close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Alles da, was man braucht? - (QM) Flughafenstraße

EinbettenHerunterladen
Spielplatz am
Blueberry
Nacht und Nebel
Sonderthema
Armut ist nicht
sexy Seite 6-11
Kunst gegen
November-Tristesse
Seite 2
Der Käpt’n
fährt ins Dock
Seite 3
Ausgabe 4+5.13
Die Stadtteilzeitung für den Flughafenkiez
Alt werden
im ­Flughafenquartier
Alles da,
was man braucht?
Nur sieben Prozent der Bewohner
im Flughafenkiez sind älter als 65
Jahre. Ihr Anteil wächst seit Jahren
nicht – entgegen dem allgemeinen
Trend. Ist das Quartier nicht altersgerecht? Oder fühlen sich die Senioren unter all den jungen Künstlern und Studenten unwohl?
Der Bezirk habe sich sehr zum Nachteil
verändert, findet Helga Schulze, Seniorenvertreterin beim Bezirksamt Neukölln. Deutsche Bäcker oder Fleischer
sind verschwunden, das Kaufhaus Hertie mit seiner Lebensmittelabteilung
hat zugemacht. Es gibt viele türkische
Teehäuser und Szenekneipen für junge
Leute. Aus Angst vor Überfällen trauen
Werbellinstraße bietet eine
ganze Reihe von Freizeitmöglichkeiten für die ältere Generation. Es gibt
Englisch- und Malkurse,
Seniorengymnastik, Fotogruppen und Spielenachmittage. Gemeinsam
werden Ausflüge und Spaziergänge unternommen, die
sich auch für langsamere, mobilitätseingeschränkte Menschen eignen. Besonders beliebt ist der „Tanztee“, der
jeden Donnerstag in der Cafeteria des
Hauses stattfindet.
Alles unter einem Dach
Das Konzept der offenen Einrichtung:
alles unter einem Dach. Neben Freizeitund Beratungsangeboten sind hier
unter anderem ein Pflegestützpunkt,
ein Physiotherapiezentrum mit Bewegungsbad sowie eine Ehrenamtsagentur untergebracht. Zum Flughafenkiez
sind es nur wenige Minuten, direkt
vorm Haus hält ein Bus.
sich die Alten hingegen abends nicht
mehr auf die Straße. Und tagsüber
nehmen Fahrradrüpel wenig Rücksicht
auf Menschen mit Gehstock oder Rollator. „Von den Alteingesessenen fühlt
sich fast niemand mehr richtig wohl
hier“, lautet Schulzes Fazit.
Dabei ist im Gebiet durchaus eine seniorengerechte Infrastruktur vorhanden.
Das „Haus des älteren Bürgers“ in der
Für arabisch- und
türkischstämmige
Pflegebedürftige gibt es im
ehemaligen
Mehrgenerationenhaus in
der Flughafenstraße 21 die Tagesstätte „Yasmina“.
Die Senioren, von denen
einige im Rollstuhl sitzen oder dement
sind, können hier Handarbeiten oder
Spiele machen, sich massieren lassen
oder sich mit den Pflegekräften in ihrer
Muttersprache unterhalten. Im ersten
Stock ist eine interkulturelle Wohngemeinschaft mit elf Plätzen untergebracht.
Ein großes Problem für viele Ältere
sind fehlende Fahrstühle. Kaum einer
der Altbauten im Quartier hat einen
Aufzug. Im Falle der GenossenschaftsWohnanlage in der Mainzer, Ecke
Boddinstraße ist ein Einbau aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht
möglich, wie es beim Eigentümer, dem
„Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin
eG“ heißt. Man unterstütze aber Maßnahmen zur Wohnungsanpassung. Zudem helfe die gute Hausgemeinschaft
gegen Vereinsamung: „Viele Bewohner
kennen sich seit Jahrzehnten, auch unsere Hausmeister haben ein Auge auf
sie“, erklärt Thomas Komm, der beim
Beamtenwohnungsverein für Soziale
Dienste zuständig ist. Viele Alte entscheiden sich daher für den Verbleib
in der Wohnung, selbst wenn sie die
Treppen nicht mehr schaffen und somit
am Alltagsleben kaum noch teilnehmen können.
