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f&w Nr. 5_2013 (pdf, 402 KB) - BDPK

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Nachrichten des BDPK
ViSdP: BDPK – Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V.
Friedrichstraße 60 · 10117 Berlin · Telefon (0 30) 2 40 08 99-0
E-Mail: post@bdpk.de · www.bdpk.de
Was erwartet Krankenhäuser
nach der Bundestagswahl?
Mit dem „Gesetz zur Beseitigung
sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“
verabschiedete die Bundesregierung
rechtzeitig vor der Bundestagswahl
ein Hilfspaket im Volumen von 1,1
Milliarden Euro für die deutschen
Krankenhäuser. Trotz gut gefüllter
Kassen im Gesundheitsfonds und einem erneuten Halbjahresüberschuss
2013 in Höhe von 1,2 Milliarden Euro
sind sich die Experten darüber im
Klaren, dass die zukünftigen Probleme im deutschen Krankenhausmarkt
mit diesem Hilfspaket nicht gelöst
sind. Es wird also nur eine Frage der
Zeit sein, wann weiterer Handlungsbedarf besteht.
Krankenhäuser stehen auf der
politischen Agenda
Die politischen Parteien haben keinen
Zweifel daran gelassen, dass die Krankenhäuser in der neuen Legislaturperiode auf der politischen Agenda sehr
weit oben stehen. Im Folgenden wollen
wir einen Einblick in die krankenhausspezifischen Überlegungen der Parteien geben:
Die Union möchte eine gut erreichbare medizinische und pflegerische Versorgung vor allem in ländlichen Regionen,
aber auch in infrastrukturschwächeren
Stadtteilen, die die Leistungsangebote
zusammen mit den Krankenhäusern
noch besser aufeinander abstimmen.
Die SPD sagt zu, die ständige Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern mit Personalmindeststandards zu
entschärfen. Zusätzlich sollen die Patienten das Recht auf eine ärztliche
Zweitmeinung vor bestimmten Behand-
566
lungen erhalten. Die Qualitätsberichte
sollen weiterentwickelt werden, um den
Qualitätswettbewerb voranzutreiben. In
diesem Zusammenhang wird angekündigt, selektiv Verträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern zu ermöglichen. Die Krankenhausplanung
soll stärker nach der Versorgungsqualität und der Patientensicherheit ausgerichtet werden. Fehlsteuerungen werden im DRG-System gesehen. Dort
sollen operative und sachkostenintensive Leistungen zu gut und pflegerische
intensive Leistungen zu schlecht bezahlt sein. Konkretisiert werden die parteipolitischen Vorstellungen der SPD
durch das Positionspapier der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung „Zukunft
der stationären gesundheitlichen Versorgung in Deutschland“.
Bündnis 90/Die Grünen kündigen
ebenfalls eine „Kurskorrektur in der
Krankenhauspolitik“ an. Auch hier werden ökonomische Fehlanreize thematisiert, die zu fragwürdigen Therapieentscheidungen führen. Ausdrücklich
bekennen sich die Grünen zum fairen
Wettbewerb zwischen öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Trägern.
Es sollen Finanzierungsstrukturen geschaffen werden, die die steigenden Personal- und Sachkosten angemessen ausgleichen. Ebenso fordern die Grünen,
dass die Qualität der Behandlung zunehmend in die Vergütung eingehen soll.
Zusätzliche Pflegestellen, eine bessere
Entlohnung der Pflegekräfte, familienfreundliche Arbeitsorganisation und
gleichberechtigte Teamarbeit der Berufsgruppen im Krankenhaus sind ebenfalls wichtige Aspekte.
Bei der FDP gibt es keine direkten
programmatischen Ausführungen zur
Zukunft der Krankenhausversorgung.
Liberale Schlagworte im Wahlpro-
gramm sind Wahlfreiheit der Patienten
bei Ärzten, Krankenhäusern, der Therapie und der Krankenversicherung.
Die Linken fordern ausreichende
Mittel für eine flächendeckende Krankenhausinfrastruktur.
Krankenhäuser
sollen künftig nicht mehr privatisiert
werden. Bereits privatisierte Kliniken
werden wieder in öffentliche oder nicht
kommerzielle Trägerschaft überführt.
Änderungsbedarf sieht die Partei auch
im DRG-System, das als marktwirtschaftliches Entgeltsystem „unvereinbar
mit dem Zweck von Einrichtungen der
Daseinsvorsorge“ ist.
Veränderte Rahmenbedingungen
sind zu erwarten
Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl und den daraus resultierenden
Koalitionen müssen Krankenhäuser mit
bedeutenden Änderungen ihrer Rahmenbedingungen rechnen. Unter dem
Strich dürfte zu erwarten sein, dass das
geltende Kollektivvertragsrecht in der
nächsten Legislaturperiode Lockerungen erfahren wird. Die Bedeutung der
Versorgungsqualität spielt dabei eine
wichtige Rolle. Einigkeit scheint parteiübergreifend darin zu bestehen, das
DRG-System weiterzuentwickeln. Konservative Behandlung und pflegerische
Zuwendung sollen besser vergütet werden. Um die Mengenentwicklung bestimmter Operationen einzugrenzen, sollen zusätzlich Angebote einer ärztlichen
Zweitmeinung eingeführt werden.
