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Ich habe mein Auslandssemester in Groningen verbracht, was

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Ich habe mein Auslandssemester in Groningen verbracht, was sowohl in akademischer, als
auch in lebenspraktischer Hinsicht eine bereichernde Erfahrung war. So viel kann ich als Fazit
sagen. Bevor es jedoch losgehen kann, müsste ihr einiges organisieren. Neben den
Formularen, die ihr für das „Oldenburger International Office“ ausfüllen müsst, wird
Groningen von euch verlangen, ein „Transcript of Records“ sowie ein Motivationsschreiben
einzureichen. Darüber hinaus müsst ihr ein „Learning Agreement“ ausfüllen, in welches ihr
die von euch ausgesuchten Seminare eintragt. Dieses gebt ihr an den Koordinator (Herr
Sommer) in Oldenburg, bevor ihr es nach Groningen schickt. Ihr solltet darauf achten, dass
ihr es so früh wie möglich einschickt, um eure Wunsch-Seminare zu bekommen und euch,
wenn möglich, zwei Methoden-Seminare und ein Forschungsseminar aussuchen. Ich konnte
nur zwischen Seminaren letzterer Art auswählen und hatte so ein überdurchschnittliches
Pensum zu bewältigen. Eingetragen in die Kurse werdet ihr vom International Office in
Groningen selbst, ihr braucht euch in diesem Fall um nichts zu kümmern.
Weiterhin ist es empfehlenswert, vor dem Auslandssemester einen Englischkurs zu machen.
Um gut in den Seminaren mitzukommen, solltet ihr, wenn möglich, C1 haben. Dies müsst ihr
in Groningen allerdings nicht nachweisen, da der Auslandsaufenthalt im Rahmen eures FachMasters in europäischer Geschichte stattfindet.
Eine Wohnung solltet ihr euch ebenfalls möglichst früh suchen. Denn je näher das Semester
rückt, desto schwieriger wird es etwas zu finden. Dazu könntet ihr euch entweder ein Zimmer
über eine Facebook-Gruppe suchen, oder in ein Studentenwohnheim gehen. Letzteres hat
sicherlich den Vorteil, dass ihr ganz einfach Kontakt mit anderen Studenten bekommt. Ihr
müsst allerdings eine Gebühr im Voraus bezahlen, damit ihr zum Bewerbungsverfahren
zugelassen werdet. Genauere Informationen gibt es auf Universitäts-Webpage. Es besteht
natürlich auch die Möglichkeit, zwischen Oldenburg und Groningen mit dem Public Express
zu pendeln.
Solltet ihr euch dafür entscheiden, in Groningen zu wohnen, ist es empfehlenswert, eine
Wohnung zu suchen, in die ihr schon eine bis eineinhalb Wochen vor dem offiziellen
Semesterbeginn einzieht. In dieser Zeit findet die Einführungswoche statt, in der ihr wichtige
Informationen zu eurem Auslandsemester erhaltet. Darüber hinaus könnt ihr euch in eine
Erasmus-Einführungswoche einschreiben und lernt so nicht nur interessante Locations in
Groningen kennen, sondern auch viele nette Leute.
Nachdem ihr euch eine Woche lang ausgetobt habt, geht in Groningen der Ernst des Lebens
los. Ihr solltet euch bereits nach der ersten Sitzung des Seminars Gedanken darüber machen,
welches Thema ihr untersuchen wollt und dann gleich damit beginnen, die erste
Prüfungsleistung vorzubereiten. Es ist sehr wichtig, dass ihr die ganze Zeit am Ball bleibt und
regelmäßig mitarbeitet, da ihr sonst ein Problem mit eurer Zeit bekommen könntet. Darüber
hinaus ist es wichtig, egal ob „Pilot Study“ (eine erste Einleitung in eure Hausarbeit) oder
„Work in Progress“, immer ein sehr analytisches Auge auf die aktuelle Forschungsliteratur zu
werfen und diese in euren Texten kritisch zu reflektieren. Hierauf wird in Groningen großen
Wert gelegt, auch in Berichten, in denen ihr nur euren bisherigen Stand der Arbeit schildern
sollt.