Nicht weg von hier
Nicht alle teilen also die negative Einschätzung der Seniorenbeauftragten.
„Bestimmte Fachärzte fehlen, und
eine gemütliche Konditorei würde ich
mir auch wünschen – aber sonst habe
ich hier doch alles, was ich brauche“,
meint eine Bewohnerin in dem Genossenschaftshaus. In eine Neubausiedlung nach Britz oder Rudow würde sie
nie ziehen. „Da ist doch nichts los ...“
Haus des älteren Bürgers
Werbellinstraße 42
Tel 681 80 62
www.alter-nativ.org
Eine gute
­Pflege und
Kontakt mit
Gleichgesinnten
sind wichtig
im Alter
Mobilitätshilfen für Senioren
und Menschen mit Behinderung
(kostenlose Begleit- und
Rollstuhlschiebedienste)
Erlanger Straße 7
Tel 34 66 87 80
Nacht und Nebel
Kunst gegen
November-Tristesse
Beim Umbau des Schulhofs gibt es einige Reibungen und Verzögerungen
Albert-Schweitzer-Schule
www.nachtundnebel.info
Der Schule wird der
Hof gemacht
Nach langer Planung wird jetzt der
Schulhof der Albert-Schweitzer-Schule
umgebaut – nicht ganz ohne Reibungen.
Der Schulhof erhält eine Tribüne, die
für Theateraufführungen und andere
Veranstaltungen genutzt werden kann.
Die Bäume werden mit Hochbeeten
umfasst, auf deren Rand Sitzauflagen
befestigt sind. Es kommen weitere Sitzbänke und ein kleiner Bolzplatz dazu.
Die Böschungswand zum Friedhof wird
zusammen mit den Schülern gestaltet.
Eigentlich sollte der Umbau weitgehend in den Sommer­ferien erledigt
sein, doch auch Anfang September fuhr
noch der Bagger über den Hof. Die 650
Samstag,
2. November
ab 19 Uhr
nun@schillerpalais.de
Schüler haben also seit Wochen keinen
Pausenhof. Zu der Verzögerung kommt
hinzu, dass das Budget für den Umbau
nicht reicht. Womöglich muss deshalb
bei der Umgestaltung der beiden Nebenhöfe gespart werden.
Für den Sommer 2014 ist geplant, den
vorgelagerten Albert-Schweitzer-Platz
zu verschönern. Die Schülergruppe
„Die 12 Veränderer“ hat sich intensiv
mit dem Platz beschäftigt. Gegen die
überdachte Sitzecke, die sie sich als
Treffpunkt an der Friedenssäule wünschen, hat aber die Denkmalschutzbehörde ihr Veto eingelegt. Nun wird es
Gespräche geben, ob der Pavillon an
einer Seite des Platzes aufgebaut werden kann.
Ein Highlight im trüben November verspricht auch in diesem
Jahr das Kunst- und Kulturfestival „Nacht und Nebel“ zu
werden. Eine Nacht lang kann man an zahlreichen Orten
in Nord-Neukölln Ausstellungen, Performances, Lesungen,
Mitmach-Aktionen und vieles mehr erleben – weitgehend
kostenlos und barrierefrei.
Nacht und Nebel ist sozusagen die kleine Schwester der
„48 Stunden Neukölln“ – und ermöglicht gerade deswegen
persönliche Gespräche und spannende Begegnungen mit
Kunstschaffenden. Wie schon im Vorjahr legen die Veranstalter des „Schillerpalais“ großen Wert auf Barrierefreiheit.
