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** Damit auch drin ist, was drauf steht - BDP Hamburg

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** Damit auch drin ist, was drauf steht **
* Berufsbezeichnung Psychologe bleibt Inhabern von Diplom- bzw. Master-Abschluss vorbehalten
*
Ein klares Wort zu der Frage, wer sich künftig in Deutschland Psychologe nennen darf und wer nicht,
haben am Wochenende die Delegierten des Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) in Bad
Honnef gesprochen. Der BDP tritt dafür ein, dass sich Absolventen eines Bachelor-Studiengangs für
Psychologie bzw. eine ihrer Teildisziplinen nicht als Psychologen bezeichnen dürfen. Diese
Berufsbezeichnung soll Diplom-Psychologen bzw. künftigen Mastern mit einem Gesamtstudium in
Psychologie vorbehalten bleiben. Bachelor sollen - so fordert der BDP - ihren Bachelor-Titel plus
Supplementbezeichnung, also z.B. "Bachelor Wirtschaftspsychologie", tragen.
Dem Verband geht es mit diesem Votum um Transparenz - sowohl für künftige Studenten und
Absolventen als auch für die Verbraucher. Jeder soll wissen, welche Qualifikation sich hinter einer
Bezeichnung verbirgt, zu welchen Tätigkeiten sie berechtigt, mit welchen besonderen Auflagen sie
verbunden ist. So gilt für Bachelors z.B. keine strafgesetzlich bewehrte Schweigepflicht. Sie führen ihre
Arbeiten aus Sicht des BDP unselbstständig durch. Ihre Tätigkeiten sind von geringerer Komplexität und
werden mit einem geringeren wissenschaftlichen Anspruch ausgeführt, als das bei Diplom-Psychologen
oder Master-Absolventen der Fall ist.
Die Berufsbezeichnung Psychologe ist seit 1985 durch höchstrichterliche Rechtsprechung geschützt. Mit
der Einführung neuer Studiengänge stellt sich die Frage jedoch neu. Der BDP hat sich gemeinsam mit der
Deutschen Gesellschaft für Psychologie in der Föderation Europäischer Psychologenverbände (EFPA)
bereits auf einen Ausbildungsstandard für Berufspsychologen verpflichtet. Dieser besteht in einem
fünfjährigen Universitätsstudium im Hauptfach Psychologie plus einem weiteren Praxisjahr.
Gemessen an internationalen Trends ist der Anspruch des BDP keineswegs übertrieben. Nicht nur in
Europa, sondern auch in den USA werden seit einigen Jahren sogar noch höhere Anforderungen an die
Berufsangehörigen und ihre Ausbildung gestellt, und im Bereich der Psychotherapie wird immer häufiger
die Promotion verlangt.
Dass der BDP künftigen Bachelors trotz dieser deutlichen Abgrenzung in Sachen
Berufsbezeichnung keineswegs ablehnend gegenübersteht, hatte der Verband bereits 2004
deutlich gemacht, als er eine graduierte Mitgliedschaft für Bachelor in seine Satzung aufnahm.
Christa Schaffmann
Pressesprecherin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen Glinkastr. 5, 10117
Berlin Tel. 030 - 209 149 59 Tel. 030 - 209 149 66 c.schaffmann@bdp-verband.org
* BDP fordert: Angehende Psychotherapeuten müssen entsprechend ihrer akademischen
Qualifikation als Diplom-Psychologen bezahlt werden *
Am Wochenende tagen die Delegierten des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und
Psychologen (BDP) in Bad Honnef. Ein wichtiges Thema wird die tarifliche Vergütung von DiplomPsychologen, Psychologischen Psychotherapeuten sowie Psychologischen Psychotherapeuten in
Ausbildung (PiA) sein. Der Verbandsvorstand widerspricht in einem Antrag der ver.diBundesfachkommission, die für eine Vergütung der PiA deutlich unter Entgeltgruppe 11 votiert hat. Dies
Votum passe schlecht zu den politischen Parolen gegen Hungerlöhne.
Die PiA sind über mehrere Jahre finanziell bis an die Grenze gefordert. Nach einem kompletten
Psychologiestudium absolvieren sie eine mehrjährige Ausbildung, die sie selbst bezahlen müssen.
Paradoxerweise zählt die akademische Qualifikation während der Ausbildung kaum noch: Die in dieser
Zeit in erheblichem Umfang erforderliche Praktische Tätigkeit (z.B. 1200 Stunden in einer Psychiatrischen
sowie 600 in einer psychosomatischen Klinik) wird meist nicht vergütet, obwohl sie von diplomierten
Psychologen geleistet wird. Aktuellen Studien zufolge lebt die Mehrheit der PiA unterhalb des
Existenzminimums. Im Anschluss an die Ausbildung streben die Psychotherapeuten in der Regel die
Kassenzulassung an. Das bedeutet in vielen Städten Deutschlands derzeit eine Investition in fünfstelliger
Höhe.
Konkret werden die Delegierten über die Forderung an die Tarifvertragsparteien abstimmen, für die
Vergütung der sog. Praktischen Tätigkeit eine tarifvertragliche Regelung zu entwickeln, bei der die PiA
entsprechend ihrem Hochschulabschluss durch ein der EG 13 entsprechendes Gehalt vergütet werden.
Langfristig soll eine Veränderung des Psychotherapeutengesetzes angestrebt werden, durch die die
vertiefte Ausbildung in Psychotherapie im Anschluss an den Masterabschluss in Psychologie als
Weiterbildung und nicht länger als Ausbildung konzipiert wird.
Die Antragsteller zielen mit ihrem Antrag zum einen auf eine Verbesserung der rechtlichen und
finanziellen Situation der PiA. Zum anderen fürchtet der BDP einen erheblichen Nachwuchsmangel an
Psychologischen Psychotherapeuten in naher Zukunft, wenn die Ausbeutung dieser Gruppe nicht beendet
wird. Die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung wäre somit mittel- und langfristig gefährdet.
Christa Schaffmann
Pressesprecherin
Berufsverbands Deutscher Psychologinnen
und Psychologen
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. 030 - 209 149 59
c.schaffmann@bdp-verband.org
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