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...und was nun? - Racket Center Nußloch

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RC Premium Nr. 16 - Oktober 2007
 Endlich Abi!
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ir wollen gute Sportler ausbilden.
Dieses Motto der Tennisakademie
Rhein-Neckar unterstreicht den Anspruch,
im Tennis und durch Tennis zur Persönlichkeit sentwicklung junger Menschen
beizutragen. So sehr wir unseren Schützlingen ein Höchstmaß an Konzentration
abverlangen, so muss Platz bleiben für

Vielseitigkeit als wichtiger Aspekt zur
Ausbildung individueller Lebensentwürfe.
Großer Respekt gebührt jungen Menschen,
die sich aus eigenem Antrieb hinausbewegen
in die Welt – das allerdings eben nicht nur
veranlasst durch den Tennissport, wie das bei
Vanessa Pinto der Fall gewesen ist. Katja
Schäfer arbeitet schon seit vier Jahren
im Nebenjob an unserer
Rezeption und Kalle Köbler
lernten wir kennen, als er uns bat,
sein Projekt zu unterstützen.
Hier stellen die drei ihre Initiativen vor – Katja und Vanessa in der
Rückschau, Kalle als Ausblick…
m.z.
Mein Leben auf der anderen Seite der Erde... Katja Schäfer verbrachte ein Jahr in Australien.
Nachdem ich im Juni 2005 mein Abitur in der Tasche hatte, wollte ich nur eines: Weit weg und alles, was ich hier hatte - meine
Familie, meine Freunde, meine Hobbies - erst einmal hinter mir lassen, um frei und unabhängig zu sein. Ich wollte ein fremdes
Land erkunden, besser gesagt: einen ganzen Kontinent. Und zwar den Roten!
So stieg ich in Frankfurt ins Flugzeug, das mich auf eine ungewisse Reise schickte, die ich in meinem ganzen Leben nie
wieder vergessen werde.
Im meiner neuen Heimat Down Under angekommen, machte ich mich umgehend auf die Suche nach einem
Job, um mir mein Abenteuer auch finanzieren zu können. Von der Erdbeerfarm über die Fleischfabrik
bis hin zur Pizzeria und ins Outbackhotel – wer sich in Australien durchbeißen will, darf nicht
zimperlich sein und muss anstrengende Arbeiten erledigen. Dafür bietet der rote Kontinent
zum Ausgleich aber auch unvergessliche Erlebnisse: Surfen an Traumstränden, Koalas
streicheln oder Weihnachten feiern bei 35 Grad am Bondi Beach. Nach mehren Tagen Busfahrt war ich schließlich an dem Berg angelangt, von dem man nur so schwer seinen Blick
abwenden kann, die Australier nennen ihn nur „The Rock“, die Aborigines sagen „Uluru“ und
wir kennen ihn als Ayers Rock. Wer hätte gedacht, dass dieser Stein 3600 m lang und 348 m
hoch ist und man somit 10 km laufen muss um einmal um ihn herum gegangen zu
sein.
Neben all den optischen Eindrücken, habe ich mich natürlich auch menschlich sehr viel weiterentwickelt: Ich bin selbstbewusster und auch unabhängiger geworden. Hat man auf einmal sein ganzes Leben selbst in der Hand,
lernt man unglaublich schnell sich anzupassen, flexibel und offen zu sein
und Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Mitmenschen zu zeigen,
auch wenn man nicht immer deren Sprache spricht. In meinen elf
australischen Monaten habe ich es nicht nur geschafft, nicht von
Krokodilen oder Haien gefressen zu werden. Ich bin 38.982 km mit
dem Flugzeug, 16.268 km mit dem Bus und 2.300 km mit dem Auto
gereist, hatte 199 Reisetage und 133 Arbeitstage, bin 66 mal umgezogen, war an 50 verschiedenen Stränden, habe Menschen aus 33
verschiedenen Ländern kennen gelernt, war in 18 National Parks, hatte
15 verschiedene Jobs, habe 15 Bücher gelesen davon 11 auf Englisch,
musste 11 mal meine Uhr umstellen, war in 7 von 8 australischen Staaten,
habe 7 Weltnaturerbe besichtigt, habe 3 mal unter freiem Himmel
geschlafen und bin 1 mal um den Ayers Rock herum gelaufen.
www.racket-center.de
Fazit: Ich würde es immer wieder tun und kann jedem von Herzen raten: geh raus in die
Welt und erlebe dein eigenes Abenteuer. Es lohnt sich!

