen
betroffen sind, sollten Sie sich auf ein potentielles
Hochwasser einrichten.
Erfolgt vom Deutschen Wetterdienst eine
derartige Vorhersage, bleibt Ihnen meist nur
wenig Zeit (max. zwei Tage), alle wesentlichen
Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Umso wichtiger
ist es, mit Familienmitgliedern und Nachbarn
bereits vorweg die wichtigsten Maßnahmen zu
planen und durchzusprechen.
Diskutieren Sie hierfür mit der Familie über
einzelne, potenzielle Gefahren. Legen Sie
genaue Verhaltensregeln fest, damit im
Ernstfall jedes einzelne Familienmitglied den
Aufenthaltsort der Anderen kennt. Besonders
Kinder müssen genau wissen, wo sie bei Gefahr
Schutz finden können.
Vor,
während
und
nach
einem
Hochwasserereignis sind verschiedene Dinge
zu koordinieren. Klären Sie frühzeitig die
Aufgabenverteilung ab. Jedes Familienmitglied
sollte wissen, wo sich der Hauptschalter für
Wasser, Strom, Heizung, Gas etc. befindet.
Bei Kindern empfiehlt es sich, den Ernstfall zu
üben. Teilen Sie Ihren Notfallplan auch Ihren
Nachbarn mit.
13
4. Situation kurz vor
einer Flut
4.1. Woher erhalten Sie die
wichtigsten Informationen
zur aktuellen Situation?
Informationen über die Pegelstände der Flüsse
in Ihrer Nähe erhalten Sie auf verschiedenen
Wegen. Generell werden die Pegelstände,
also auch bei Normalwasserstand, von den
zuständigen Ämtern veröffentlicht. Es existieren
folgende Informationsmöglichkeiten:
•
Regionale
Radiosender:
Hochwassermeldungen mit Pegelstand sowie
Warnungen
• Fernsehen: Videotext des öffentlichrechtlichen Fernsehanbieter der Region
• Automatische Fernsprechansage durch die
Telekom
• Internet
Hochwasserinformationen
und
aktuelle
Auskünfte über Pegelstände erhält man
auf
zahlreichen
Internetplattformen.
Je nach Webseite finden sich dort
Informationen über aktuelle Wasserstände,
Hochwasservorhersagen und -warnungen
sowie Pegelkarten.
• Die Internetseite der jeweiligen Behörde ist
einsehbar unter www.hochwasserzentralen.
de. Sie wählen hier Ihre Region aus und
erhalten Daten über Pegelstände sowie
Hochwasserwarnungen und Lageberichte.
Neben
bundesländerübergreifenden
Informationen gibt es auch Hinweise zur Lage
in Nachbarländern sowie ein mobiles Angebot
für Smartphones.
• Die offizielle Internetpräsenz der Wasserund Schifffahrtverwaltung des Bundes www.
wsv.de bietet Pegelstände aller Städte bzw.
Flussregionen an.
• Gewässerkundliches Informationssystem der
WSV unter www.pegelonline.wsv.de/gast/start
• Unter www.elbetreff.de/elbe/wasserstand.htm
finden Sie neben Pegelständen der Elbe auch
Angaben für automatische Telefonansagen
über Wasserstände Ihrer Region, z.B. gilt für
Magdeburg die Rufnummer 0391-19429.
• Wasserstandsvorhersagen für die deutsche
Küste (Nord- und Ostsee) des Bundesamtes
für Seeschifffahrt und Hydrographie unter www.
bsh.de/aktdat/wvd/wahome.htm
14
• Hochwassernachrichtendienst von Bayern
unter www.lfu.bayern.de/wasser/index.htm
(LUIS-BB) unter www.mugv.brandenburg.de/
cms/detail.php/bb1.c.333844.de
•
Hochwasservorhersagezentrale
von
Baden-Württemberg unter www.hvz.badenwuerttemberg.de/
• Bundesanstalt für Gewässerkunde unter www.
bafg.de/
• Hochwasservorhersagezentrale für SachsenAnhalt unter www.hochwasservorhersage.
sachsen-anhalt.de
• Hochwassermeldedienst von Rheinland-Pfalz
unter www.hochwasser-rlp.de
•
Der
Elektronische
WasserstraßenInformationsservice (ELWIS) bietet unter www.
elwis.de/Aktuelles/index.html wasserkundliche
Informationen zur Eislage, zu ausgewählten
Wasserständen an deutschen Wasserstraßen
sowie Hochwasservorhersagen.
