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(beiseite). Was soll ich tun? Noch fand ich keine Gelegenheit, ihm

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(beiseite). Was soll ich tun? Noch fand ich keine
Gelegenheit, ihm mein Herz zu eröffnen.
MADAME LEIM. Da sind s’ schon! Da sind s’ schon.
ZWIRN.
FRIEDRICH
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Einundvierzigste Szene
(DIE VORIGEN; HERR und FRAU VON STOPPELBACH, MATHILDE, KARL, NOTARIUS TINTENSATZ, später BETTY, GÄSTE
und KNIERIEM.)
HERR VON STOPPELBACH
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(eintretend). Meine wertesten
Freunde –
HOBELMANN und LEIM.
Sie beehren uns unendlich durch
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Ihre Gegenwart.
FRAU VON STOPPELBACH
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(zu MADAME LEIM). Grüß Sie
Gott, meine Liebe.
Ich bitt, die Ehr is meinerseits!
(Allgemeine Begrüßung.)
MATHILDE. Sie wohnen hier wirklich sehr angenehm.
MADAME LEIM. Ist’s nicht gefällig, Platz zu nehmen, es is
nur, daß S’ uns den Schlaf nit austragen.
LEIM
(leise zu MADAME LEIM). Gemeines Weib! (Laut.)
Gnädige Frau, Herr von Stoppelbach, ich bitte – (Präsentiert Stühle.)
HERR und FRAU VON STOPPELBACH. Zu gütig!
(Setzen sich, HOBELMANN ebenfalls.)
MADAME LEIM. Herr Notarius, wir zwei haben noch was zu
reden miteinand. (Führt ihn zu einem Seitentischchen, wo
Schreibzeug ist.)
NOTARIUS. Ich stehe zu Befehl.
KARL (zu SOPHIEN). Warum so melancholisch, meine Angebetete?
SOPHIE. Ich – ich bin, wie ich immer bin.
MATHILDE (zu SOPHIEN). Mein Rat in Rücksicht des Schneiders ist noch nicht befolgt? Glauben Sie mir, nur in der Residenz kann man Kleider machen. Wie gefällt Ihnen zum Beispiel dieser Anzug? Doch das ist nichts. Das Ballkleid hätten
Sie sehen sollen, welches ich vergangenen Karneval auf dem
Balle des Marquis Duval anhatte, das hat Furore gemacht.
MADAME LEIM.
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DIE FAMILIEN ZWIRN, KNIERIEM UND LEIM
Der Schneidermeister Furore hat’s g’macht? Mir
scheint, ich hab einmal g’arbeit’t bei ihm.
MATHILDE. Wer ist der Mensch?
LEIM [(zu MATHILDEN)]. Ich hab ihn in früherer Zeit unterstützt, jetzt ist er wiedergekommen.
MATHILDE. Aha!
ZWIRN. Du, Leim!
LEIM (leise zu ihm). Lieber Zwirn, ich bitte dich, nenne mich
vor diesen Herrschaften nicht du.
ZWIRN. Gut, ich sag Herr von Leim zu dir.
HERR VON STOPPELBACH. Was gibt es denn Neues unter
andern?
STIEFEL.
Auf der Erde untertänigst nicht viel. Aber am
Himmel wird sich heute Abend um 8 Uhr 40 Minuten der
schon lang erwartete Komet nicht undeutlich zeigen.
ZWIRN. Du, Herr von Leim, da wird der Schuster Augen
machen.
LEIM (verlegen, leise zu ZWIRN). Aber, Zwirn –
ZWIRN (leise). Ich war zerstreut. Das Frauenzimmer mit ’n
schönen Anzug macht mich ganz verruckt.
LEIM. Sie ist die Braut meines Sohnes.
ZWIRN. Das is mir leid. (Sich vergessend.) Herr von Leim, da
wirst du noch Streitigkeiten kriegen mit mir.
LEIM (leise zu ZWIRN). Aber, Zwirn – (Laut zu SOPHIE und
FRIEDRICH.) Meine Kinder, ihr sollt nun erfahren, was
Herr von Stoppelbach und ich beschlossen haben.
HERR VON STOPPELBACH. Wir, die Eltern sind einig.
LEIM. Und die Kinder sollen es in kurzem ebenfalls sein.
[(Zu SOPHIE.)] Hier, Sophie, ist dein Bräutigam. (Ihr KARL
zuführend.) Und hier, (zu FRIEDRICH) mein Sohn, ist deine
Braut. (Führt ihn MATHILDEN zu.)
FRIEDRICH. Mein Vater –
HERR VON STOPPELBACH. Über die Ehepakten sind wir in
Ordnung.
LEIM. Jedes meiner Kinder erhält 50.000 Gulden.
HERR VON STOPPELBACH. Mein Sohn bekommt für jetzt,
da ich mit meinen Geldern noch nicht ganz rangiert bin,
nichts; meine Tochter hingegen bekommt vorderhand keine
Aussteuer, bis ich meine Vermögensumstände vollständig
werde geordnet haben.
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Seele and Geist
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