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Denn sie wissen nicht, was sie essen - Bund Naturschutz in Bayern

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13.08.2013
Landesverband Bayern des
Bundes für Umwelt und
Naturschutz Deutschland e.V.
Kreisgruppe München
Pettenkoferstr. 10 A
80336 München
Tel.: 089 – 51 56 76-0
Fax: 089 – 51 56 76-77
Sehr geehrte Damen und Herren
von Presse, Rundfunk und Fernsehen,
wir bitten um Veröffentlichung folgender Presseinformation:
Münchner Lokale servieren zweifelhafte Froschschenkel
Denn sie wissen nicht, was sie essen
München ist kulinarische Weltstadt. Unter zahlreichen Vertretern internationaler
Küche befinden sich auch französische oder südostasiatische Lokale. In einigen
wenigen Lokalen bekommt man neben vielerlei anderen landestypischen Speisen
auch Froschschenkel serviert. Dass das exotische Gericht ökologisch, gesundheitlich und auch aus Gründen des Verbraucherschutzes bedenklich ist, darauf weist
der BUND Naturschutz (BN) hin und warnt vor dem Verzehr von Froschschenkeln.
Ersatzweise rät der BN zu fleischfreien Gerichten aus biologischer Erzeugung in
einem der Lokale mit vegetarischer Küche. Die dort angebotenen, oft regionalen
Produkte, sind gesundheitlich unbedenklich und schonen die Umwelt.
„Der Verbraucher muss besser aufgeklärt werden“, fordert Christian Hierneis, 1.
Vorsitzender des BN München. „Es ist gängige Praxis, dass den Fröschen bei lebendigem Leib die hinteren Gliedmaßen abgetrennt werden. Der für den Verzehr
ungeeignete Rest des Körpers wird, in immer noch lebendigem Zustand, entsorgt.
Frösche stehen zudem weltweit auf den Roten Listen gefährdeter Arten.“
Auch dass das Endprodukt unter hygienisch bedenklichen Umständen den asiatischen Raum verlässt, sollte den Verbraucher interessieren. Oft gelangen die
Froschschenkel nur nach aufwendigen hygienischen Maßnahmen in die Europäische Union (EU) und weiter bis nach München. Pilzbefälle, Viren und Salmonellen
am Anfang der Lieferkette können vorkommen, da die Schenkel im asiatischen
Ausland über längeren Zeitraum oft unzureichend gekühlt werden. Durch das üblicherweise kurzzeitige Anbraten der Froschschenkel, kann nicht ausgeschlossen
werden, dass Salmonellen im Fleisch verbleiben. Daher ist es innerhalb der EU
gestattet, die Ware zusätzlich radioaktiv zu bestrahlen, um alle Erreger abzutöten.
Die EU ist der größte Abnehmer der weltweit gehandelten Froschschenkel. Fang
und Handel von Fröschen innerhalb Europas sind verboten. Seit geraumer Zeit
existieren europäische Verordnungen, die viele heimische Froscharten schützen.
Europas Nachfrage nach Froschschenkeln wird seitdem durch Importe aus dem
asiatischen Raum befriedigt. Über 80 Prozent der weltweit gehandelten Froschschenkel landen letztlich in der EU.
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Besuchen Sie auch unsere
Homepage:
www.bn-muenchen.de
info@bn-muenchen.de
1. Vorsitzender:
Christian Hierneis
Spendenkonto:
Postbank München
BLZ: 700 100 80
Konto: 185 50 800
Vereins-Reg. Nr.: 834
Amtsgericht München
Dass die Ursprungsländer mit erheblichen ökologischen Problemen zu kämpfen
haben, zeigen die Fälle Indien und Bangladesch. Bis in die Mitte der 80er Jahre
waren sie die Hauptexporteure für Froschfleisch. Erst als zwei der dort beheimateten Froscharten beinahe ausgestorben sind, entschloss man sich Fang und Handel
von Fröschen zu verbieten. Gibt es zu wenige Frösche, breiten sich Mücken und
Insekten aus. Die dann notwendige zusätzliche Belastung der Landschaft durch
Insektengifte zerstört die natürliche Umwelt.
Die Nachfrage nach Froschfleisch ist indes immer noch nicht gesunken. Die Probleme verlagerten sich nach Indonesien, Taiwan oder China. Dort werden die Frösche entweder als Wildfang oder Zuchterzeugnisse für den europäischen Markt
bereitgestellt. Was in Indien und Bangladesch beinahe zur ökologischen Katastrophe führte, droht sich jetzt in den neuen Herkunftsländern zu verwirklichen. Die
Populationen der betroffenen Froscharten gehen drastisch zurück, Insekten verbreiten sich schlagartig und der folglich vermehrte Einsatz von Pestiziden belastet
die örtliche Umwelt zusätzlich.
Wenn sich der Konsument durch ökologische und gesundheitliche Zweifel nicht
zum Umdenken bewegen lässt, sollte er versuchen in einem der Münchner Lokale
Herkunft und Art des verspeisten Frosches zu erfragen.
„Was der BN München in eigenen Recherchen mit allen uns bekannten Lokalen
innerhalb der Stadt München in Erfahrung bringen konnte, ist erschreckend.“, so
Hierneis.
Keines der Restaurants konnte benennen, welche Froschart genau serviert wird,
noch wo die Tiere ursprünglich beheimatet waren. Auch wird immer noch weitergegeben, dass das Fleisch aus Frankreich kommt. Ein Irrtum, den der Kunde für
bare Münze nimmt. Es handelt es sich keinesfalls um französische Frösche. Das
Land fungiert, wie Belgien und die Niederlande auch, als Zwischenstation für asiatische Frösche. Nachdem die Ware dort angekommen ist, kann sie in der EU frei
weitergehandelt werden. Fakt ist, dass im Moment kaum sichere Aussagen über
die Froschschenkel gemacht werden können. Lieferungen werden ab Asien unzureichend gekennzeichnet und eine nachträgliche Bestimmung der enthäuteten
Schenkel ist nur unter großem Laboraufwand möglich. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber landet ein Frosch der Art südostasiatischer Mangrovenfrosch, Zahnfrosch
oder amerikanischer Ochsenfrosch auf dem Teller.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Dr. Rudolf Nützel, Geschäftsführer, Tel.089/515676-0
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe München
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