•
Landwirtschaftsund
Umweltinformationssystem Brandenburg-Berlin
•
Telefonnummern
für
automatische
Pegelansagen für den Rhein, Main oder die
Mosel
unter
www.hochwasser.de/service/
wo-finde-ich-welche-informationen/tipps-undtricks-im-notfall/der-pegel.html#c37
Informationen zum Wetter und Warnungen
finden Sie auch unter:
• www.dwd.de Deutscher Wetterdienst
• www.wetteronline.de/pegelstaende
• www.wettergefahren.de
15
Grundsätzlich gibt es eine bestimmte
Pegelgrenze, ab der man einen öffentlichen
Warndienst einrichtet. Bei Überschreitung
dieses Wasserpegels läuft ein amtlicher
Automatismus an. Dies beinhaltet eine
Kooperation mit den lokalen Medien, die zeitnah
eine Pressemeldung dazu veröffentlichen. Wird
ein schwerwiegender Wasseranstieg erwartet,
erfolgt die Warnung vor einer Überflutung z.B.
per Radiofunk. In den Sondermeldungen werden
nicht nur Pegelstände, sondern auch Prognosen
zur weiteren Entwicklung (von bis zu 24 h)
abgegeben. Für die Hochwasserwarnungen
sind die Hochwasserschutzzentralen zuständig,
welche Bestandteil der Wasserbehörden der
Bundesländer sind.
8
7
6
5
4
16
4.2. Die letzten
Schutzvorkehrungen
Räumung der eigenen vier Wände
Abdichten
Zunächst sind gefährdete Räume zu
leeren. Räumen Sie jegliche tieferliegende
Räumlichkeiten, wie Keller oder Garage,
möglichst früh genug aus. Im Bedarfsfall kann
professionelle Hilfe von Speditionen organisiert
werden. Oft genügt es bereits, Wertsachen und
das Mobiliar auf eine andere Etage des Hauses
zu verlegen. Notfalls bringen Sie Ihr Eigentum
bei Freunden oder Angehörigen unter.
Dichten Sie gefährdete Türen, Fenster
und weitere vom Wassereintritt gefährdete
Gebäudeöffnungen
ab.
Je
nach
Wasserüberständen kann hier auf wasserdichte
Schotts
oder
Dammbalkensysteme
zurückgegriffen
werden.
Bei
geringem
Hochwasserpegel bieten gefüllte Sandsäcke
ausreichend Schutz.
Sichern Sie Ihre wichtigsten Dokumente
und Erinnerungsstücke
Vorsicht bei Chemikalien und Öl
Neben den wichtigsten Dokumenten (wie
Geburtsurkunden, Verträge, Versicherungs- und
Bankdokumente etc.) ist es ratsam, Unterlagen
mit ideellen Wert (Erinnerungsstücke, wie Fotos,
Tagebücher, Briefe) zu sichern, da diese nur
schwer oder gar nicht wiederbeschafft werden
können.
Am besten stellen Sie eine Liste mit den
wichtigsten Telefonnummern und Adressen von
Angehörigen und Rettungsdiensten zusammen.
Heizungsanlage schützen
Schalten Sie Brenner, Thermen etc. rechtzeitig
aus, damit diese im abgekühlten Zustand
ausgebaut werden können. Einen Großteil der
Schadensumme eines Hochwassers lässt sich
auf Schäden an Ölheizungen zurückführen.
Strom abstellen
Nehmen Sie zuerst alle elektrischen Geräte in
den bedrohten Räumen vom Netz und sichern
Sie diese anderenorts. Stellen Sie den Strom
in den gefährdeten Räumen generell ab. Eine
Notbeleuchtung ist von Vorteil. Informieren Sie
sich bei Ihrem Stromversorger, ob und falls
ja, wann Ihr Stadtteil von der Stromverteilung
getrennt wird.
