close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

des Schulvereinsvorstands der internationalen Deutschen Schule

EinbettenHerunterladen
TAKTYK
Strategie Update
Ausgabe vom 27.10.2014
SZKB Investmentausblick
Marktausblick und Prognosen
Einkaufsmanagerindizes (PMI)
Marktausblick
70
65
60
Konjunktur
55
50
Wachstumsschwelle
45
40
35
30
2007
2008
2009
PMI Welt
2010
PMI USA
2011
2012
PMI Schweiz
2013
PMI Eurozone
Zinsen
2014
PMI China
Quelle: Bloomberg, SZKB
In der Eurozone (50.3) und der Schweiz (50.4)
nähern sich die PMI-Indizes der 50-Punkte-Marke.
Optimistischer sind die Einkaufsmanager in den
USA (56.6) und China (51.1, mit leicht steigender
Tendenz gegenüber dem Jahresbeginn).
Entwicklung Zinsen
Aktien
Immobilien
Alternative
Anlagen
Die jüngsten Turbulenzen an den Märkten gingen auch an den Hedge Fonds nicht spurlos
vorbei. Die Marktbedingungen werden jedoch weiterhin positiv beurteilt.
Rohstoffe
Die Rohstoffmärkte haben aktuell einen schweren Stand und bei einigen Rohwaren kam es
jüngst analog zu den Aktienmärkten zu einer deutlichen Kurskorrektur. Gold hingegen
profitierte einerseits von den zunehmenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken,
andererseits gehen wir davon aus, dass der stärkere US-Dollar einen deutlichen Preisanstieg
verhindern wird.
3-Monats-Libor CHF
10-Jahres-Swap CHF
Die sich abzeichnende Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone ist
eingetroffen bzw. hat sich fortgesetzt. Dass nun auch Deutschland schwächelt ist kein gutes
Zeichen für den weiteren Verlauf der Konjunktur in Europa – und ist ein Risikofaktor für die
Schweiz. Grossbritannien und die USA reiten hingegen weiterhin auf einer robusten
Wachstumswelle.
Im Verlauf dieses Jahres profitierten die Bondmärkte (insbesondere Staatsanleihen) von der
anhaltend expansiven Geldpolitik der Notenbanken und - wie auch jüngst - immer wieder
von der Verunsicherung der Anleger. Zudem verlangsamte sich das weltweite Wirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten. Die Flucht in sichere Anlagen liess die Renditen
förmlich schmelzen.
Die Aktienmärkte mussten in den vergangenen Wochen fast durchwegs negative Notierungen hinnehmen. Grund dafür waren in erster Linie die aufkeimenden Sorgen bezüglich der
Entwicklung der Weltwirtschaft. Dazu standen und stehen die im Rahmen der Berichtssaison
veröffentlichten Quartalsabschlüsse zahlreicher Unternehmen im Fokus.
Der Preisanstieg am Schweizer Immobilienmarkt befindet sich immer noch in der Risikozone, ist zuletzt jedoch etwas gebremst worden.
Prognosen
3-Monats-Libor EUR
BIP Wachstum in %
13
14(S)
15(S)
13
Schweiz
Eurozone
2.0
-0.4
1.8
0.9
2.0
1.1
-0.2
1.4
-0.1
0.6
0.3
1.1
3.2
12.0
3.2
11.6
3.1
11.0
UK
USA
Japan
1.7
2.2
1.5
3.3
2.3
1.2
3.2
3.4
1.3
2.6
1.5
0.4
1.8
1.9
2.9
1.9
2.2
2.0
7.8
7.5
4.0
7.4
6.5
3.6
7.0
5.8
3.4
10-Jahres-Swap EUR
3-Monats-Libor USD
10-Jahres-Swap USD
-120
-100
-80
-60
-40
-20
0
Basispunkte seit Jahresbeginn
Quelle: Bloomberg, SZKB
Inflation in %
14(S)
15(S)
Arbeitslosenrate in %
13
14(S)
15(S)
Quelle: ZKB
Ausblick Finanzmärkte
27.10.2014
Performance Aktien und Währungen
Zinsen
Schweiz
SMI
Europa
Euro Stoxx 50
S&P 500
Nordamerika
Nikkei 225
MSCI EMMA
EUR/CHF
USD/CHF
-20%
0%
20%
Prozent seit Jahresbeginn
40%
60%
Prozent 2013
Quelle: Bloomberg, SZKB