Die Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen ist zehn Jahre nach
Einführung der DRGs notwendig. Geeignete Wege hierfür lassen sich in der
jetzigen finanziell stabilen Situation der
gesetzlichen Krankenversicherung besser diskutieren und abwägen.
f&w 5/2013
Nachrichten des BDPK
Politischer Handlungsbedarf
für die Reha
Die steigende Bedeutung von medizinischer Rehabilitation zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit und zur
Verhinderung von Pflegebedürftigkeit erfordert eine Anpassung der
gesetzlichen Rahmenbedingungen
an die neuen Herausforderungen.
Aktuelle Veröffentlichungen zur Begutachtungspraxis des MDK und zu
den Erfahrungen aus der Patientenberatung bestätigen die gravierenden Zugangshindernisse.
Patienten erhalten schlechten
Zugang zur Versorgung
Patienten selbst stellen die Versorgungsmängel fest. Auf der Basis von 75 000
Beratungsgesprächen liefert der Jahresbericht der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) Hinweise auf
mögliche Schwachpunkte im Gesundheitssystem. Gut jede dritte Beschwerde
betraf dabei Patientenrechte. Wichtig war
die Frage, welche Leistungen Patienten
zustehen und ob sie unberechtigt abgelehnt wurden. Größtenteils bestand hier
die Vermutung, dass Versorgungsleistungen durch Leistungserbringer oder Kostenträger unberechtigt verweigert wurden.
Bei den Kostenträgern konzentrierten
sich die dokumentierten Problemlagen
auf die Leistungsbereiche Krankengeld
und stationäre Rehabilitation.
Krankenkassen sparen an
medizinischen Rehaleistungen
Der Eindruck der Patienten erhärtet sich,
wenn man die Zahlen der Ausgaben der
Gesetzlichen Krankenkassen näher betrachtet. Während die Gesamtausgaben
der Gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV) seit 1995 um 50 Prozent gestiegen sind, stiegen die Ausgaben für medizinische Rehabilitationsleistungen im
gleichen Zeitraum lediglich um 1,8
Prozent. Dabei ist allein aufgrund der
f&w 5/2013
demografischen Entwicklung (Altern
der Bevölkerung, Zunahme chronischer
Krankheiten) der Bedarf an medizinischer Rehabilitation gestiegen.
Operationen und
Pflegebedürftigkeit vermeiden
Die Chance, die medizinische Rehabilitation bietet, wird offensichtlich nicht
ergriffen. Der Anteil der Rehabilitationsleistungen, die aus der ambulanten
Versorgung heraus eingeleitet wurden
(Heilverfahren), hat sich seit 1995 mehr
als halbiert. Der Anteil der Rehabilitationsleistungen, die unmittelbar an eine
stationäre Krankenhausbehandlung anschließen und von Krankenhausärzten
initiiert werden (Anschlussrehabilitation), ist entsprechend gestiegen. Patienten erhalten eine Rehabilitationsleistung demnach heute fast ausschließlich
erst nach einer Krankenhausbehandlung und nicht, um damit Operationen,
Krankenhausbehandlungen oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.
Reha vor Pflege
funktioniert nicht
Besonders alte Patienten werden durch
den Mangel an Rehabilitationsleistungen
zu früh in die Pflege verabschiedet. Der
vom Bundesversicherungsamt veröffentlichte Tätigkeitsbericht 2012 stellt fest,
dass der Grundsatz „Rehabilitation vor
Pflege“ immer noch nicht konsequent
beachtet wird. Das stellte auch der Prüfdienst Krankenversicherung (PDK) fest.
Mehrere Krankenkassen verfügen über
kein Konzept zur Umsetzung der im Gesetz verankerten Grundsätze. Keineswegs
werde standardmäßig geprüft, ob zur
Vermeidung oder Minderung von Pflegebedürftigkeit Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation angezeigt sind.
Ärzte sollen wieder Reha
verordnen dürfen!
Der Verordnung von Heilverfahren sind
zahlreiche Hürden vorgeschaltet. Nicht
jeder Vertragsarzt, sondern nur ein eingeschränkter Kreis besonders qualifizierter
„Reha-Ärzte“ darf die Verordnung der
Leistung vornehmen. Der Verordnung ist
außerdem ein kompliziertes und aufwendiges Vorverfahren vorgeschaltet. Erst
wenn die Krankenkasse diesen Antrag
geprüft hat, darf der Arzt die Leistung
verordnen.
Vor der Bewilligung der Leistung
durch die Krankenkasse soll die Erforderlichkeit der Verordnung stichprobenhaft durch den Medizinischen Dienst
der Krankenkassen (MDK) geprüft werden. Die Ergebnisse dieser patientenfernen Prüfung nach Aktenlage durch
den MDK sind von höherem Gewicht
als die Einschätzung des behandelnden
Arztes. 39 Prozent aller begutachteten
Reha-Anträge werden abgelehnt.
