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Dr. Ursula Tirier Was soll das alles eigentlich noch 090312

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WAS SOLL DAS ALLES EIGENTLICH NOCH?
- Wenn die Sinnfrage unbeantwortet bleibt ReferentIn: Dr.med. Ursula Tirier / In der Borbeck 23 / D-45239 Essen
Tel: 0049-201 – 491361 / u.tirier@cityweb.de / www.logotherapie-essen.de
Als Vertreter der Logotherapie werden wir sehr oft mit der Frage nach dem Sinn des Lebens
konfrontiert, insbesondere von Menschen, die unter einer schweren und lebensbedrohlichen
Erkrankung leiden.
In diesem Vortrag möchte ich versuchen, die spezifische Frage nach dem Sinn aus dem Gesamtkontext
einer therapeutischen Begleitung herauszunehmen und auf folgende Fragen Antworten zu geben:
•
Was kann mit einem Menschen geschehen, wenn seine drängende Frage nach Sinn
unbeantwortet bleibt?
•
In welcher Hinsicht stellen Menschen die Sinnfrage?
•
Wie gehen wir aus Sicht der Logotherapie grundsätzlich mit der Sinnfrage um?
•
Wie können wir Menschen angesichts einer schweren Erkrankung Hilfestellung geben,
Antworten auf ihre bohrenden Sinnfragen zu finden?
Was kann mit einem Menschen geschehen, wenn seine drängende Frage nach
Sinn unbeantwortet bleibt?
Wenn die Sinnfrage unbeantwortet bleibt, so kann dies großes Leid in einem Menschen hervorrufen
und kann bestehendes Leiden zusätzlich vergrößern. „Dann kann“ - um Viktor Frankl zu zitieren - „die
Sinnfrage in ihrer ganzen Radikalität einen Menschen geradezu überwältigen“ (Ärztliche Seelsorge
1982, S.40). Depressionen können dadurch hervorgerufen oder verstärkt werden, zusätzlich Ängste
können entstehen, Aggressionen können hervorbrechen, Beziehungen können darunter leiden –
zusammengefasst: die Lebensqualität kann dadurch erheblich vermindert werden.
In welcher Hinsicht stellen Menschen die Sinnfrage?
Wir Menschen können Fragen stellen
in Bezug auf den Sinn einzelner Lebenssituationen
in Bezug auf den Sinn unseres eigenen Lebens
in Bezug auf das Weltganze
Mariannengasse 1 / 15 | A-1090 Wien | office@franklzentrum.org | www.franklzentrum.org
Wie gehen wir aus Sicht der Logotherapie grundsätzlich mit der Sinnfrage um?
Die Frage nach dem Sinn des Weltganzen - Frankl bezeichnet es auch als „Übersinn“ - können wir
rational nicht erfassen, denn wir sind an Kategorien wie Zeit und Raum gebunden. Wohl aber können
wir an einen alles übergreifenden Sinn glauben. „Genau so wenig, wie ein Tier aus seiner Umwelt
heraus die sie übergreifende Welt des Menschen je verstehen kann, genau so wenig könnte der
Mensch die Überwelt je erfassen, es sei denn in einem ahnenden Hinauslangen – im Glauben.“
(Frankl: Ärztliche Seelsorge 1982, S. 44)
Die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens können wir ebenfalls nicht umfassend beantworten, da
wir sie jeweils zu einem Zeitpunkt stellen, an dem unser Leben noch gar nicht abgeschlossen ist. Auch
hier sind wir an unsere Perspektive gebunden. Möglicherweise kann ein Mensch kurz vor seinem Tode,
in der Vollendung seines Lebens einen Sinn in seinem persönlichen Leben erkennen.
Die Sinnfrage, die wir Menschen beantworten können, ist die Frage in Bezug auf die konkreten
Möglichkeiten, die ein Einzelner in seiner jeweiligen Lebenssituation erkennen und verwirklichen
kann.
„Sinn wird gefunden angesichts der Forderung der Stunde, die an mich ergeht.“
(Frankl: Der Wille zum Sinn, 1982, S.68)
Wie können wir Menschen angesichts einer schweren Erkrankung Hilfestellung
geben, Antworten auf ihre bohrenden Sinnfragen zu finden?
Wir haben Fragen zu stellen:
Wer ist die jeweilige Person und ihre Lebenssituation, in der sie die Sinnfrage stellt?
(Und damit auch: Was hat den Sinnhorizont möglicherweise verdunkelt?)
In welcher Hinsicht stellt die Person ihre Frage nach dem Sinn?
Was versteht der Betreffende bisher unter Sinn?
In welchen Lebenssituationen hat der Einzelne sein Leben als sinnvoll erfahren?
Wie kann der Betreffende seine gegenwärtigen Sinn- und Wertmöglichkeiten wieder – entdecken und
verwirklichen?
Diese jeweiligen Schritte werden im Vortrag anhand von Beispielen aus der Praxis veranschaulicht.
Mariannengasse 1 / 15 | A-1090 Wien | office@franklzentrum.org | www.franklzentrum.org
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Seele and Geist
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