So werden spezielle Führungen mit und für sehbehinderte
Besucher angeboten, ebenso für Menschen mit geistiger
Behinderung. Eine Ausstellung thematisiert den Dialog von
Künstlern mit und ohne Handicap.
Nacht und Nebel findet seit seit dem Jahr 2002 statt, immer
am ersten Samstag im November.
Ende August war Anmeldeschluss, das genaue Programm
wird rechtzeitig auf Flyern und im Internet veröffentlicht.
„Nacht und Nebel“ verspricht
­interessante Begegnungen
mit Kunst und Künstlern
Nachbarschafsessen Mainzer Straße
Tischlein deck’ dich
Ist verantwortlich
für das, was auf
den Bildschirm
kommt: QM-Mitarbeiter Heykal
Guiza
www.qm-flughafenstrasse.de
Passt auf jeden Schirm
Der Internetauftritt des Quartiersmanagements Flughafenstraße hat ein neues Gesicht bekommen. Die Seite kommt
nun übersichtlicher daher und ist auch auf mobilen Geräten
besser nutzbar.
Das neue Erscheinungsbild der Quartiers-Webseite springt
sofort ins Auge. Die Rubriken befinden sich jetzt alle in einer
Zeile oben auf der Startseite. Dadurch wird das Navigieren
einfacher. Beim Relaunch wurde vor allem darauf geachtet,
dass die Internetseite auch auf Mobilgeräten optimal funktioniert. Neu ist auch die Projektdatenbank, die demnächst
in den Internetauftritt eingefügt wird. Dort werden viele Projekte verzeichnet sein, die seit Bestehen des Quartiersmanagements (QM) in den letzten acht Jahren gefördert worden
sind. Unter anderem findet sich im Internet-Auftritt des QMs
auch ein Archiv mit allen bisher erschienenen Ausgaben der
flughafenzeitung/fluze.
Seite 2
Zusammen sitzen, essen, plaudern,
Nachbarn kennenlernen – das war
die Idee von Jennifer Florin und Elisa
Traumberger aus der Mainzer Straße.
Am 1. September wurden Tische auf
die Straße gestellt. Jeder brachte etwas zu essen oder zu trinken mit.
Viele Anwohner hatten Salate oder
selbstgebackene Kuchen auf die lange
Tafel gestellt, Teller und Besteck musste jeder für sich selbst mitbringen. Angeboten wurden auch kostenlose Nackenmassagen, Schminken für Kinder
und Flohmärkte auf mehreren Hinterhöfen. Zu den Höhepunkten gehörten
eine Balkonperformance und der Auftritt einer Frauenband, die mit ihren
rumänischen und persischen Stücken
für Stimmung sorgten. Auch Passanten
ließen sich spontan zum Tanzen mitreißen.
Die beiden Initiatorinnen sind mit dem
Echo sehr zufrieden. „Wir verstehen
uns als Plattform für alle Nachbarn“,
sagt Jennifer Florin. Das Fest sollte einen Austausch in Gang bringen und
Anstoß sein für weitere Aktivitäten. Zur
Mainzer Straße, 1. September: Zusammenkommen am langen Tisch
besseren Vernetzung der Gruppen in
der Flughafenkiez-Nachbarschaft haben sie eine Facebook-Seite eingerichtet. Das Quartiersmanagement Flughafenstraße hat das Nachbarschaftsessen
mit einem Zuschuss unterstützt.
www.facebook.com/groups/
Flughafenkiez/
Spielplatz am Blueberry
Der Käpt’n fährt ins Dock
Käpt’n Blaubär fährt zur Generalüberholung ins Dock. Der beliebte Spielplatz im Zentrum des Flughafenkiezes
wird in diesen Wochen grundlegend
aufgefrischt.
Nach zehn Jahren
hatte das Holz
einen Neuanstrich
bitter nötig
Der Käpt’n-Blaubär-Spielplatz an der
Reuterstraße ist neben dem Boddinplatz der einzige Spielplatz im Flughafenkiez. Er wird doppelt so stark
genutzt wie ursprünglich gedacht. Kein
Wunder also, dass mal eine Renovierung nötig ist.
