close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Arbeit und Alter und was noch? - OWB

EinbettenHerunterladen
Ausgabe 1 / 2013
DAS
MAGAZIN
Ambulante Dienste
Heute schon für
morgen planen
» Seite 18
Blick nach vorn
Tipps für den
Ruhestand
» Seite 3
Kreativität
Aus Kaffeesatz werden
Kunstwerke
» Seite 22
LOGO-Schwerpunkt:
Arbeit und Alter und was noch?
2 In dieser Ausgabe
Der Werkstattrat ist online!
Man kann ihn auf der neuen homepage www.owb.de anschauen!
Mit 40 beginnt das Altsein der Jungen.
Mit 50 das Jungsein der Alten.
Französisches Sprichwort
Bildhinweise
Titelmotiv:
"Margot Heissele will noch zwei Jahre in der OWB-Küche arbeiten."
Foto: Udo Dilger
Inhalt
Impressum
Denk mal ................................................................................ 3
Herausgeber
Oberschwäbische Werkstätten für Behinderte gem. GmbH und
Wohnheime - Einrichtungen - Ambulante Dienste gGmbH
Jahnstraße 98, 88214 Ravensburg, www.owb.de
Schwerpunktthema "Arbeit im Alter" ................. 4 - 13
Wohnheimnachrichten .......................................... 14 - 15
Erwin will's wissen .................................................. 16 - 17
Ambulante Dienste ................................................. 18 - 20
Thema Kunst .............................................................. 21 - 23
OWB intern ........................................................ 24 - 25, 34
Werkstattnachrichten ............................................ 26 - 27
LOGO, ganz leicht .................................................... 28 - 29
Kaffeerösterei Besuch ..............................................30 - 31
Nachruf ................................................................................ 31
Serie OWB-Geschichte .......................................... 32 - 33
Preisrätsel ............................................................................ 35
Verantwortliche für Artikel, deren Inhalt und Layout
Gerd Bantle, Alexander Fischer, Elke Herzer, Anja Janke, Edeltraud Kopp,
Alexandra Schwarz
Erscheinungsweise
Das OWB-Magazin LOGO erscheint in vier Quartalen jährlich:
Mitte Februar, Mai, August, November. Abgabeschluß für Beitäge ist
jeweils der 15. des Vormonats: Januar, April, Juli, Oktober.
Anschrift der Redaktion
Edeltraud Kopp, Förder- und Betreuungs-Bereich
Maximilian-Haller-Str. 18, 72488 Sigmaringen
Tel.: 0 75 71 / 74 59-72, Fax: 0 75 71 / 74 59 44 10 70 oder
E-Mail an: logo@owb.de
Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung vor.
Auflage
Gesamtauflage: 1.750 Stück
Gestaltung und Layout
heersmaconcept, Weingarten
Denkmal
3
Die Altersarmut kommt
Rund 16 Prozent unserer Bundesbürger sind arm
oder von Armut bedroht. Das Gefühl von Menschen, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, nichts mehr wert zu sein, wächst. Es
lähmt. In diesem Heft möchten wir Sie darüber ein wenig zum Nachdenken bringen. Was
kann man dagegen tun?
Menschen, die nicht mehr arbeiten, die „in
Rente sind“, ziehen sich häufig aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Engagement
und Teilhabe nehmen ab. Auch das ist Armut.
Wer kontaktscheu wird, keine Beziehungen zu
anderen Menschen aufbaut, wer sich zurückzieht und wer sich nicht beschäftigen kann
(beispielsweise mit einem Hobby oder einer
ehrenamtlichen Tätigkeit), der verbaut sich die
Möglichkeit, das menschliche Leben in seiner
Farbigkeit und Vielfalt zu erfahren.
Die Wissenschaftler Wendt, Hradil und Bourdieu haben auf verschiedene Merkmale der Armut
aufmerksam gemacht: So kann sich Armut nachteilig auf den Gesundheitszustand auswirken. Die
Wohnbedingungen sollten zufrieden stellen. Und es ist wichtig, in soziale Netzwerke eingebunden zu sein. Auch die Möglichkeit der Selbst- und Mitbestimmung sollte wahrgenommen werden,
und es ist wesentlich, im Rentenalter Neues zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln und neue
Ziele anzustreben.
Auch dies ist eine Tatsache: Immer mehr Senioren und Seniorinnen arbeiten. Dafür gibt es die
verschiedensten Gründe. Beispielsweise: Flucht vor dem Alleinsein, Angst vor sozialer Isolation,
Suche nach einem Lebenssinn, Angst, das Geld könnte nicht mehr reichen…
Umso wichtiger ist es, sich mit solchen Situationen auseinanderzusetzen. Man muss darüber
nachdenken, sprechen, diskutieren. Gefordert sind wir hier alle: der einzelne Bürger, die Politiker,
die Behörden, die Kirchen, die Betriebe, auch die Behinderten-Einrichtungen. Solidarisches Handeln
aller ist notwendig und nicht nur jenes der tatsächlich Betroffenen.
Fragen, die man sich
stellen sollte:
ƒƒWo fühle ich mich arm,
wo fühle ich mich reich?
ƒƒWie gesund bin ich?
ƒƒWie gut bin ich materiell
versorgt?
ƒƒHabe ich gute Kontakte,
etwa zur Familie,
zu Freunden und
zu Nachbarn,
zu Vereinen…?
ƒƒWie kann ich meine
Fähigkeiten einbringen?
ƒƒWenn ich an die Zukunft
denke: Wie geht es mir?
ƒƒWie wohne ich?
ƒƒWie sind meine
Möglichkeiten zur
Selbst- und
Mitbestimmung?
ƒƒWie kann ich mit
schwierigen Lebenssituationen umgehen?
ƒƒBin ich bereit für neues
Lernen, neue Erfahrungen,
neue Ziele?
ƒƒIst mein Leben sinnvoll?
Hat es eine Bedeutung und
kann ich es in einem
größeren Zusammenhang
sehen (zum Beispiel durch
den Glauben)?
4 Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Leichte sprache
Umfrage in der Seniorenbetreuung Kisslegg:
Würden Sie gern einmal
wöchentlich in die Werkstatt
zum Arbeiten zurückkehren?
Gertrud Müller
Frieda Mösle
Nein, ich bin jetzt schon 66 Jahre alt
und besuche dreimal in der Woche die
Seniorenbetreuung.
Ich mache meinen Haushalt und wenn
mir langweilig ist, stricke ich oder lese.
Mir fehlt die Werkstatt auch wegen
meinen alten Bekannten,
die ich jetzt nicht mehr treffen kann.
Theo Moser
Ich würde gern noch länger in der
Werkstatt arbeiten. Wenn ich nämlich
nichts zu tun habe, falle ich bestimmt in
ein Loch. Ein oder zwei Mal wöchentlich
hier weiterzuarbeiten, könnte ich mir gut
vorstellen.
Ich habe keine Zeit für eine Rückkehr.
Habe viel Arbeit im Winter,
ich muss ums Wohnheim Schneeräumen
und im Sommer mache ich den Garten.
Jozef Nowak (zukünftiger Rentner)
Stephanie Roth (zukünftige Rentnerin)
Ich weiß noch nicht, was ich in meiner
Rente mache.
Ich bin halt dann daheim und helfe dort.
Ich würde aber gern noch weiter arbeiten.
Hannelore Thomas
Ja mir fehlt die Werkstatt,
ich hätte gern Kontakt mit
meinen ehemaligen Kollegen.
Leichte sprache
Schwerpunktthema Arbeit im Alter
5
6 Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Interview mit Hermann Loritz, Rückkehrer in die Gardena-Produktion
Kisslegg nach Austritt in den Ruhestand:
Arbeiten im Ruhestand, wie ist
das bei Ihnen, Hermann Loritz?
LOGO Wie ging es Dir bei der Arbeit in der Gardenagruppe kurz vor Deinem Ruhestand?
Herrmann Loritz Mit 54 Jahren habe ich mich entschieden, einen Antrag auf Altersteilzeit zu stellen. Dies
war damals für mich ein interessantes Angebot der OWB.
Ich war hier 34 Jahre beschäftigt gewesen und bin 2010
ausgeschieden. Meine persönliche Lebenssituation ließ es
zu, die Abstriche bei der Rente in Kauf zu nehmen, weil
ich Gott sei Dank keine finanziellen Sorgen habe. Ein weiterer Grund für den Entschluss auf Altersteilzeit war die
Veränderung der Arbeitssituation, es wurde immer mehr
Zeit am Computer verlangt. Das war eine Tätigkeit, die ich
nicht gern machte. Ich hatte immer Glück, dass vorwie-
gend meine Kollegen die Büroarbeit für mich erledigten.
Meine Stärken lagen ganz klar bei der Ablaufgestaltung
der Gardena-Produktion im Arbeitsbereich und der Begleitung der behinderten Mitarbeiter.
LOGO Wie ging es Dir nach dem Fortgang in Deinem
Ruhestand?