Forderungen zur Verbesserung
der Reha-Leistungen
Der BDPK schlägt einen finanziellen
Ausgleich zwischen Pflege- und Krankenversicherung vor, der den Krankenkassen ihre Aufwendungen für Rehabilitationsleistungen zur Vermeidung von
Pflegebedürftigkeit zurückerstattet. Diese Regelung bietet zudem den Vorteil,
dass keine leistungsrechtlichen Verschiebungen zwischen den Sozialgesetzbüchern V, IX und XI vorgenommen
werden müssen. Bei durchschnittlichen
Rehabilitationskosten in Höhe von 3 000
EUR hätte sich die Kostenerstattung
nach drei Monaten verschobener Pflegebedürftigkeit für die Pflegeversicherung
bereits gelohnt.
Es ist überfällig, dass die Verordnung des behandelnden Arztes die
rechtliche Grundlage für die Leistungserbringung der Krankenkasse wird.
Der Zugang zu Rehabilitationsleistungen aus der ambulanten Versorgung
heraus muss verbessert werden. Die
ärztliche Verordnung muss für die
Krankenkasse verbindlich sein. Von
ihr darf nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.
567
Nachrichten des BDPK
Abgeordnete im
Praxisalltag
Bereits im vierten Jahr vermittelt
der BDPK Bundestagsabgeordnete
an Mitgliedskliniken in ihren Wahlkreisen für eine sogenannte „Praktikumsaktion“. In der Praxis erhalten
die Politiker die Möglichkeit, die
Arbeit in der Klinik kennenzulernen
und Gespräche mit Mitarbeitern aus
unterschiedlichen Bereichen der Einrichtungen zu führen.
Heike Brehmer besucht das
AMEOS Klinikum Halberstadt
Heike Brehmer, CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Harz, besuchte am 15.
August das AMEOS Klinikum Halberstadt. Neben dem Besuch der radiologischen Abteilung und des Herzkatheterlabors besichtigte Heike Brehmer die
Kinder- und Jugendklinik. Besonders
das Engagement von Chefarzt Dr. Cornelius Presch beeindruckte Brehmer, der
mit dem AMEOS Klinikum Halberstadt
den Aufbau eines Sozialpädiatrischen
Zentrums plant.
„Ein Sozialpädiatrisches Zentrum
vor Ort wäre eine Erleichterung für Kinder und Eltern in Halberstadt und der gesamten Harz-Region, welche in diesem
medizinischen Bereich unterversorgt ist.
Ich unterstütze die Gründung eines SPZ
daher sehr“, so Brehmer im abschließenden Gespräch.
Ingrid Arndt-Brauer in der
Augenklinik Ahaus
In der Augenklinik Ahaus absolvierte
die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid
Arndt-Brauer ihren „Praxistag“. Als Zukunftsvision bezeichneten die Augenärzte Dr. Ralf-H. Gerl und Dr. Matthias
Gerl das Ansinnen, ein mobiles Einsatzfahrzeug flächendeckend zum Glaukom-Screening einzusetzen. Ähnlich
wie beim Mammografie-Screening
möchten die Augenärzte damit eine
sinnvolle Vorsorge für das Glaukom,
auch grüner Star genannt, erreichen.
568
In der sogenannten Sehschule der
Augenklinik praktiziert die Orthoptistin
Maike Fränkel. Mit prophylaktischen,
diagnostischen und therapeutischen
Maßnahmen leistet sie ihren Beitrag zur
Früherkennung und Behandlung von
Schielerkrankungen, Störungen der Augenbewegung und Sehschwächen.
Reinhard Grindel besucht das
MediClin Klinikum Soltau
Die Bedeutung von Rehabilitationsmaßnahmen zur Vermeidung von Rente oder
Pflege wird immer noch unterschätzt.
Bei einem Besuch in Soltau überzeugte
sich der Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel von den Angeboten des
MediClin Klinikums. Der Anteil der Reha an den Gesundheitskosten beträgt nur
zwei Prozent, dabei kann die Reha ein
Vielfaches an Kosten für Frühverrentung
oder Pflege vermeiden. Der kaufmännische Direktor Christian Wolckenhaar berichtete Grindel, dass auch im Reha-Bereich der Fachkräftemangel immer
deutlicher spürbar werde.
Besonders interessiert zeigte sich
Grindel von den konservativen Behandlungsmethoden im Bereich der Orthopädie, wodurch teure Operationen verhindert werden können.
Armin Schuster beim FitnessCheck in der Theresienklinik
Bad Krozingen
Einen Fitness-Check bekam Armin
Schuster in der Theresienklinik Bad
Krozingen. Kaufmännische Direktorin
Susanne Hierholzer führte den Bundestagsabgeordneten durch die Rehaklinik
und sorgte gleich dafür, dass er „auf
Herz und Nieren“ überprüft wurde. Rehabilitation vor Erwerbsunfähigkeit –
für diese Grundsatzentscheidung der
Gesundheitspolitik ist die Theresienklinik ein Musterbeispiel. Mit dabei:
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Mudrack und Dr. Gabriela Moser,
CDU Bad Krozingen.