Entfernen Sie unbedingt jegliche Art von
Behältern mit Altöl, Chemikalien, Farben, Lacken,
Wasch- und Reinigungsmitteln aus den infrage
kommenden Räumlichkeiten. In einem Ernstfall
verschmutzen diese Substanzen nicht nur das
Wasser, sondern auch Ihre Wohnumgebung
sowie die Umwelt. Bei Austritt muss sofort die
Feuerwehr verständigt werden. Hinsichtlich der
vergangenen Hochwasser stellte sich heraus,
dass bis zu 70% der Hochwassersachschäden
an Gebäuden durch ausgetretenes Heizöl
entstand.
Befestigen Sie jegliche mobile Objekte
z.B. Mülltonnen
Falls genug Zeit bleibt, organisieren die örtlichen
Abfallwirtschaftsbetriebe Sonderentleerungen
der Hausmülltonnen. Falls das Zeitfenster
dafür zu klein ist, sichern Sie Ihre Mülltonnen
unbedingt gegen mögliches Wegschwimmen.
Fahrzeuge aus möglicher Gefahrenzone
entfernen
Entfernen Sie Ihre Fahrzeuge rechtzeitig
aus den hochwassergefährdeten Gebieten,
und erkundigen Sie sich vorher, wo Sie
diese sicher abstellen können. Behindern
Sie beim Wegfahren der Fahrzeuge weder
Hilfsorganisationen noch Ihre Mitmenschen.
Ferner sind Hausentwässerungsanlagen sowie
Rückstauklappen im Keller zu überprüfen.
17
4.3. Verhaltensregeln
einer Flut
vor
Da
Hochwasser
auch
immer
eine
Ausnahmesituation für den Menschen darstellt,
sollten Sie sich wohl überlegt und organisiert
auf die kommende Situation einstellen. Dazu
gehört, die getroffenen Vorsorgemaßnahmen
zu überprüfen und zu ergänzen. Generell gilt,
Vorsorge ist besser als Nachsorge. Wenn
es die Zeit erlaubt, treffen Sie lieber mehr
Vorkehrungen als nötig.
Informieren Sie gegebenenfalls Mitbewohner
oder Nachbarn, die aktuell nicht vor Ort sind.
Verlassen Sie umgehend bzw. meiden Sie
gefährdete Gewässer- und Uferbereiche.
Beachten
Sie
zudem
von
Vorabsenkungen
von
und
Stauanlagen
sowie
Hochwasserwellen.
Warnungen
Talsperren
künstlichen
Die Zusammenarbeit zwischen den Bürgern ist
das A und O. Bei Kraft- und Zeitreserven helfen
Sie Ihren Mitmenschen oder nehmen Sie bei
Bedarf die Hilfe anderer in Anspruch.
18
4.4. Das Notfallgepäck was
packe ich ein?
In einer Hochwassersituation gibt es zahlreiche
Dinge, an die Sie denken sollten. Damit man
auch nichts vergisst, lohnt es sich, eine Liste
anzufertigen.
Zahlreiche nützliche Hilfsmittel lassen sich
bereits im Vorfeld sehr einfach besorgen. Ein
Notfallgepäck, welches eine gewisse Zeit lang
für Unabhängigkeit sorgt, kann bestehen aus:
• sauberen Trinkwasser (eine Tagesration pro
Person)
• haltbaren
Konserven
Lebensmitteln,
zum
Beispiel
•
einer
Hausapotheke,
notwendigen
Medikamenten (z.B. Asthmaspray)
Denken Sie daran, nur das Nötigste
einzupacken, vor allem keine sperrigen
Gegenstände. Möbeltransporte sind nur
dann überlegenswert, wenn genug Zeit dafür
besteht. Materielle Güter sind ersetzbar und
daher sollte das Sichern von Menschenleben
höchste Priorität haben.
In Anbetracht eines längeren Aufenthaltes
außerhalb der eigenen vier Wände können
folgende Anschaffungen hilfreich sein:
• Gummistiefel oder Wathose
• Campingkocher und andere stromunabhängige
Kochstellen
• Hygieneartikeln
•
Wärmflaschen,
Wolldecken
• Taschenlampen mit Ersatzbatterien oder
Kerzen und Streichhölzer zur Beleuchtung
• Waschschüssel und Ersatztoilette (z.B. eine
Campingtoilette)
• Handy (vollständig geladen)
Darüber hinaus lohnt sich bei häufig auftretendem
Hochwasser eine Grundausrüstung aus
Sandsäcken mit Füllmaterial, Tauchpumpen
mit
FI-Schutzschalter
sowie
Schlauch,
Rettungswesten, eine Warnlampe und ein
Notstromaggregat. Überprüfen Sie diese
regelmäßig, da Sie im Ernstfall nur schwer
Ersatz dafür bekommen. Die Feuerwehr oder
andere Hilfsorganisationen verleihen generell
nichts, da sie auf ihre eigene Ausrüstung
angewiesen sind.