Herrmann Loritz Es war für mich ein komisches Gefühl, als es ausgelaufen ist, denn ich bin immer gern zur
Arbeit gekommen. Ich habe die Tage nicht gezählt bis
zum Ruhestand. Brutal war für mich der Abschied, diese
große Abschiedsfeier mit allen früheren Kollegen, dem
Werkstattleiter und den Chefs der Firma „Gardena“. Das
Schwerpunktthema Arbeit im Alter
war für mich der Wahnsinn und berührte mich sehr. Jeder
hielt eine Rede auf mich, das war kaum zu glauben.
nicht aus Frust ausgeschieden, sondern war immer gern
mit den Menschen der OWB zusammen.
Dann war ich tatsächlich vier Wochen zuhause im Ruhestand. Plötzlich erhielt ich einen Anruf vom Werkstattleiter ­Oswald, ob ich auf 400 Euro-Basis wiederkommen
könnte, da dringend meine Kompetenzen in der Gardenaproduktion gebraucht würden.
LOGO Wie soll es bei Dir die nächsten Jahre weitergehen?
Aufträge wurden in kleineren Stückzahlen von Gardena
angefordert, deren Montage früher immer von mir betreut war. Die früheren Kollegen benötigten mein Wissen
und meine Hilfe dazu. Ich sagte Herrn Oswald, wenn die
Arbeit ausschließlich in der Gardenagruppe sei und nicht
am Computer, würde ich zusagen.
Meine Stärke ist die Improvisation des Bandaufbaus mit
kleinen Stückzahlen für die Schlauchwagenmontage.
LOGO Wie geht es Dir nach der Rückkehr an die Arbeit,
statt in Ruhe die Rente zu genießen?
Herrmann Loritz Das ist für mich eine nette Abwechslung. Schön ist für mich die Freude der behinderten Mitarbeiter und der Kollegen, dass ich wieder da bin.
Wenn ich komme, steht zunächst die Produktion still,
weil jeder schauen und mich begrüßen muss. Ich bin ja
Herrmann Loritz Wenn es gesundheitlich so gut weitergeht, komme ich weiterhin in die OWB und bin froh
darüber. Aktuell läuft mein Vertrag bis Dezember 2013.
Mein Fazit nach der Rückkehr ist: Ich arbeite sehr befreit
in den OWB, ich muss nicht mehr in Vollzeit kommen,
sondern kann es selber einteilen. Ich habe keinen Zwang,
sondern komme aus Freude an den Menschen in die OWB.
Wenn ich keine Freude mehr daran hätte, würde ich auch
nicht mehr kommen.
Ich habe mit meiner Frau einen Zeitplan: montags gehen wir Einkaufen, zweimal treffen wir uns mit anderen
Rentnern, nachmittags gehen wir manchmal zum Essen,
so haben wir ein lockeres Leben. Und zuhause habe ich
auch genügend Aufgaben: drei Goldfischteiche mit 500
Fischen, ein großes Haus mit Grundstück und eine kranke
Katze, die ich pflege, kämme und gegen Allergien spritze.
Ich habe genug zu tun.
Das Interview führte Elke Herzer // Fotos: Udo Dilger
Hermann Wiggert, ehemaliger Gruppenleiter
der OWB-Sigmaringen
Ich bin, aber nur ehrenamtlich, bei der Bergwacht als
„Senioren-Ruinen-Restaurierungskraft“ tätig. Dies
heißt, dass es innerhalb der Bergwacht Sigmaringen
in Dietfurt eine Senioren-Gruppe gibt, welche sich
auf die Sanierung der Ruine Dietfurt spezialisiert
hat. Diese Sanierung betrifft die gesamten Mauern
der Ruine, des Turms, bzw. des Burgfrieds, der Höhle
und natürlich auch des Stützpunkts der Bergwacht
im Donautal Standort Dietfurt. Das Ganze wird vom
Landesdenkmalamt in Tübingen unterstützt und auch
entsprechend überwacht. Natürlich sind wir, die Senioren, auch damit beschäftigt den Steinschlag an
und über der Donautalstrasse entsprechend zu verhindern. Dies bedeutet im Frühjahr oder Herbst nach
einer Meldung durch das Landratsamt an uns, auszurücken und mit dem Straßenbauamt Sigmaringen
entsprechende Maßnahmen zu unternehmen, um loses Gestein über der Donautalstrasse zu lösen und
zu entsorgen. Dies bedingt natürlich immer wieder
kurzfristiges Absperren der Donautalstraße während
dieser „Felsputzede“. Wir, die Senioren der Bergwacht,
hängen dann wie in den großen Bergen in den Seilen mit
entsprechender Kameraden-Sicherung. Solch eine Maßnahme dauert in der Regel etwa eine Woche, dadurch
kommt auch ein kleiner Obolus des Landratsamts in die
Kasse der Bergwacht. Uns Senioren macht es großen
Spaß dies durchführen zu dürfen. Die körperliche Fitness wird mehrmals jährlich mit Bergwanderungen, bzw.
Klettersteigen für jeden Einzelnen getestet.
7
8 Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Gerd Bantle, seit Jahren bei der LOGO-Redaktion:
Redakteur im (Un-)Ruhestand
Als ich nach meinem Herzinfarkt aus dem Arbeitsleben
gerissen und zwangsweise in den Ruhestand geschoben
wurde, versuchte ich, mein bisheriges Leben zu analysieren
und neu zu ordnen. Zum Schluss war ich überzeugt:
„Ich kenn´ nun meines Lebens Schranken
und hoffe stark genug zu sein,
klug und weise obendrein,
mein neues Haus so zu gestalten,
dass es nie mehr gleicht dem alten.
Dafür, o Herz, möcht´ ich dir danken.“
Nach und nach kam ich wieder auf die Beine. Es gab Höhen
und Tiefen, Erfolge und Rückschläge. Ich war nun Rentner, aber mitten drin im Alltagsleben. Einige Verpflichtungen habe ich aufgegeben, doch neue kamen hinzu:
selbst gewollte und unvorhergesehene.
Zwei Gefühle dominierten bei meinen
Überlegungen:
1. Mein Leben lang war ich als Journalist mitten unter
den Menschen gewesen, hatte berichtet über ihre Erfolge und Sorgen, hatte teilgenommen. Dies wollte
ich weiterhin, nicht mehr als Redakteur, aber im ehrenamtlichen Engagement.
2. Im Herzen spürte ich eine Art Dankbarkeit, noch leben zu dürfen, und ich fühlte mich verpflichtet, diesen Dank anderen Menschen angedeihen zu lassen
und mich für die Allgemeinheit nützlich zu machen.
Gleichzeitig sah ich darin eine Art Lebenssinn.
Vier Haupt-Betätigungsfelder erwuchsen
daraus:
zz ökumenisches kirchliches Engagement,
zz Mitarbeit in der LOGO-Redaktion
zz Aufgaben im Kneipp-Verein und Verein
„Hilfe für Behinderte“
zz Engagement im Senioren-Bereich sowie
in Bildungswerken
Hinzu kamen unerwartete familiäre Probleme, bedingt
durch Krankheiten und soziale Verpflichtungen.
Ich bin mittlerweile im „Unruhestand“ angelangt, denn
ich merke: Die Aufgabenfülle wächst, und die leisen
Mahnungen meiner Frau, „kürzer zu treten“, warnen
mich. Hinzu kommt: Mehr und mehr fühle ich früher
nicht gekannte Altersbeschwerden.
Also versuche ich, gegenzusteuern, bislang auf zwei
Schienen:
zzSchiene 1: Einige Tätigkeiten habe ich eingeschränkt.
Das Ökumene-Engagement habe ich abgegeben, und
Vorträge halte ich nur noch vereinzelt. Auch sage ich
jetzt öfters „Nein“, wenn Anfragen kommen.
zzSchiene 2: Ich gönne mir mehr und mehr selber
etwas: regelmäßiges Skatspielen im Freundeskreis,
­
Konzert- und andere Veranstaltungsbesuche, spontane
Ausflüge, Reisen, gutes Essen und geselliges Beisammensein.
Und wie sehen meine Zukunftspläne aus?
Gern würde ich noch mehr reisen. Gern würde ich als
Buchautor Memoiren und andere Werke schreiben. Dies
werde ich aber nur können, wenn ich weitere Aufgaben
abgebe. Wo und wann? Noch bin ich mit meinen Gedanken
im Wettstreit.
Engagement in der
Seniorenarbeit fängt
oft in der eigenen
Familie an:
Gerd Bantle mit seiner
93-jährigen Mutter, die
er oft im Pflegeheim
„Josefinenstift“ in
Sigmaringen besucht.
Foto: privat
Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Siegfried Längle, ehemaliger Werkstattleiter von Sigmaringen und Mengen:
Unabhängigkeit ist mir wichtig
Ich arbeite viel und auch gern, stehe morgens immer so
gegen sieben Uhr auf. Bei den momentanen winterlichen
Verhältnissen manchmal noch früher, um Wege und Einfahrten vom Schnee zu befreien. Das mache ich auch für
die 80jährige Nachbarin.
Im Bekanntenkreis erledige ich immer wieder kleinere
Reparaturen oder elektrische Arbeiten, alles ganz ohne
Druck und bei freier Zeiteinteilung. Ganz ohne Arbeit
könnte ich nicht sein. Der Unterschied ist jetzt, dass ich
ganz frei bin und selbst entscheiden kann, ob oder wann
ich was erledigen möchte.