RC Premium Nr. 16 - Oktober 2007
Ein Tennis-Stipendium in den USA… Vanessa Pinto studierte an der University of South Carolina
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Vom 10. Januar bis 30. März 2007 studierte ich an der University of South Carolina. Die Universität liegt in der Stadt Columbia und wurde
im Jahre 1801 errichtet. Sie ist für ihre exzellente Business Schule bekannt – als das beste Programm in den USA. Die Universität hat
ca. 27.000 Studenten, die Studiengebühren pro Semester betragen rund 20.000 Dollar. Diese allerdings blieben mir als Tennisstipendiatin
erspart. Ein Full-Scholarship Stipendium gehört zu den besonderen Privilegien des US-amerikanischen Hochschulwesens!
Ich lebte mit 3 Mädchen aus meiner Tennismannschaft auf dem Campus und konnte dadurch die Bibliothek, die Mensa und alle
weiteren Schulklassen in relativ kurzer Zeit zu Fuß erreichen. Das Uni-Leben gestaltete sich in der Weise, dass ich von
montags bis donnerstags in der Zeit von 8:00 bis 10:45 Uhr Unterricht hatte und danach das Training, Physiotherapie und
Hausaufgaben absolvierte. Den Sportlern stehen ein eigenes Lernzentrum mit PC, Tutoren und Hausaufgabenhilfe zur
Verfügung sowie eine vor kurzem erbaute Kantine mit sportlergerechtem Essen.
Das Tennistraining erfolgt an 6 Tagen pro Woche auf der Anlage des Lady`s-Tennis-Gamecocks mit 4 Indoor- und 6
Outdoor-Plätzen. Neben dem Training finden von Januar bis Mitte Mai die nationalen Tennismeisterschaften statt.
Das Team besteht aus 8 Spielerinnen, mit 6 Stammspielerinnen und 2 Ersatzspielerinnen. Meine Mannschaft war
sehr gut – von den sechs Stammspielerinnen waren 3 unter den ersten 70 der ITF Weltrangliste der Junioren und
eine Spielerin Top 5 in den USA. Da wir in der besten Conference der USA spielten (vergleichbar mit der Badenliga), wurden uns außerdem Ausrüstung, Schuhe und Saiten von der Uni gestellt. Gleichzeitig wurden wir von
einem Trainer betreut, der ATP 150 war und in Roland Garros und Wimbledon Hauptfeld gespielt hatte.
Um an der Universität angenommen zu werden, muss man sich zum einen bei den Trainern persönlich bewerben
(z.B. anrufen) und ihnen die aktuellen Ergebnisse zukommen lassen. Zum anderen sind der SAT-Test (Mathe und
Englisch) und der TOEFL-Test zu absolvieren. Beide Tests können aber mit dem deutschen Abitur bestanden
werden. Weitere Auflagen sind, dass man – mittlerweile – nicht älter als 20 Jahre sein darf und den Amateurstatus haben muss. Die Stipendien werden jedoch nicht nur an Spitzenjunioren vergeben. Da die College-Liga in 3
Stufen eingeteilt ist, haben auch Spieler z.B. aus der Oberliga oder Verbandsliga eine realistische Chance, an einer
der vielen Universitäten der USA aufgenommen zu werden. Allerdings: man muss sich kräftig durchbeißen, denn
das Leben als Sportstipendiat ist eine enorme Herausforderung. Doch wie heißt´s so schön: „Der Mensch wächst mit
seiner Aufgabe“.