• Radio mit Ersatzbatterien
• Ersatz- bzw. Wechselkleidung
Taschenwärmer
oder
19
4.5. Evakuierung
Verhaltensregeln bei einer Evakuierung
Während einer Evakuierung gilt der Grundsatz:
Menschenleben vor der Erhaltung von
Sachwerten. An erster Stelle steht, das
eigene Leben sowie das Leben anderer zu
schützen. Planen Sie die Versorgung aller
Familienmitglieder im Allgemeinen und im
Speziellen von hilfsbedürftigen und kranken
Personen sowie Kindern. Ist Ihnen das nicht
möglich, verständigen Sie Hilfsorganisationen
oder holen Sie Hilfe über private Dienstleister.
Falls Sie Nutz- oder Haustiere besitzen, sollten
Sie auch diese aus der Gefahrenzone schaffen.
Stellen Sie rechtzeitig Ihr Notfallgepäck
zusammen. Falls Sie wichtige Unterlagen
nicht
anderenorts
sichern
können,
nehmen Sie die nötigsten Dokumente,
wie
Versicherungsunterlagen,
Urkunden
etc., mit. Vergessen Sie zudem nicht, Ihre
Krankenversicherungskarte
sowie
Ihren
Personalausweis bei sich zu führen. Wenn Sie
noch nicht wissen, wo Sie unterkommen werden,
ist auf die Mitnahme von Wertgegenständen zu
verzichten.
Achten Sie auf die Durchsagen von
Lautsprecherfahrzeugen und folgen Sie den
Anweisungen der Einsatzkräfte.
20
Organisation einer Evakuierung
Droht eine Region oder ein Stadtteil
zeitnah zu überfluten, wird vorsorglich eine
Evakuierung angeordnet. Hierfür geht eine
Pressemitteilung an die örtlichen Medien,
welche die Evakuierungsdaten in Eilmeldungen
veröffentlichen. Grundsätzlich ist es ratsam,
dass Sie Ihr Heim selbstständig verlassen
und eine eigene Notunterkunft für Ihre
Familie organisieren können. Krankenhäuser,
Pflegeheime etc. werden stets von örtlichen
Einsatzkräften
und
Hilfsorganisationen
evakuiert.
Über Medien oder Lautsprecheransagen
von Fahrzeugen der Einsatzkräfte erfahren
Sie zudem die Lage der Notunterkünfte oder
Sammelstellen, von denen die evakuierte
Bevölkerung zu Notunterkünften transportiert
werden kann.
Ist das Hochwasser besonders stark,
rückt
die
Deutsche
Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) an, die im Auftrag der
Stadtentwässerungsbetriebe
handelt.
Die
DLRG hilft, betroffene Häuser und Grundstücke
zu erreichen. Notfalls werden hierfür Fahrzeuge
und Boote eingesetzt. Alle anderen Helfer
der Gefahrenabwehr, wie zum Beispiel vom
Technischen Hilfswerk oder der Feuerwehr, sind
ebenfalls vor Ort und dringen mit Ihrer eigenen
Ausrüstung zu den Betroffenen vor.
Im Falle einer Evakuierung übernehmen
die Kommunen die Grundversorgung, d.h.
regionale Unterkünfte (wie Sporthallen), mobile
Küchen oder Waschmöglichkeiten. Eine
Zusatzversorgung, beispielsweise die soziale
Betreuung, erfolgt durch Hilfsorganisationen.
21
5. Während eines
Hochwassers
5.1. Organisation
Die Gefahrenabwehr bei Hochwasser liegt
zunächst im Zuständigkeitsbereich des (Ober)
Bürgermeisters oder örtlichen Landrats. Diese
Bürgervertreter sind dazu berechtigt, bei Bedarf
Katastrophenalarm auszulösen.