Im Vordergrund steht bei uns die Familie. Freude bereiten
besonders die drei Enkelkinder, die regelmäßig kommen.
In der Adventszeit habe ich es genossen, mit ihnen in
meiner Werkstatt mit Holz Weihnachtsmotive und Weihnachtsgeschenke zu basteln. Früher hatte ich bei meinen
Kindern nicht die Zeit dazu und konnte ihr Wachsen und
Lernen nicht erleben.
Viel Arbeit gibt es das ganze Jahr über in unserem großen Obstgarten am Rand des Stadtwaldes von Mengen,
dieser will ja gepflegt sein.
Den Übergang aus dem Arbeitsleben habe ich mit meiner
Frau sehr gut geschafft, wahrscheinlich, weil wir beide
sehr mit dem Hausbau der Kinder und gleichzeitig der
Enkelbetreuung beschäftigt waren.
Jetzt machen wir viel miteinander, können spontan wegfahren und sind überhaupt nicht mehr gebunden. Im
letzten Jahr waren wir oft unterwegs, mal zwei Wochen
auf Sizilien, eine Woche auf Madeira und natürlich an
der Nordsee, ein paar Tage in Südtirol, bevor es in diesem
Jahr in die Türkei geht.
Ich könnte mir nicht vorstellen, regelmäßig – wenn auch
nur einen Tag in der Woche – irgendwo fest zu arbeiten. Ehrenamtlich, kurzzeitig für wenige Tage als Aushilfe und in Ausnahmefällen ja, denn ich möchte weiterhin
frei und spontan sein und selber entscheiden.
Ich kann gerade so gut Gesellschaft genießen und betreibe immer noch freitags Gymnastik und Ballspiele im
Sportverein.
Ich pflege Kontakte zu ehemaligen OWB-Mitarbeitern,
den Herren Barcon, Gögler, Kaiser, Vogler, Maier, die jetzt
auch im Ruhe-(unruhe)stand sind. Ich organisiere seit
2012 zusammen mit Herrn Barcons unseren jährlichen
OWB-Ruheständler - Ausflug.
Siegfried Längle
9
10 Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Leichte sprache
Wohnheim Scheer:
Haligali in der Seniorenbetreuung
Eines Morgens im Wohnheim Scheer:
Klaus-Peter Henninger, der im vorigen Jahr seinen Abschied in den OWB Sigmaringen
feierte, begrüßt mich und führt mich an seinen Lieblingsplatz.
Hier kann er ungestört seine Bilder malen und seinen Gedanken nachhängen.
Er lebt in der Mariaberger Außenwohngruppe „Finkenweg“ und wird jeden Tag in die
Seniorenbetreuung gebracht.
Auf meine Frage, ob er mal wieder ein paar Stunden in der Werkstatt arbeiten möchte,
schaut er mich mit großen Augen an:
„Ich brauche nichts zum Schaffen, nie mehr, ich habe damit aufgehört.“
Er schenkt mir gleich sein Bild, das eine Lampe und ein rotes Herz zeigt
und erzählt munter über seine Tätigkeiten als „Rentner“:
„Ich stehe immer noch früh auf, könnte aber auch ausschlafen.
Meine Arbeiten sind nun: Waschen, Anziehen und Rasieren, aber auch Staubsaugen
und Betten machen.
Am Sonntag habe ich meinen 63. Geburtstag, da gibt es mein Lieblingsessen:
Kässpätzle. Dafür kaufe ich noch ein.
"Gestern war ich sooo müde vom Spazieren laufen."
Leichte sprache
Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Evi Brückner
Rosemarie Lang
Eine Tür weiter erwarten mich im hellen,
freundlichen und nach Kaffee duftenden
Tagesraum fröhliches Treiben und Volksmusik aus dem Radio.
Evi Brückner, die mit 60 Jahren im vorigen Jahr aus der Werkstatt Sigmaringen
verabschiedet wurde, sitzt neben der strickenden Rosmarie Lang im Sessel.
Evi lebt auch im Mariaberger Haus „Finkenweg“ und kommt jeden Tag gern hierher:
„Mir fehlt nichts und es ist nie langweilig.
Wir kaufen ein und kochen,
das Essen wird aber auch gebracht.
In die Werkstatt würde höchstens vielleicht mal einen halben Tag
gehen und nur so zum Spaß.“
Rosmarie Lang will mit 72 Jahren nie mehr arbeiten.
Sie strickt und macht alles Mögliche.
Sie empfindet es als schön, in der Gemeinschaft die Zeit zu verbringen.
Nachmittags will sie oft ihre Ruhe und kann in ihrem Zimmer fernsehen.
Sie hat einen Hasen draußen,
den sie aber zurzeit nicht versorgen kann.
Das macht dann der Josef.
Wegen eines Sturzes auf die Hüfte muss sie vor allem
jetzt im Winter beim Gehen aufpassen.
Sie zeigt mir ihre Kaninchenbücher
und hat einen Hasenkalender im Zimmer.
11
12 Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Leichte sprache
Erika Donabaur sitzt im Rollstuhl und spielt mit Ursel Herr
und dem Betreuer Hans-Georg Wetzel
(Heilerziehungspfleger im Anerkennungsjahr) Karten.
Obwohl sie sich konzentrieren muss,
plappert sie munter über ihr Leben:
„Ich ging letztes Jahr im Juni aus der Werkstatt Mengen in Rente
und habe mit 65 sogar einen Monat länger gearbeitet.
Ich will aber keinen Tag mehr in die Werkstatt.
Man kennt die Leute schon gar nicht mehr.
Nach mir sind viele Neue gekommen, auch Betreuer.
Hier habe ich es gut mit Lifter und Toilette und keinen Stress in der Gruppe.
Man geht mit mir spazieren oder macht auch mal einen Ausflug.
Es ist alles sehr schön und es gibt oft Kaffee.
Und wenn ich Lust habe, backe ich einen Kuchen.
Aber nur wenn ich Lust habe.
Das Essen ist auch gut und die Betreuer sind sehr nett, aber auch die Senioren.
Wir haben viel Spaß beim Spielen, da muss man auch ein bisschen denken.
Und jeden Tag gibt es Haligali:
ein Spiel, bei dem man auch noch schnell sein muss.
Wir brauchen jeden Tag Haligali.“
Leichte sprache
Schwerpunktthema Arbeit im Alter
Ursel Herr lebt seit vielen Jahren bei einer Pflegefamilie
mit Hund in Hohentengen.
Sie war sehr unglücklich, als sie wegen eines Bandscheibenvorfalls
daheim bleiben musste. Da versuchte sie wie ein kleines Kind,
sich auf allen Vieren im Wohnzimmer fort zu bewegen.
Jetzt lassen sie und Erika Donaubaur morgens die Schwäbische Zeitung
und andere Geschichten vorlesen und reden drüber.
Im Sommer machen sie öfters Ausflüge.
Darauf sparen sie im Winter.
Da geht es auch mal nach Lindau an den Bodensee.
Oder ins Freiluft-Kino nach Gammertingen.
Wenn man sich warm anzieht,
kann man dort bis nach Mitternacht bleiben.
Erika fällt noch was ein:
„Ich trinke für meine Leben gern Kaffee und genieße es so,
überall Kaffee zu trinken.
Wir haben hier eine Filtermaschine,
wo man immer eine ganze Kanne voll Kaffee aufbrüht.
Am Mittag wird er manchmal aufgewärmt.
Vielleicht hat die OWB auch mal für uns eine Maschine,
mit der man die frischen Bohnen mahlen und
einzelne Tassenportionen per Knopfdruck raus lassen kann.“
Josef Beuth, der in einer Pflegefamilie
in Herbertingen wohnt,
hat in der Zeit des Gesprächs
mit Buntstiften ein Zirkus-Plakat
für den Wohnheimball bemalt.
Erika und Evi haben sich für den
Fasnetsball in Scheer schon ein
Kostüm ausgesucht und bestellt.
Rosmarie zieht gestreifte Socken an.
Ich muss Plakate als Einladung mit nach
Sigmaringen nehmen:
Die fröhliche Seniorengruppe
freut sich sehr über jeden Besuch.
Fotos & Text: Edeltraud Kopp
13
14 Wohnheimnachrichten
Wohnheim Scheer unter neue Leitung:
Sabine Beyer - seit über 100 Tagen
Wohnheimleiterin in Scheer
Seit September 2012 – weit über hundert Tage - ist Sabine Beyer nun schon in ihrem neuen Amt als Wohnheimleiterin in Scheer. Sie war davor vier ein halb Jahre Betriebsratsvorsitzende. Seit 25 Jahren arbeitete sie im Wohnheim Scheer als Gruppenleiterin.
LOGO Wieweit hast Du Dich eingearbeitet?
Sabine Beyer Akten abzulegen ist ein sehr großer Aufwand, vor allem, sie so abzulegen, dass man damit effektiv und verantwortlich arbeiten kann. Es gibt immer noch
Papierberge, die geordnet und strukturiert werden müssen.
Aber Büroarbeit ist nicht alles.
