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Krebs - das Beste, was mir passieren kann - Impulse - Campus für

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PERSÖNLICH
Krebs - das Beste, was mir
Eine „steile Berg- und Talfahrt mit
„Es hätte mir in
meinem Leben
nichts Besseres
passieren
können. Hätte
ich mich sonst
wieder für ein
Leben mit Gott
entschieden?“
und ohne Gott“ sei ihr Leben, sagt
die 60-jährige Christine Bochmann. Seit acht Jahren hat sie
Krebs, und es vergeht kein Jahr, in
F O T O : W W W. D R E A M S T I M E . C O M
dem sie nicht im Krankenhaus ist.
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Kurz nach dem Krieg wurde sie im Osten
Deutschlands geboren. Ihre Mutter wollte
das Kind nicht, deshalb kümmerte sich die
Großmutter um sie. Das war ein Glücksfall, denn, wie Christine Bochmann später sagt: „Sie senkte mir Gottes Liebe ins
Herz“. Das Mädchen besuchte einen Glaubenskurs und wurde getauft – für die DDR
bemerkenswert. Als sie zwölf Jahre alt
war, starb die Großmutter. Sie hinterließ
eine große Leere in Christines Leben. Ihre
Eltern erzogen sie kommunistisch, und sie
verlor ihren Bezug zu Gott. Das Verhältnis
zu ihrer Mutter war unterkühlt, die später
geborene Schwester wurde zum Liebling
der Mutter. Christine vermisste die Liebe
ihrer Eltern.
Auf der Fachschule lernte sie ihren zukünftigen Mann kennen und war glücklich. Doch dann wurde alles kompliziert:
Sie war hochschwanger, und plötzlich
standen zwei Männer in Zivil vor der Tür
und brachten sie in ein Untersuchungsgefängnis. Ihr Mann wurde des Landesverrats für schuldig befunden und musste das
Land verlassen. Sie hatte die Wahl, entweder mit dem Mann ins Ausland zu gehen,
oder mit dem Kind im Land zu bleiben.
(Damals war es in der DDR üblich, dass
bei Landesverrat die Kinder von den Eltern getrennt und in Waisenhäusern untergebracht wurden.) Sie entschied sich für
ihr Kind und blieb im Land. Die Ehe wird
aus „gesellschaftlicher Notwendigkeit“ geschieden. Sie lernte einen anderen Mann
kennen, heiratete und hoffte auf ein besseres Leben. Doch der zweite Mann war
Alkoholiker. Frau Bochmann wünschte
sich ein gemeinsames Kind, glaubte, das
würde alles besser machen. Aber die Geburt ihrer zweiten Tochter verschlimmerte
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LEITGEDANKEN
r passieren kann
nur die Situation. „Nur ein Mädchen“, kommentierte ihr Mann und machte lieber Karriere bei der Polizei, als sich um seine Tochter zu kümmern.
Die Krankheit
Durch die Belastung wurde Christine Bochmann krank. Ihr Mann begann sie und ihre
beiden Töchter zu schlagen, trank und hatte Affären mit anderen Frauen. Schließlich nahm sie all ihren Mut zusammen und reichte die Scheidung ein. „Ich wollte und
konnte in dieser Hölle nicht mehr leben“, erklärt sie diesen Schritt. Dann erlebte sie
mit ihren Kindern eine wunderschöne Zeit. Nie wieder war sie ihren Töchtern so nahe.
Später zog sie in ihr Elternhaus zurück. Aber der Beruf, das große Grundstück und der
pflegebedürftige Vater waren zu viel. Als er starb, war sie völlig am Ende.
1999 wurde bei ihr viel zu spät Zungenkrebs festgestellt, der bereits Metastasen gebildet hatte. Schon zwei Jahre zuvor musste wegen eines bösartigen Tumors die Schilddrüse entfernt werden. Ihr Leben hing an einem seidenen Faden.
Heute sagt sie: „Es hätte mir in meinem Leben nichts Besseres passieren können.
Hätte ich mich sonst wieder für ein Leben mit Gott entschieden?“ Der Professor in der
Klinik war Christ. Er betete mit ihr und tröstete sie. Er sagte ihr, alles hinge davon ab,
ob ihre Lunge, Leber und Nieren vom Krebs befallen seien. Wenn ja, könnten sie nichts
mehr für sie tun. Trotzdem war sie getröstet und ging ruhig in die Untersuchungen.