Ein
dafür
gegründeter
Verwaltungsund
Führungsstab
koordiniert
die
Hochwassermaßnahmen. Letzterer übernimmt
die Umsetzung der Einsatzmaßnahmen.
Neben den örtlichen Einsatzkräften kann
zusätzliche Verstärkung (z.B. Bundeswehr,
Hilfsorganisationen) angefordert werden. Ist die
Kreisebene nicht in der Lage, das Hochwasser
zu bewältigen, übernimmt ein Krisenstab auf
Landesebene das Management.
Bestandteile eines Gefahrenabwehrplanes
sind
neben
Hochwassergefahrenkarten
Listen und Karten mit besonders gefährdeten
Objekten sowie Einsatz-, Versorgungs- und
Evakuierungswege.
22
5. 2. Verhaltensregeln
während eines Hochwassers
Eine Hochwassersituation sollte keinesfalls
unterschätzt werden. Um Gefahren zu meiden,
beachten Sie folgende Regeln dringend:
• Gehen Sie im Falle von Überschwemmungen
auf gar keinen Fall in den Keller oder die
Tiefgarage.
• Bewahren Sie Ruhe! Panik ist zu keinem
Zeitpunkt hilfreich.
• Betreten Sie grundsätzlich keine Uferbereiche
(Unterspülungs- und Abbruchgefahr).
• Befolgen Sie immer die Anweisungen der
Einsatzkräfte vor Ort. Jene verfügen über
die entsprechenden Erfahrungen für den
vorliegenden Ausnahmezustand.
•
Fahrten
mit
dem
Privatboot
auf
hochwasserführenden
Gewässern
sind
aufgrund von Wellenbildung und Gefahr durch
Hindernisse untersagt.
• Begeben Sie sich auf gar keinen Fall in
Gefahr, um Hab und Gut sichern zu wollen. Sie
gefährden damit nicht nur sich selbst, sondern
auch die Einsatzkräfte, die Sie gegebenenfalls
bergen müssen. Ein Menschenleben zählt mehr
als materielle Güter!
• Beachten Sie Absperrungen jeglicher Art.
• Generell gilt: keine Rettungsversuche ohne
Eigensicherungen! Rufen Sie stattdessen Hilfe.
Besondere Vorsicht gilt bei Fahrzeugen: Da
Straßen und Wege überfluten sein können,
sollten Sie Fahrten im Hochwasser dringend
vermeiden. Neben der Motorschädigung
können Aquaplaning, Treibgut oder Steinschlag
zu lebensgefährlichen Situationen führen.
Ist es notwendig, eine überflutete Stelle zu
23
überqueren, fahren Sie Schritttempo und
tasten Sie sich langsam vor. Steht Ihr Fahrzeug
bereits bis zur Ölwanne oder über den Rädern
im Wasser, sollten Sie es keinesfalls starten,
sondern abschleppen und in einer Werkstatt
überprüfen lassen.
Wenn Sie zum ersten Mal vom Hochwasser
betroffen sind, machen Sie sich Notizen über die
Situation bei bestimmten Flusswasserständen
in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Halten
Sie auch fest, ab welchen Pegelstand das
Wasser Ihr Haus erreicht hat. Auf diese Weise
sind Sie auf das nächste Hochwasser besser
vorbereitet und können rechtzeitig Maßnahmen
zur Prävention ergreifen.
Eine ausführliche Dokumentation Ihrer Schäden
und der generellen Situation in Ihrer Nähe hilft
vor allem bei Schadensersatzforderungen.
Dokumentieren Sie daher in Form von Fotos,
Markierungen oder Berichten das Ausmaß der
Überschwemmungen.
24
5.3. Wie kann ich helfen als
Nichtbetroffener?
Als
Nichtbetroffener
können
Sie
auf
verschiedensten Wegen helfen, zum Beispiel
in Form von Verpflegung, mit Spenden von
Sachgegenständen oder Geld. Häufig bieten
Helfer aber auch Ihre Arbeitskraft vor Ort an.
Neben den offiziellen Helfereinsätzen geschieht
vieles in Eigenregie. So kommt es vor, dass sich
Betroffene und Nichtbetroffene über soziale
Netzwerke im Internet finden und austauschen.