Anlagestrategie (Portefeuille Ausgewogen)
Liquidität
-2
Aktien
3
Immobilien Schweiz
-1
Alternative Anlagen
neutral
Rohstoffe
neutral
-3
-2
-1
0
1
2
Abweichungen ggü. neutraler Quote in %-Punkten
3
4
Quelle: SZKB
Quelle: SZKB
2
|
SMI
Euro Stoxx 50
S&P 500
Nikkei 225
MSCI EMMA
in CHF
in CHF
1.206
0.952
2014 (YTD)
Prognose
Prognose
in Bps. in 3 Monaten in 12 Monaten
-1.20


-84.05


-20.29


-101.80


-1.30


-66.07


in %
4.58%


-1.93%


6.29%


-5.54%


-1.83%


in %
-1.75%
1.20-1.24
1.20-1.30
6.02%
0.93 - 0.97
0.95-1.05
Quellen: Bloomberg, Telekurs, SZKB
Kommentar zur aktuellen Anlagetaktik
neutral
Obligationen
Aktien
Schweiz
Europa
Nordamerika
Japan
EMMA
Währungen
EUR
USD
3-Monatslibor
10-Jahres-Swap
3-Monatslibor
10-Jahres-Swap
3-Monatslibor
10-Jahres-Swap
in %
0.011
0.788
0.062
1.132
0.234
2.413
in Punkten
8'532
3'030
1'951
15'292
982
Aufgrund der angekündigten Massnahmen der EZB und der faktischen Versicherung alles zur Belebung der
Konjunktur zu unternehmen, gehen wir weiterhin davon aus, dass die Warnsignale an den Märkten und in der
Realwirtschaft von den Notenbanken (allen voran der EZB) überlagert werden. Wir halten entsprechend an
unserer Aktien-Übergewichtung im Euroraum und in Asien fest. Bei den Obligationen scheinen uns die Chancen
und Risiken weiter asymmetrisch verteilt. Den möglichen Gewinnen durch einen weiteren Renditerückgang
stehen höhere Risiken einer zwar nicht unmittelbar erwarteten, aber mittelfristig latenten Gefahr steigender
Zinsen gegenüber. Wir sind in der Anlageklasse untergewichtet und halten die Duration (Mass für Zinssensitivität) kurz. Im Immobilienbereich kommen zur Zinsgefahr die hohen Preise hinzu, welche uns vorsichtig agieren
lassen. Immobilien bleiben untergewichtet. Bei den Rohstoffen halten die Konjunktursorgen und der Angebotsüberhang in einzelnen Märkten die Preise tief. Unsere Positionierung bei den Rohstoffen bleibt deshalb neutral.
Wirtschaftslage
Die sich abzeichnende Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone
ist eingetroffen bzw. hat sich fortgesetzt. Dass nun auch Deutschland schwächelt
ist kein gutes Zeichen für den weiteren Verlauf der Konjunktur in Europa – und ist
ein Risikofaktor für die Schweiz.
Schweizer PMI-Indizes signalisieren
Abkühlung
75
70
65
60
55
Schweiz: Gute Lage, etwas eingetrübter Ausblick – auf diesen Nenner kann man
die aktuelle Konjunkturlage in der Schweiz bringen. Ein Blick auf den Einkaufsmanagerindex (PMI) und seine Sub-Komponenten veranschaulicht dies. Der Produktionsindex lag im September bei respektablen 54.3 Punkten und verdeutlicht, dass
die Produktionsmaschinerie zur Zeit noch läuft. Dies hievte den Gesamtindex zum
siebzehnten Mal in Folge über die 50-Punkte Marke. Mit 50.3 Punkten lag er
allerdings nur noch knapp über der Wachstumsschwelle und erreichte den tiefsten
Stand seit April 2013. Grund dafür waren der Auftragsbestand und die Einkaufslager. Ersterer lag nach dem August auch im September unter 50 Punkten (mit
49.9 bzw. 49.6 allerdings äusserst knapp). Letztere bildeten sich deutlich zurück
(Indexstand 46.5). Beide Subkomponenten stehen für den vorausschauenden Teil
des PMI und lassen - von gutem Niveau aus - eine Abkühlung der Schweizer
Konjunktur erwarten. Wie heftig diese ausfällt hängt u.a. vom weiteren Verlauf der
Europa-Konjunktur ab.