Und in ihren Augen geschah nun ein Wunder: „Die Tochtergeschwüre waren im Lymphsystem verteilt, und das war mein Glück“, erzählt sie. Vor der achtstündigen Operation betete eine Krankenschwester mit ihr, und sie konnte ruhig schlafen. Das größte
Geschenk war für sie, dass sie selbst wieder die Hände falten und Gott um Hilfe bitten
konnte. Sie überstand die Operation geschwächt, aber voller Hoffnung. Auch die viermonatige Chemo- und Strahlentherapie stand sie durch.
Neubeginn
Freunde, Familie und das Personal der Klinik verhalfen
ihr zu einem Neuanfang. Sie lernt die Voigts, ein Ehepaar der Matthäusarbeit, kennen und wird zu den Frühstückstreffen für Frauen eingeladen. Den Austausch mit
anderen Frauen empfindet sie als sehr ermutigend.
„Ich musste für mein neues Leben hart arbeiten,
aber ich habe Gott an meiner Seite“, sagt sie. Zum Arbeiten reicht ihre Kraft nicht mehr. Aber einfach in den
Tag hineinleben will sie auch nicht. So gründetesie
2000 zusammen mit dem Gesundheitsamt Stollberg Christine Bochmann als Rednerin bei Früheine Selbsthilfegruppe für Krebskranke im Halsbe- stückstreffen für Frauen: Jetzt engagiert sie
reich. „Das war für mich eine gute Erfahrung und eine sich für andere, um sie in ihrem Leiden zu
Aufgabe, wo ich anderen Krebskranken etwas an Er- ermutigen.
fahrung und Lebensmut zurückgeben konnte.“ Seit
vier Jahren gehört sie auch zur Hospiz-Bewegung. Dadurch gewinnt sie eine andere Sichtweise von ihrem eigenen Tod: „Man kann sehr viel Liebe und Stärke von Sterbenden erfahren, wenn man sich auf sie einlässt.“
Die vielen Erfahrungen und ihre Rückkehr zu Gott haben das Verhältnis zu ihrer
Mutter gebessert. Sie begegnen sich mit mehr Respekt und Achtung.
Frau Bochmann ist sich sicher, dass Gott immer bei ihr ist und sie auch in schweren
Zeiten dem Leben und Gott vertrauen kann. Sie sieht noch viele sinnvolle Möglichkeiten
für sich. „Ich weiß, dass EINER für alle Zeit mein Leben in seiner Hand behält!“
Christine Bochmann und Delia Holtus
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Gottes Düngemittel
„Schon wieder mähen?“ fragt mich
mein Sohn ungläubig. „Das letzte
Mal ist doch erst eine Woche her!“
Ich hatte inzwischen gedüngt und
der Mai-Regen hat seine Wirkung
nicht verfehlt.
So sprießt das satte Grün und ruft nach
weiterer Pflege. Ein Garten in der Nachbarschaft sieht ganz anders aus. Er ist „naturbelassen“ und macht nicht viel Arbeit.
Auf dem steinigen Untergrund wächst
etwas Gras, aber im Sommer ist es meist
braun und vertrocknet. Als Hobbygärtner
fasziniert mich das Zusammenwirken von
gottgegebener Natur und menschlicher
Gestaltung.
Im geistlichen Leben ist das ähnlich. Gott
möchte, dass ich wachse, und er stellt
auch Dünger zur Verfügung. Bei mir war
das z.B. eine vierzehntägige Freizeit als
Student. Es gab immer wieder Wachstumsschübe, die wie „Blaudünger“ wirkten – kurz und intensiv. Aber es gab auch
den etwas teureren „Langzeit-Dünger“,
im Beispiel mein Bibelkreisleiter. Er stellte mir knifflige Fragen und half mir, bei
Entscheidungen Gottes Maßstäbe einzubeziehen. Ein Mentor, der sich Gedanken
um mich macht, ist unendlich wertvoll
und wirkt langfristig. Das hat uns Jesus vorgemacht. Seine Jünger waren zunächst „naturbelassen“, manche fromm,
andere wild. Aber weil sie mit Jesus zusammen waren, konnten sie wachsen wie
gedüngter Rasen. Leider ist das auch mit
Arbeit verbunden. Den Rasen muss man
öfter schneiden. Auch Jesus war nicht
nur einmal mit seinen Jüngern unzufrieden. Doch er hat nicht aufgegeben. Bei
Campus für Christus ist uns das wichtig.
Wir lassen uns gerne auf Menschen ein,
die wachsen wollen, und wirken dann mit
Gottes Kraft wie Dünger, damit sie wachsen und viel Frucht bringen.
Clemens Schweiger, Missionsleiter
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Seele and Geist
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