Die wichtigste Aufgabe war und ist es, gut organisierte
Teams einzurichten. Im letzten Jahr noch ging der größte
Teil der Betreuer in Altersteilzeit. Aus vorwiegend jungen
und neu eingestellten Mitarbeitern musste ich ein Team
entwickeln, das gut strukturiert ist, eigenverantwortlich
und vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Dafür ha-
ben wir ein gut funktionierendes Bezugsbetreuungssystem, nach dem jeder Betreuer sich für mehrere Bewohner
zuständig fühlt. Drei Teams organisieren sich eigenverantwortlich in Besprechungen, bei Entwicklungsplanung,
Freizeitgestaltung, Zimmergestaltung und Arztbesuchen.
Ich versuche bei jeder Besprechung noch dabei zu sein,
einmal im Monat ist eine Gesamtteam-Besprechung.
LOGO Diese Aufbauarbeit hört sich nach viel Arbeit
und großer Verantwortung an. Kann man das allein und
ohne Hilfe von außen überhaupt leisten?
Sabine Beyer Zum einen habe ich das gelernt als Fachwirt, wo ein Schwerpunkt auf Organisation und Führungs-
Wohnheimnachrichten
arbeit lag. Außerdem erweitern alle drei OWB-Wohnheimleiter in einer Fortbildung ihre Führungskompetenzen.
Dadurch sind auch wir ein gut vernetztes Team, das sich
austauscht und absprechen kann. Strukturen, Aufgaben,
Organisationen sind somit in jedem Bereich ähnlich.
LOGO Ich weiß aus meiner Arbeit im Förder- und Betreuungsbereich, dass sich in der Aufnahme bei Bewohnern auch etwas verändert hat. Was kannst Du darüber
sagen?
Sabine Beyer Wir haben Bewohner, die in der Pflege aufwändiger geworden sind, in dafür eingerichtete
Pflegeheime oder psychiatrische Einrichtungen abgegeben und junge Leute aufgenommen, die eine ganz neue
Gruppendynamik mit sich bringen und erfordern. Die
Aufgaben verändern sich in zwei Richtungen: zum einen
werden die älteren öfter krank, schwächer und hilfebedürftiger, zum andern wird eine attraktive Freizeitgestaltung erwartet. Allen Bewohnern gerecht zu werden,
ist nicht immer leicht, Krankheiten, Arztbesuche, psychische Begleitung bringen uns in der Betreuung oft an die
Grenzen.
Ich selbst lege viel Wert auf Kontaktpflege zu Ärzten und
Psychologen. Krankenhäuser entlassen unser Klientel mit
ihren Bedürftigkeiten nach Unfällen sehr viel schneller
als gewöhnlich. Das erfordert gute Absprachen und genaue Informationen der verschiedenen Teams.
Hier spielen Hygiene und eine sorgfältige Grundversorgung eine wichtige Rolle.
LOGO Gibt es in dieser Stellung überhaupt noch ein
befriedigendes Privatleben?
Sabine Beyer Natürlich ist die Aufbauarbeit sehr zeitintensiv und ich investiere auch mal Teile meines Wochenendes in die Arbeit. Bis jeder seinen Platz gefunden
hat und Strukturen gewachsen sind, das ist ein langer
Prozess. Als Wohnheimleiterin bin ich gefordert, in Krisensituationen oder Krankheitsfällen einzuspringen, weiterzuhelfen oder zu informieren, auch von zu Hause aus.
In 15 Minuten kann ich in Notfällen aus Langenenslingen da sein. Mein Anspruch ist es, Team und Bewohner
gut zu begleiten, fast immer erreichbar zu sein und ein
sinnvolles Krisenmanagement anzubieten. Über Weihnachten bin ich beispielsweise für einen Arzttermin eingesprungen oder habe eine Bewohnerin von zuhause abgeholt, weil sie dort nicht mehr klar gekommen ist. Aber
auch ich habe ein Privatleben und auch Urlaub, auf den
ich mich besonders freue, um wieder Kraft zu tanken. Ich
denke beides braucht Raum, damit man die Leitung gut
erfüllen kann.
LOGO Gibt es noch Kontakt zur Familie Eisele und den
ehemaligen Mitarbeitern?
Sabine Beyer Es war in der letztjährigen Situation
erstmal Ruhepause, ein gewisser Abstand ist anfangs
für beide Seiten notwendig gewesen. Einzelne Bewohner
besuchen Herr und Frau Eisele. Die langjährigen, ausgeschiedenen Mitarbeiter sind uns wichtig und einige
haben uns ihre ehrenamtliche Hilfe angeboten. So ist
Waltraud Strobel beispielsweise in die Freizeitmaßnahme
nach Österreich mitgefahren. Stundenweise Beschäftigung der „Ehemaligen“ mit einer Gruppe oder auch Spaziergänge oder Ausflüge mit einzelnen, Begleitung bei
Zugfahrten usw. sind schon fast regelmäßig. Bewohner
erfüllen sich solche speziellen Wünsche auch über ihr
Taschengeld.
Wir wünschen dem Wohnheim und ganz besonders der
Wohnheimleiterin viel Erfolg und gutes Gelingen in der
Arbeit und in der Freizeit.
Das Interview führte
Edeltraud Kopp
15
16 Serie
Leichte sprache
will's
wissen
n
i
Erw
Warum sieht
Schnee eigentlich
weiß aus?
?
Leichte sprache
Wenn der Winter überall wieder Einzug gehalten hat,
kann man oft die wunderschöne Schneelandschaft nach einer
durchschneiten Nacht bewundern.
Viele Menschen schwärmen sogar von einem „Traum in weiß“,
wenn es frisch geschneit hat.
Aber warum ist denn der Schnee überhaupt weiß?
Diese Frage hat uns zum Nachdenken
und Nachforschen angeregt.
Die Antwort war gar nicht so leicht,
aber Erwin kennt die Antwort.
Erwin, weißt Du warum
der Schnee weiß ist?
Schnee ist eigentlich gefrorenes Wasser.
Das Wasser gefriert dafür in den Wolken.
Aber in den Wolken gibt es starke Stürme.
Die Stürme machen,
dass viele kleine Luftbläschen und Staub in den
Schneeflocken beim Gefrieren gefangen werden.
Diese Luftbläschen sind wie ganz winzig kleine
Spiegel in den Schneeflocken.
Das Tageslicht der Sonne wird dadurch gespiegelt,
so ähnlich wie wenn man in einen normalen Spiegel
mit einer Lampe leuchtet.
Dadurch sieht der Schnee dann so weiß aus.
Erwin Vetter und Dirk Schlotthauer
Serie
17
18 Ambulante Dienste
Heute schon für morgen planen
Stephan Weh ist auf dem Foto links zu sehen, in der Mitte Michael Krebs und rechts Frau Pesch
Die OWB sind eine Einrichtung der Behindertenhilfe, die
sowohl Arbeits- also auch Wohnplätze bietet. Neben
stationären Wohnheimen gibt es verschiedene ambulante Wohnangebote. Seit einigen Jahren werden diese
zunehmend vielfältiger und orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung.
Ein Teil der Beschäftigten in den Werkstätten wird bereits in der einen oder anderen Wohnform der OWB begleitet und unterstützt, andere Beschäftigte wohnen in
ihren (Herkunfts-) Familien.
Zu den Themen, die die OWB beschäftigen, gehört auch
die so genannte Alterspyramide, die vor unseren Mitarbeitern natürlich keinen Halt macht. Für die Zukunft
werden entsprechende Anpassungen in den ambulanten
Betreuungsformen entstehen. Das bedeutet, dass sich
die Wohn- und Betreuungsangebote zunehmend an den
Bedürfnissen und Stärken der Mitarbeiter orientieren
müssen, um so die individuell passende Unterstützungsform zu finden. Auf die Eltern der WfbM-Beschäftig-
ten kommt ebenfalls eine Herausforderung zu, nämlich
die Frage: Wie soll unser Kind in Zukunft betreut und
versorgt werden, wenn ein Verbleib in der Familie aus
Alters- und Gesundheitsgründen der Eltern nicht mehr
möglich ist?
Hierzu eine Begebenheit aus dem vorigen Jahr: Werkstatt-Mitarbeiter Michael Krebs wohnte bei seinem Vater in Ravensburg. Die Mutter verstarb vor einigen Jahren. Der Vater starb kurz vor Weihnachten ebenfalls,
völlig unerwartet. Der Bruder von Michael Krebs wandte
sich an das OWB-Wohnheim mit der Bitte, einen Wohnplatz zu organisieren, da ein alleiniger Verbleib in der
Wohnung nicht denkbar war.
Es stellte sich die Frage: Was nun? Eine schnelle Antwort zu finden, war vor allem in Anbetracht der persönlichen Situation von Michael Krebs und auch für die OWB
nicht ganz einfach. Wohnheimleiter und Mitarbeiter der
Ambulanten Dienste wurden eingeschalten und mit der
Mitarbeiterin des Werkstatt-Sozialdienstes wurde nach
Ambulante Dienste
Michael Krebs mit der Gastfamilie Pesch. Fotos: Udo Dilger
Die dauerhafte Wohnlösung fand sich dann in der Gastfamilie Pesch, bei der Michael Krebs seit Januar 2012 im
Rahmen des „Betreuten Wohnens in Familien“ begleitet
wird und ein neues Zuhause gefunden hat, in dem er sich
geborgen und wohl fühlt. Für Michael Krebs bedeutete diese Zeit des Umbruchs und der Ungewissheit eine große Herausforderung, da sich neben dem Verlust des Vaters auch
das Lebensumfeld und die Wohnform geändert haben.
