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6. Frühschicht Fastenzeit 2013 Thema: Was ist uns wichtig

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6. Frühschicht Fastenzeit 2013
Thema: Was ist uns wichtig?
Einleitung:
Wahrnehmungen, Empfindungen und Geschmack liegen bei jedem
Menschen wahrscheinlich weit auseinander. Zudem können ungewöhnliche,
spontane Abläufe verschiedenste Reaktionen auslösen.
Während der eine gerade verzweifelt, weil etwas nicht so läuft wie geplant,
kann ein anderer spontan umdisponieren und lässt sich nicht verrückt
machen. Noch ein weiterer würde vielleicht lachen und ganz umschwenken,
während eine vierte Person sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und von
vorn beginnt.
Zu sich selbst finden und Vertrauen haben ist wichtig, das haben wir schon
oft gehört. Seine eigene Meinung vertreten und nicht einfach mitschwimmen
so wie die Mehrheit oder große Massen es vorgeben oder erwarten.
Wo liegen unsere Prioritäten im Leben? Wie fühlen wir? Was ist uns wichtig?
Sich Zeit nehmen und nicht nur hetzen sollte unser Bestreben sein. Mit
offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen, unsere Ziele und Werte
nicht vergessen und zeitgleich aufmerksam für alles Schöne sein – können
wir das schaffen?
Versuchen wir es, so werden wir sicherlich das ein oder andere Mal
überrascht, wenn wir nicht mitschwimmen im Strom der Zeit.
Denken wir heute einmal darüber nach.
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
–
www.stlaurentius-warendorf.de
Geschichte: Ehrlichkeit erlebt
Ich bestellte mir mal ein Buch in der Buchhandlung, aus Geldmangel konnte
ich nicht das Begleit-Arbeitsheft bestellen...ich zahlte also das Buch, fahr
nach Hause und da liegt das Arbeitsbuch in dem Buch drin...puh, dachte
ich,…“du hast es nicht bezahlt,...ist also nicht korrekt, wenn ich es
behalte“…sagte das Engelchen…das Teufelchen flüsterte…“na und, wenn
die so doof sind, behalte es...du hast wenig Geld, nimm es und schweig.
10 Minuten saß ich vor den Büchern und
überlegte und kämpfte mit mir, wo andere
ziemlich schnell alles auf einfache Art
gelöst hätten, nämlich behalten...aber
wollte ich so sein, wie der größte Teil???
Nein, wollte ich nicht und will es nicht...also
rief ich in der Buchhandlung an...Ich schilderte der Dame meinen "Fall"…die
verband mich mit der Abteilung...ich erzählte meine Geschichte wieder...und
dann war da Stille am Telefon...einfach nur Stille...ich fragte nach, ob sie
noch dran wäre "ja, ja", sagte die Dame:"Ich bin noch dran, aber...ich versteh
jetzt nicht, sie rufen an, weil sie das bemerkt haben?" Ich: "Ja, aber erst als
ich zu Hause war". Die Dame war wieder still und ich bekam schon ein
blödes Gefühl, weil die so wortkarg war...dann sagte sie, sie würde mich zur
Abteilungsleiterin verbinden...ok, auch der erzählte ich meine Geschichte und
die sagt: "Ich bin sprachlos...ich glaube, so was habe ich noch nie im Leben
erlebt, soviel Ehrlichkeit....Warum haben sie das nicht einfach kommentarlos
behalten" und ich sagte so ganz trocken: "Weil das nicht korrekt wäre, ich
habe es immerhin nicht bezahlt"...und da hatte die Spaß und sagte, ich dürfte
das Buch behalten, weil ich so ehrlich gewesen wäre und sie so was noch nie
erlebt hätte. Ich bot an, das Buch beim nächsten Mal zu zahlen, aber nein,
sie sagte, ich solle es behalten, das müsse belohnt werden...ich hing ein und
hatte Spaß und auf einmal dachte ich...."wie komisch"...du wolltest das Buch,
hattest aber nicht mehr Geld zur Verfügung...du gibst den Fehler vor denen
zu, bist ehrlich und bekommst es geschenkt...das war ja wie ein kleines
Himmelsgeschenk, das hat der gute Mann oben wohl gedacht: na' dieses
Menschenkind belohn ich mal für den Sieg des Engelchens über das
Teufelchen...hihi.
Autor unbekannt
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
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www.stlaurentius-warendorf.de
Text:
Wir wollen nicht mitschwimmen im Strom der Zeit. Ehrlich sein, Vertrauen
haben auch zu sich selbst und nicht unter Druck setzen – wenn wir das
schaffen, laufen wir nicht blind durch die Welt. Das Schöne genießen und
nicht die Zeit als das Maß der Dinge nehmen, versuchen wir es.
Blind sein
Manchmal sieht man die eigene Hand vor Augen nicht mehr,
nicht weil man Blind ist, nein,
sondern weil man sie nicht sehen will!
Doch wenn man seine eigene Hand nicht mehr sieht,
dann sieht man auch die Hand des Gegenübers nicht mehr!
Blinde Menschen, sehen dennoch ihre eigene Hand,
und auch die des Gegenübers, nicht durch ihre Augen,
sie sehen sie mit ihrem Herz,
denn sie sind es nicht anders gewohnt, so zu sehen!