Europa: Die Eurozone weist gegenwärtig einige Merkmale eines spät-zyklischen
Wachstums auf, welches typischerweise vom Konsum und dem Dienstleistungssektor getragen wird. Die Detailhandelsumsätze halten sich gut (zuletzt +1.9% zum
Vorjahr im August), der Dienstleistungs-PMI liegt weiterhin mehr oder weniger
deutlich über der kritischen 50-Punkte-Marke (52.4 im September). Nur: die "typische" frühe Phase eines Aufschwungs, die von Exporten und Investitionen getragen wird, hat diesmal in der Eurozone kaum stattgefunden. Insbesondere die
Investitionen bleiben ein Sorgenkind. Nach der Zurückhaltung der vergangenen
Jahre könnten Ersatzinvestitionen die Investitionstätigkeit beleben. Für Erweiterungsinvestitionen ist die konjunkturelle Lage hingegen wohl noch zu unsicher und
sind die Kapazitäten zu wenig ausgelastet. Derweil verstärkt die Politik ihre Bemühungen. Strukturreformen und die eingeleiteten EZB-Massnahmen könnten der
europäischen Konjunktur den notwendigen Anstoss geben. Ob sie allerdings
schnell genug wirksam werden, um die Eurozone vor einer Stagnation oder gar
einer Rezession zu bewahren, ist ungewiss. Europas Aufschwung steht nach wie
vor auf Messers Schneide.
Nordamerika: Weiterhin mehr oder weniger sorgenfrei präsentiert sich das
Konjunkturbild in den USA. Die Liste der Konjunkturindikatoren, die dies bestätigen, ist lang, der Aufschwung entsprechend breit abgestützt. Arbeitslosigkeit,
neugeschaffene Stellen, Industrieproduktion, Detailhandel - alle bewegen sich auf
sehr ansprechenden Niveaus. Die US-Notenbank Fed nutzt diese komfortable
Situation, um ihre Politik weiter zu "normalisieren": sie wird erwartungsgemäss
das Anleihenankaufprogramm per Oktober beenden.
Asien/Emerging Markets: Betrachtet man die sogenannten BRIC-Staaten
(Brasilien, Russland, Indien, China) stellvertretend für die aufstrebenden Länder
insgesamt, so zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während Russland und Brasilien
(und Nachbar Argentinien) mit rezessiven Tendezen zu kämpfen haben, hat sich
das Wachstum in China bei ca. 7.5% eingependelt und in Indien sogar wieder
etwas verstärkt (5.7% im Q2). Diese Entwicklung dürfte vorerst Bestand haben.
50
45
40
35
30
25
2005
2006 2007
PMI Total
2008
2009
2010
PMI Einkaufslager
2011 2012 2013
PMI Produktion
2014
PMI Auftragsbestand
Quelle: Bloomberg, SZKB
Der PMI-Produktionsindex liegt seit fast zwei Jahren
über der 50-Punkte-Marke. Noch läuft also die
Produktionsmaschinerie in der Schweiz. Leicht
rückläufige Auftragsbestände und abnehmende
Einkaufslager lassen eine Abkühlung der Schweizer
Konjunktur erwarten.
Investitionen in Europa: Trendwende
schon am Ende?
20%
15%
10%
5%
0%
-5%
-10%
-15%
-20%
2000
2002
2004
2006
2008
2010
2012
2014
Eurozonen-Kredite an Unternehmen (Ver. in %, YoY)
Anlageinvestitionen (Ver. in %, YoY)
Quelle: Bloomberg, SZKB
Sowohl bei der Kreditvergabe als auch bei der
Investitionstätigkeit in Europa hatte sich eine
Trendwende abgezeichnet. Diese scheint ins
Stocken zu geraten. Investitionen wären allerdings
essenziell, um die schwächelnde europäische
Konjunktur in Schwung zu bringen.
Zweigeteiltes Bild in den Emerging
Markets
15
10
5
0
-5
-10
-15
2005
2006
2007
2008
2009
Indien (BIP in % ggü. VJ)
Brasilien
Argentinien
2010
2011
2012
2013
2014
China
Russland
Quelle: Bloomberg, SZKB
In China und Indien hat sich das Wirtschaftswachstum auf ansprechenden Niveaus eingependelt.
