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Ich sehe was, was du nicht siehst

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Ich sehe was,
was du nicht siehst
Eine Werkschau von Künstlerinnen
und Künstlern mit Autismus
29. Mai – 20. Juni 2010
documenta-Halle, Kassel
Die Ausstellung
»Ich sehe was, was du nicht siehst« ist ein altbekanntes Kinderspiel. Es funktioniert nach dem Prinzip
der geheimen Beobachtung eines Objektes aus dem unmittelbaren Umfeld durch denjenigen, der das
Rätsel aufgibt. Die Aufgabe des Gegenübers besteht darin, zu entschlüsseln worum es sich handelt.
Dabei kommt es nicht selten vor, dass man sich verzettelt, weil man Offensichtliches übersieht oder
winzige Details außer Acht lässt.
Die Ausstellung »Ich sehe was, was du nicht siehst« beruft sich auf dieses Spiel, indem sie den Titel
aus der Position der Künstler formuliert. Dabei wird bewusst mit der Eingangsvoraussetzung gespielt, dass Autismus mit einer Reihe von Vorurteilen, Stigmata, Mystifizierungen und Halbwissen in
Verbindung gebracht wird. So gesehen wird die Ausstellung selbst zum Rätsel. Ihre Exponate legen
Hinweise zu einer vermeintlichen Lösung nahe, die den Betrachter an die Grenzen seiner eigenen
Kunstwahrnehmung bringen.
Rund 200 Künstlerinnen und Künstler mit Autismus folgten einem Aufruf der Initiative »akku – Autismus, Kunst und Kultur« im Jahr 2007. In der Jurysitzung vom Oktober 2009 wurde entschieden, alle
Einreichung bis zum Stichtag zu repräsentieren. Einerseits um den Anlass des 40-jährigen Bestehens
von Autismus Deutschland e.V. zu würdigen, andererseits um einen Überblick über die vielfältigen
künstlerischen Aktivitäten in Deutschland zu geben.
Durch die Ausstellung werden Kunstwerke aus ihren ursprünglichen »Verstecken« geholt. Aus Privatwohnungen, Wohnheimen, Werkstätten, Künstlergemeinschaften und Ateliers, aus Schubladen und
Schränken, Mappen und Kladden. Sie begeben sich plötzlich aus einem geschützten in einen exponierenden Raum, der für die Kunst gebaut wurde. Bilder, Skulpturen, Texte, Fotografien und Videos
mit Seltenheitswert stellen sich damit der Betrachtungsmöglichkeit, die ihr Eigenleben als Kunstwerk
erst sichtbar macht. Eine neue Erfahrung für viele der gezeigten Künstler und zugleich eine Chance
zur Entdeckung der eigenen Wirksamkeit durch das Werk.
Die Kunsträume
Die Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche: 65 Künstlerinnen und Künstler werden mit zum Teil
raumgreifenden Positionen in den »Kunsträumen« gezeigt, die sich über die zwei Ebenen der documenta-Halle erstrecken. Dieser Ausstellungsbereich umfasst die nach der Jurymeinung herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, Videokunst sowie der Fotografie.
Die Werke unterscheiden sich in ihrer Vielfalt an visueller Information, Materialität und der Nutzung
des Trägermediums. Unter ihnen sind Reisebilder, deren Landschaften aus grafischen Codierungen
bestehen und mitunter an die Entwürfe der Wiener Werkstätten erinnern (Giebeler), die Landkarte
einer erweiterten Welt, die mehr Kontinente kennt als der Globus preisgibt (Araz), Wegstrecken, deren mäandernde Straßenknoten sich als neuronale Netzwerke aufbauen (Schmidt), Porträts, deren
Schönheit sich im zweiten Blick durch ihren grotesken Humor entfaltet (Kalischer) oder aus Draht und
Erdkabeln geformte Gittermodelle von Schlafstätten, die in der Abstraktion ihre behütende Funktion
preisgeben (Sonnenberg).
In der Verschiedenartigkeit ergeben sich zuweilen thematische Verbindungen, formal-ästhetische
Ähnlichkeiten oder stilistische Übersetzungen: Überblick und Orientierung oder die Simulation komplexer Zusammenhänge (Araz, Elsen, Kalischer, Ott, Schauland, Schmidt), eigene Zeichensysteme
(Beutler, Elsken, Elsen, Giebeler, Völksch), Pluralisierung und Wiederholung in der Serie (Behnke,
Breckner, Elsken, Koooker, Schauland), ausschnitthafte Darstellung als filmisches oder fotografisches
Prinzip (Knauer, N.N. Sammlung Prinzhorn, Wewerka), das Erleben der Materialität im Rhythmus oder
Widerstand des Zeichengeräts zum Trägermedium (Ahrens, Bubert, Henneke, Männchen, Oberwein,
Schönau, Schüller, Schwaab).
Die Ausstellung bietet an ausgewählten Stellen zusätzlich Stationen an, die die Besucher in den Kontext der Kunstproduktion einbeziehen oder die Funktion des Werks erläutern. Patrick Otts Landkarte
von »Schââlotto« wird flankiert von einem Wörterbuch mit rund 90.000 Einträgen, das die von ihm
erfundene Landessprache ins Deutsche überträgt. Karita Guziks Kartenspiel wird von einer Animation ihrer fotografischen Selbstporträts begleitet, die sie anfertigt um sich im Fremdbild der Kamera
besser begreifen zu können.
