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Phytobiotika
für das Wohlbefinden von Sauen
Thomas Weiland PhD
Technical Manager, Phytogenics
Thomas Weiland
Technischer Manager, Phytobiotika
Phytobiotika
Photo: temmuz can arsiray
für das Wohlbefinden von
Sauen
Phytobiotika können
viele lebenswichtige
Prozesse beeinflussen
• Stimulation endogener Sekretionen,
einer der bedeutendsten Effekte von
Phytiobiotika (PFAs), dadurch Verbesserung der Verwertbarkeit von Nährstoffen, insbesondere von Proteinen
und den meisten Aminosäuren.
• Modulation der Darmflora, dadurch
Stabilisierung der Darmgesundheit
und -funktion und Unterstützung
des Immunsystems.
• Positive Wirkung auf Leber und Magenfunktion, Darmperistaltik und
viele andere Körperfunktionen.
• Reduktion der Effekte von Stressoren
durch Verminderung der Ausschüttung von Entzündungsproteinen
und/oder Verbesserung der Produktion zellschützender Proteine,
dadurch positive Beeinflussung der
Stoffwechselprozesse und der Tiergesundheit.
• Komplexe PFAs haben aromatisierende Eigenschaften, ähnlich wie
herkömmliche Aromen.
2
Nach einigen anfänglichen Unklarheiten bezüglich der genauen
Wirkungsweise phytogener Ergänzungsfuttermittel konnten ihre positiven Effekte durch eine laufende
Studie zweifelsfrei nachgewiesen
werden. Welche Vorteile haben sie
also für Sauen während der Trächtigkeit und Laktation?
I
n der Praxis sehen sich Futtermittelhersteller und Landwirte unzähligen Produkten
mit höchst unterschiedlichen Zusammensetzungen und Wirkungsangaben gegenüber. Der Deutsche Randolf Nott, ein
Pionier auf dem Gebiet der Phytobiotika oder
kurz PFAs (engl. phytogenic feed additives), der
1989 die erste Generation der Digestarom®-Produktlinie einführte, sagte einst: „Die hohe Kunst
der Formulierung von Phytobiotika liegt darin,
passende Kombinationen der richtigen pflanzlichen Materialien zu finden.
Zwischen einer erfolgreichen Formel und
einer bloßen Mischung verschiedener Komponenten liegt oft nur ein sehr schmaler Grat. Die
spezielle Kombination der verschiedenen pflanz-
lichen Stoffe sollte zu einem idealen Zusammenspiel der Einzelwirkstoffe führen.“
Diese Prinzipien sind die alleinige Basis für
die Entwicklung von Phytobiotika-Komplexen,
die unter verschiedenen Produktionsbedingungen über gleichbleibende Wirkungen verfügen.
Nachweisliche Wirkung?
Es ist nicht einfach, die Wirksamkeit pflanzlicher Stoffgemische auf die Darmfunktionen
zu beurteilen. Ein weiteres Problem ist, dass die
meisten Eigenschaften in vitro getestet wurden,
aufgrund der natürlichen Variabilität in der Zusammensetzung pflanzlicher Sekundärmetabolite
je nach botanischem Ursprung, Verarbeitung und
Zusammensetzung der Pflanze.
Bei zahlreichen Produkten mangelt es an wissenschaftlichen Nachweisen und Feldversuchen
und daher auch an präzisen Angaben zu ihrer
Wirkungsweise. Beispielsweise wird vielen Phytobiotika eine antimikrobielle Wirkung zugeschrieben. Jedoch wird dabei nicht zwischen bakterizid
(Bakterien tötend) oder bakteriostatisch (das
Wachstum bzw. die Vermehrung von Bakterien
hemmend) unterschieden. Bakterizide Eigenschaften, die für alle synthetischen Antibiotika typisch
sind, bergen jedoch die Gefahr der Entwicklung
von Resistenzen. Bei einer bakteriostatischen Wirkung ist dieses Risiko jedoch nicht gegeben.
Science & Solutions
Ein Magazin von BIOMIN
2. Reproduktionszyklus
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Anzahl der Paritäten
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Sauen insgesamt durch die kontinuierliche Ergänzung des Futters mit dem Phytobiotikum erhöhte.
Die Leistungsparameter, einschließlich Abferkelrate, Ferkelindex und Anzahl der gesäugten Ferkel
mit gutem Gewicht, verbesserten sich bei Sauen
in allen Paritäten.
Im ersten Produktionszyklus, im dem das
Phytobiotikum angewendet wurde, waren die
Ferkelindizes in der Versuchsherde höher und stabiler. Diese Unterschiede waren am eindeutigsten
im zweiten Produktionszyklus, in dem das PFA
verabreicht wurde, erkennbar (Abbildung1).