Um eure Prüfungsleistung auch in gedruckter Form abzugeben, müsst ihr in Besitz einer
Kreditkarte sein, da ihr sonst als Austauschstudent nicht drucken könnt. In Groningen könnt
ihr online unter „MyUniversity“ (nähere Infos erhaltet ihr in der Einführungswoche) Geld auf
eure „Studentcard“ laden, mit der ihr dann eure Kopien etc. bezahlt. Da ihr für das
Auslandssemester wahrscheinlich kein extra Konto in den Niederlanden eröffnen werdet, ist
das Aufladen eurer „Studentcard“ eben nur mit einer Kreditkarte möglich.
Sobald eure Noten online in „Progress“ stehen, könnt ihr ebenso online euer „Transcript of
Records“ anfordern, das euch dann vom „International Office“ nachhause geschickt wird. Wie
dies genau funktioniert, wird euch gegen Ende des Auslandsemesters via Mail erklärt.
Einkaufen solltet ihr im Aldi, da die Lebensmittelpreise in Groningen deutlich höher sind als
in Deutschland. Da man im Aldi jedoch nicht alles bekommt, empfehle ich euch bei „Albert
Hein“ (Lebensmittelmarkt) eine kostenlose Bonuscard zu holen. Die haltet ihr der Kassiererin
nach jedem Einkauf hin und bekommt so einen Rabatt. Ansonsten lohnt es sich auf dem
Wochenmarkt einzukaufen. Dieser findet dienstags, freitags und samstags statt und bietet eine
große Vielfalt an Obst und Gemüse zu erschwinglichen Preisen. Unbedingt ausprobieren
solltet ihr das „PS-Café“ neben dem „Harmony Building“ (Hauptgebäude der Faculty of
Arts). Genehmigt euch dort ein Stück Karottenkuchen mit Vanille Creme und glaubt mir, ihr
werdet euch wie im siebten Himmel fühlen. Falls es mal ein Kaffee auf die Schnelle sein soll,
empfehle ich euch das „Simon Lève“, das befindet sich auch in der Straße des „Harmony
Buildings“ und verkauft den besten und zugleich günstigsten Kaffe in Groningen. Abends
könntet ihr dann dem „Pub Three Sisters“ am „Grote Markt“ einen Besuch abstatten. Das
Lokal wird als der größte Pub Europas bezeichnet und hat für jeden Geschmack etwas zu
bieten. Außerdem solltet ihr euch nachts mal das Haus der Studentenverbindung ebenfalls am
„Grote Markt“ anschauen. Ihr werdet erstaunt sein.
Das beste Fortbewegungsmittel in Groningen ist das Fahrrad. Einmal abgesehen davon, dass
ihr nur kurze Strecken zurücklegen müsst und so der Drahtesel völlig ausreicht, ist ein Auto
hier eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. In der Innenstadt, aber auch etwas außerhalb,
sind Parkplätze nur sehr schwer zu finden und falls ihr einen ergattert, dürft ihr dort meist nur
für 30 Minuten stehen. Ist diese Zeit überschritten, kann es sehr teuer werden und mehr als
100 Euro kosten. Außerdem zögern die Politessen nicht, Wagen abschleppen zu lassen. Solltet
ihr also bei eurem Umzug mit dem Auto bis vor die Groninger Bleibe fahren, ist es wichtig
einen Zettel mit eure Handynummer und den Worten „Ich ziehe gerade um“ in die
Windschutzscheibe legen. Ansonsten ist es empfehlenswert, den Public Express zu nehmen,
um von Oldenburg nach Groningen und wieder zurück zu kommen.
Abschließend kann ich sagen, dass das Studium in Groningen mir geholfen hat, meinen Blick
auf wissenschaftliche Themen zu erweitern und an meinem akademischen Schreibstil zu
arbeiten. Es wird den Studenten allerdings auch einiges abverlangen. Doch wie allgemein
bekannt, bringen einen nur diese Phasen im Leben weiter.
Leben lässt es sich hier ganz wunderbar. Genießt die vielen kleinen Cafés und Läden und geht
nach Herzenslust shoppen, wenn ihr das Zauberwort „Korting“ lest. Ihr werdet erstaunt sein,
mit wie vielen Klamotten für wenig Geld ihr zurückkommt. ALSO AUF NACH
GRONINGEN!!!
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