Für die Angehörigen zunehmend älter werdenden Werkstatt-Mitarbeiter bedeutet dies, dass es sehr wichtig ist,
sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie ihr Kind später
wohnen soll und welche Wohn- und Betreuungsform zu
ihm passen. Es kann nicht davon ausgegangen werden,
dass zum gewünschten Zeitpunkt ein freies Zimmer in der
Wohnheimen der OWB zur Verfügung steht, da die Plätze
dort begrenzt sind. Die ambulanten Wohnformen halten
für viele ein passendes Wohnangebot bereit. Neben dem
Betreuten Wohnen in Familien gibt es weitere mehr und
auch weniger intensive Betreuungsformen. Wir beraten
die Angehörigen unserer Werkstattmitarbeiter und überlegen gemeinsam, welche Wohn- und Betreuungsform
für deren Kind/Angehörigen passend sein könnte.
Die Information ist selbstverständlich unverbindlich
und jederzeit möglich. Bitte kommen Sie auf uns zu, um
­einen Gesprächstermin zu vereinbaren.
INFO
einer geeigneten Wohnlösung gesucht. In diesem Fall
wurde zuerst kurzfristig eine Notunterkunft im Ravensburger Wohnheim der OWB geschaffen. Eine langfristige
Lösung war dies allerdings nicht, da das Wohnheim belegt war. In der Regel steht in den Wohnheimen nur sehr
selten ein freier Platz zur Verfügung, der nicht bereits für
einen neuen Bewohner verplant ist.
Ihre Ansprechpartner bei den Ambulanten
Diensten finden Sie im aktuellen Bildungsund Freizeitprogramm, bei den Mitarbeiter/
innen der Werkstatt-Sozialdienste oder bei
Herrn Stephan Weh, Tel: 0751/36338-46
19
20 Ambulante Dienste
Praxissemester - Studenten gesucht
In der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten hat sich
der Fachbereich Sozialwesen sehr vergrößert. Zum Studiengang Soziale Arbeit sind Gesundheitsökonomie,
Management im Sozial- und Gesundheitswesen und
Gesundheitsförderung dazu gekommen. Der Praxisanleitertag fand für Sozialarbeiter statt, die Studenten durch
das Praxissemster begleiten und anleiten.
Zielvereinbarung festgelegt wird. Der Arbeitsplatz wird
ausgestattet, die Klienten und Kollegen werden informiert und Hospitationen festgelegt.
Immer wieder bewerben sich in den Ambulanten Diensten Studenten aus dem Fachbereich Sozialwesen für ein
Praxissemester in den Ambulanten Diensten. Das Interesse ist groß und gern werden Praktikanten in die Bereiche eingearbeitet. Als Anleiter ist man oft vor kommunikative Herausforderungen gestellt, auf der einen Seite
als wertschätzender Unterstützer und auf der anderen
geben wir kritische, konstruktive Rückmeldungen. Die
Studierenden haben im Praxissemester die Möglichkeit,
ihre bisher gelernte Theorie an der FH in die Praxis zu
übertragen. Sie lernen neue Tätigkeitsfelder in der sozialen Arbeit kennen, die Vernetzung mit anderen sozialen
Einrichtungen, den Umgang mit den Klienten und dem
Umfeld, die rechtliche Einordnung und die verwaltungstechnischen Arbeiten in diesem Bereich. Der Student
sieht sich neuen Aufgaben gegenüber, wird mit belastenden Situationen konfrontiert und prüft so, ob er für
diese Arbeit geeignet ist.
In der Einarbeitungs- und Erprobungsphase arbeitet der
Praktikant in den verschiedenen Aufgabenbereichen,
praktiziert die verschiedenen Methoden der Sozialen Arbeit und entwickelt Selbstständigkeit im sozialarbeiterischen Handeln. Hierbei bekommt er regelmäßig Anleitergespräche. Der Anleiter ist dabei Begleiter, Förderer und
Unterstützer.
Es gibt eine Empfehlung des Praxisamts, ein Phasenmodell zur Arbeit des Studenten zu befolgen. Dieses Modell beschreibt eine Vorbereitungsphase, in der der Student die Praxisstelle und den Anleiter kennenlernt, in der
gegenseitige Erwartungen besprochen werden und eine
In der Orientierungsphase beginnt die Einführung in die
Organisation, in das Arbeitsfeld und in den Umgang mit
dem Klienten.
In der Vertiefungs- und Verselbstständigungsphase soll
der Praktikant ein Bewusstsein über eigene Selbst-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz erlangen. In der
Mitte der Praktikumszeit gibt es eine Selbstreflexion.
Als Abschluss und Auswertung findet ein Feedback statt
und die Erstellung eines Zeugnisses, das gemeinsam besprochen wird und dessen Übergabe an die Hochschule.
Wir bemühen uns, die Qualität der Praxisanleitung ständig zu optimieren und darüber mit der Fachhochschule im Gespräch zu bleiben. An den Karrieretagen in der
Fachhochschule stießen wir auf reges Interesse der Studierenden.
Text: Beate Lehenherr / Foto: Thomas Pfeifer
OWB-Kunst
Aus "Atelier im Reiserstift" wird "K-werk"
In der vergangenen LOGO-Ausgabe haben wir die LOGOLeser aufgefordert, neue Namensvorschläge für das Atelier im Reiserstift zu finden.
Die LOGO-Redaktion war von den vielen kreativen Vorschlägen überwältigt. Ein Auszug aus den vielen Einsendungen möchten wir deshalb in dieser Ausgabe veröffentlichen und uns bei den kreativen Köpfen in unserer
Leserschaft sehr herzlich für das Engagement bedanken.
Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen. Schlussendlich
haben wir uns für folgenden Namen entschieden:
K-werk
Das "K" in K-werk steht für Kreativ, Kunst, Kultur, Kommunikation und Kundenwunsch.
Der Vorschlag wurde von Anne-Sophie Streicher eingesandt. Als stolze Gewinnerin erhält sie ein Bild nach
eigenen Farb- und Formatwünschen.
Herzlichen Glückwunsch!
Auszug aus den
weiteren Vorschlägen:
Gerd Bantle
ƒƒart galery reiserstift
ƒƒOWB Kunstreich
ƒƒarte factum (heißt wörtlich übersetzt: "Mit Kunst gemacht"
ƒƒStudio di Belle Arti
ƒƒStudio Elegantia (Elegantia bedeutet übersetzt "Kunstsinn")
ƒƒgood and proper ("Nach allen Regeln der Kunst")
Anne-Sophie Streicher
ƒƒAtelier Pinselstrich
ƒƒPaintura
ƒƒK-werk
Isak Özen
ƒƒInventivo, KunstArt, Creativo
ƒƒAtelier Blickfang, Handkunst, MalZeit
ƒƒKunststück
ƒƒMalWerk
Edeltraud Kopp
ƒƒCap-Art
ƒƒKrea-statt
ƒƒBunt-Stift
ƒƒFarb-Stift
Herr Joos
ƒƒTraudls Malakademie
ƒƒAtelier „Schlössle“ Mengen
ƒƒSchlössle Atelier
Barbara Renz
ƒƒKreativ-Werkstatt
ƒƒAtelier der Künste
ƒƒPhantasie-Stüble
ƒƒVilla Kunterbunt
21
22 OWB-Kunst
Kaffeesatzlesen war gestern:
Aus Kaffeesatz
wird Kunst
In Kisslegg ist die OWB mit der eigenen Rösterei ganz nah am Thema „Kaffee“. Täglich haben wir die Möglichkeit, gratis
den röstfrischen Kaffee zu genießen. Da fällt regelmäßig in großen Mengen ein Abfallprodukt an, das sich Kaffeesatz
nennt. Dieser wird im Normalfall entsorgt. Die wenigsten Menschen wissen, dass Kaffeesatz mehr ist.
Kaffeesatz kann im Haushalt helfen: Mit Seife vermischt dient er als Handwaschpaste für stark verschmutzte Hände. In Japan wird Kaffeesatz auch in
der Schönheitspflege als Peeling zur Gesichtsreinigung
verwendet. Mehr bekannt ist vielleicht der Einsatz von
Kaffeesatz als Dünger für Blumen, oder als Zugabe zur
Qualitätsverbesserung des Komposts. Kaffeesatz wird
von Regenwürmern geliebt, die wiederum die Erde auflockern. Wühlmäuse und Ameisen dagegen, mögen ihn
überhaupt nicht. Wer ist da nicht überrascht, zu erfahren, wofür dieses so scheinbar wertlose Abfallprodukt
genutzt werden kann.
Auch in der Kunst ist der Kaffeesatz wichtig geworden.
Von einigen Künstlern wurde er als kunstschaffendes
Material entdeckt. In Ludwigsburg steht zum Beispiel
eine Skulptur, die aus Beton und Kaffeesatz geschaffen
wurde.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kisslegger Malgruppe „Down Town“ den Kaffeesatz für sich
entdeckt hat. Die Malgruppe „Down Town“ besteht seit
2004 und trifft sich in der Regel einen Nachmittag im
Monat unter der Leitung von Marie-Theres Dreker zum
Malen. Das Malangebot wird jährlich neu ausgeschrieben im Bildungsprogramm der OWB.