Krankenhausdirektorin Christiane Kuhne,
Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer,
Pflegedirektorin Beatrice Weiß
Bundestagsabgeordneter Reinhard Grindel,
Ute Gontares (Pflegedienstleiterin), Juliane
Wille (Assistentin der kaufmännischen
Direktion) und Christian Wolckenhaar
(Kaufmännischer Direktor)
Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer,
Maike Fränkel (Orthoptistin), Marianne Busch
(Geschäftsführerin)
Bundestagsabgeordneter Armin Schuster,
Susanne Hierholzer (Kaufmännische
Direktorin), Wolfgang Mudrack (CDUStadtverbandsvorsitzender) und Dr. Gabriela
Moser (CDU Bad Krozingen)
f&w 5/2013
Nachrichten des BDPK
Weniger Kliniken und Betten
als im Vorjahr
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Ende August die vorläufigen Ergebnisse der Statistik für Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen.
852 000 Vollkräfte versorgten die Krankenhauspatienten. Davon waren 143 000
im ärztlichen Dienst und 709 000 im
nicht ärztlichen Dienst, darunter 313 000
Vollkräfte im Pflegedienst.
Krankenhäuser
Im Jahr 2012 wurden rund 18,6 Millionen Patientinnen und Patienten stationär im Krankenhaus behandelt. Die
Verweildauer ist leicht gesunken, auf
7,6 Tage (2011: 7,7 Tage).
Die Gesamtzahl der Krankenhäuser
sank auf 2 017 (2011: 2 045). Für die
stationäre Behandlung standen rund
500 Betten weniger zur Verfügung als
2011. Nach wie vor steht annähernd jedes zweite Bett in einem Krankenhaus
eines öffentlichen Trägers. Der Anteil
der Krankenhausbetten in privater Trägerschaft nimmt weiterhin zu, er lag
2012 bei 18 Prozent.
Mit 77,4 Prozent war die Bettenauslastung etwas höher als im Jahr zuvor.
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Bei den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen nahmen knapp zwei Millionen Patienten eine stationäre Behandlung in Anspruch. Das entspricht einer
Zunahme von 2,1 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer lag 2012 bei
25,5 Tagen, ein geringfügiger Anstieg.
Nachdem die Anzahl der Vorsorgeund Rehabilitationseinrichtungen jahrelang nahezu konstant blieb, ist die Gesamtzahl der Einrichtungen 2012 auf
1 215 gesunken (2011: 1 233). Auch die
Anzahl der Betten sank weiter auf
169 272 (2011: 170 544).
Zwei Drittel aller Betten befinden
sich in privater Trägerschaft (2012: 65,9
Prozent). Einrichtungen öffentlicher
Träger verfügen über 18,1 Prozent der
Betten, den geringsten Anteil haben
freigemeinnützige Einrichtungen mit
16,0 Prozent des Bettenangebots.
Die durchschnittliche Bettenauslastung stieg 2012 auf 81,0 Prozent. Während der Anstieg über alle Träger hinweg gleichmäßig erfolgte, bestanden
deutliche trägerspezifische Unterschiede bei der Auslastung: Öffentliche Kliniken erreichten mit 90,8 Prozent (2011:
89,6 Prozent) nach wie vor die höchste
Auslastung. In privaten Häusern lag die
Bettenauslastung bei 78,0 Prozent
(2011: 75,8 Prozent), in freigemeinnützigen Häusern bei 82,1 Prozent (2011:
78,3 Prozent).
Der Personaleinsatz blieb in den
Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen mit gut 8 000 Vollkräften im
ärztlichen Dienst und 84 000 Vollkräften im nicht ärztlichen Dienst
konstant.
Personaleffekte von
Klinikprivatisierungen
Mareike Heimeshoff, Jonas Schreyögg und Oliver Tiemann veröffentlichten im Juli die Studie „Employment effects of hospital privatization
in Germany“ in einem europäischen
Fachjournal. Die Ergebnisse der Stu-
f&w 5/2013
die zu Personaleffekten deutscher
Krankenhausprivatisierungen zeigen,
dass Anpassungen vor allem im nicht
medizinischen Bereich erfolgten und
keine negativen Auswirkungen auf die
Behandlungsqualität haben.
In der Studie wurden 132 Klinikverkäufe zwischen 1997 und 2007 untersucht. Von den untersuchten 132
Krankenhäusern wechselten 99 in die
private und 33 in die freigemeinnützige Trägerschaft. Die Studie untersuchte Auswirkungen auf verschiedene
Personalbereiche. Mögliche Auswirkungen auf die Behandlungsqualität
wurden ausschließlich mit der Mortalitätsrate operationalisiert.
Personalanpassungen privater Träger
richteten sich laut der Studie insbesondere auf administrative Kräfte (minus 19 Prozent) und nicht klinische
Stellen (minus 38 Prozent). Die Zahl
der Krankenpfleger wurde in vier Jahren um durchschnittlich elf Prozent
reduziert. Bei einem Wechsel zu freigemeinnützigen Trägern wurden administrative Stellen um ein Prozent,
nicht klinische Stellen um fünf Prozent und Stellen im Pflegebereich um
ein Prozent reduziert. Ärzte waren von
den Kürzungen generell nicht betroffen. Kein Trägerwechsel hatte einen
negativen Einfluss auf die Mortalitätsrate.
569
Nachrichten des BDPK
Neu im Vorstand
Welche Herausforderungen sehen
Sie in der nächsten Zeit für die
privaten Träger?
Ich sehe zwei große Themenkomplexe, die nicht nur die privaten Träger
betreffen, sondern alle Betreiber von
Gesundheitseinrichtungen: das Problem der Finanzierung medizinischer
Leistungen und den Fachkräftemangel.