Der beschädigte Kunststoff-Bodenbelag unter den Spielgeräten und vor
dem Basketballkorb wird erneuert. Außerdem wird der Spielsand komplett
ausgetauscht.
Da nach rund zehn Jahren die Farben
an den Geräten und Holzfiguren verblasst oder abgerieben sind, nehmen
Jugendliche der Werkschule Löwenherz
Farbeimer und Pinsel zur Hand und sorgen dafür, dass der Spielplatz wieder
in altem Glanz erstrahlt. An der Werkschule Löwenherz in der Schönstedtstraße erhalten Neunt- und Zehntklässler praxis­orientierten Unterricht. Davon
profitieren auch – wie in diesen Fall –
die Neuköllner Spielplätze.
Mitte September wird an der Brandwand des Gewerbehofs Karl-Marx-Straße 58 das Baugerüst aufgestellt. Die
seit langem von den Kindern des Blueberry Inn geplante Graffiti-Gestaltung
kann dann starten.
Zum Abschluss der Arbeiten findet am
27. September ab 15 Uhr eine weitere
Sauberkeits- und Aufräumaktion auf
dem Spielplatz statt, zu dem alle Anwohner eingeladen sind.
kurz & knapp
Rad schrauben open air
Noch bis Ende November gibt es auf dem Tempelhofer Feld eine mobile Fahrradwerkstatt.
Fahrradbegeisterte Jugendliche basteln und
schrauben hier unter Anleitung eines Profis an
ihren Rädern und leisten auch gern Hilfestellung. Wer einen Platten hat, ein altes Rad abzugeben hat oder die Arbeit eines Zweiradme
chanikers kennenlernen möchte, kann einfac
h
vorbeischauen. Samstags finden Workshops
statt. Die mobile Fahrradwerkstatt ist ein Projekt der Taschengeldfirma e.V.
Mittwoch 14 bis 18 Uhr
Donnerstag nach Absprache für Gruppen
Freitag, Samstag und Sonntag 14 bis 19 Uhr
Tempelhofer Feld (Eingang Oderstraße)
Tel 89 63 57 27
www.taschengeldfirma.net
info@taschengeldfirma.net
Wie wohnt es sich im Weltkulturerbe?
Ein Architekturspaziergang der Volkshochschule
führt durch die berühmte Hufeisensiedlun
g
in Britz. Vorwiegend wird es um die Architektur der Anlage, aber auch um Bewohner und
Wohnverhältnisse gehen.
Sonntag, 29. September 14 bis 16.15 Uhr
Kosten: 6 Euro
Treffpunkt Parchimer Allee/
Ecke Fritz- Reuter-Allee
Infos und Anmeldung:
Tel 902 39 20 90
www.vhs-neukoelln.de
„Die Stube“
Industriedesign trifft Wunderbeere
Hausaufgabenhilfe in der Helene-NathanBibliothek
Die klassische Trödelmeile Flughafenstraße ist im Wandel. Seit einiger Zeit
gibt es hier ein Trödelcafé, wo man
nach dem Stöbern noch einen Bio-Tee
oder einen Drink aus der brasilianischen Wunderbeere Açai serviert bekommt.
Wieder mal die Mathe-Aufgabe nicht verstanden? Probleme mit der Vorbereitung eines
Referats? Die netten Studenten, die die Hausaufgabenhilfe in der Helene-Nathan-Bibliothek
anbieten, können in allen Fächern bis zur 10.
Klasse Unterstützung geben. Die Hausaufgabenhilfe ist kostenlos, eine Anmeldung nicht
erforderlich.
