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April 2015 - Kath. Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer Lage

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Seit eineinhalb Jahren kooperiert der Ring Österreichischer Bildungswerke mit
dem Bundesministerium für Familien und Jugend im Rahmen eines Projektes zur
Erarbeitung eines Kompetenzportfolios für Jugendliche.
Grundlage dieser Erarbeitung war das Kompetenzportfolio des Rings
Österreichischer Bildungswerke, dieses Instrument wurde in dieser
Zusammenarbeit in Richtung Arbeitsmarkt, Bildungs- und Berufsplanung für
Jugendliche ausgeweitet. Mit an Bord bei dieser Projektentwicklung waren
VertreterInnen der Jugendarbeit, der Jugendinfos sowie Personalisten
österreichischer Unternehmen.
Am 20. Oktober 2014 fand auf Einladung von Bundesministerin Karmasin ein
Pressegespräch zur Vorstellung des WIK:I-Kompetenzportfolio für Jugendliche
statt.
Der Ring Österreichischer Bildungswerke als Kooperationspartner des
Familienministeriums bei der Entwicklung und Durchführung des Projektes war
durch seinen Präsidenten, EU-Kommissar Johannes Hahn, vertreten, für die
Personalisten sprach Kommerzialrat Jörg Schielin von der SPAR Akademie und
Silvia Leitner von Akzente Salzburg vertrat die Jugendagenden.
Bundesministerin Karmasin stellte eingangs das Projekt WIK:I (Was ich kann
durch informelles Lernen) vor:
„Unsere Jugend strotzt vor Tatendrang, das sieht man beispielsweise an der
überdurchschnittlich hohen Freiwilligenarbeit die in Österreich geleistet wird, hier
liegen wir weit über dem EU-Schnitt. Diese Tätigkeiten und Fähigkeiten in
konkrete Kompetenzen aufzuschlüsseln, ist der Grundgedanke von WIK:I – Was
ich kann durch informelles Lernen“, betonte die Jugendministerin.
„WIK:I ermöglicht jungen Menschen – unterstützt durch professionelle
BegleiterInnen – ihre informell erworbenen Kompetenzen zu erfassen und
darzustellen. Der Nutzen für die Jugendlichen liegt im Bewusstmachen informell
erworbener Kompetenzen in Form begleiteter Selbstreflexion, im
Orientierungsgewinn für die weitere Bildungs- und Berufsplanung und im
Empowerment für das Darstellen und Präsentieren der eigenen Kompetenzen –
z.B. im Rahmen von Bewerbungsgesprächen.“
Die Jugendministerin verwies auf die Entwicklung des WIK:I Kompetenzportfolios
in einer kompetenten Arbeitsgruppe, „in der das notwendige Know-how von
verschiedenen Playern eingebracht wurde“:
Ring Österreichischer Bildungswerke, der das Grunddesign einbrachte und für die
Ausbildung der KompetenzbegleiterInnen und die Qualitätssicherung des
Projektes zuständig ist,
Personalverantwortliche von SPAR Akademie Wien, Opel Wien GmbH und
Infineon Technologies Austria AG, die das Produkt während der Entwicklung auf
die „Praxistauglichkeit“ prüften,
Bundesjugendvertretung sowie das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit,
die spezielle Bedürfnisse der Zielgruppe einbrachten.
Weiters berichtete Karmasin über die bereits erfolgreich durchgeführte
Projektphase in Niederösterreich: „Es erfolgte im Herbst 2013 eine Pilotphase mit
15 Workshops mit insgesamt 100 Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren,
zwei WIK:I-Ausbildungslehrgänge mit je 12 Personen wurden durchgeführt.“
Als erster Schritt zur österreichweiten Ausrollung besteht nun ab 2015 ein
kostenloses Angebot von WIK:I-Workshops für Jugendliche in den
Jugendinfostellen der Bundesländer.
Der Präsident des Rings Österreichischer Bildungswerke, Johannes Hahn,
betonte, „dass der Ring als Einrichtung der Erwachsenenbildung über langjährige
Erfahrung auf dem Gebiet des informellen Kompetenzerwerbs verfügt und an
vielen diesbezüglichen gesamtösterreichischen Projekten des
Bildungsministeriums erfolgreich beteiligt ist.“ Hahn begrüßte diese Kooperation
mit dem Bundesministerium für Familien und Jugend, weil „dieses Projekt eine
gelungene Kooperation einer Einrichtung der Erwachsenenbildung mit dem
Jugendbereich im Sinne des Lebensbegleitenden Lernens darstellt und einen
Beitrag zur Umsetzung der Strategie des Lebensbegleitenden Lernens in
Österreich bietet.“
Die Aktionslinie 4 der österreichischen Strategie zum Lebensbegleitenden Lernen
Ausbau von alternativen Übergangssystemen ins Berufsleben für Jugendliche
zielt auf den Ausbau von Beratungs- und Orientierungsgesprächen mit speziellen
Angeboten zur Kompetenzfeststellung für Jugendliche.