Die gute Vernetzung macht es möglich,
dass sich der Hilfeaufruf innerhalb kürzester
Zeit weiterverbreitet und sich die Helfer
untereinander optimal absprechen (Anreise,
Zeitplan, Art der Tätigkeit). Durch die Bildung
von Mitfahrgelegenheiten kommen auch
Menschen anderorts zum Katastrophenort, um
Hilfe zu leisten.
Zudem gibt es zahlreiche öffentliche
Helferplätze, wo Freiwillige Säcke und Bigpacks
mit Sand befüllen. Bevor Sie dort zur Schaufel
greifen, ist eine Anmeldung (Name, Adresse)
aus Versicherungsgründen im Anmeldezelt
nötig.
An diesen Stellen befinden sich neben
Sandsäcken,
Schubkarren
etc.
auch
Verpflegung, Toiletten sowie ein Ärzteteam. Seien
Sie beispielsweise bei Werkzeugknappheit
kreativ. So kann eine Auffahrbühne für
Schubkarren aus herumstehenden Objekten
konstruiert werden, um auf dem schnellsten
Wege Bigpacks mit Sand zu befüllen.
Grundsätzlich gilt: Ganz gleich, wie engagiert
Sie sind, legen Sie regelmäßige Pausen ein.
Dabei dürfen Sie keineswegs vergessen,
ausreichend Nahrung sowie insbesondere
reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Scheuen Sie außerdem nicht, bei Unwohlsein
einen Arzt aufzusuchen. Engagement ist
wichtig, sollte allerdings nicht die eigene
Gesundheit gefährden.
25
6. Nach dem
Hochwasser
Ist das Hochwasser vorbei, fängt die Arbeit
für Betroffene erst richtig an. Es muss sich
neben dem finanziellen Aspekt auch um die
Beseitigung des Chaos gekümmert werden.
6.1. Aufräumarbeiten
Das Durcheinander nach einer solchen
Katastrophe ist meist groß, weswegen
die Aufräumarbeiten häufig nur langsam
vorangehen. Animieren Sie zunächst Ihren
Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis
und lassen Sie sich von allen helfen, die mit
anpacken möchten. Unterstützen Sie sich am
besten gegenseitig, indem Sie zum Beispiel
anschließend auch den Nachbarn unter die
Arme greifen.
Sind die Schäden des Hochwassers zu groß,
können Sie sich an die Hochwasserhotline
wenden oder auf den Städteportalen nach
Hilfe suchen. Häufig melden sich Freiwillige,
die Ihnen dann vermittelt werden können. Zu
guter Letzt finden sich zahlreiche Helfer über
die Kommunikationsplattform Facebook. Dort
gab es 2013 eine Vielzahl von Usergruppen,
die Hilfe organisierten.
Instandsetzung: Das sollten Sie nach
einem Hochwasser beachten
Wenn Sie von einem Hochwasser betroffen
sind, bewahren Sie vor allem Ruhe. Das trifft
ganz besonders auf die Instandsetzung des
alten Lebensraumes zu. Überstürzen Sie nichts.
Bei den einzelnen Maßnahmen beachten Sie
folgende Punkte:
• Beseitigen Sie so schnell wie möglich
Schlamm, der sich nach dem Hochwasser in
Ihren Wohnräumen ausgebreitet hat. Trocknet
der Schlamm aus, ist er deutlich schwerer zu
entfernen.
•
Prüfen
Sie
zunächst,
ob
noch
Grundwassergefahr besteht, ehe Sie damit
beginnen, Ihre Wohnräume wieder leer zu
pumpen. Lassen Sie einen Fachmann die
Räumlichkeiten hinsichtlich der Statik prüfen.
• Es gilt: Je schneller Sie betroffene Stellen im
Gebäude trocknen, desto eher verhindern Sie
bleibende Schäden. Diese zeigen sich häufig
in Form von Bauschäden, Schimmelpilz oder
Schädlingsbefall. Setzen Sie zur Trocknung
deshalb zusätzlich Heizgeräte ein.
26
• Besondere Vorsicht ist auch bei elektrischen
Geräten, Maschinen und Anlagen geboten.
Überprüfen Sie diese genau und ziehen Sie
notfalls einen Fachmann zurate, ehe Sie
diese wieder nutzen. Gleiches gilt auch für
Heizöltanks.