Seit der Einführung von DRGs kommen die Patienten mit einer erhöhten
Behandlungsbedürftigkeit zur Rehabilitation. Darüber hinaus wächst die Zahl
multimorbider Patienten. Dem wachsenden diagnostischen, therapeutischen
und pflegerischen Aufwand wird nur
unzureichend Rechnung getragen.
Den Fachkräftemangel bekommt
die Bevölkerung bereits jetzt deutlich
zu spüren. Zwischen den Kliniken hat
längst ein Wettstreit um Ärzte und
Pfleger begonnen, denn immer häufiger sind Stationen wegen Personalmangel nicht arbeitsfähig.
Zur Person
Dr. Markus Hamm arbeitete nach seinem BWLStudium und seiner Promotion an der Universität zu Köln acht Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey & Company. Anfang 2004 begann Herr Dr. Hamm seine Tätigkeit bei der
Schön Klinik als kaufmännischer Leiter einer
der zur Gruppe gehörenden Kliniken. 2007
wechselte er als Leiter Unternehmensentwicklung & Finanzierung in die Zentrale der Schön
Klinik. Seit Anfang 2009 ist Dr. Hamm als Geschäftsführer tätig und verantwortlich für die
Bereiche Rechnungswesen, Finanzmanagement,
Controlling & Unternehmensentwicklung, Kostenträgermanagement, Patientenmanagement
sowie Recht, Steuern & Risikomanagement.
570
Welche Schwerpunkte möchten
Sie persönlich im Vorstand setzen?
Der BDPK vereint Institutionen und
Trägerschaften der Bereiche Akutversorgung und Rehabilitation, die sich
nicht nur in ihrer fachlichen Ausrichtung, sondern auch hinsichtlich ihrer
Größe und ihrer Gesellschafterstruktur
maßgeblich unterscheiden. Ich möchte
mich dafür einsetzen, dass dieser Vielfalt Rechnung getragen wird.
Welche Neuerungen sind nach
der Wahl zu erwarten?
Angesichts der bekannten Prognosen
sind kaum tief greifende Reformen zu
erwarten. Die Mehrheit der Bevölkerung ist mit dem Gesundheitswesen
noch immer zufrieden, auch wenn die
Probleme vor den Patienten keinen Halt
machen. Ich hoffe dennoch, dass sich
die Politik noch intensiver den Themen
Klinikfinanzierung und Fachkräftemangel zuwendet.
Welche Herausforderungen sehen
Sie in der nächsten Zeit für die
privaten Träger?
Viele Herausforderungen im Gesundheitswesen stellen sich unabhängig von
der Trägerschaft. Die negative PreisKosten-Schere gilt es zu managen, ohne
das anerkannt hohe Versorgungsniveau
zu gefährden. In der Öffentlichkeit wird
über „zu viele Operationen“ diskutiert.
Hier ist es unsere Aufgabe, Transparenz
zu schaffen, damit eine OP-Indikation
nur nach strengen Leitlinien und mit
nachweisbarer Ergebnisqualität erfolgt.
Die Zukunft des Gesundheitswesens sehe ich in der sektorübergreifenden Versorgung entlang von Krankheitsbildern. Dazu bedarf es eines
intelligenten und partnerschaftlichen
Zusammenspiels zwischen Kliniken,
niedergelassenen Ärzten und anderen
Akteuren im Gesundheitswesen.
Welche Schwerpunkte möchten
Sie persönlich im Vorstand setzen?
Zur Person
Hartmut Hain, Diplom-Kaufmann, studierte
Wirtschaftswissenschaften sowie Krankenhausund Sozialmanagement. Von 1996 bis 2002 war
er als Kaufmännischer Leiter, Prokurist, Regionalmanager und Geschäftsführer für die Schön
Kliniken, von 2002 bis 2004 als Bereichsleiter,
Regionalvorstand, Personalvorstand sowie Arbeitsdirektor für die Rhön Klinikum AG tätig.
Von 2005 bis 2012 gehörte er als Vorsitzender
dem Vorstand der Medical Park AG an und war
ab 2010 zusätzlich Vorsitzender der Holding
GmbH. Seit dem 1. Oktober 2012 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung der MEDIAN Kliniken und verantwortet Unternehmensstrategie, Akquisition, Unternehmenskommunikation und Marketing. Hain ist Lehrbeauftragter
an der Hochschule Rosenheim, University of
Applied Sciences.
Als Geschäftsführer der Schön Klinik
bringe ich die Erfahrung eines inhabergeführten Familienunternehmens ein.
Wir sind ein Mittelständler mit Fachklinikausrichtung und schlagen damit eine
Brücke zu den eigentümergeführten,
kleineren Klinikgruppen und Einzelkliniken, die in der akutmedizinischen
oder rehabilitativen Versorgung tätig
sind.
Welche Neuerungen sind nach
der Wahl zu erwarten?
