close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Da liegt was in der Luft! - NET

EinbettenHerunterladen
NETZBETREIBER UND -DIENSTE
Da liegt was in der Luft!
WLL mit PMP-Richtfunk – Was die Netzbetreiber bewegt
Karl Obermayr
Da die Deutsche Telekom als
ehemaliger Monopolist die Drähte
der Teilnehmeranschlüsse für Datenund Sprachdienste immer noch fest in
der Hand hält, bieten immer mehr
Betreiber die „letzte Meile“ durch die
Luft an. So werden über PMPVerbindungen (Point zu MultipointFunkstrecken) Unternehmen direkt
an die Netze alternativer Betreiber
angebunden und Sprach- und
Breitband-Datenkommunikation
über die Luftschnittstelle geführt. NET
sprach mit den wichtigsten Anbietern
über den Ausbauzustand in den
Lizenzgebieten, die eingesetzte
Technik und die Pläne für die nächste
Zeit. Und wir fanden heraus:
Da liegt was in der Luft!
NET: Wie weit ist der flächendeckende Ausbau von Wireless-Local-LoopPMP-Teilnehmeranschlüssen in den
Lizenzregionen fortgeschritten?
Dr. Jan B. Rittaler,
Sprecher der Geschäftsführung der
ArcTel GmbH & Co.
KG: „Insbesondere
die Schnelligkeit
des Ausbaus, Verfügbarkeit und Sicherheit der Kommunikation stellen
die komparativen
Wettbewerbsvorteile von PMPRichtfunk dar.“
Dr. Jan B. Rittaler: Wir werden
deutschlandweit in den von Arcor
und Teligent gehaltenen Frequenzzuteilungen ausbauen. Ein solcher Ausbau erfolgt nach Wirtschaftlichkeitskriterien natürlich zuerst an besonders mittelständisch konzentrierten
Standorten, die eine „kritische Masse“ aufweisen. Der Ausbau kommt
planmäßig voran. Wir werden noch
im November erste Kunden angeschlossen haben. Wir hoffen auch auf
weitere durch ArcTel beantragte Zuteilungen bis zu diesem Zeitpunkt.
Dr. Dieter Finke, Geschäftsführer FirstMark Communications Deutschland
GmbH: „Die von uns
eingesetzte Systemtechnik vereinigt die
Vorteile der beiden
Übertragungsverfahren FDMA und
TDMA“.
Karl Obermayr ist freier Journalist in Grafing bei
München
NET 11/00
Dr. Dieter Finke: FirstMark wird etwa
50 % der Geschäftskunden im kleinund mittelständischen Bereich in
Deutschland erreichen. Wir sind der-
zeit in 10 Städten vertreten, bis Ende
des Jahres werden es mehr als 90
sein. Gegen Ende des nächsten Jahres
haben wir den Rollout in den wichtigsten Ballungsgebieten abgeschlossen.
Berend Körber: Die Deutsche LandTel deckt mit Focus auf Ballungsgebiete und Großstädte 13 Lizenzgebiete
mit PMP ab. Für weitere 27 Lizenzgebiete haben wir uns in der neuerlichen Ausschreibungsrunde beworben. Der Ausbau verläuft nach Plan
und wird 2001 durch ein zusätzliches
DSL-Angebot ergänzt.
Harald Lenz, Leiter
Produktmarketing
für breitbandige
Dienste, Callino
GmbH: „Unsere
Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die entweder
einen hohen Datentransfer oder einen
Bedarf an einem
Always-on-Internetzugang haben.“
Harald Lenz: Für Callino ist PMP das
Kerngeschäft; mit entsprechend hohem Aufwand sind wir in diesem Bereich aktiv. Von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und
Post (RegTP) haben wir über 420 Lizenzen erhalten, mit denen wir fast
80 % der Fläche Deutschlands abdecken können. In den Gebieten, wo
wir Frequenzzuteilungen erhalten
haben, bauen wir sukzessive Basisstationen auf, bislang unter anderem
in Landshut und Rosenheim. In diesem Jahr wollen wir insgesamt 150
Basisstationen errichten, Ende nächsten Jahres sollen es dann über 500
sein.
Christian Golaszewski: PMP ist die
„Glasfaserverbindung
durch
die
49
Da liegt was in der Luft!