Eine hohe Rate an vorzeitigen Schlachtungen
vermindert die durchschnittliche Einsatzzeit von
Sauen und wirkt sich somit auch negativ auf die
Lebensleistung, die Ersatzrate und die Wirtschaftlichkeit der Herde aus. Die Anzahl der Schlachtungen aufgrund mangelnder Fertilität ist aber u.
a. ein Indikator für die gesundheitliche Stabilität
der Sauen.
In der Versuchsherde wurden 30 %
weniger Tiere aus Fertilitätsgründen vorzeitig geschlachtet. Das PFA hatte insbes.
auf Sauen in frühen Paritäten einen positiven Einfluss. Es wurde eine Ersatzrate von
51,5 % in der Versuchsgruppe erreicht,
gegenüber 54,9 % in der Kontrollgruppe.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen
den günstigen Einfluss der Futterergänzung mit dem Phytobiotikum Digestarom®
Sauen auf die zootechnische Leistung der Tiere.
Darüber hinaus stabilisierte der pflanzliche Futterzusatz die Gesundheit und Produktivität von
Sauen in höheren Paritäten und trug so zu einer
längeren produktiven Lebensdauer bei – ein
Kriterium für tierfreundliche Produktion.
Relativer Unterschied
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Ferkel-Index
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1. Reproduktionszyklus
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Anzahl der Paritäten
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Fotos: Digitalpress-Fotolia, Picture-Factory-Fotolia
Produktivität und Wohlbefinden
Verschiedene Studien haben den positiven
Einfluss pflanzlicher Futterzusätze auf die Leistung
von Sauen und Ferkeln während der Laktation
bestätigt. Die Sauen nahmen mehr Nahrung auf,
produzierten mehr Milch und setzten das aufgenommene Futter effizienter um. Dadurch verloren
sie weniger Körpergewicht und ihre Würfe zeigten
höhere Wachstumsraten.
In einer Studie wurde der Einfluss eines dauerhaften PFA-Einsatzes während der Trächtigkeit
und Laktation auf bestimmte Produktionsparameter gemessen. Sie wurde in einer großen deutschen
Produktionsstätte mit zwei getrennten Herden durchgeführt, die jeweils 4.700 Sauen
dänischer Genetik umfassten.
Bei beiden Herden waren die Futtermittel und das Fütterungsprogramm
gleich. Letzteres bestand aus vier Fütterungsphasen: Laktation, Besamung, frühe
Trächtigkeit und Trächtigkeit. In der
frühen Trächtigkeitsphase wurde zusätzlich Schlempe gefüttert und in der
darauffolgenden Phase zusätzlich Schlempe
und Getreidefutter. Alle Tiere der Versuchsherde
erhielten in jeder Fütterungsphase Digestarom®
Sauen, eine Mischung aus Kräutern, Gewürzen
und ätherischen Ölen, in einer Konzentration
von 150 g/t Komplettfutter (88 % DM-Basis).
Die Studie belegte, dass sich die Fruchtbarkeit der
Abbildung 1. Ferkelindizes für Sauen in verschiedenen Paritäten und die entsprechenden
Unterschiede zum 1. und 2. Reproduktionszyklus mit PFA-Gabe (Kontrollgr. vs. PFA-Gruppe)
Relativer Unterschied
Phytobiotika – wofür?
Als PFAs erstmals eingesetzt wurden, war
nicht klar, ob sie ein Ersatz für Antibiotika sein
könnten. Die Wissenschaft war darüber gespalten.
Dies beruhte einfach darauf, dass der Begriff „Antibiotika“ anstelle des korrekten Begriffs „antibiotische Wachstumsförderer“ oder kurz AGPs (engl.
antibiotic growth promoters) verwendet wurde.
Heute ist allgemein anerkannt, dass PFAs
als Ersatz für AGPs dienen können und ein viel
breiteres Spektrum positiver Wirkungen haben
als AGPs.
Komplexe PFAs können dem Tier helfen, sich
selbst zu schützen (prophylaktische und allgemein
stabilisierende Eigenschaften) und die verfügbaren
Nährstoffe besser zu verwerten (Verbesserung der
Nahrungsaufnahme und Verdaulichkeit). Die Verwendung von PFA-Komplexen fördert auch die
Leistung des Tieres (Fruchtbarkeit, Wachstum,
Gesundheit) und trägt zu einer wirtschaftlicheren,
umwelt- und tierfreundlicheren Erzeugung bei.
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©2014 BIOMIN Holding GmbH
ART_Nr11_PHY_DE_0414_TWE
BIOMIN Holding GmbH
Industriestrasse 21, A-3130 Herzogenburg, AUSTRIA
Tel: +43 2782 803 0, Fax: +43 2782 803 11308, e-Mail: office@biomin.net, www.biomin.net
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