Russland, Brasilien und Argentinien haben Wachstumssorgen.
|3
Obligationen / Zinsen
Obligationenstrategie
Bevorzugte Durationen
AAA/AA
1 bis 3 Jahre
A/BBB
1 bis 5 Jahre
Duration
1
2
3
4
5
6
7
8
9 10
AAA/AA
A/BBB
bevorzugen
meiden
Quelle: SZKB
Renditen der Staatsanleihen im Sinkflug
4.0
3.5
3.0
2.5
Im Verlauf dieses Jahres profitierten die Bondmärkte (insbesondere Staatsanleihen)
von der anhaltend expansiven Geldpolitik der Notenbanken und - wie auch jüngst
- immer wieder von der Verunsicherung der Anleger. Die Flucht in sichere Anlagen
liess die Renditen förmlich schmelzen. Zudem verlangsamte sich das weltweite
Wirtschaftswachstum. Der internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen praktisch durchs Band nach unten korrigiert. Vor allem die Eurozone musste Federn lassen. Nebst dem enttäuschenden Frankreich driftet nun mit
Deutschland auch die grösste Volkswirtschaft der EU in eine Schwächephase ab.
Als weiterer Gefahrenherd schwebt das Deflationsgespenst über der Eurozone.
Die Inflationszielgrösse der EZB von 2% wird mit aktuell 0.3% bei weitem unterschritten, wobei Italien bereits in die Deflation abgerutscht ist. Diese Entwicklung
blieb nicht ohne Auswirkung auf das Zinsgefüge. 10-jährige US-Treasuries notierten zeitweise unter 2.0%. Für die gleiche Laufzeit verzeichneten auch die Eurozone mit 0.72% und die Schweiz mit 0.37% vorübergehend Tiefstwerte, bevor eine
Gegenbewegung einsetzte.
Da sich die Anleger in den letzten Wochen risikoavers verhielten, hatten sich die
Spreads von Staatsanleihen der Emerging Markets (hard currency) sowie High
Yield-Bonds ausgeweitet. Die angekündigten Käufe von Asset Backed Securities
(ABS) und besicherten Anleihen durch die EZB setzen einer weiteren SpreadAusweitung jedoch Grenzen.
2.0
1.5
1.0
0.5
0.0
Jan 11
Jul 11
Jan 12
Jul 12
Schweiz Rendite 10Y
Jan 13
USA Rendite 10Y
Jul 13
Jan 14
Jul 14
Eurozone Rendite 10Y
Schweiz: Wir glauben, dass die tiefen Zinsen weiter Bestand haben werden. Die
Schweizerische Nationalbank bekennt sich nach wie vor zum Mindestkurs von
CHF 1.20. Weitere Massnahmen, wie zum Beispiel die Einführung eines Negativzinses beim Einlagensatz à la EZB sind möglich, aber unwahrscheinlich.
Quelle: Bloomberg, SZKB
Die Staatsanleihen erlitten durch die Suche nach
Sicherheit im Verlauf des Jahres grössere Renditeeinbussen. In den USA notierten die 10-jährigen
Treasuries zwischenzeitlich (intraday) sogar unter
2%.
Spreads von High Yield Anleihen
weiteten sich aus
20
18
16
14
12
10
8
6
4
2
0
2006
2007
2008
2009
Global HY Spread
2010
2011
2012
2013
2014
Global Corporate Spread
Quelle: Bloomberg, SZKB
Je grösser das Risiko der Anlage eingeschätzt wird,
desto stärker die Marktreaktion. Entsprechend
haben sich die Spreads von hochverzinslichen
Anleihen während der Aktienkorrektur ausgeweitet.
Investment Grade Anleihen haben hingegen kaum
reagiert.
4
|
Europa: Im Gegensatz zur amerikanischen Fed steht die Europäische Zentralbank (EZB) am Anfang eines "Quantitative Easing". Mit den eingeleiteten Massnahmen (Asset Backed Securities Purchasing Programms, ABSPP, und Covered
Bond Purchasing Program, CBPP3) will die EZB den Kreditfluss in der Eurozone
ankurbeln und einen neuen Investitionszyklus einleiten. Nächster wichtiger
Agendapunkt in der Eurozone ist die Veröffentlichung der BankenstresstestErgebnisse am 26. Oktober (nach Redaktionsschluss), die mit viel Spannung erwartet wird.