In der Flughafenstraße 24 wird schon
seit Jahrzehnten mit gebrauchten Möbeln gehandelt. Eric Rohde hat den
vollgekramten Laden vor etwa zwei
Jahren übernommen und daraus ein
Antiquitätengeschäft der besonderen
Art gemacht. Statt billigem Krimskrams
gibt es in der „Stube“ viel Kunst und
ausgesuchte Möbelstücke, vieles davon Industriedesign. „Kuriositäten
sind mein Steckenpferd – leider“, sagt
Rohde. Denn reich wird er dadurch
nicht. Einzelstücke wie das viktorianische Glockenspiel oder der von einer
Künstlerin gestaltete Raumteiler sind
nicht billig, das Farben-Set aus dem
Jahre 1880 ist sogar unverkäuflich.
Die Studenten aus der Nachbarschaft,
die vor allem zu Semesterbeginn hier
auftauchen, sind meist auf der Suche
nach günstigen, originellen Möbeln. In
der „Stube“ gibt es Schauvitrinen aus
Schulen oder Apotheken, DruckereiSetzschränke und Sitzbänke, die früher
mal in Kneipen standen. „Solche Werk-
Helene-Nathan-Bibliothek
Karl-Marx-Straße 66
(in den Neukölln Arcaden)
Tel 68 09 43 41
Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr
stattmöbel sind heutzutage gefragter
als klassische Antiquitäten“, erklärt
Eric Rohde.
Vor einem halben Jahr hat er sich entschlossen, im Laden ein kleines Café
einzurichten. „Einkaufen ist so einfach
entspannter.“ Viele Kunden schauen
sich erst einmal um, setzen sich dann
hin, um einen Kaffee zu trinken und
stöbern dann weiter. Der Cafébetrieb
soll noch ausgedehnt werden. Weil
immer mehr Kunden nach etwas Essbarem fragten, soll es künftig auch Kuchen, Smoothies und Gebäck geben –
alles in Bio-Qualität. Als Erster in ganz
Berlin will Rohde zudem ein Getränk
aus der brasilianischen Açai-Beere anbieten. In den USA ist die Beere voll
im Trend, sie gilt als supergesunder
Schlankmacher.
In der „Stube“
gibt es Kurioses
und Kaffee
Ran an den Fonds
In jedem Jahr stehen für kleine Nachbarschaftsaktivitäten und Bewohnerideen 10 00
0
Euro zur Verfügung. Aus diesem Quartiersfonds 1 hat die Bewohnerjury im Jahr 2013 bisher 12 Kiezprojekte mit insgesamt 6600 Euro
auf den Weg gebracht. Es sind also nur noch
3400 Euro zu vergeben. Wer sich sein Projekt
mit bis zu 1000 Euro fördern lassen will, muss
sich also beeilen. Die letzten Abgabetermine
sind am 23. September, 28. Oktober und 25.
November.
Die Stube
Flughafenstraße 24
Montag bis
­Samstag
10 bis 18 Uhr
Tel 12 01 92 68
Informationen und Abgabe:
Quartiersbüro
Erlanger Straße 13
12053 Berlin
Tel 62 90 43 62
info@qm-flughafenstrasse.de
www.qm-flughafenstrasse.de
Seite 3
Kindl-Brauerei-Gelände
Mit dem Aufzug
auf den Rollberg
Seitdem die Kindl-Brauerei im Jahr 2005 die Produktion in
Neukölln aufgegeben hat, wurden viele Pläne für das Gelände auf dem Rollberg geschmiedet. Die Ansiedlung einer
Hochschule oder eines Hotels haben sich zerschlagen. Die
Entwicklung kommt dennoch langsam ins Rollen.
Impressum: flughafenzeitung/fluze – Stadtteilzeitung und Jugendstadtteilzeitung im Flughafenkiez
An der Mainzer Straße, Ecke Rollbergstraße hat in diesem
Jahr das KfH Nierenzentrum eröffnet. Die Dialyseklinik mit
56 Behandlungsplätzen ist von der Sonnenallee in einen
eigenen Neubau umgezogen. Nebenan, auf der Fläche, die
zuletzt einem Flohmarkt diente, ist der Bau von 120 Wohnungen geplant.