• Defekte Gerätschaften oder Apparate mit
deutlichen Mängeln und Schäden sollten am
besten direkt entsorgt werden. Das ist wichtig,
damit Sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt
unbewusst darauf zugreifen.
• Überprüfen Sie außerdem die Fußbodenbeläge.
Es lohnt sich, den Belag zu entfernen oder
zumindest zu öffnen. Auf diese Weise haben Sie
oder ein Fachmann einen besseren Einblick.
27
Umwelt und eigene Sicherheit: Das gilt
es zu beachten
Auch zum Schutze der Umwelt und der eigenen
Sicherheit gilt es, einige Aspekte zu beachten:
• Rufen Sie die Feuerwehr, wenn Sie feststellen,
dass durch das Hochwasser Schadstoffe in
die Umwelt gelangt sind. Hierzu zählen zum
Beispiel Farben, Lacke und Ölbindemittel, aber
auch Heizöl und Schutzmittel für Pflanzen.
• Stoßen Sie im Zuge der Aufräumarbeiten
auf dicke Ölschlammschichten, die sich zum
Beispiel in Ihrem Garten ausgebreitet haben,
sollten Sie unbedingt das Amt für Landwirtschaft
verständigen.
• Lüften Sie alle Räume gut aus, wenn Sie hierin
arbeiten. Denken Sie außerdem daran, nicht zu
rauchen oder ein offenes Feuer zu entfachten.
Besonders dann nicht, wenn zuvor Schadstoffe
freigesetzt wurden.
• Entsorgen Sie jegliche Lebensmittel,
die vom Hochwasser betroffen waren.
Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse aus
Überschwemmungsgebieten sind zu meiden.
• Prüfen Sie zudem, ob ein Badeverbot vorliegt.
28
6.2. Finanzielle Soforthilfe
Als vom Hochwasser geschädigte Person
sind Sie berechtigt, einen Antrag auf
finanzielle Soforthilfe zu stellen. Deren Höhe
unterliegt den landesspezifischen Richtlinien.
Beispielsweise entspricht diese in SachsenAnhalt für einen Erwachsenen bis zu 400,00€,
die eines minderjährigen Kindes 250,00€. Pro
Haushalt ist eine Mindestgrenze festgelegt.
Die Höhe der Unterstützung darf zudem die
Schadenshöhe nicht übersteigen. Erhaltene
Versicherungsleistungen
oder
Leistungen
Dritter zur Abdeckung derselben Schäden
werden angerechnet. Die Verbraucherzentrale
der einzelnen Bundesländer berät Betroffene
hierbei persönlich und richtet im Bedarfsfall
explizit eine gebührenfreie Hotline ein.
Informationen über die finanzielle Soforthilfe
finden Sie im Internetportal Ihrer Stadt
oder auf der Webpräsenz der zuständigen
Bundesanstalt. Neben aktuellen Informationen
zum Hochwasser, wichtigen Telefonnummern
und weiteren Maßnahmen, finden Sie hier auch
Formulare für die Beantragung der Soforthilfe.
vollständig aus. Unterschreiben Sie diese und
fügen Sie gewünschte Belege und Nachweise
bei. Grundsätzlich gilt: Je detaillierter die
Anträge ausgefüllt sind, desto höher ist die
Chance auf eine schnelle Auszahlung. Wird Ihr
Antrag bewilligt, so wird Ihr Geld in wenigen
Wochen angewiesen.
Außerdem hat die Bundesregierung hinsichtlich
finanzieller Unterstützung eine Website zum
Thema „Fluthilfe“ eingerichtet. Sie finden diese
unter www.bundesregierung.de/fluthilfe/.
29
6.3. Versicherungsschutz
In der Regel wird sich erst im Schadenfall zeigen,
ob ein Versicherer die Serviceversprechen
hält, die man vor dem Vertragsabschluss als
Kunde häufig zu hören bekommt. Damit der
Versicherungsschaden so schnell wie möglich
beglichen wird, sollte sich der Versicherte an
einige Regeln halten. Damit beschleunigen
Sie die Leistungsprüfung, als die wichtigste
Voraussetzung für eine zügige Regulierung.