Nordamerika: Die Fed-Vorsitzende Janet Yellen hat sich an einem inoffiziellen
Meeting zuversichtlich zur konjunkturellen Entwicklung in den USA geäussert. Die
US-Konjunktur befinde sich auf einem stabilen Wachstumspfad und bei schwindender Arbeitslosigkeit könnte sich die Inflation wieder dem anvisierten Ziel von
2% annähern. Dennoch spekulieren die Marktteilnehmer auf ein Eingreifen der
US-Notenbank zur Stützung bzw. zur Verlängerung des Aufschwungs. Unseres
Erachtens wird aber das Quantitative Easing durch die Fed per Ende Oktober
abgeschlossen. Das bedeutet aber keineswegs das Ende der Tiefzinsphase. Mit
einem Zinsschritt nach oben ist kaum vor Mitte 2015 zu rechnen. Am langen Ende
der Zinskurve dürfte ein Anstieg bereits etwas früher einsetzen.
Asien/Emerging Markets: Die ultra-expansive Geldpolitik der Bank of Japan
(BoJ) scheint nicht mehr von allen Ratsmitgliedern getragen zu werden. Im geldpolitischen Rat der BoJ hat ein Mitglied vor nachteiligen Auswirkungen bei weiteren
Stimulierungsmassnahmen gewarnt. Auch dürfte das anvisierte Inflationsziel von
2% bis 2015 kaum erreicht werden.
Aktien
Die globalen Aktienmärkte notierten in den ersten Oktoberwochen bisweilen
tiefrot. Belastend wirkten vor allem die Sorgen über die Stärke des Wirtschaftswachstums. In Anlegerkreisen mehrten sich zunehmend Zweifel über die tatsächliche Impulskraft der Notenbanken bezüglich der Ankurbelung der Weltkonjunktur.
So machte sich an den Börsen zusehends Verunsicherung breit. Entsprechend
stiegen auch die Volatilitäten an. Daneben publizierten die ersten Unternehmen
ihre Abschlüsse zum dritten Quartal 2014. Diese gaben immerhin auf Ebene der
Einzeltitel Anlass für teils positive Kursreaktionen.
Schweiz: Die Berichtssaison ist hierzulande in vollem Gange. Unter den bereits
veröffentlichten SMI-Schwergewichten wies Nestlé für die vergangenen drei Jahresviertel ein organisches Wachstum von 4.5% aus. Der Umsatz sank um 3.1%
auf CHF 66.2 Mrd. Mit den vorgelegten Zahlen vermochte der Nahrungsmittelmulti die Markterwartungen nicht ganz zu erreichen, bestätigte aber seinen Ausblick. Roche konnte die Konsensschätzungen dagegen leicht übertreffen. Der
Pharmakonzern hielt den Umsatz in den ersten neun Monaten konstant. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde vom Management ebenfalls bestätigt. Derweil
geriet der Schweizer Leitindex SMI unter Abgabedruck. Nach der Seitwärtstendenz um 8'800 Punkte im September ging es rasant Richtung Marke von 8'000
Zählern und kurzzeitig gar darunter. Nach einer ebenso schnellen Gegenbewegung Mitte Oktober notiert der Schweizer Leitindex mittlerweile wieder bei rund
8'500 Punkten.
Europa: Die europäischen Börsen mussten in der ersten Oktoberhälfte klare Einbussen verzeichnen. Gemessen am Euro Stoxx 50 gab der Aktienmarkt in diesem
Zeitraum fast 9% nach. Auf Wochensicht kam es gar zu den grössten Verlusten
seit rund zwei Jahren. Die aufkeimenden Konjunktursorgen hinterliessen sichtlich
Spuren. Sollten die eingeleiteten EZB-Massnahmen (siehe Wirtschafslage) Früchte
tragen, dürfte dies nicht nur bei den Investoren in der Eurozone auf positives Echo
stossen. Nach den jüngsten Korrekturen wäre kurzfristig jedenfalls genügend Aufwärtspotenzial vorhanden.