Neben der aktuellen Diskussion zur
Steuerung der Fallmengen wird sich die
neue Bundesregierung mit der Frage
beschäftigen müssen, auf welches langfristige Finanzfundament sie die Akutund Rehaversorgung in Zukunft stellt,
um die wirtschaftlichen Probleme der
Leistungserbringer zu lösen. Zudem
würde ich mir wünschen, dass die Politik im Sinne der Patienten die sektorale
Trennung stärker aufbricht und damit
bessere Rahmenbedingungen für eine
Vernetzung schafft.
f&w 5/2013
Nachrichten des BDPK
65-jähriges Jubiläum in
Baden-Württemberg
Der Verband der Krankenanstalten
in privater Trägerschaft in BadenWürttemberg (VPKA) feierte im
Juli sein 65-jähriges Bestehen.
Qualität, Mitgestaltung,
Glaubwürdigkeit
Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt
gratulierte als Präsident der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände in
Baden-Württemberg dem Mitgliedsverband VPKA zu seinem 65-jährigen
Bestehen. Die Werte, für die sich der
Verband einsetze, nämlich „Qualität,
Mitgestaltung und Glaubwürdigkeit“,
unterstreiche er persönlich.
Erfolgreich könne nur sein, wer
sich am Patienten ausrichte und seine
Mittel möglichst effizient einsetze. Die
Krankenhäuser und Reha-Kliniken in
privater Trägerschaft unterstützten damit in hohem Maße ein funktionsfähiges Sozialsystem, so Hundt. „Beides –
eine gute Versorgung wie auch die
wirtschaftliche Verwendung der Beitragsmittel der Kassen – liegt im allgemeinen Interesse.“
Fachkräfte müssen Zugang zu
Rehabilitation erhalten
Der Arbeitgeberpräsident betonte, dass
es für Betriebe unerlässlich sei, dass ihre Beschäftigten, wenn sie erkrankten,
zeitnah und erfolgreich versorgt werden. „Erfolgreiche Rehabilitationsmaßnahmen rechnen sich nicht nur für die
Rehabilitanden, sondern auch für die
Unternehmen.“ Erfolgreiche – also
nachhaltige – Rehabilitation könne und
müsse dazu beitragen, das Arbeits- und
Fachkräfteangebot in Deutschland zu
sichern. Allerdings setze dies voraus,
dass ein bestehender Rehabilitationsbedarf frühzeitig erkannt werde, wofür es
noch erhebliches Verbesserungspotenzial gebe. Insbesondere müsse diesbe-
f&w 5/2013
züglich den Haus- und Betriebsärzten
eine größere Rolle zukommen.
In Bezug auf das Reha-Budget der
Gesetzlichen Rentenversicherung sehe er
die Notwendigkeit einer Fortschreibung
unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen. Hundt betonte
auch die enorme Bedeutung von Kliniken als Arbeitgeber. Kliniken seien zum
Teil die wichtigsten Arbeitgeber einer
Region.
Fairer Wettbewerb im
Gesundheitswesen erforderlich
Als Vertreter des Sozialministeriums
übermittelte Ministerialdirigent Manfred Zach die Glückwünsche von Frau
Ministerin Altpeter. Der Vorsitzende
des VPKA, Berthold Müller, betonte in
seiner Rede die Notwendigkeit eines
fairen Wettbewerbs im Gesundheitswesen. Dies bedinge einen Wettbewerb
um Qualität und leistungsgerechte Vergütung.
Präsident und Stellvertreter
wiedergewählt
Auf der anschließenden Jahresmitgliederversammlung wurden Berthold
Müller, Geschäftsführer der CelenusKliniken GmbH, Offenburg, als Präsident und Bernhard Wehde, Sprecher
der Geschäftsführung des Klinikums
Christophsbad Göppingen, als sein
Stellvertreter einstimmig wiedergewählt.
Im Amt des Beisitzers wurden bestätigt: Thomas Böer (Diabetes Klinik
Bad Mergentheim), Dr. Uwe Gretscher
(Sana Kliniken AG), Wulf Meueler
(MediClin AG), Frank Porten (St.
Georg Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Höchenschwand), Dr. Dagmar
Schmieder (Schmieder Kliniken),
Franz Schreijäg (Fachklinik Hänslehof,
Bad Dürrheim), Sven Wahl (GVG AG,
Bad Dürrheim), Uli Wüstner (Fachkliniken Hohenurach) sowie Hartmut Masanek (Klinik für Herzchirurgie Pforzheim, Rhön-Klinikum AG). Neu als
Dr. Dieter Hundt, Arbeitgeberpräsident
Beisitzerin wurde Frau Angelika Wöppel, Geschäftsführerin der Hufeland
Klinik Bad Mergentheim, gewählt.
Der Landesverband
Die Kliniken in privater Trägerschaft
bilden gemeinsam mit den freigemeinnützigen Trägern und den öffentlichen
Trägern die drei großen Pfeiler, die
entsprechend dem Landeskrankenhausgesetz die Versorgung der Bürger
mit Krankenhausleistungen sicherstellen. Die Schaffung und der Erhalt der Trägervielfalt sind somit eine der wesentlichen Aufgaben des Verbandes. Er ist
darüber hinaus einer der maßgeblichen
Klinikverbände für Vorsorge- und Rehabilitation in Baden-Württemberg.
Weitere Aufgaben liegen in der tariflichen Vertretung als Arbeitgeberverband. Als solcher ist der VPKA Mitglied der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände.
