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Appenzeller Zeitung 16. Oktober 2008 - Oberthurgauer Festspiele

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2 vorhang auf
applaus
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Oberthurgauer Festspiele
«Das ist das Beste,
was ich je gemacht habe»
Sie ist 26 Jahre alt, im
Appenzellerland verwurzelt,
ausgebildete Profi-MusicalDarstellerin und steht ab
nächster Woche in Amriswil
auf der Bühne: Susanne
Frischknecht aus Herisau.
«Little Shop of Horrors»
HERISAU/AMRISWIL – Das Notenblatt in der einen, den iPod in
der anderen Hand, probt Susanne
Frischknecht in ihrer Wohnung für
ihren nächsten Auftritt. Ab 23. Oktober steht die Herisauerin in der
Musical-Produktion «Little Shop of
Horrors» (siehe Kasten) im thurgauischen Amriswil auf der Bühne;
sie verkörpert die Rolle der Chiffon,
eines der «Girls».
«Intensivste Zeit meines Lebens»
Seit Sommer 2006 ist Susanne
Frischknecht diplomierte MusicalDarstellerin, Musical-Profi also. Sie
erreichte dies mit dem Abschluss
der dreijährigen Ausbildung an der
«Abraxas Musical Akademie» in
München. «Diese Ausbildung ist
das Beste, was ich je gemacht
habe», sagt sie und bezeichnet die
Jahre in München als «intensivste
Zeit meines Lebens». Frischknecht
liess sich in den drei Hauptbereichen Tanz, Gesang und Schauspiel
ausbilden.
Vor, während und seit der Ausbildung in München stand die Herisauerin diverse Male auf verschiedenen Bühnen. Sie war beispielsweise
in der Welt-Uraufführung des Musicals «Sister Act» in St. Gallen
(1999) zu sehen, wo sie ihr BühnenD´ebut gab. «Die Tanzrolle in ‹Sister
Act› entfachte das Feuer für den
Tanz, das ich schon in meiner
Schulzeit in mir hatte, erneut, und
die Leidenschaft zum Musiktheater
brach gänzlich aus», sagt Susanne
Frischknecht. Es folgten Produktionen wie «The Music Man» (Musical,
St. Gallen 2001/02) oder die Krimi-
Hinter der Bühne I: Susanne Frischknecht bereitet sich auf einen Auftritt vor.
nalkomödie «Die lange Nacht der
Detektive» (Schauspiel, St. Gallen
2003). Im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Abschluss der «Abraxas
Musical Akademie» war Frischknecht in der Rolle der «Miss Sherman» im Musical «Fame» zu sehen
(München 2006). Nach der Rückkehr in die Schweiz folgten weitere
Auftritte, beispielsweise als «Engel
Anna» in «4 Engel für Charly» (Musical-Welturaufführung,
Sulgen
2006) oder als «Eliza» im Musical
«My Fair Lady» (u. a. in Zürich
2008).
Drei Herzen a` 100 Prozent
Wenn Susanne Frischknecht von
ihrer Leidenschaft für die Bühne erzählt, dann leuchten ihre Augen.
Und wenn man ihre Aussage, «ich
lebe in verschiedenen Welten: Musical, Job, Privatleben», richtig in-
terpretiert, dann schlagen wohl
drei Herzen zu je 100 Prozent in
ihrer Brust: Eines für die Welt des
Theaters, eines für das Appenzellerland mit dem Säntis – Frischknecht arbeitet teilzeitlich für die
Säntis-Schwebebahn AG – und eines ist privat. Es ist das erste Herz,
das klopft, wenn sie sagt: «Musical
ist Show, aber nicht nur. Man muss
alle Gefühle, die man auf der Bühne
ausstrahlt, auch leben.» Denn der
Funke zum Publikum springe nur
dann, wenn man sich als Darstellerin voll in eine Rolle einleben
könne.
