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2.2.11.) Bildung und Gesellschaft (04.07.13

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2.2.11.) Bildung und Gesellschaft (04.07.13):
SOZIALISATIONSINSTANZ SCHULE
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Zentrale Frage: Was lernen Heranwachsende durch ihren jahrelangen
Aufenthalt in der Schule „wirklich“?
Schule ist nicht auf das Lernen fachlicher Inhalte beschränkt. Man lernt auch
mit Hierarchien, Konkurrenz, bürokratischen Zeitordnungen und mit den Peers
umzugehen.
Der Begriff Heimlicher Lehrplan (Philip W. Jackson 1968, Jürgen Zinnecker
1975) wird vor allem in gesellschaftskritischer Absicht verwendet.
o Die Schule hat einen Doppelcharakter: Zwar verspricht sie
Emanzipation und Aufklärung durch fachliche Inhalte, veranlasst die
Schülerinnen und Schüler aber auch zu Anpassung und an die
organisatorischen Verhältnisse der Gesellschaft.
o Schüler/innen und Studierende erwerben Verhaltensstrategien,
Orientierungen und Taktiken, um vor dem Hintergrund des „Heimlichen
Lehrplans“ ihrer Schule erfolgreich zu sein.
„Heimlicher Lehrplan“: Leben in bürokratischen Organisationen
Bürokratische (Belehrungs-)Schule:
Feste Schulformen und Abschlussregelungen
Bürokratische Regeln als Elemente der täglichen Ordnung (z.B. 45-MinutenTakt)
Fächerkanon, Stundentafeln und Lehrpläne als Elemente des
institutionalisierten Curriculums
Klassenverbände, Lerngruppen und Lehrerzuordnung als Elemente einer
personalen Struktur
Frontalunterricht: Hierarchie, Gehorsam: Lehrer vs. Schüler
„Heimlicher Lehrplan“: Selbstbestimmtes Leben in einer demokratischen
Gesellschaft
Summerhill (seit 1921) ist ein privates Internat, in dem derzeit rund 80 Kinder
und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren aufwachsen (drei Gruppen: bis
10-Jährige; 10 bis 12-Jährige; ältere Kinder)
Alexander Neill (1883-1973): Leitbild: Kinder sind von Natur aus „lernwillig“,
doch die herkömmliche Schule lähmt diesen intrinsischen Lernbetrieb durch
extrinsische Überreizung: Das unfreie Pflichtschulkind fixiert sich auf
Prüfungen, Versetzungshürden, Klassenarbeiten – anschließend wird der Stoff
meist vergessen. Kinder werden so passiv, unselbstständig, ja geradezu
abhängig von äußerem Druck.
„Self-government“ (Schülerselbstregierung), Freiwilliger Unterrichtsbesuch,
Selbstregulative Erziehung, Werkstätten für die Schüler
Es gibt über 200 Regeln, diese Regeln werden von der Vollversammlung
der Schule, in der die Kinder klar die Mehrheit haben, beschlossen und auch
abgeschafft. (Ausgenommen sind nur Regeln, die aufgrund gesetzlicher
Vorschriften erlassen werden, z.B. Benutzung des Schwimmbads, Klettern auf
dem Dach).
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Resilienz (Widerstandskraft): Die Fähigkeit Heranwachsender, mit
schwierigen Situationen oder belastenden Lebensumständen konstruktiv
umzugehen, wird als „Resilienz“ bezeichnet. (Veith, 2008)
Die Fähigkeit zur reflexiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben
ist der entscheidende Faktor, um mit kritischen Lebenssituationen umgehen
zu können und damit von Resilienz (Opp, Fingerle, Freitag 1999)
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