Bei den Mitgliedseinrichtungen des
Verbands im Akut-, Rehabilitations- und
Pflegebereich handelt es sich sowohl um
Häuser mit sozialversicherungsrechtlicher Zulassung als auch um reine Privatkliniken. Der weitaus überwiegende
Anteil der Mitgliedshäuser steht allen
gesetzlich Versicherten offen.
571
Nachrichten des BDPK
Meinungen zum Reha-Portal
von Qualitätskliniken.de
Das Reha-Portal von Qualitätskliniken.de ging im Juli mit mehr als 90 Mitgliedern online. Abgebildet werden
darin die Ergebnisse der drei Qualitätsdimensionen Rehabilitandensicherheit, Rehabilitandenzufriedenheit und
Organisationsqualität. Aktuell steht die Entwicklung der vierten Dimension Ergebnisqualität im Fokus. Das
Reha-Portal möchte den Dokumentationsaufwand für die Mitglieder so gering wie möglich halten. Um einen
flächendeckenden Überblick über Rehabilitationskliniken in Deutschland zu ermöglichen, ist eine Beteiligung
möglichst vieler Kliniken angestrebt.
Prof. Dr. Rolf
Meermann,
Ärztlicher Direktor und
Chefarzt der AHG
Psychosomatische Klinik
Bad Pyrmont
Dr. Matthias
auf dem Brinke,
Ärztlicher Direktor der
Asklepios Kliniken Bad
Wildungen und
Chefarzt der Neurologie
in der Fachklinik
Fürstenhof
„Wir sehen im Reha-Portal von Qualitätskliniken.de eine zeitgemäße Plattform, um potenzielle Patienten, zuweisende Ärzte und Einrichtungen, aber
auch weitere Interessenten zu erreichen. Sich eigenverantwortlich über
Angebote und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, sehen wir als
Chance für die Portalnutzer, um den
Rehabilitationsmarkt in Deutschland
kennenzulernen und eine geeignete
Klinik auszuwählen. Das Wunschund Wahlrecht wird durch dieses Portal gestärkt.“
„Durch die Mitgliedschaft erhalten wir
ein komplettes Instrument zur externen
und internen Qualitätssicherung als Ergänzung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen. Unsere sehr gute Qualität in den Bereichen Rehabilitandensicherheit und -zufriedenheit sowie der
Ergebnis- und Organisationsqualität wird
für die interessierte Öffentlichkeit transparent dargestellt. Mit der inhaltlichen
Weiterentwicklung des Portals und den
vorgesehenen Audits stellen wir uns einer
Überprüfung, die den kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess unterstützt.“
Steve Glaubauf,
Qualitätsbeauftragter
des MediClin
Reha-Zentrums
Bad Düben
„Das MediClin Reha-Zentrum Bad Düben besitzt ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem und nutzt diese öffentliche Internetplattform als objektivierte
wie auch deutschlandweite Vergleichsmöglichkeit in den verschiedenen Leistungsbereichen aller Mitgliedskliniken.
Wir erwarten uns auf Grundlage der
externen Auditierung weitere Entwicklungsimpulse und möchten unser Leistungsvermögen gegenüber Rehabilitanden, Kostenträgern und Kooperationspartnern unterstreichen.“
572
Theo Vorländer,
Leiter Medizinisches
Leistungsmanagement
der Reha-Zentren
PASSAUER WOLF GmbH
„Der PASSAUER WOLF hat die Informationsplattform mitgestaltet, die es
Ärzten, Zuweisern und vor allem Patienten erstmalig ermöglicht, die Leistungsangebote und Behandlungserfolge
mehrerer Kliniken nach eigenen Maßstäben vergleichend zu bewerten. Als
Mitglieder des Reha-Portals stellen sich
die Reha-Zentren und Hotelkliniken
des PASSAUER WOLF dem direkten
Qualitätsvergleich in der Region und
nutzen die Impulse für vielfältige Weiterentwicklungen.“
Dr. Markus Leisse,
Ärztlicher Direktor
und leitender Arzt
Abteilung Neurologie
des MEDIAN RehaZentrums
Bernkastel-Kues
„Hohe Behandlungsqualität und Zufriedenheit unserer Patienten sind die oberste Maxime der MEDIAN Kliniken. Ein
systematisches Qualitätsmanagement
bildet dabei die Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung unserer Prozesse und Angebote. Die Teilnahme am
Reha-Portal Qualitätskliniken.de bietet
eine Ergänzung zu den externen Qualitätssicherungsprogrammen der DRV
und GKV. Das Portal bietet gute Möglichkeiten zur übersichtlichen Darstellung unserer Häuser und zur Dokumentation ihrer Leistungsfähigkeit.“
Stefan Schad,
Geschäftsführer
der Klinik
Hildesheimer Land
„Die Plattform bietet der Klinikleitung
die Möglichkeit der externen Qualitätssicherung im Sinne eines pragmatischen Benchmarkings. Der Patient wird
zum mündigen und vergleichenden
Kunden, der seinen Rehabilitationsaufenthalt plant und seine Wünsche gegenüber den Kostenträgern kommuniziert.