Zunächst ist der Sachverhalt so schnell wie
möglich an die Versicherung zu melden. Das
geschieht am besten mit einer Schadensmeldung
per Einschreiben und Rückschein. Verzichten
Sie auf eine Online-Meldung, hier ist der
Empfang der Nachricht schwer nachzuweisen.
Belegen Sie außerdem den entstandenen
Schaden im Detail, beispielsweise mit Hilfe
von Fotos. Der Versicherer wird eine Auflistung
aller beschädigten Gegenstände anfordern.
Versenden Sie diese ebenfalls gleich mit der
Schadensmeldung.
Der Versicherte ist verpflichtet, einen Schaden
unverzüglich zu melden. Lassen Sie also bei
der Schadensmeldung an die Gesellschaft
keine Zeit verstreichen. Zudem ist der
Versicherungsnehmer angehalten, alles zu
tun, um weiteren Schaden zu minimieren. Sind
also Fenster aufgrund des Wassereintritts
zerbrochen, dichten Sie diese umgehend ab.
Bringen Sie Hausrat im Keller nach Möglichkeit
in höher gelegene Zimmer.
Von
der
Schadensminimierung
streng
abzugrenzen sind die Aufräumarbeiten. Damit
sollten Sie als Versicherter warten, bis ein
Gutachter den Versicherungsschaden beurteilt
hat. Lediglich Gefahrenstellen dürfen Sie
beseitigen, auch Zimmer wieder begehbar
machen. Wer sich hier mit seiner Versicherung
abspricht, beugt späteren Streitigkeiten
rechtzeitig vor.
Trotz aller Sorgfalt kann einige Zeit ins
Land gehen, bis der Versicherer seine
Leistungspflicht geprüft hat und die Auszahlung
der Schadenssumme veranlasst. Rund vier
Wochen nach der Meldung, einschließlich der
Einreichung aller erforderlichen Unterlagen,
sollte eine Reaktion durch den Versicherer
erfolgen. Mit der Übernahme des Schadens
können Sie dann zerstörte Gegenstände
reparieren oder neu beschaffen.
30
7. Anhang
Informationen zu Pegelständen und Hochwasserwarnungen:
www.hochwasserzentralen.de
www.wsv.de (Wasser- und Schifffahrtverwaltung des Bundes)
www.pegelonline.wsv.de/gast/start (Gewässerkundliches Informationssystem der WSV)
www.elbetreff.de/elbe/wasserstand.htm
www.bsh.de/aktdat/wvd/wahome.htm (Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie)
www.lfu.bayern.de/wasser/index.htm (Hochwassernachrichtendienst von Bayern)
www.hvz.baden-wuerttemberg.de (Hochwasservorhersagezentrale von Baden-Württemberg)
www.hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de (Hochwasservorhersagezentrale für
Sachsen-Anhalt)
www.hochwasser-rlp.de (Hochwassermeldedienst von Rheinland-Pfalz)
www.elwis.de (Elektronische Wasserstraßen-Informationsservice)
www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.333844.de (Landwirtschafts- und
Umweltinformationssystem Brandenburg-Berlin)
www.bafg.de (Bundesanstalt für Gewässerkunde)
Informationen zum Wetter und Warnungen:
www.dwd.de (Deutscher Wetterdienst)
www.wetteronline.de/pegelstaende
www.wettergefahren.de
Information zur Fluthilfe:
www.bundesregierung.de/fluthilfe/
Hilfreiche Webseiten:
www.bmvbw.de/Anlage16214/Hochwasserschutzfibel.pdf (Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)
www.ufz.de/export/data/1/26724_Hochwasserschutz.pdf
www.lawa.de
www.hochwasser.de/service/tipps-und-tricks.html
31
Autorin:
Franziska Knobloch
Bildernachweise:
Bei den Bildern der Seiten 06, 23, 27, 28 sowie dem Coverbild handelt es sich um Fotos
von fotolia.de.
Die Bilder auf den Seiten 03, 09, 12, 17, 22, 24 (1.) und 29 wurden von der Autorin zur
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Die Bilder der Seiten 07, 19, 20, 21,24 (2., 3.) und 26 stammen vom THW (Bundesanstalt
Technisches Hilfswerk). Alle Rechte an diesen Bildern liegen beim THW.
Auf den Seiten 14 und 15 finden sich Bilder der Plattform pixabay. Jene unterliegen der
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