Die Notwendigkeit solcher Orientierungshilfen für Jugendliche machte
Kommerzialrat Jörg Schielin in seinem Statement deutlich:
„Für uns bei SPAR sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Quelle des
Erfolges! Für uns ist nicht wichtig, woher jemand kommt, sondern wer jemand
ist, was jemand kann und nicht was er nicht kann!
Nach über 50 Jahren Tätigkeit im Österreichischen Handel bin ich immer noch
überzeugt – Jede und Jeder hat ganz besondere Talente und Fähigkeiten!
Es gilt diese Fähigkeiten und Talente zu entdecken, sie zu entwickeln und sie in
persönliche und berufliche Erfolge zu verwandeln!“
Schielin verwies auf seine über 50 Jahre Erfahrung mit Bewerbungsgesprächen
für Lehrstellen:
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„Es gibt wenige aussagekräftige Bewerbungsschreiben und das 'Nichtsprechen
können' über die eigenen Kompetenzen und Interessen im Bewerbungsgespräch
ist leider trauriger Alltag.“
Weiters verwies Schielin darauf, dass die formale Bildung – z.B. Schulausbildung
– oft zu defizitorientiert ist: „Alle Jugendlichen wissen sehr genau was sie nicht
können, kaum eine oder einer weiß über die persönlichen Stärken Bescheid.“
Der Präsident des Rings Österreichischer Bildungswerke verwies abschließend
auch auf die Bedeutung des Informellen Kompetenzerwerbs für die europäische
Bildungspolitik:
„In zahlreichen Anwendungskontexten spielen informell erworbene Kompetenzen
zunehmend eine Rolle, da erkannt wurde, dass sie eine bedeutende Ressource
darstellen und in ihrer Anerkennung ein großes Potenzial für eine Gesellschaft
steckt. Gerade für viele benachteiligte Gruppen stellt die Anerkennung
informeller Lernergebnisse eine große Chance dar, daher gibt es auch auf
europäischer Ebene verschiedene Initiativen zur Validierung nicht-formalen und
informellen Lernens“, so Kommissar Hahn. „Im konkreten Zusammenhang mit
unserem WIK:I Projekt ist dabei vor allem die EU-Jugendstrategie 2010 – 2018
zu erwähnen, die auf die Förderung der sozialen und beruflichen Eingliederung
Jugendlicher, die Förderung der persönlichen Entfaltung, des sozialen
Zusammenhalts und des gesellschaftlichen Engagements zielt.“
Dass das heute vorgestellte Kompetenzportfolio für Jugendliche „WIK:I“ durchaus
als europaweites Vorzeige-Modell gesehen werden kann, steht für alle Beteiligten
fest:
WIK:I soll Jugendlichen wichtige Impulse geben und „in weiterer Folge einen
stimulierenden Beitrag zum europaweiten Absenken der Jugendarbeitslosigkeit
leisten“, so Johannes Hahn. „Dass wir mit SPAR einen wichtigen nationalen und
internationalen Partner mit an Bord haben, unterstreicht die Wichtigkeit dieser
Initiative!“
Silvia Leitner von Akzente Salzburg betonte die positiven bisherigen
Rückmeldungen, „die Jugendlichen sind oft überrascht über die Vielzahl ihrer
informell angeeigneten Kompetenzen. Hier ein Empowerment der Jugendlichen
zu erreichen und zu fördern, ist unser Ziel.“
Für Jörg Schielin ist der Nutzen von WIK:I klar: Es ist ein Nachweis für das
Bewerbungsschreiben und die persönliche Präsentation der Jugendlichen.
„Daher unterstützen wir bei SPAR – als größter österreichischer
Lehrlingsausbilder – diese tolle Initiative und wollen dazu beitragen, dass das
WIK:I Kompetenzportfolio auch im Bereich der Wirtschaft Fuß fassen kann!“
In diesem Pressegespräch wurde durch die Aussagen der beteiligten
KooperationspartnerInnen auf eindrucksvolle Weise deutlich gemacht:
Bildungspolitik – Jugendpolitik – Beschäftigungspolitik sind sowohl auf
europäischer wie auf nationaler Ebene Querschnittsmaterien:
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Schnittstellenarbeit in der Praxis ist wichtig und notwendig.
Mit der Entwicklung des WIK:I Kompetenzportfolio für Jugendliche ist so eine
praxistaugliche Zusammenarbeit gelungen, jetzt geht es an die gemeinsame
Implementierung!
Angela Bergauer
Generalsekretärin des Rings Österreichischer Bildungswerke
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