Das denkmalgeschützte Sudhaus der Brauerei mit dem hohen Backsteinturm ist seit dem Frühling eingerüstet. Das
Schweizer Ehepaar Salome Grisard und Burkhard Varnholt
hat das Haus 2011 gekauft und baut es bis September 2014
für sechs Millionen Euro zu einem „Zentrum für zeitgenössische Kunst“ um. Ausstellungen, wechselnde Events und
Gastronomie sollen hier Platz finden.
Ungewiss ist noch die Zukunft des ehemaligen Vollgutlagers, in dem sich eine Indoor-Kartbahn befindet. Im Unterge-
6. Jahrgang,
Ausgabe 4+5/2013
Erscheinungsdatum:
17. September 2013
Herausgeber:
Quartiersmanagement Flughafenstraße
Erlanger Straße 13, 12053 Berlin
Tel 62 90 43 62
www.qm-flughafenstrasse.de
info@qm-flughafenstrasse.de
Redaktion:
Udo Hildenstab (v.i.S.d.P.), Birgit Leiß,
Jens Sethmann
Die Text- und Fotobeiträge der fluze
sind von Schülern des Albert-SchweitzerGymnasiums, der Evangelischen Schule
Neukölln, der Hermann-Boddin-Schule
und von den Kids des Blueberry mit Jens
Schielmann.
Fotos:
Sabine Münch, Fotolia
Bundesregierung/Guido Bergmann
Koehler/Peter, Nacht und Nebel
Redaktionsanschrift:
H & H Presse Büro Berlin
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Tel 0172 724 00 86
Fax 484 98 23 92
www.hnh-presse.de,
leserservice@hnh-presse.de
Layout:
Susanne Nöllgen/GrafikBüro Berlin
Druck:
Druckhaus Schöneweide
Auflage: 5000
Nachdruck nur mit ausdrücklicher
Genehmigung des Herausgebers
Gefördert durch die Europäische Union,
die Bundesrepublik Deutschland und das
Land Berlin im Rahmen des Programms
„Soziale Stadt“
Seite 4
schoss hatte im März 2012 der Technoclub „Cube Berlin“ mit
großen Ambitionen eröffnet, doch mittlerweile ist er wieder
geschlossen.
Auf dem Gelände gibt es neue, verkehrsberuhigte Privatstraßen. So wurden auch die beiden Enden der Rollbergstraße
wieder verbunden, Fußgänger und Radfahrer können das
Areal auf geradem Weg durchqueren.
Ab Oktober beginnt der Bau einer Treppenanlage mit Aufzug an der Neckarstraße, Ecke Isarstraße, über die man das
höher gelegene Kindl-Gelände direkt vom Flughafenkiez erreichen kann.
Kunst statt
­Kessel: Das Sudhaus der KindlBrauerei steckt
im Umbau
Vater, Mutter, Kind und Keg
el
Ferien in Sicht – was tun?
Die wenigsten Familien verreisen in den Herbs
tferien.
Und ins Freibad kann man auch nicht mehr
gehen –
zu kalt. Doch im Flughafenkiez gibt es für Kinde
r und
Jugendliche eine Menge zu unternehmen – auch
bei
schlechtem Wetter.
Der Kinder- und Elterntreff Blueberry in der
Reuterstraße hat während der Ferien geöffnet. Zusät
zlich
zu den regulären Angeboten gibt es gleich
mehrere
Aktionen. So findet am 2. Oktober auf dem Bolzp
latz
in der Schierker Straße der „Rap meets Bolzp
latz
Cup“ statt. Das freie Fußballturnier wird geme
insam
mit dem Verein „WeFuve“ („Weil Fußball verbin
det“)
veranstaltet. Es gibt Musik, Gelegenheit zum
Sprayen
und Stände mit Essen und Trinken.