Bisher wurde viel geschaffen und ausgestellt. Ein Highlight bildet in der Tat, das Schaffen der Kaffeesatzbilder. Das Herstellen dieser Bilder erfordert eine besondere
Technik. Hierbei wird feuchter Kaffeesatz mit Acrylfarbe
und Holzleim zu einem Brei verrührt und auf eine Leinwand gespachtelt. Es können auch andere Materialien
wie Holz, Muscheln, kleine Steine in die noch feuchte
Masse gedrückt werden. Dies braucht etwas Fingerspitzengefühl, damit später nichts beim Trocknen weg bricht.
Ist die Leinwand soweit bearbeitet, wird sie im Liegen
über mehrere Wochen getrocknet. Die trocknende Kaffeesatzmasse zieht sich auf der Leinwand zusammen. So
entstehen Risse, die überraschende Strukturen schaffen. Das Aufspachteln der Kaffeesatzmasse hat erst mal
nichts mit malen zu tun. Hier wird Material verarbeitet
und Neues geschaffen. Allein der Duft von Holzleim und
Kaffeesatz ist schon berauschend. Die Malgruppe „Down
OWB-Kunst
Town“ hat bei dieser Tätigkeit große Freude, Einmalhandschuhe sind unverzichtbar, da die Masse auch an den
Händen klebt. Aber es macht einfach Spaß zu manschen
und zu gestalten, wie man es eben auch aus Kindheitstagen kennt. Nach dem Trocknen werden die Bilder mit
Acrylfarbe weiter gestaltet. Die Farben werden in mehreren Schichten mit dicken Pinseln aufgetragen. Interessant ist, wie die entstandenen Strukturen mit den Farben
in Beziehung treten und eine Einheit werden. Vorstellungen entstehen über mögliche Sinninhalte der Bilder.
Wenn ein Bild nicht gefällt, wird es einfach übermalt.
An den bereits geschaffenen Kaffeesatzbildern haben
jeweils mehrere Personen über einen längeren Zeitraum
gearbeitet und jeder hat sein Eigenes mit ins Bild eingebracht. So entstanden unterschiedliche Werke, die nun
den Speisesaal verschönern.
Kaffeesatz ist mehr. Wir haben es schon entdeckt,
und Sie?
Marie-Theres Dreker
23
24 OWB intern
Betriebliche Gesundheitsförderung
Betriebliche Gesundheitsförderung ist eine moderne Unternehmensstrategie mit dem Ziel, Krankheiten am
­Arbeitsplatz vorzubeugen, Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter/Innen zu verbessern. Um dieses Ziel
zu verwirklichen, bieten die OWB gemeinsam mit dem Betriebsrat und dem Fortbildungsreferat auch in diesem
Jahr verschiedene Angebote zur Prävention an.
Wir hoffen, dass einige interessante Angebote für Sie dabei sind und viele Anmeldungen erfolgen:
ilona.eisenhardt@owb.de
AIKIDO
ist eine Kampfkunst aus Japan
AI = Die Harmonie
KI = Die Lebensenergie
DO= Der Weg
Anzahl Teilnehmer
Seminar für 12 Teilnehmer
Termine
Freitags, ab 16.00 Uhr
Beginn
Februar bis Mai, jeweils zwei Termine im Monat
Dauer
1,5 Stunden pro Seminar
Ort
Aikido-Dojo in Ravensburg, bei Werner Oelmaier (3. Dan Akikai Tokio)
OWB intern
Bei Interesse der NLP-Practitioner KommunikationsAusbildung 2013 finden Sie verschiedene Termine auf der
Homepage unter www.nlp-mediations-instiut.eu
Einzelseminare unter der Leitung von Dr. Walter und Petra Latzel
Termine
Seminarangebot
Freitag, 12.04.2013
Einzelseminar:
Konflikte meisterhaft lösen
Freitag, 03.05.2013
Einzelseminar:
Geheimnisse der non verbalen Körpersprache
Freitag, 07.06.2013
Einzelseminar: Burnout und Stress Prävention "Effektive und wirksame Methoden des Selbstmanagements"
HATHA-YOGA
Eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen
Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen
„Asanas“, durch Atemübungen „Pranayama“ und Meditation angestrebt wird.
Durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien
wird belegt, das Hatha-Yoga eine positive Auswirkung
auf gesundheitliche Beschwerden hat. Gelindert werden
können z.B. Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, chronische Kopfschmerzen, Herzinsuffizienz,
Asthma usw. Es vermindert Stress und löst dadurch körperliche und geistige Anspannungen.
Referent:
Tino Fiedler, OWB-Ravensburg, Dipl. Yoga-Lehrer
Anzahl Teilnehmer
Seminar für 5 - 10 Teilnehmer
Termine
Donnerstags, ab 16.30 Uhr
Beginn
Februar, ca. 8 Termine, die jede Woche stattfinden
Dauer
1,5 Stunden pro Seminar
Ort
Das Seminar findet in der WfbM statt (bei ausreichend Anmeldungen)
25
26 Werkstattnachrichten
Special Olympics 2013 in Garmisch-Partenkirchen
Teilnehmer der OWB
Disziplin
Medaille
Wolfgang Hehl
4 x 1000 m Staffel
Bronze
Armin Kibele
1000 m
Silber
Armin Kibele
4 x 1000 m Staffel
Bronze
Christian Prinz
4 x 1000 m Staffel
Bronze
Christoph Netzer
4 x 1000 m Staffel
Bronze
Reinhard Meyer
1000 m
Bronze
Werkstattnachrichten
Kisslegg - „Gemeinsam stark“ war der Leitsatz der diesjährigen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. Dieser
Leitsatz war dann auch bei der Eröffnungsfeier am Montag­
abend zu spüren, als die Organisatoren ein beeindruckendes Rahmenprogramm vorbereitet hatten. Der olympische Eid wurde von der Biathletin Magdalena Neuner
zusammen mit zwei Athleten gesprochen, danach wurde
das Feuer entfacht und die olympische Fahne gehisst.
Christian und Rosi Neureuther, besser bekannt als Rosi
Mittermaier, gaben den Startschuss für das grandiose
Eröffnungs-Feuerwerk. Die Spiele konnten beginnen.
Für die Athleten der OWB begannen die Spiele kurz vor
10 Uhr in der ­Disziplin Skilanglauf. ­Armin ­Kibele ging für
die OWB als erster bei der Qualifikation über 3000 Meter
in die Loipe. Danach starteten ­Christian Prinz, Christoph
Netzer, Sandra Weichert, Reinhard Meyer und Wolfgang
Hehl. Am Nachmittag stand in gleicher Reihenfolge die
Qualifizierung über 1000 Meter auf dem Wettkampfprogramm.
Um den Läufern einen gerechten Wettkampf zu ermöglichen, fanden in jeder Disziplin Vorläufe statt, die
Aufschluss über den Leistungsstand der Läufer gaben.
So starten die Läufer in den Finalläufen in Leistungsgruppen, die ihrer Leistung entsprachen.
Der Mittwoch begann mit den Finalläufen über 1000
Meter. Armin Kibele holte über die 1000 Meter eine
­
­silberne und Reinhard Meyer eine bronzene Medaille. Bei
den Finalläufen über 3000 Meter konnten sich die Sportler der OWB nicht auf einem der drei Medaillenränge platzieren.
Am Mittwochabend feierten die Sportler dann gemeinsam in der Athletendisko im Kongresshaus von GarmischPartenkirchen. Nach zwei Stunden Live-Musik von einer
Vier-Mann-Combo und jeder Menge Spaß beim Tanzen
war der Abend leider viel zu schnell vorüber.
Der Donnerstag stand im Zeichen der Staffel-Wettbewerbe. Das OWB-Team war bei den 4 x 1000 Metern
am Start. Erster Läufer war Wolfgang Hehl, danach ging
­Armin Kibele in die Loipe. Als Dritter startete Christoph
Netzer und zum Schluss Christian Prinz. Nach spannenden Überholmanövern und gefährlichen Spurwechseln kam unser Schlussläufer Christian Prinz in das Ziel.
­Leider reichte es nicht für die erhoffte Gold-Medaille,
wie 2010 in Altenberg. Die Sportler mussten sich mit
einem dritten Platz zufrieden geben.
Der Abschied rückte näher. Die Abschlussfeier fand in der
Skiflug-Arena in Garmisch statt. Viele prominente Sportler waren mit dabei: Erich Kühnhackel, Markus ­Wasmeier,
Felix Neureuther, Magdalena Neuner - um nur einige zu
nennen. Nachdem das olympische Feuer erloschen war,
wurde die Fahne an den Ausrichter der Sommerspiele
2014 in Düsseldorf übergeben.
Bei den Special Olympics in Garmisch-Partenkirchen
waren 780 Sportler und Sportlerinnen in den Disziplinen
Ski-Langlauf, Snowboard, Floorball, Schneeschuhlauf,
Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Slalom und Riesenslalom an
vier verschiedenen Wettkampfstätten am Start.