Wenngleich mein Aufenthalt nur ein kurzer war, kann ich raten: probiert´s – es ist eine enorme Erfahrung!
„Ich spende ein Lebensjahr…“ Kalle Köbler stellt sich einer besonderen Herausforderung
Mein Name ist Kalle Köbler. Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Heidelberg. In diesem Jahr habe ich mein
Abitur bestanden – und was jetzt?
Der nächste Abschnitt im Leben eines jeden Schulabsolventen ist die Bundeswehr oder der Zivildienst.
Doch es gibt eine Alternative. Sie nennt sich „Anderer Dienst im Ausland“ (ADiA). Dieser Dienst wird von
der Bundesrepublik Deutschland anerkannt, jedoch nicht finanziell unterstützt. Als „ADiAler“ geht man
in Entwicklungsländer um dort durch sein soziales Engagement in Projekten, die dem Gemeinwohl
dienen, das friedliche Zusammenleben der Völker und den Völkerverständigungsgedanken zu
fördern. Besonders begeistert mich die Möglichkeit, dadurch neue Länder und Kulturen
kennen zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln und Herausforderungen zu bewältigen. Dieses Angebot reizt mich sehr, obwohl es drei Monate länger als der Zivildienst in Deutschland dauert, obwohl gesundheitliche Risiken auf mich zukommen
und obwohl ich Spender für dieses Engagement finden muss.
So werde ich also ab dem 5. September 2007 für ein Jahr in dem
Gehörloseninternat „Ashanti School for the Deaf“ in Ghana/WestAfrika mitarbeiten. Dort werde ich unterrichten, wozu ich mir die
Gebärdensprache aneignen muss. Auch Freizeitaktivitäten für
die Gehörlosen stehen auf dem Programm, wobei auch Sport
eine wichtige Rolle spielen wird. Natürlich bin ich mir darüber
im Klaren, dass zunächst einmal der Alltag bewältigt werden muss
und vieles, was bei uns eine Selbstverständlichkeit ist, dort in Ghana
eine Herausforderung darstellt. Ich bin gespannt, wie sehr mich diese
Erfahrung prägen wird.
Sollte ich Sie für mein Vorhaben begeistern, würde ich mich über
jede (noch so kleine) Spende als Anerkennung freuen. Bei der
Gelegenheit möchte ich dem Racket Center Nußloch herzlich
dafür danken, dass mir eine großzügige Zuwendung zur
Finanzierung meines Projekts bereitgestellt wurde!
SFD Kassel e.V., Annastraße 11, 34119 Kassel, BLZ.: 520 604 10,
Konto: 100 004 464, Ev. Kreditgenossenschaft Kassel
Verwendungszweck: Kalle - Ghana
Ihre Spende dient zur Kostendeckung von insgesamt 4.500
4.500€,, die für Flug, Versicherung,
Impfungen, Malariaprophylaxe usw. benötigt werden und im Laufe des Jahres auf dem oben
genannten Konto eingehen sollten. Alle Spenderinnen und Spender erhalten vom gemeinnützigen „Sozialer Friedensdienst Kassel e.V.“ (SFD) eine Spendenbescheinigung. Von mir
erhalten Sie jeden Monat ein Rundschreiben, in welchem ich über meine Arbeit und mein
Leben berichte.
www.racket-center.de
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RC Premium Nr. 16 - Oktober 2007
Tennisakademie Rhein-Neckar

Endlich Abi – und was dann? Mit folgenden Hinweise möchten wir Anregungen geben:
Zivildienst im Ausland:
Falls Du Interesse an einer Zivildienststelle im Ausland hast, dann wende Dich an den Sozialen Friedensdienst Kassel e.V.:
www.sfd-kassel.de. Der SFD ist eine anerkannte Zivildienststelle sowie anerkannter Träger des Anderen Dienstes im Ausland
und des Freiwilligen Sozialen Jahres im In- und Ausland und dem Europäischen Freiwilligen Dienst. Trotz dieser Anerkennung
musst Du die Finanzierung dieses Auslandsprojekts selbst aufbringen. Das kann man sicherlich kritisch sehen. Andererseits:
genau damit erbringst Du den Nachweis, dass Du Dir bewusst bist, welcher Aufgabe Du Dich stellst und dass Du das wirklich
willst – und ein ganzes Jahr weit weg von zu Hause auch durchhältst. Das ist für den SDF ein sehr wichtiger Faktor!