In der ersten Ferienwoche – der genaue Termi
n steht
noch nicht fest – wird voraussichtlich die Brand
wand
am Käpt’n-Blaubär-Spielplatz bemalt. Eigentlich
sollte diese Grafitti-Sprühaktion bereits in den
letzten
Herbstferien stattfinden. Alle Beteiligten hoffe
n, dass
es diesmal klappt.
Außerdem wird in Zusammenarbeit mit den „Berli
ner
Jungs“ eine Präventionsveranstaltung zu sexue
ller
Gewalt stattfinden. Der Workshop richtet sich
an Jungen. Sie sollen lernen, sich bei Anmache und
Belästigung zu wehren. Genauen Termin bitte erfrag
en.
Blueberry
Montag bis Freitag 15 bis 20 Uhr,
Samstag 12 bis 17 Uhr
Reuter Straße 9-10
Tel 60 69 05 98
Ein Film aus Fotos
Im Young Arts können Jugendliche zwischen
12 und
16 Jahren beim kostenlosen Fotofilm-Worksho
p „To
move or not to move“ mitmachen. Aus Fotos
entstehen bewegte Bilder, der Film wird dann auf
Youtube
gestellt.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Volks
hochschule Neukölln, dem Jugendzentrum JoJu 23
sowie
weiteren Partnern durchgeführt.
7. bis 10. Oktober
Young Arts
Donaustraße 42
Tel 68 97 54 22
www.youngarts-nk.de
Schnuppern im Modedesign
Mal in den Bereich Modedesign reinschnuppern?
Verschiedene Nähtechniken erlernen und Ideen
für eigene Entwürfe entwickeln? Die Volkshochschule
Neukölln bietet Mädchen und jungen Frauen von
14 bis
21 Jahren in den Herbstferien einen Modedesig
n-Kurs.
7. bis 10. Oktober, jeweils 14 bis 19 Uhr
Entgelt: 25 Euro
Interkulturelles Mädchenzentrum
Donaustraße 88a
Infos und Anmeldung:
Tel 902 39 33 03 (Horst Emilio Späth)
www.vhs-neukoelln.de
Winterspiele
Ab 26. Oktober öffnet wieder der Winterspiel
platz
in der Hermann-Boddin-Schule. Kinder bis
zu acht
Jahren in Begleitung ihrer Eltern können hier
unter
Anleitung Turnen und Bewegungsspiele mach
en. Die
Teilnahme ist kostenlos.
Eltern-Kind-Turnen
Samstag 9 bis 14 Uhr
Hermann-Boddin-Schule
(Eingang alte Turnhalle)
Boddinstraße 55
Tel 68 87 44 10
Schulolympiade
Speed Dating
beim Sport
kurz & knapp
Ausstellung der „Boddinhaus“Entwürfe
Über 800 Schüler aus dem Flughafenkiez tummelten sich beim großen
Sportfest am 27. August auf dem Tempelhofer Feld. Sie konnten Sportarten
wie Speed-Badminton, Klettern und
Kung Fu ausprobieren und am Ende
bekam jeder eine Medaille.
Mit dabei waren 33 Klassen aus der
Hermann-Boddin-Schule, der AlbertSchweitzer-Schule und der Evangelischen Schule Neukölln. Während die
Grundschüler auf dem Fahrradparcours
der Polizei kurvten oder mit dem
Schwungtuch übten, spielten die Größeren Streetball, Tennis oder Jugger.
Alle halbe Stunde wurde gewechselt –
die Kinder sollten schließlich möglichst
viele Sportarten kennenlernen. Die
Lehrer hatten zwar ein wenig Mühe,
die lebhafte Meute zusammenzuhalten, waren aber durchweg begeistert
von der Veranstaltung.
„Die Schüler bekommen hier wertvolle Anregungen,
was sie in ihrer Freizeit machen können,
anstatt nur herumzu-
hängen“, meinte eine Lehrerin.