Text und Fotos:
Thomas Baur
Serie Berufsbilder: Belinda Knaupp - Gärtnerin
Daheim helfe ich viel im Garten, im Herbst kehre und
reche ich das Laub zusammen, leere sie dann in einen
Sack. Das mache ich alles gern. Ich helfe immer gern,
Rasen mähen, manchmal Blumen gießen, aber nur in
den Übertopf.
Im Winter haben Gärtner weniger Arbeit, da hätte ich
dann wahrscheinlich frei. Aber daheim schippe ich
dann Schnee, kehre ihn von der Treppe runter.
Ich war mal in der Garten- und Landschaftspflege
GaLa, das war schon anstrengend. Wenn es morgens
kalt ist oder mittags so heiß, das machte mich krank.
Und die Füße taten weh vom Laufen und Stehen.
27
28 LOGO, ganz leicht
Leichte sprache
Alt werden
Ob ohne oder mit Behinderung.
Wer das Rentenalter erreicht hat,
ist oft froh.
Denn es beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Auch die OWB bieten viele Angebote
für Senioren.
In dieser Ausgabe stellt LOGO zum Beispiel
die Tagesbetreuung in Scheer vor.
Oder wo werden die Mitarbeiter
mit Behinderungen betreut, die aus dem
Arbeitleben ausgeschieden sind?
Manche möchten aber noch
weiterarbeiten.
Anja Jahnke
Küchenpersonal in neuer Arbeitskleidung
Kisslegg - Stolz ist das Küchenpersonal auf die appetitliche neue Kleidung.
Da schmeckt das Essen doch gleich viel besser. Foto: Udo Dilger
Leichte sprache
Ganz besondere Bilder
Ganz besondere Bilder
entstehen in der Werkstatt Kisslegg.
Die Idee kann man fast nicht glauben:
Da wird mit Kaffeesatz gemalt.
Die haben dort aber auch eine
Kaffeerösterei.
Sie trinken bestimmt viel Kaffee.
Interessant ist auch zu erfahren,
für was man Kaffeesatz noch
verwenden kann.
Ein besonderes Theater
Die OWB Bad Saulgau
und die Realschule dort
haben gemeinsam ein
Theaterstück aufgeführt.
Es hieß die "Goldene Gans".
Alle hatten viel Spaß.
Am Ende gab es viel Applaus,
Kaffee und Gebäck.
Anja Jahnke
LOGO, ganz leicht
29
30 Erfahrungsbericht
Ein Erfahrungsbericht von Gerd Bantle:
Besuch in der
Kaffeerösterei
Ravensburg - Nachts war Schnee gefallen, der Morgen danach präsentierte sich frostig und ungemütlich. Das Thermometer zeigte minus fünf Grad an, ab und zu rieselten Flocken vom Himmel, Straßen und Gehwege waren glatt und rutschig. Beim Bummel durch die Innenstadt kroch Kälte in mir hoch. Nach einer halben Stunde hatte ich genug gefroren
und sagte mir in Rathausnähe: „Es ist Zeit, dich aufzuwärmen“.
Die nächsten 30 Minuten blieben mir in angenehmer Erinnerung, denn ich beschloss spontan, die nahe OWBKaffeerösterei aufzusuchen. Kaum hatte ich die warme „Stube“ betreten, wurde ich freundlich begrüßt, war
aber trotzdem froh, dass mich niemand kannte, denn ich
wollte – nachdem ich völlig ungeplant hier „gelandet“
war – nun auch ein wenig den „Tester“ spielen.
Ich entledigte mich der dicken Winterkleidung, suchte
ein lauschiges Plätzchen am Fenster und wurde gleich
auch beraten und bedient. Mich gelüstete nach einem
Cappuccino. Da es drei Zubereitungsarten zur Auswahl
gab, ließ ich mir die Unterschiede erklären und bestellte eine große Tasse mit Schokoladestreuseln und Sahnehäubchen, dazu ein Croissant.
Man werde mir das Gewünschte an den Tisch bringen,
sagte mir der freundliche Mann hinter der Theke, und
ich hörte während der Aufschäumphase, es solle darauf
geachtet werden, dass das bestellte Getränk heiß genug
sei.
Während ich mir den Cappuccino munden ließ, kamen
zwei weitere Gäste, eine junge Frau, die sich ebenfalls
Erfahrungsbericht I Nachruf
aufwärmen wollte, und ein Geschäftsmann, der sich für
einen speziellen Kaffee aus dem reichen Sortiment interessierte, Anlass für mich, mich ebenfalls umzusehen.
Freilich lockten mich an diesem Morgen vor allem die
süßen Angebote, und so konnte ich der Verführung nicht
widerstehen, drei „Leckerli“ zum Mitnehmen zu erwerben: edelbittere Rotwein-Trüffel und zwei Tafeln „Marc
de Champagne-Trüffel“, hergestellt mit edler Vollmilch
und 36 Prozent Cacao-Anteil.
Bevor ich mich wieder ins unwirtliche Freie begab, durfte
ich noch zwei weitere erwähnenswerte Test-Feststellungen machen:
1. Die kleine Toilette war blitzsauber und
2. Das Personal war auch auf sauberen und adretten Zustand im Gast- und Geschäftsraum der Rösterei bedacht,
denn ihm war aufgefallen, dass Gäste mit ihrem Schuhwerk einige Nässe mit eingeschleppt hatten, so dass bald
darauf mit Putzlappen und Wischer wieder für trockenen
und rutschsicheren Bodenbelag gesorgt wurde.
Mit einem rundum guten Eindruck verließ ich den gastfreundlichen Ort und bin mir sicher, nicht zum letzten
Mal dort gewesen zu sein.
Gerd Bantle
Nachruf Erika Bollmann (01.12.1959 - 10.01.2013)
Erika Bollmann war seit 1976 in den OWB Ravensburg
beschäftigt, bevor sie 2011 in die Orientierungsgruppe
der IWO in Weingarten wechselte.
Seit über fünf Jahren wurde Erika im Rahmen des Betreuten Wohnens in Familien der OWB begleitet. Zuletzt wohnte sie seit mehr als vier Jahren bei der Gastfamilie Rimmele in Ebenweiler. Dort fühlte sie sich
wohl und war Zuhause.
Neben ihrer Arbeit hatte Erika viele Interessen. Sie
­häkelte und sang sehr gern, malte am liebsten Pferde
und unterhielt sich viel. Erika hatte eine freundliche
und offene Art. Ihre gute Laune und ihr Lachen steckten an.
Ihr unerwarteter Tod hinterlässt bei Kollegen und
Freunden tiefe Trauer und Betroffenheit.
Erika fehlt uns.
31
32 Serie: OWB-Geschichte - Teil 4a
Eine Firma, die es in der Form nur einmal gibt –
Von der Werkstatt zum regionalen Unternehmen
In diesem Artikel stehen nicht die Werkstätten im Mittelpunkt, und auch nicht die Wohneinrichtungen, sondern die OWB selbst. Und es geht um den Teil der OWB, der für alle Werkstätten und Wohnheime die Funktion als Dach übernimmt, und zugleich die Aufgabe des Fundaments. Ganz konkret handelt es sich um die
Verwaltung in Ravensburg mit Geschäftsführung und Bereichsleitungen sowie Gesellschafter-Versammlung
und Verwaltungsrat. Und dann geht es in diesem Artikel nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um
die Gegenwart. Dabei soll deutlich werden, dass die OWB in ihrer heutigen Form nach und nach gewachsen
sind und sich an Anforderungen angepasst haben. Vielleicht haben sich die Gründer 1970 eine solche Organisation wie heute gewünscht. Aber damals war das noch gar nicht absehbar.
Die OWB - eine Gruppe
Manchmal geht es einem so, dass man das ganz Selbstverständliche aufzählen muss, um das Besondere zu
entdecken. Und bei den OWB ist das Selbstverständliche
ein Nebeneinander von vier Werkstätten in Ravensburg,
Mengen, Kisslegg und Sigmaringen. Hinzu kommen dann
noch die Wohnheime und Wohneinrichtungen, die auch
eine Gruppe mehr oder weniger gleichberechtigter Einheiten bilden. Die OWB sind also eine Gruppe. Soll das
etwas Besonderes sein? Ja. Denn, wenn man es mit anderen Unternehmen in der Region betrachtet, dann ist
es das schon. Meist ist es ja sonst so, dass Unternehmen einen Hauptsitz haben, und die anderen Fabriken
oder Büros nur Filialen sind, also untergeordnet. Bei den
OWB ist das anders: Denn die OWB sind eine Gruppe mit
sehr ­eigenständigen Werkstätten und Wohneinrichtungen, die vor Ort in ihrer Stadt sehr verwurzelt sind. Das
ist nichts Selbstverständliches, und daher ist das etwas,
das die OWB auszeichnet.
Damit aber alle Teile der OWB einen gemeinsamen Verbund, eine Einheit und letztlich dann doch eine Firma
bilden, dafür gibt es in Ravensburg die Verwaltung.
Die Gesellschafter gründen die OWB
als eine Gruppe
Wenn man die OWB verstehen möchte, hilft es wieder
einmal, einfach zu schauen, wie alles entstanden ist.