Nordamerika: Die Analysten waren im Hinblick auf das 3. Quartalsreporting
jüngst weniger optimistisch als noch zur Jahresmitte. So wurde für die im S&P 500
gelisteten Unternehmen Ende Juni mit einem Gewinnwachstum von satten 9.0% für
das dritte Quartal 2014 gerechnet. Ende September korrigierten die Auguren
diesen Wert auf vergleichsweise geringe 4.6%. Dies erhöht nun allerdings die
Chancen auf positive Überraschungen. Und der Start in die Berichtssaison kann
als gelungen bezeichnet werden. 192 Unternehmen aus dem S&P 500 haben
bislang Zahlen vorgelegt. Über fast 80% konnten bisher die Gewinnerwartungen
übertreffen, beim Umsatz sorgten 61% für eine positive Überraschung.
Asien/Emerging Markets: Im Gleichschritt mit den globalen Kursrückschlägen
ging es jüngst auch beim japanischen Leitindex Nikkei 225 bergab. An den asiatischen Handelsplätzen folgten jedoch nicht alle Börsenbarometer diesem Trend.
Der Shanghai Composite - der wichtigste Aktienindex auf dem Festland der Volksrepublik China - wies etwa eine stärkere Entwicklung auf.
Volatilität Aktienmärkte
30
26
22
18
14
10
6
Jul 13
Sep 13 Nov 13 Jan 14 Mrz 14
Vola S&P500
Vola Euro Stoxx 50
Mai 14
Jul 14
Vola SMI
Sep 14
Vola EMMA
Quelle: Bloomberg, SZKB
Die Volatilität stieg in der Korrekturphase deutlich
an, hat zuletzt aber wieder etwas nachgelassen.
Aufgrund der anhaltenden Unwägbarkeiten ist auch
in den kommenden Wochen mit eher hohem
Wellengang zu rechnen.
Regionale Bewertungsindikatoren
KGV (14S) Ø seit 2005 la ng f r. GW
S&P 500
15.71
14.69
7.36
Euro Stoxx 50
13.54
11.57
5.81
FTSE 100
13.15
11.51
7.61
SMI
16.06
14.33
5.79
MSCI Emerging Markets
11.47
11.24
8.25
Quelle: Bloomberg, SZKB
Geschätztes Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV), Durchschnitt Kurs-/Gewinnverhältnis seit 2005 und
langfristiges Gewinnwachstum (GW) nach Regionen.
Nikkei 225 vs. Shanghai Composite
108
106
104
102
100
98
96
94
92
Nikkei 225
Shanghai Composite
Quelle: Telekurs, SZKB
Während der japanische Nikkei 225 der globalen
Korrekturbewegung folgte, vermochte sich der
chinesische Shanghai Composite bis Mitte Oktober
klar besser zu halten. Jüngst konnte der Nikkei 225
jedoch wieder Boden gutmachen.
|5
Alternative Anlageklassen
UBS Real Estate Bubble Index
3
Blase
0.5
2
Risiko
0.3
1
Boom
0.1
0
Balance
-0.1
-1
Baisse
-0.3
-2
Baisse
-3
Jun 85
Jun 89
Jun 93
Jun 97
Jun 01
Jun 05
Veränderung Index ggü. Vorquartal (rechte Skala in %)
-0.5
Jun 09
Jun 13
UBS Bubble Index
Quelle: Bloomberg, SZKB
Die Risiken am Schweizer Immobilienmarkt bleiben
erhöht haben jedoch nicht weiter zugenommen.
Immobilien: Der Preisanstieg am Schweizer Immobilienmarkt befindet sich immer noch in der Risikozone, ist zuletzt jedoch etwas gebremst worden. Eine vor
kurzem veröffentlichte Studie der KPMG mit aktuellen Daten des Swiss-Real-EstateSentiment-Indexes zeigt denn auch, dass die Stimmung am Markt schon rosiger
war. So sind bei Geschäftsflächen die Preiserwartungen der Investoren für die
nächsten zwölf Monate stark rückläufig. Immer noch ansprechend zeigen sich die
Prognosen im Wohnungsmarkt, der mehr als die Hälfte der Flächen abdeckt. Allerdings wird auch in diesem Bereich mit einer sich abflachenden Preisentwicklung
gerechnet. Insgesamt steht einer auf hohem Niveau verharrenden Wohnungsproduktion eine sich künftig graduell abschwächende Nachfrage gegenüber. Mitunter
ein Grund sind die seit Anfang Monat geltenden strengeren Hypothekarvorschriften für Kreditnehmer.