Die größtenteils im Kiez ansässigen
Sportvereine, die die Aktionen durchführten, freuen sich jedenfalls über
neue Mitglieder. Organisiert wurde die
Veranstaltung wie schon im Vorjahr
von „bwgt e.V.“ und
dem Quartiersmanagement
Flughafenstraße.
Beim großen
Sportfest auf
dem Tempelhofer
Flugfeld konnten
die FlughafenKids wieder
­diverse
Sport­arten
­ausprobieren
Die Entwürfe von Cottbusser Architekturstudenten für ein generationenübergreifendes
Bauprojekt an der Flughafen-, Ecke Hermannstraße werden im November im Quartiersbüro, Erlanger Straße 13, ausgestellt.
Die angehenden Architekten erarbeiteten
die Pläne eines sogenannten „Boddinhaus“
für den Wettbewerb „Altersgerecht Bauen
und Wohnen“ des Bundesfamilienministeriums. Die Ausstellung wird am 8. November
eröffnet.
Quartiersrat braucht Verstärkung
Der Quartiersrat des Flughafenkiezes
braucht Verstärkung. Weil einige Mitglieder
des Bewohnergremiums fortgezogen sind
oder aus anderen Gründen ihren Sitz aufgegeben haben, müssen nun Nachrücker
gefunden werden. Insbesondere Kiezbewohner nicht-deutscher Herkunft werden
gesucht, damit der Quartiersrat die Bewohnerschaft des Kiezes gut widerspiegelt. Der
27-köpfige Quartiersrat kommt alle zwei
Monate zusammen und bestimmt mit, wie
Fördergelder vergeben werden und welchen
Themen sich das Quartiersmanagement
widmen soll. Auf seiner nächsten Sitzung
am 22. Oktober sollen die neuen Mitglieder in das Gremium aufgenommen werden.
Wer sich für diese Aufgabe interessiert, wird
gebeten, sich im Quartiersbüro zu melden.
Quartiersmanagement
Erlanger Straße 13
12053 Berlin
Tel 62 90 43 62
info@qm-flughafenstrasse.de
Gewerbehof Karl-Marx-Straße 58
Alle(s) ziemlich neu
In das Fabrikgebäude in der KarlMarx-Straße 58 sind nach der Sanierung neue Nutzer eingezogen. Auf den
rund 7000 Quadratmetern haben sich
vor allem Unternehmen aus dem sozialen und kulturellen Bereich angesiedelt.
Von den alten Gewerbemietern ist nur
die Moschee übrig geblieben. Ausgezogen ist auch das Sportstudio. Dafür kann man nun im „Körperhaus“
Yoga, Aikido oder ähnliches trainieren
beziehungsweise selber solche Kurse
anbieten.
„Urbane Kunst“ soll im Keller des
denkmalgeschützten Gebäudes zu erleben sein. Das Kollektiv „Kunstsalat
– Verein für kulturelle Förderung“ will
hier besondere Events zwischen Kunst,
Musik und Körperkultur organisieren.
Die dritte und vierte Etage wurde zu 22
Ateliers umgebaut. Dank öffentlicher
Förderung sind die Mieten günstig,
der Eigentümer, die „SolWo Grundbesitz GmbH“ bekommt die Differenz zur
marktüblichen Miete vom Land Berlin
erstattet. Vermietet werden die Ateliers
durch das „Bildungswerk des bbk berlin GmbH“.
Im Erdgeschoss ist eine Tagesstätte
für psychisch Kranke entstanden. 16
Menschen, von denen viele im Kiez
wohnen, erhalten hier Beratungs- und
Beschäftigungsmöglichkeiten. Träger
ist die „ZeitRaum GmbH“. Im zweiten
Stock hat „PROWO e.V.“ eine psychiatrische Betreuungseinrichtung für Mütter mit ihren Kindern eingerichtet.
„Kunstsalat“
ist einer der
neuen Nutzer im
Gewerbehof KarlMarx-Straße 58
Seite 5
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
5
Dateigröße
1 084 KB
Tags
1/--Seiten
melden