close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Inklusion – Was ist das

EinbettenHerunterladen
-5Zu unserem Schwerpunktthema „Inklusion“:
„Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen von Anfang an gleichberechtigt zur
Gesellschaft gehören und benötigte Hilfen dort erhalten, wo sie wohnen, arbeiten und ihre Freizeit
verbringen.“
(http://www.muenster.de/stadt/sozialamt/behinderungen-gleichstellung.html)
Empfehlen kann ich die website des Landschaftsverbandes: www.lwl.org
Hier gibt es umfassendes Material. Im folgenden zwei Auszüge:
Inklusion – Was ist das?
Behinderung ist ein allgemeines Lebensrisiko. Menschen werden mit Beeinträchtigungen geboren
oder erleiden sie im Laufe ihres Lebens, manche Menschen sind Opfer einer Gewalttat oder
Kriegsopfer. Mehr als andere Menschen stoßen Menschen mit Behinderungen auf Hindernisse, die
ihre Teilnahme am Leben in der Gesellschaft einschränken. Diese Barrieren abzubauen und
Unterstützung zu geben, damit diese Menschen ein selbstständiges Leben führen können – das ist
die Richtung, die mit dem Begriff Inklusion verbunden ist.
Der Gedanke der Inklusion ist Leitbegriff der UN-Behindertenrechtskonvention. Inklusion steht für
die Offenheit der Gesellschaft für Vielfalt, die Menschen mit Behinderungen einschließt.
Der Begriff in der UN-Konvention geht über das hinaus, was mit „Integration" gemeint ist. Es geht
nicht nur darum, innerhalb bestehender Strukturen auch für Menschen mit Behinderungen Raum
zu schaffen, sondern darum, die Bedingungen so zu gestalten, dass sie der Vielfalt menschlicher
Lebenslagen – eben auch den Lebenslagen der Menschen mit Behinderungen – von vornherein
gerecht werden. Kurz gesagt: Nicht der Mensch mit Behinderungen soll „passend gemacht“
werden, um ihn in die Gesellschaft zu integrieren. Die Gesellschaft soll so gestaltet werden,
dass jeder Mensch mit Behinderung ihre Angebote problemlos wahrnehmen kann.
Inklusion ist eine Entwicklung und betrifft das gesamte Leben der Menschen – zum Beispiel bei
Angeboten für Kinder, bei Kindertageseinrichtungen und Schulen, beim Arbeiten und Wohnen,
beim Gang zum Arzt sowie bei Freizeitmöglichkeiten.
Quelle: http://www.lwl.org/LWL/Soziales/Richtung-Inklusion/inklusion-was-ist-das
Warum eigentlich Inklusion?
Von den EU-Mitgliedstaaten hatten zum 18. August 2010 alle 27 die Konvention und 17 das
Zusatzprotokoll unterzeichnet. Zwei Jahre nach der Unterzeichnung trat am 26. März 2009 die UNBehindertenrechtskonvention auch in Deutschland in Kraft.
Auch die EU hat die UN-Konvention und damit erstmalig in ihrer Geschichte einen
Menschenrechts-Vertrag ratifiziert. Mit der Vertragsunterzeichnung verfolgt die EU einen weiteren
Schritt in Richtung auf das Ziel der Kommissionsstrategie, bis 2020 ein barrierefreies Europa für
die rund 80 Millionen Europäer mit Behinderungen zu schaffen.
Zweck der UN-Konvention nach Artikel 1 ist es, die Möglichkeit der vollen und gleichberechtigten
Ausübung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle behinderten Menschen zu fördern,
zu schützen und zu gewährleisten und die Achtung ihrer angeborenen Würde zu fördern. Damit
nimmt sie auch Bezug auf Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Leitbild ist also eine „inklusive Gesellschaft“, in der auch alle Bürgerinnen und Bürger mit
Behinderungen selbstbestimmt leben können. Dies ist eine Aufgabe von Bund und Ländern, es ist
aber auch eine klassische Aufgabe für die Gemeinden und ihre Verbände.
§ 8 Absatz 1 und 2 der Gemeindeordnung, § 6 Abs. 1 und 2 Kreisordnung NRW
§ 4 Nr. 2 der Landschaftsverbandordnung
Quelle: http://www.lwl.org/LWL/Soziales/Richtung-Inklusion/weitere-hilfreicheinformationen#Text_der_Konvention
- 6Wir empfehlen aber natürlich auch die homepage des Schulministeriums:
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Inklusion_Gemeinsames_Lernen/ und dort:
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Inklusion_Gemeinsames_Lernen/Gutachten__Auf_dem_W
eg_zur_Inklusion_/index.html
Wissenschaftler empfehlen Stellen für Sonderpädagogen aus Förderschulen schrittweise in
allgemeine Schulen zu verlagern
Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem, in dem Kinder mit und ohne Behinderungen
gemeinsam in denselben Schulen lernen, haben die Wissenschaftler Prof. Klaus Klemm und Prof.