Wenn man sich daran gewöhnt,
seine eigene Hand nicht mehr zu sehen,
dann sieht man bald auch seinen eigenen Weg nicht mehr,
und genau dann, ist es schlecht,
die Hand des Gegenübers nicht mehr zu sehen,
die Hand, die einem den Weg wieder weisen könnte,
den Weg durch die Dunkelheit, zurück ins Licht.
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius Warendorf
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Geschichte: Keine Zeit für das Schöne in den Dingen
An einem nasskalten Januarmorgen stellte sich ein Straßenmusiker in eine
U-Bahn-Station in Washington DC. Er spielte innerhalb von ca. 45 Minuten
sechs Stücke von Bach. Während dieser Zeit herrschte starker morgendlicher
Berufsverkehr in der U-Bahn-Station – errechnet wurde, dass mindestens
1.100 Menschen in dieser Zeit am Musiker vorbeigingen. Die meisten von
ihnen auf dem Weg zur Arbeit.
Nach 3 Minuten realisierte der erste Passant – ein Mann mittleren Alters, den
Musiker. Er verlangsamte seinen Schritt und blieb sogar kurz stehen, eilte
jedoch sofort hektisch weiter um augenscheinlich seine Termine einzuhalten.
Eine Minute später erhielt der Musiker den ersten Dollar. Eine Frau warf das
Geld im Vorbeigehen, scheinbar beiläufig in die Sammelmütze vor ihm. Sie
hielt jedoch nicht an.
Erneut vergingen ein paar Minuten. Ein Mann lehnte sich nun an die Wand,
um ihm zu lauschen, unterbrach dieses aber abrupt als er auf die Uhr blickte.
Er lief los – offensichtlich war er auf dem Weg zur Arbeit zu spät dran.
Die größte Aufmerksamkeit schenkte ihm ein dreijähriger Junge. Die Mutter
des Jungen hielt ihn an der Hand, sie hastete förmlich. Als ihr Sohn vor dem
Musiker stehen blieb um den Klängen zu lauschen, zerrte
sie ihn mit etwas mehr Kraft weiter. “Komm, wir haben für
so einen Quatsch jetzt erstmal keine Zeit!“ Der Junge
schaute ihm noch lange nach. Ähnliche Szenen mit
Kindern wiederholten sich noch – doch jedes Mal
zwangen die Eltern ihre Kinder weiterzugehen.
In den 45 Minuten die der Musiker spielte, hielten nur
6 Leute und blieben für eine Weile stehen. Etwa 20
gaben ihm Geld, gingen aber im normalen Tempo
weiter an ihm vorbei. Er sammelte 32 Dollar. Als er
mit dem Spielen fertig war und Stille einkehrte,
bemerkte dies niemand. Niemand applaudierte ihm.
Niemand gab ihm auch nur einen Hauch Anerkennung.
Niemand wusste allerdings, dass es sich bei dem
Musiker um den Star-Geiger Joshua Bell gehandelt
hatte. Joshua Bell ist einer der talentiertesten Musiker
der Welt. Gerade hatte er in der U-Bahn-Station mit
Bachs Kompositionen eines der schwierigsten Stücke,
das je geschrieben wurde gespielt – das alles auf einer
Geige im Wert von 3,5 Millionen Dollar.
Die Ironie: Erst zwei Tage zuvor hatte Joshua Bell ein
Konzert in Boston gegeben – Eintrittspreis
durchschnittlich 100 Dollar.
Joshua Bell
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Diese Geschichte ist wahr: Joshua Bell spielte tatsächlich inkognito in der UBahn Station. Geplant wurde diese Aktion von der Washington Post und war
Teil eines sozialen Experiments über Wahrnehmung, Empfinden, Geschmack
– Maßgeblich ging es um das soziale Einordnen der Prioritäten. Wie nehmen
Menschen Dinge wahr, für die sie „ jetzt erstmal keine Zeit“ haben?
Bedingungen für das Experiment waren u. a. ein öffentlicher stark
frequentierter Ort, zu einer hektischen Phase Können Menschen Schönheit
wahrnehmen? Hören sie die hohe Qualität raus? Erkennen sie das Talent in
diesem unerwarteten Zusammenhang?
Was sagt uns nun diese Geschichte? Nun, das muss ich sicher nicht mehr
kommentieren. Mein Tipp: Denken Sie noch einmal darüber nach, was Sie
soeben gehört haben und tun Sie noch etwas mehr: Nehmen Sie sich etwas
Zeit und lassen Sie die Erkenntnisse in Ihrem Bewusstsein ankommen.
Kurze Stille mit Musikuntermalung
Text: Ich wünsche Dir …
... Augen, die die Herrlichkeit der Schöpfung sehen und erkennen, da vieles
für unsere Augen verborgen bleibt;
... Lippen, die nie verletzen und das letzte Wort gesprochen haben, sondern
die trösten, bewundern, aufrichten und liebkosen;
... Ohren, für die feine Stimme des Gewissens und die oft ungesagten Worte
deiner Nächsten,
... Hände, die gerne und ohne Absicht geben, dankbar annehmen, beten,
Geborgenheit und Zärtlichkeit schenken;
... Füße, die nie treten und zerstören, sondern den Weg zum anderen finden;
... einen Geist, der weit offen ist, der andere nicht unterdrückt, sondern der in
Ansätzen Gottes Größe und Liebe erfährt;
... ein Herz, das lieben, vertrauen und an einen Gott glauben kann.
Gemeinsames Vater Unser (am Altar)
Kanon: Wir preisen deinen Tod
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Seele and Geist
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