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(sehr huldreich). Was denn, mein Engerl? STEGREIF. Geben Sie

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III, 7–8
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(sehr huldreich). Was denn, mein Engerl?
Geben Sie uns, da die Testamentsklausel erfüllt, ohne
Gerichts-Chikane eine Urkunde, die uns ⋅brevi manu⋅ in
Besitz der Erbschaft setzt.
WOLLBERGER
(verlegen, und ängstlich zögernd). Sehr gern’, –
wenn ich nur keinen juridischen Plutzer – es ist die Schwierigkeit der Verantwortlichkeit – jederzeit –
STEGREIF
(kokett schmollend). O, ich seh’ schon, Sie wollen den
zum Lohn bestimmten Kuß in Voraus haben.
WOLLBERGER (lüstern). So kühn waren meine Ideen nicht – aber
da sich der Diskurs schon auf dieses ⋅terrain⋅ hinüber gespielt
hat – (Umfängt STEGREIF.)
STEGREIF. O, nicht doch – was thu’n Sie –?
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FEDERKLEKS.
WOLLBERGER
STEGREIF.
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8te Scene
(FEDERKLEKS (als FRÄULEIN v. JAHRZAHL)[,] DIE VORIGEN.)
(von links auftretend). Himmel! meine Tochter –!
(mit großem Schreck). O, weh – die Mutter!
FEDERKLEKS (mit Entrüstung). In den Armen eines Mannes –!
WOLLBERGER
(etwas verlegen). Entschuldigen, meine Gnädige –
FEDERKLEKS. Schweigen Sie! (Zu STEGREIF.) Das muß ich an dir
erleben –!?
STEGREIF.
O, Mutter, wie froh bin ich, daß du kamst, der böse
Mann –
WOLLBERGER. Erlauben Sie –
FEDERKLEKS. Kein Wort! (Zu STEGREIF.) Hast du je so etwas von
deiner Mutter geseh’n!?
STEGREIF
(bittend). Zürne nicht mir, ihm zürne, der deine Ida
verlocken wollte.
FEDERKLEKS. Ungerathene –!
STEGREIF.
Ach Mutter, du weißt ja, wie die Männer sind, und
der gar, das ist Einer von die Ärgsten.
WOLLBERGER. Ich –? ah, ah, was z’viel is, is z’viel!
FEDERKLEKS. Ich werde Gerechtigkeit suchen.
WOLLBERGER (bittend). Aber, Gnädige, mäßigen Sie sich!
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FEDERKLEKS
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STEGREIF
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„NUR KECK!“
Sie haben meine stille Ida in’s Geschrey gebracht,
jetzt schrey’ ich das Weltgericht wach.
STEGREIF.
Nicht doch Mutter, da würde der Ruf deiner Ida
noch mehr leiden; da weiß ich was Besseres, wir sagen es
seiner Frau.
WOLLBERGER (mit tödtlichem Schreck). Himmel –!!
FEDERKLEKS. Frau? ja wer ist denn –
STEGREIF.
Das ist ja der Testaments-⋅Executor⋅, der Herr von
Wollberger.
FEDERKLEKS.
Triumph, die Rache gelingt! wo ist die Frau von
Wollberger? hin zur ihr –!
WOLLBERGER
(bittend). Um Alles in der Welt –! (Für sich.) Dann
laßt sie sich erst recht entführen. (Bittend zu FEDERKLEKS.)
Meine Gnädige, Sie werden doch nicht einen Hausfrieden
untergraben –
FEDERKLEKS. Wo ist die Frau von Wollberger?
STEGREIF. Mein Gewissen beruhigt sich nicht eher, bis sie Alles
weiß.
WOLLBERGER (⋅desperat⋅). Sie bringen mich zum Wahnsinn –
FEDERKLEKS (sich durchaus nicht beruhigend). Wo is die Frau von
Wollberger?
WOLLBERGER. Aber so hören Sie doch nur, wir haben ja nur von
einer Urkunde gesprochen.
FEDERKLEKS. Schnöde Ausrede!
STEGREIF.
Er wollte dir, Mutter, den Erbschaftsantheil alsogleich zusichern; das sollte der Köder seyn, mich in sein Netz
zu bringen.
WOLLBERGER. Nein, es ist Wahrheit.
FEDERKLEKS.
So? Nun gut – schreiben Sie an der Stelle die
Schrift!
WOLLBERGER (äußerst gefügig). Ganz zu Befehl – aber nur meiner Frau nix sagen.
FEDERKLEKS. Gut, ich will für dießmahl –
WOLLBERGER.
Ich bin sonst ein Muster von Eh’mann, ich begreiff’ nicht, wie mir das hir geschehen is.
STEGREIF. Es muß an meiner übertriebenen Schönheit liegen.
WOLLBERGER. Ja es muß so was seyn, denn Sie sind wirklich –
STEGREIF. Mama, er fangt schon wieder an.
FEDERKLEKS (auffahrend). Ich sag’s der Frau von Wollberger!
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Seele and Geist
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