Ulf Preuss-Lausitz der Landesregierung empfohlen, schrittweise Lehrkräfte für Sonderpädagogik
aus den Förderschulen in die allgemeinen Schulen zu überführen. Innerhalb einer Frist von zehn
Jahren sollte es so möglich sein, eine so genannte Inklusionsquote von etwa 85 Prozent zu
erreichen. Derzeit lernen etwa 17 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf bis zur 10. Klasse in allgemeinen Schulen, 83 Prozent in
Förderschulen. Die beiden Gutachter waren vom Schulministerium beauftragt worden,
Empfehlungen für die Entwicklung eines inklusiven Schulsystems in Nordrhein-Westfalen zu
erarbeiten. Das Ministerium griff damit einen Auftrag des Landtags auf, der am 1. Dezember 2010
ohne Gegenstimmen den Beschluss „UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen“
gefasst hatte. Darin wurde die Landesregierung unter anderem aufgefordert, „ein
Transformationskonzept zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in NRW zu
entwickeln, mit dem Ziel, die sonderpädagogische Förderung in den Regelschulen zu
gewährleisten“. Dieses Konzept solle unter intensiver Einbeziehung aller Beteiligten erarbeitet
werden; dabei solle sich die Landesregierung wissenschaftlich begleiten lassen.
„Ich bin sicher, dass die Empfehlungen der Gutachter für eine breite und engagierte Debatte
sorgen werden“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann. „Es ist gut, dass wir in diesem
wichtigen Feld, bei dem es um die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten
Nationen im schulischen Bereich geht, einen grundsätzlichen politischen Konsens gefunden
haben. Gleichwohl bedeutet die Einigkeit im Ziel noch nicht unbedingt, dass auch Einigkeit über
den Weg herrscht. Ich hoffe daher, dass wir die vor uns liegenden Debatten über erforderliche
Entscheidungen mit der gleichen Offenheit, Ernsthaftigkeit und dem Respekt vor den anders
Denkenden führen werden, wie das bisher der Fall war.“
Löhrmann betonte ausdrücklich, dass die Empfehlungen der Wissenschaftler, die diese vor der
endgültigen Fertigstellung bereits mündlich im „Gesprächskreis Inklusion“ am 15. Juni zur Debatte
gestellt hatten, für die Landesregierung kein „Drehbuch“ seien, sondern dass es erforderlich sei,
dass Eltern- und Lehrerverbände, Träger öffentlicher und privater Schulen, Fachverbände und
viele andere Beteiligte offen über die Vorschläge debattierten. Letztlich müsse in den wesentlichen
Fragestellungen eine Entscheidung im Parlament getroffen werden.
Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass die Vorschläge zu einer engagierten aber sachlichen
Kontroverse führen werden. „In diesem Prozess gibt es neben grundsätzlicher Zustimmung auch
viele Ängste, wie sie immer entstehen, wenn man Neuland beschreitet und sich Vertrautes
verändert. Wir wollen und werden diese Ängste als Landesregierung sehr ernst nehmen; wir
wollen aber auch entschlossen dafür sorgen, dass zügig die geltende Rechtslage in NordrheinWestfalen an die Bestimmungen des Völkerrechts angepasst wird.“
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich die Bundesrepublik wie alle
anderen Vertragsstaaten dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu
gewährleisten. Damit soll das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne
Behinderungen zum Regelfall werden. Eine Überweisung von Kindern und Jugendlichen bei der
Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs auf Förderschulen soll gegen den Willen
der Eltern nicht mehr möglich sein. Das Schulministerium hatte angekündigt, noch im Laufe des
Sommers erste Eckpunkte für einen landesweiten schulischen Inklusionsplan vorzulegen, für die
auch die Empfehlungen der Gutachter eine Grundlage sein sollten. Da diese jedoch erst nach der
Sommerpause in der erforderlichen Gründlichkeit erörtert werden können – sowohl mit den Elternund Lehrerverbänden als auch mit den Kommunen und Landschaftsverbänden als Schulträgern –
dürfte sich der Prozess geringfügig verzögern. Gleichwohl haben Schulaufsicht und Schulträger
bereits in diesem Jahr mit hohem Engagement dafür gesorgt, dass fast überall Eltern, die für ihr
Kind den Gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule wollten, zum kommenden
Schuljahr ein entsprechendes Angebot gemacht werden konnte.
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
1
Dateigröße
109 KB
Tags
1/--Seiten
melden