Wir gehen davon aus, dass Plattformen
wie Qualitätskliniken.de schon in der
nahen Zukunft häufiger frequentiert
werden und Patienten von der geschaffenen Transparenz profitieren.“
f&w 5/2013
Nachrichten des BDPK
Modern
aus Tradition
Die Maximilians-Augenklinik in Nürnberg ist die älteste Augenklinik in
Bayern und die älteste noch bestehende in Deutschland. In diesem Jahr
feiert die Maximilians-Augenklinik ihr 200-jähriges Bestehen.
Gründung der Augenklinik
1812 entstand weltweit die erste Universitätsklinik für Augenheilkunde in
Wien, nur ein Jahr später gründeten
Nürnberger Bürger die „Heilungsanstalt für arme Augenkranke“. Der erste
„seßhafte“ Augenarzt in Nürnberg,
Dr. Kapfer, war bereit, arme Augenkranke umsonst zu behandeln, wenn
die Gesellschaft die Kosten für die
Verpflegung und für die Arzneien
übernimmt. Von Anfang an stand die
Augenklinik allen Bevölkerungsschichten offen.
Die Maximilians-Augenklinik hatte schnell einen guten Ruf. Bereits
1815 wurde das bayerische Königshaus auf die „Heilungsanstalt für arme
Augenkranke“ aufmerksam. Königin
Caroline kündigte einen jährlichen
Beitrag ihres Gatten König Maximilian I. Joseph an. Seit 1819 durfte die
Klinik den Namen „Maximilians Heilungsanstalt für arme Augenkranke“
führen.
Diagnostische und
therapeutische Möglichkeiten
Seit ihrer Gründung setzt die Maximilians-Augenklinik Erkenntnisse aus
Wissenschaft und Forschung in der Augenheilkunde verantwortungsvoll und
schnellstmöglich für die Patientenversorgung um.
Heute ist die Maximilians-Augenklinik die innovative Fachklinik für Augenerkrankungen mit allen modernen
diagnostischen und therapeutischen
Möglichkeiten. Ein Schwerpunkt der
operativ tätigen Belegärzte ist der Bereich des vorderen Augenabschnitts
(beispielsweise Katarakt-Operationen).
Die Hauptabteilung hat wiederum einen vitreoretinalen Schwerpunkt, der
operativen Therapie von Erkrankungen
der Netzhaut und des Glaskörpers.
Mit einem klinikeigenen Medizinischen Versorgungszentrum, dem Maximilians MVZ Erlenstegen, können die
Patienten bestmöglich ambulant wie
stationär versorgt werden. Prof. Dr.
Schrader und Prof. Dr Küchle sind
zwei an der Maximilians-Augenklinik
tätige Augenärzte, die in der FocusListe der besten Augenärzte Deutschlands verzeichnet werden.
Ein entscheidender Schritt in der
Kleinschnittchirurgie gelang Dr. Wolfram Wehner, dem 1. Vorsitzenden des
Maximilians-Augenklinik e. V., im Jahr
2001. Erstmals musste der Einschnitt
am Auge für das Einsetzen der Kunstlinse nicht vergrößert werden. Eine
Grundlage für vorhersagbare postoperative Sehergebnisse war damit gegeben.
Gut geschultes Personal und die
ständige Erneuerung der diagnostischen und operativen Möglichkeiten
sind zentrale Anliegen der Maximilians-Augenklinik. Die Tradition, zu allen Zeiten jedem die bestmögliche
Qualität bei der Behandlung seines Augenleidens zukommen zu lassen, begründet den Erfolg der MaximiliansAugenklinik heute und in der Zukunft.
Dr. Georg Metzger
Bundesverdienstkreuz für Dr. Christoph Smolenski
Für seine herausragenden
Verdienste um das rheinland-pfälzische Krankenhauswesen erhielt Dr.
Christoph Smolenski das
Verdienstkreuz am Bande
des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung
wurde Smolenski, Geschäftsführer und
Ärztlicher Direktor der Dr. von Ehrenwall´schen Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler, am 23. August von Staatsminister
Alexander Schweitzer überreicht.
Nach seinem Studium in Bonn, Bern und
Würzburg, wo er auch sein Staatsexamen
und im Jahr 1974 seine medizinische Promotion ablegte, war Smolenski in mehreren Krankenhäusern in Deutschland und
in der Schweiz als Assistenzarzt tätig. 1983
übernahm er die Position des Chefarztes
und ab 1991 zusätzlich die des Ärztlichen Direktors in der Dr. von Ehrenwall´schen Klinik.
Smolenski ist seit 1998 Mitglied des
Vorstandes der Krankenhausgesellschaft
Rheinland-Pfalz. In der Zeit von 2008 bis
2011 hatte er das Amt des Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden inne. Wegen
schwerer Erkrankung des Vorsitzenden
übernahm Smolenski in den Jahren 2010
und 2011 die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden der KGRP.
Smolensi ist Vorsitzender des Landesverbandes der Privatkliniken in RheinlandPfalz. Von 2003 bis 2006 war er Mitglied im
Vorstand des BDPK. Der Bundesverband
Deutscher Privatkliniken gratuliert Smolenski zu dieser hohen Auszeichnung ganz
herzlich. Damit ist gleichzeitig der Dank
für die langjährige Unterstützung in den
Gremien der Krankenhausgesellschaft
verbunden.
Foto: MRZ/Braun
f&w 5/2013
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