Chiffon – Girl in einer Scheinwelt
Derzeit lebt sich die Herisauerin,
wie eingangs kurz erwähnt, in die
Rolle der Chiffon in «Little Shop of
Horrors» ein. Doch wer ist diese
Chiffon? Susanne Frischknecht er-
Hinter der Bühne II: Konzentration vor dem Auftritt.
klärt: «Sie ist eines der ‹Girls›, zusammen mit Chrystal (Sue Bachmann), Lucy (Tamara Weibel), Ronette (Stephanie Zweili) und Bob
(Patrik Rechsteiner). Sie würde gerne in der Glamourwelt leben,
kämpft aber – wie die anderen Girls,
die auch aus dem Armenviertel
kommen – ums Überleben.» Chiffon, die extrovertierte Frau, lebe in
einer Scheinwelt, sei ein «ShowGirl» und wolle überall mit dabei
sein. «Die Rolle ist eine Herausforderung, auch wenn es keine Hauptrolle ist», sagt Frischknecht, «es
macht grossen Spass, sich in diese
Chiffon einzufühlen.» Die «Girls»
seien zwar in der Inszenierung des
«Little Shop of Horrors» eher im
Hintergrund, hätten aber eine grosse Bühnenpräsenz und gäben damit der Handlung einen Rahmen.
Dass alle fünf Girls in rosaroten
Auf der Bühne I: Susanne Frischknecht als
Engel Anna in «4 Engel für Charly».
Kostümen auftreten werden, sei
hier noch nicht verraten...
«Es tut sich vieles»
Jetzt, eine Woche vor der Premiere
von «Little Shop of Horrors», stehen
für Susanne Frischknecht und die
anderen Darstellerinnen und Darsteller tägliche Proben auf dem Programm. Danebst weilt der MusicalProfi aus Herisau auch regelmässig
zu Weiterbildungen, unter anderem in den Bereichen Gesang und
Tanz. Bleibt die Frage, was nach
«Little Shop of Horrors» als Nächstes in Susanne Frischknechts Musical-Agenda steht. «Es tut sich vieles, auch wenn es noch nichts Konkretes zu verraten gibt», sagt sie,
steckt den Kopfhörer des iPod wieder ins Ohr und übt weiter.
Benno Gämperle
www.susannefrischknecht.com
Vom 23. Oktober bis 22. November
präsentieren die Oberthurgauer
Festspiele in Amriswil das Musical
«Little Shop of Horrors» von Alan
Menken. Die Geschichte spielt im
Blumenladen des Mister Mushnik
(Claus Gerstmann) in einem Vorort
einer amerikanischen Stadt. Männliche Hauptfigur ist Seymour Krelborn (Matthias Meier), von Mr.
Mushnik als Gehilfe im Laden gnadenlos ausgebeutet. Die weibliche
Hauptperson ist die Angestellte
Audrey (Manuela Gerosa), die von
Seymour heimlich geliebt wird, auch
wenn sie mit dem Zahnarzt Orin
Scrivello (Mauro Galati) verlobt ist.
Eines Tages eröffnet Mushnik seinen
beiden Angestellten, dass er den
Laden schliessen müsse. Als Rettungsversuch wird eine ungewöhnliche Pflanze ins Fenster gestellt.
Tatsächlich zieht die Pflanze, die
Seymour „Audrey II“ (Heiner Gabele,
Harry Forster) nennt, viele neue
Kunden an, was den Laden vor dem
Ruin rettet. Allerdings scheint die
Pflanze einzugehen, woraufhin Seymour alles versucht, um sie zu retten. Schliesslich füttert er sie mit
einigen Tropfen seines Bluts. Dadurch wächst die Pflanze zusehends. Parallel zum Wachstum
der Pflanze steigt der Umsatz, weil
die Schaulustigen bündelweise Blumen erwerben. Der Laden wird berühmt. Die Medien berichten von
Seymour und seiner aussergewöhnlichen Pflanze, woraufhin die Turbulenzen erst richtig beginnen…
pd
«Little Shop of Horrors», Pentorama
Amriswil. Spieldaten: 23/24/25/31.
Oktober; 1/6/7/8/9/13/14/15/20/21/
22. November. Vorstellungsbeginn
20 Uhr (ausser 9. Nov., 17 Uhr)
Infos und Vorverkauf:
www.otg-festspiele.ch
Auf der Bühne II: Auftritt im Musical «Chicago». Bilder: pd
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