Alternative Anlagen: Nach dem harzigen Start ins 3. Quartal konnte sich der
HFRX Global Hedge Fund Index vorerst von seinem Juli-Rücksetzer erholen. Die
jüngsten Turbulenzen an den Märkten gingen jedoch auch an den Hedge Fonds
nicht spurlos vorbei. Im September korrigierte der Index um 5.2%. Seit Jahresbeginn resultiert damit eine Minusperformance von rund 4%. Die Marktbedingungen
werden jedoch weiterhin positiv beurteilt. So dürfte u.a. die zwischen den USA
und Europa divergierende Geldpolitik Hedge-Fonds-Managern Chancen eröffnen.
Hedge Fund Index vs. MSCI Welt
108%
106%
104%
102%
100%
98%
96%
94%
Jan 14
Mrz 14
Mai 14
Jul 14
UBS-ETF HFRX Global Hedge Fund Index CHF hedged
Sep 14
MSCI World
Quelle: Bloomberg, SZKB
Anders als zum Jahresauftakt korrigierte der Hedge
Funds Index bei den jüngsten Marktturbulenzen
ebenfalls.
Rohstoffindizes seit Jahresbeginn
125
120
115
110
105
100
95
90
85
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Bloomberg Commodity Index
Subindex Energie
Subindex Edelmetalle
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Subindex Agro
Subindex Industriemetalle
Quelle: Bloomberg, SZKB
Bei den Industriemetallen und bei Energie zeigt der
Trend weiter abwärts. Edelmetalle konnten sich im
Oktober auffangen und notierten etwas fester.
Ebenso Soft-Commodities, welche noch Ende
September
die
deutlich
schlechteste
YTDPerformance aufwiesen.
6
|
Rohstoffe: Die Rohstoffmärkte haben aktuell einen schweren Stand und bei einzelnen Rohwaren kam es jüngst analog zu den Aktienmärkten zu einer deutlichen
Kurskorrektur. Insbesondere der Ölpreis sah sich mit markanten Abgaben konfrontiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete Mitte Oktober zwischenzeitlich noch USD 83.78 und hat damit im Vergleich zum Jahreshöchststand
im Juni etwa einen Viertel an Wert eingebüsst. So tief lag der Preis zuletzt im
Oktober 2010. Trotz aller Krisen und Kriege im ölreichen Nahen Osten ist das
weltweite Rohölangebot riesig. Hierfür sorgt insbesondere der Schieferölboom in
den USA. Hinzu kommt, dass das globale Wachstum zwar weiter solid ausfällt,
aber nicht in dem ursprünglich erwarteten Masse. Auch der stärkere US-Dollar
wirkt belastend.
Die zwei letztgenannten Argumente brachten auch andere Rohstoffklassen unter
Druck, wie beispielsweise Industriemetalle. So notieren u.a. Kupfer, Zink oder Zinn
deutlich unter ihren Preisen zum Jahresbeginn. Als Ausnahme kann sich der Aluminiumpreis an der Londoner Metallbörse dank reger Nachfrage auf erstaunlich
hohem Niveau halten. Ende August wurde ein Siebzehnmonatshoch bei USD
2'113 erreicht und seitdem hält sich der Preis über USD 2'000. Wirft man einen
Blick auf den sehr positiv formulierten Quartalsbericht des weltweit zweitgrössten
Aluminiumkonzerns Alcoa, könnte diese Abkoppelung weiter Bestand haben.
Etwas zwiespältig präsentiert sich die Situation beim Gold. Einerseits profitiert das
gelbe Edelmetall von den zunehmenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken, andererseits gehen wir davon aus, dass der stärkere US-Dollar einen deutlichen Preisanstieg verhindern wird.
Währungen
Die letzten Wochen hatten es in sich. Die sich vereinzelt leicht abschwächenden
US-Konjunkturdaten haben für Diskussionen betreffend dem Ende des QEProgrammes, sowie der möglichen Zinswende geführt. Auch verschiedene Wortmeldungen der US-Notenbankmitglieder haben eher für Verwirrung als für Klärung
gesorgt. Die Märkte warten gespannt auf das Fed-Meeting von Ende Oktober, mit
hoffentlich klaren Aussagen seitens der Fed-Chefin Janet Yellen, wie es mit der
amerikanischen Geldpolitik weitergehen wird. Aufgrund dieser Turbulenzen, wie
auch den schwächeren Aktienmärkten hat sich der Greenback deutlich von seinem
Höchststand knapp unter 0.97 gegenüber dem Schweizer Franken verabschiedet.