Zusätzliche Betrachtungshilfen, Deutungs- und Spielanregungen bieten die Wortfinder-Beiträge. Bei
diesem kunsttherapeutischen Projekt handelt es sich um textliche Reflexionen von Autoren mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung, die 11 Exponaten der Ausstellung zur Seite gestellt
werden.
Die Künstlerinnen und Künstler der Kunsträume
Stephan Albrecht | Deniz Aras | Aurel Arens | Lilja Beer | Olaf Behnke | Felix Beilstein | Adolf Beutler |
Angelika Bienst | Benjamin Binder | Uwe Breckner | Stefanie Bubert | Johannes Dechau | Byron Denker
| Andre Duda | Kai Dürrbaum | Matthias Elsen | Klaus Elsken gen. Elschen | Aaron Fahlefeld | Daniel
Gallego-Rodriguez | Konrad H. Giebeler | Karita Guzik | Josef Gürkan | Corinna Heidepriem | Bernhard
Hennecke | Manuel Hertel | Johann Jahnke | Timm Jepsen | Till Kalischer | Roland Kappel | Max Klocke |
Andrea Knauer | Joe Koooker | Andreas Kuhl | Mark Lubins | Mona Marecki | Diana Männchen | Menia
| N.N. | Michael Neubauer | Martin Oberwein | Corinna Oertel | Patrick Ott | Thomas Polak | Andrea
Rausch | Hagen Reinhard | Stefan Ringelschwandtner | Jörg Röckmann | Andreas Römer | Willi Schauland | Peter Schmidt | Stefan Schneider | Ulrike Schönau | Doris Schüller | Richard Schwaab | Bubie
Sensiv | Andreas Skorupa | Marina Sonnenberg | Reimar Thomsen | Matias Völksch | Stefan Wepil |
David Wermuth | Philipp Wewerka | Nadine Wohld | Patrick Zeuke | Ingolf Zoller
Die Talentwerkstatt
123 Künstlerinnen und Künstler werden in der »Talentwerkstatt« repräsentiert. In diesem Bereich
werden Exponate gezeigt, die den Querschnitt und die Vielfalt der künstlerischen Talente aus vollkommen unterschiedlichen Lebens- und Produktionsbereichen abbilden: Ergebnisse aus Werkstatt
und kunsttherapeutischen Betrieben, kunstgewerbliche und -handwerkliche Beiträge, Hobby- und
Amateurkunst sowie künstlerischen Fingerübungen und Bastelarbeiten.
Zusammengestellt und inszeniert wird die Talentwerkstatt durch Studentinnen des Fachs Kunst der
Universität Paderborn.
Das Fotolabor
Autismus Deutschland e.V. und der Initiative »akku« war es wichtig, dass die Künstlerpersönlichkeiten
in der Ausstellung präsent sind. So entstand die Idee zum Fotolabor-Projekt. Fotografen fungieren als
Brücke der Begegnung. Sie wagten sich an die Aufgabe heran, durch ihre Porträts der Künstler den
gelernten Bildern von Menschen mit Behinderungen ein Korrektiv gegenüber zu stellen.
Die entstanden Beiträge stammen von Alexander Gehring, Markus Hirschmeier, Herlinde Koelbl,
Wiebke Loeper, Christoph Meinschäfer, Josephin Müller, Patricia Neligan, Tania Reinicke & Ekkehart
Bussenius, Frank Schinski und Anne Schumann. Fotografiert wurden die Künstlerinnen und Künstler,
die in den Kunsträumen repräsentiert werden.
Die Jury
- Maria Kaminski, Vorsitzende Autismus Deutschland e.V., Bundesverband für die Interessen von
Menschen mit Autismus
- Marie Tentrup, Kulturmanagerin, Kunsthalle Bremen, Kulturhauptstadt Luxemburg, Schleswig-Holstein Musikfestival
- Bettina Blohm, freie Künstlerin, Berlin und New York
- Rolf Laute, Künstlerischer Leiter der Galerie der Schlumper, Hamburg
- Volker Elsen, Initiator »akku – Autismus, Kunst und Kultur«, N-CODING
Das Kuratoren-Team
- Volker Elsen, Initiator »akku – Autismus, Kunst und Kultur« und ehrenamtlicher Unterstützer,
N-CODING
- Katharina Dietz, Autismus Deutschland e.V.
- Daniela Elflein, ehrenamtliche Unterstützerin, N-CODING
Kontaktdaten
akku - Autismus, Kunst und Kultur
Eine Initiative von Autismus Deutschland e.V.
Katharina Dietz
Projektmanagement
Mobil 0176 - 77 22 75 42
E-Mail dietz@initiative-akku.org
Volker Elsen
05251 – 184748
0172 – 535 69 87
elsen@n-coding.com
www.initiative-akku.org
www.ichsehewas.de
Autismus Deutschland e.V.
Bundesverband zur Förderung
von Menschen mit Autismus
Bebelallee 141
22297 Hamburg
Telefon 040 - 5 11 56 04
Fax 040 - 5 11 08 13
Spenden
Autismus Deutschland e.V.
Kto-Nr. 1255 121 434
BLZ 200 505 50
Hamburger Sparkasse
Verwendungszweck: akku
www.ichsehewas.de
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