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Erbrecht im Alltag – was ist Sache? - Studer - Anwälte und Notare

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Erbrecht im Alltag – was ist Sache?
Frage:
Wir haben unserer Tochter einen Erbvorbezug von Fr. 50'000.– gegeben. Kann
man diesen Vorbezug rückgängig machen?
Antwort:
Nein!
Erbvorbezug bedeutet, dass der Betrag
in das Vermögen der Tochter übergegangen ist. Entsprechend hat die Tochter den
Vermögenszugang (als Vermögen, nicht
als Einnahme) zu versteuern, während die
Eltern Fr. 50'000.– ärmer sind.
Wollen die Eltern den Einfluss auf das
Vermögen behalten, und das Geld allenfalls wieder zurückfordern, können Sie dies
in Form eines zinslosen Darlehens tun. In
diesem Falle haben sie weiterhin das Ver-
mögen zu versteuern, während die Tochter in ihrer Steuererklärung eine Schuld
von Fr. 50'000.– ausweisen kann.
Bereuen die Eltern, dass sie ihrer Tochter einen Erbvorbezug ausgerichtet haben,
besteht eine mögliche Korrektur nur noch
im Rahmen der Erbteilung. Die Tochter
kann auf den Pflichtteil gesetzt werden.
Auf diese Weise kann ihr maximal ein Viertel des gesetzlichen Anspruches entzogen
werden. Beträgt also beispielsweise der
Nachlass (unter Einrechnung des Erbvorbezuges) Fr. 300'000.– und sind drei Kinder vorhanden, beträgt der gesetzliche Anspruch jedes Kindes Fr. 100'000.–. Der
Pflichtteil beläuft sich auf drei Viertel, also
Fr. 75'000.–. Gegen den Entzug von Fr.
25'000.– kann sich die Tochter nicht wehren.
Dr. Benno Studer, Fürsprecher
und Notar.
Fragen und Antworten werden in regelmässiger
Folge, seit Februar 2004, im FFM-Magazin unter
der Rubrik «Erbrecht im Alltag – was ist Sache?» veröffentlicht.
Bitte senden Sie Ihre Fragen zu diesem
Thema an Herrn Dr. Benno Studer, Advokatur &
Notariat, Postfach, 5080 Laufenburg oder per
E-Mail office@benno-studer.ch.
Weitere Informationen unter www.benno-studer.ch.
Die Namen der Anfragenden bleiben selbstverständlich Anwaltsgeheimnis.
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Kategorie
Bildung
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