Ganz am Anfang sind vor über 40 Jahren, im Sommer
1970, aus ganz Oberschwaben Vereine der Lebenshilfe,
Unternehmer, das Rote Kreuz sowie Einrichtungen des
Staates und der evangelischen Kirche zusammengekommen und haben die OWB gegründet. Damit sind sie Gesellschafter, also Eigentümer der OWB geworden. Und
diese Gesellschafter kommen aus unterschiedlichen Regionen in Oberschwaben: dem Schussental, dem Allgäu
sowie aus dem Raum Mengen und aus der Region Sigmaringen. Überall dort – so der Beschluss 1970 - soll-
ten in den folgenden Jahren Werkstätten entstehen für
Menschen mit Handicap. Und das ist dann auch nacheinander so geschehen: 1971, 1973, 1974 und 1996. Also,
damit ist klar, warum die OWB eine Gruppe sind: Jede
Werkstatt und jede Wohneinrichtung ist in erster ­Linie
für eine Region im Gebiet der OWB zuständig, damit
nämlich alle Beschäftigten möglichst kurze Wege haben.
Heute sind nicht mehr alle Gesellschafter von 1970 dabei, sondern in erster Linie diejenigen Institutionen, die
im Lauf der Jahre in wichtigen Augenblicken die OWB
mit frischem Kapital unterstützt haben. In erster Linie
sind das die Vereine der Lebenshilfe Ravensburg und
Allgäu­sowie der Verein „Hilfe für Behinderte“ in Sigmaringen. Vor 20 Jahren ist noch der Sozialverband VdK als
neuer Gesellschafter hinzugekommen.
Seit 1970 kommen die Gesellschafter jedes Jahr zusammen und überprüfen in der Gesellschafter-Versammlung
die Tätigkeit der OWB und fassen Beschlüsse über die
ganz großen Entscheidungen wie Bau oder Umbau von
Gebäuden.
Der Verwaltungsrat: Aufseher und Ratgeber
Regelmäßiger Partner, Kontrolleur und Berater der Geschäftsführung ist der Verwaltungsrat, den die Gesellschafter-Versammlung regelmäßig wählt. Traditionell
zählt der Verwaltungsrat seit 1982 jeweils sieben Mitglieder. Seit damals ist Dieter Kanz von der Lebenshilfe
Ravensburg Mitglied des Verwaltungsrats und seit 1999
leitet er dieses Gremium. Sein Vize seither ist Hubert
Schneider vom Verein Hilfe für Behinderte in Sigmaringen, der dem Verwaltungsrat seit 1985 angehört.
Die Geschäftsführer und Bereichsleiter:
Von der bloßen Gruppe zum Verbund
In den ersten beiden Jahrzehnten war der Geschäftsführer zugleich Werkstattleiter in Ravensburg. Damit wird
Serie: OWB-Geschichte - Teil 4a
BEREICHSLEITUNG
GESCHÄFTSFÜHRUNG
VERWALTUNGSRAT
Egon Streicher
Geschäftsführer
Emil Brandenburg
Bereichsleiter Wohnen
Thomas Reich
Bereichleiter Verwaltung
schon deutlich, dass der Schwerpunkt seiner Tätigkeit die
Leitung vor Ort war. Wenn man die Protokolle aus jenen ersten Jahrzehnten durchsieht, kann man feststellen, dass die Aufgabe der Geschäftsführung oft in erster Linie aus der Betreuung der zahlreichen Bauten und
Umbauten gewesen ist. Dass aus der Gruppe weitgehend
eigenständiger Werkstätten und Wohneinrichtungen
schließlich auch ein zusammenhängender Verbund wurde, ist eine Leistung der letzten beiden Jahrzehnte. Zunächst war in jener Zeit Bernhard Bosch Geschäftsführer,
und seit 1997 hat Egon Streicher diese Position inne. Dazuhin gibt es seit 1990 auch einen eigenen Werkstattleiter
in Ravensburg, und das ist seither Otmar Mayer.
Das Wachstum der OWB wird auf organisatorischer Seite
nirgends so deutlich wie bei der Entstehung der Ebene der
heutigen Bereichsleiter. 1982 berief die Gesellschafterversammlung einen Prokuristen zur Entlastung des seit 1972
amtierenden Geschäftsführers Max Walker, und zwar für
die internen Dienste wie Rechnungslegung und Verwaltung
der Betriebsstätten. Statt eines Prokuristen wurde 1989
neben Geschäftsführer Bosch nunmehr ein Verwaltungsleiter ernannt, eine Stelle also, die für die gesamte OWB
Egon Streicher
Bereichsleiter Werkstätten
zuständig wurde. 1994 wurde Wolfgang Wippich Verwaltungsleiter. Parallel dazu hatte der Verwaltungsrat – damals unter Ekkehard A
­ ssfalg – 1997 über die Einrichtung
einer übergreifenden ­Leitung für sämtliche Wohneinrichtungen nachgedacht. Diese ­Stelle wurde dann aber erst
2005 geschaffen, und seither füllt Emil Brandenburg diese Funktion aus. Ebenfalls seit 2005 besteht unterhalb der
Geschäftsführung eine Ebene mit drei Bereichsleitern: der
Bereich Verwaltung, dem seit Juni 2011 Thomas Reich vorsteht, der Bereich Wohnen unter Emil Brandenburg und der
Bereich Werkstatt. Letzten leitet immer in Personalunion
der Geschäftsführer, also Egon Streicher.
Alle diese Ämter und all die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen tragen meist im Hintergrund
dazu bei, dass die OWB vor Ort in den Werkstätten und
in den Wohneinrichtungen stark präsent sind. Und man
kann schon behaupten, dass eine solche Art der Organisation eines Unternehmens mit sehr eigenständigen
Standorten und einer schlanken Verwaltung zumindest
in Oberschwaben etwas ganz Besonderes ist.
Christoph Stehle
33
34 OWB intern
Leichte sprache
Kreatives Schreiben – Serie für das Preisrätsel
Eine zweitägige Fortbildung „Kreatives Schreiben mit Menschen
mit einer geistigen Behinderung“ fand in Bielefelds Stadtteil Bethel,
einem sehr beeindruckenden Komplex aus Werkstätten, Wohnhäusern
und Einrichtungen für behinderte Menschen statt.
Die Referentin Sabine Feldwieser eröffnete auf sehr kompetente Weise
kreativen Schreibraum und somit eine weitere Möglichkeit, sich auszudrücken.
Sie ist Vorsitzende und Gründerin des gemeinnützigen Vereins
„Die Wortfinder e.V.“.
Vor zwei Jahren wurde der erste Literaturwettbewerb für Menschen
mit geistiger Behinderung ausgeschrieben.
Das Thema „Die Zeit und der Kalender" stieß auf große Resonanz
und der literarische Wandkalender „Wie viel Zeit hat die Zeit?"
mit den Texten der 60 PreisträgerInnen kam so gut an,
dass zwei Mal nachgedruckt werden musste.
2012 wurde der zweite Literaturwettbewerb von Menschen
mit einer geistigen Behinderung ausgerichtet.
Das Thema war „Kunst und Lebenskunst".
Wieder entstand ein einzigartiger, sehr kreativer Wandkalender
für das Jahr 2013. Näheres kann man unter
www.diewortfinder.com nachlesen.
Ich war von dieser Fortbildung sehr beeindruckt, von dem vielfältigen
Angebot an Schreibmöglichkeiten und Schreibspielen,
von den unendlich vielen und kreativen Wortschöpfungen,
die entstanden sind und entstehen können.
Edeltraud Kopp
Preisrätsel
Leichte sprache
Preisrätsel
Die Gewinner der letzten Ausgabe
Wir hatten nun die Idee, kreative
Schreibspiele hier im LOGO vorzustellen.
Der Siegername für das Wohnheim
lautet: "Fischerhaus"
An dieser Rätselaufgabe kann jeder
teilnehmen und seine Schreibideen
einsenden an:
Die glückliche Gewinnerin ist
Marion Hanson aus Kisslegg, sie
bekommt einen Geschenkkorb aus
dem CAP-Markt Baindt.
logo@owb.de
Oder einfach die abgetrennte Seite beim
Gruppenleiter oder Sozialdienst abgeben.
35
Herzlichen Glückwunsch!
Wir beginnen mit einem sogenannten Akrostichon:
Ein Akrostichon ist ein antikes Schreibspiel bzw. Gedicht, bei dem die Buchstaben
eines Wortes senkrecht untereinander geschrieben werden. Diese Buchstaben müssen
dann jeweils am Anfang eines Wortes stehen, das einem einfällt.
Ein Beispiel:
OWB-Was mag ich?
A Arbeit
B BOS
C Chorsingen
D ...
OWB-Was mag ich nicht?
Angeber
Billiglohn
Chemikalien
...
Für das erste Mal machen wir es einfach und nehmen das Wort ALTER –
es passt auch besser zu dieser Ausgabe:
Was mag ich?
Was mag ich nicht?
A
L
T
E
R
35
Kunst aus Kaffeesatz
Kaffeesatz ist nicht nur ein praktischer Helfer
im Haushalt. Dass aus Kaffeesatz auch
eindrucksvolle Bilder entstehen können hat
nun die Kisslegger Kunstgruppe "Down Town"
der OWB gezeigt.
Lesen Sie mehr auf Seite 22
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
43
Dateigröße
2 753 KB
Tags
1/--Seiten
melden