Auslandstudium:
Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist Deine zentrale Anlaufstelle, falls Du Interesse hast, an einer ausländischen
Universität zu studieren. Unter www.daad.de erhältst Du alle wichtigen Informationen und Ansprechpartner aus erster Hand.
Links zu Partnerorganisationen eröffnen weitere Horizonte. Voraussetzungen dazu: ein wirklich gutes Abschlusszeugnis!
Work & Travel:
Raus in die Welt – auf eigenen Beinen stehen.
Du möchtest erst einmal ein anderes, ein fernes Land bereisen, Abstand gewinnen von der Schule, Dich orientieren und
Selbsterfahrung sammeln? Dann kämpf Dich durch, arbeite und reise: „work & travel“. Wer mit diesem Stichwort im Internet
sucht (z.B. www.google.de), findet eine Reihe von Anbietern derartiger Programme. Anders als beim DAAD, der sich als
eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen konstituiert und als eingetragener gemeinnütziger Verein firmiert,
werden work & travel Programme zumeist von Reiseunternehmen angeboten und sind dementsprechend vielfältig. Darüber
lässt sich aus unserer Warte heraus kein Qualitätsurteil abgeben. In diesen Fällen empfehlen wir, sich mit jemanden in
Verbindung zu setzen, der bereits ein derartiges Programm in Anspruch genommen hat (z.B. Katja Schäfer).
Sportstipendium:
Ein Studium im Ausland ist in jedem Falle mit Kosten der Lebenshaltung verbunden. Besonders teuer wird´s in den USA, wo
gerade an den begehrten Universitäten teils erhebliche Studiengebühren erhoben werden. Wenn man nun aber ein guter
bis sehr guter Tennisspieler ist – mindestens Dritt-Liga-Format ist da schon zweckmäßig – dann besteht die Aussicht auf
ein Full-Scholarship Stipendium. Und hier bist Du bei uns genau richtig. Wir können schon ganz gut beurteilen, wie Deine
Leistungsfähigkeit ist und was Du von einer Universität erwarten darfst. Andererseits wissen auch die Amerikaner, was
man jungen Menschen abverlangen muss, wenn sie später im Leben erfolgreich und auch für Führungsaufgaben qualifiziert sein sollen – zuallererst: Entscheidungsfreude. Noch vor der Vollendung des 20sten Lebensjahrs musst Du Dich für
diesen Weg entschieden haben. Dabei stehen wir Dir mit unseren Kenntnissen, Erfahrungen und Kontakten gerne zur Seite.
www.tennisakademie-rhein-neckar.de.
Vorbereitende Praktika – auch bei uns im Racket Center, in der GSM und im TRC e.V.:
Man muss nicht in die Ferne schweifen… Auch im Unternehmensverbund der Racket Center Nußloch GmbH und der
GSM – Gesellschaft für Sportmanagement und Beratung mbH bieten sich Plätze für Praktika zur Berufs- und Studienvorbereitung. Unser Praktikumskonzept findet Ihr als Download unter www.racket-center.de. Geh` einfach auf unsere
Homepage, unter „Service” und „Stellenangebote” sind auch gezielte bereichsspezifische Ausschreibungen für Praktikanten.
Die Mindestzeit hierfür beträgt 3 Monate. Länger als 6 Monate Praktikum an einer Stätte empfehlen wir nicht. Aber mit einem
Spektrum an internationalen Partnereinrichtungen können wir auch hier weiterführende Perspektiven eröffnen.
m.z.
www.racket-center.de
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