Gut unterstützt ist der US-Dollar um 0.93. Wenn das QE-Programm beendet wird
und weiterhin mit einer ersten leichten Zinserhöhung in den USA nicht vor Mitte
2015 zu rechnen ist, wird der Greenback wieder zu neuer Stärke finden und
könnte die Hürde bei 0.97 wieder angreifen.
Das Sorgenkind bleibt Europa. Die immer noch fehlenden Reformen in Italien und
Frankreich belasten weiterhin. Auch die steigenden Renditen für spanische, griechische und portugiesische Staatsanleihen geben Grund zur Sorge. Hinzu kommen schwächere Konjunktur-Zahlen vom Klassenprimus Deutschland. Die politische
Auseinandersetzung mit Russland bremst das europäische Wachstum zusätzlich.
Zudem gehen die Inflation und die Inflationserwartungen weiter zurück, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die EZB künftig zusätzliche Lockerungsmassnahmen ergreifen muss. Die EZB und ihr Präsident Mario Draghi werden weiterhin gefordert sein, um die Stabilität in Europa zu gewährleisten und bei
Bedarf weitere wirtschaftsunterstützende Massnahmen zu ergreifen. Der Euro hat
sich gegenüber dem Schweizer Franken wenig verändert. Die Bandbreiten sind
sehr eng. Die Schweizerische Nationalbank bekräftigt weiterhin das konsequente
Durchsetzen der Untergrenze bei CHF 1.20. Damit wird sich bis Ende Jahr bei der
Bandbreite der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Schweizer Franken wohl
kaum etwas ändern.
USD/CHF
1.00
0.98
0.96
0.94
0.92
0.90
0.88
0.86
Jan 13 Apr 13
USD/CHF
Jul 13
Okt 13
Jan 14
Apr 14
Jul 14
Okt 14
Quelle: Bloomberg, SZKB
Der US-Dollar hat seinen Abwärtstrend zum Franken im Sommer beendet. Der darauf folgende
Höhenflug wurde erst knapp unter der Marke von
0.97 gestoppt.
EUR/CHF
1.27
1.26
1.25
1.24
1.23
1.22
1.21
1.20
1.19
Jan 13 Apr 13
EUR/CHF
Jul 13
Okt 13
Jan 14
Apr 14
Jul 14
Okt 14
Quelle: Bloomberg, SZKB
Die mit Fragezeichen behaftete konjunkturelle
Entwicklung in Europa und die expansiven Massnahmen der EZB lasten auf dem Euro.
www.szkb.ch/anlagepublikationen
Diese Publikation wurde einzig zu Informationszwecken erstellt und ist weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Schwyzer Kantonalbank zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder
ähnlichen Anlageinstrumenten oder zur Teilnahme an einer spezifischen Handelsstrategie in irgendeiner Rechtsordnung. Die Informationen in dieser Publikation stammen aus oder basieren auf Quellen, welche die Schwyzer
Kantonalbank als zuverlässig erachtet, indes kann keine Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der
Informationen geleistet werden. Die Publikation enthält keine Empfehlungen rechtlicher Natur oder hinsichtlich
Investitionen, Rechnungslegung oder Steuern. Sie stellt auch in keiner Art und Weise eine auf die persönlichen
Umstände des Anlegers zugeschnittene oder für diesen angemessene Investition oder Strategie oder eine
andere an einen bestimmten Anleger gerichtete Empfehlung dar. In der Publikation gegebenenfalls gemachte
Verweise auf frühere Entwicklungen stellen keine Indikationen dar für laufende oder zukünftige Entwicklungen
und Ereignisse. Redaktionsschluss: 24. Oktober 2014
|7
Schwyzer Kantonalbank
Institutionelle Kunden
Bahnhofstrasse 3
6430 Schwyz
+41 (0)58 800 27 00
Private Banking Schwyz
Bahnhofstrasse 3
6430 Schwyz
+41 (0)58 800 28 00
Private Banking Pfäffikon
Bahnhofstrasse 6
8808 Pfäffikon
+41 (0)58 800 29 00
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
11
Dateigröße
2 584 KB
Tags
1/--Seiten
melden