ArcTel GmbH & Co. KG
Im Galluspark 17
D-60326 Frankfurt am Main
Tel.: (0 69) 4 78 95-1 01
Fax: (0 69) 4 78 95-1 11
info@arctel.de
www.arctel.de
Callino GmbH
Trimburgstraße 2
D-81249 München
Tel.: (0 89) 4 10 75-0 00
Fax: (0 89) 4 10 75 -0 09
info@callino.de
www.callino.de
Deutsche LandTel GmbH
Am Luftschiffhafen 1
D-14471 Potsdam
Tel.: (03 31) 98 21-6 00
Fax: (03 31) 98 21-6 01
info@landtel.de
www.landtel.de
FirstMark Communications
Deutschland GmbH
Günther-Wagner-Allee 13
D-30177 Hannover
Tel.: (05 11) 84 88-0
Fax: (05 11) 84 88-15 09
info@firstmark.de
www.firstmark.de
StarOne AG
Hanauer Landstraße 175-179
D-60314 Frankfurt am Main
Tel.: (08 00) 1 00 73 40
Fax: (0 69) 2 17 82-01
info@starone.de
www.starone.de
Viag Interkom GmbH & Co.
Georg-Brauchle-Ring 23-25
D-80992 München
Tel.: (08 00) 10 90-0 00
Fax: (08 00) 10 90-0 10
info@viaginterkom.de
www.viaginterkom.de
Luft“, beinahe so leistungsfähig und
flächendeckend in ganz Deutschland
verfügbar. Wir liegen mit unserem
Netzaufbau voll im Plan und sind
überzeugt, die Vorgaben der Regulierungsbehörde zu erfüllen, bis November dieses Jahres den Netzaufbau für
die in der ersten Ausschreibung zugeteilten Frequenzen abgeschlossen
und mindestens einen Kunden pro
Gebiet angeschlossen zu haben. Zu
unserem Portfolio von 400 Standorten konnten bereits 200 weitere akquiriert werden, so daß eine der
wichtigsten Voraussetzungen für einen zügigen Netzausbau erfüllt ist.
Per 1. September 2000 sind 40 Basis50
stationen im Bau bzw. in Betrieb,
weitere 60 Stationen werden in den
nächsten 6 Wochen folgen. Nach extensivem 10monatigem Testbetrieb
mit Pilotkunden läuft seit 2 Monaten
der kommerzielle Betrieb. Nach der
Einführungsphase im Herbst 2000
wird StarOne ab dem 1. Januar 2001
mit einem hochmodernen End-toEnd-Breitbandnetz in Deutschland
bundesweit an den Markt gehen.
Werner Fraas: Bis vor kurzem haben
wir im Geschäftskundenbereich vorwiegend individuelle Komplettlösungen für Großkunden verwirklicht.
BMW, Lufthansa oder die HypoVereinsbank stehen für dieses Segment.
In Zukunft werden wir für kleine und
mittelständische Betriebe verstärkt
Produkte anbieten, die einen höheren
Grad an Standardisierung aufweisen.
Dieses Produktprogramm entwickeln
wir auf Basis der Richtfunktechnik, die
es uns erlaubt, Kunden direkt, ohne
Umweg über fremde Netze, an unsere
eigene Infrastruktur anzuschließen.
Damit schaffen wir im Industriekundengeschäft den Durchbruch als
flächendeckender Anbieter im Ortsnetz, auch und gerade für Sprache
und ISDN.
Kleine und mittelständische Unternehmen waren bisher wegen der Dominanz der Deutschen Telekom im
Ortsnetz auf die Versorgung durch
den alten Monopolisten angewiesen.
Innovative und kostengünstige, breitbandige TK-Dienste konnten hier nur
sehr verhalten eingesetzt werden. Die
PMP-Richtfunktechnik stellt jetzt eine
attraktive Alternative dar, denn der direkte Endkundenzugang per Glasfaser
ist für Unternehmen kleiner und mittlerer Größenordnung heute nur selten
betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen.
NET: Wer ist der Technik-Lieferant Ihres WLL/PMP-Angebots? Warum wurde gerade dieser Partner gewählt?
Dr. Dieter Finke: FirstMark setzt für
die Überbrückung der „letzten Meile“
Technik von Siemens ein. Siemens ist
für FirstMark der kompetente Partner,
um den Netz-Rollout termingerecht
realisieren zu können.
Berend Körber: Technik-Lieferant
der Deutschen LandTel ist Alcatel. Wir
haben uns für diese Technik entschieden, da sie durch hohe Zuverlässigkeit und Datensicherheit sowie ein
vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis die für uns zur Zeit beste Technik
ist.
Dr. Jan B. Rittaler: Unser Technik-Lieferant ist Siemens. Wir haben uns besonders wegen der Systemfähigkeit
des Unternehmens für Siemens und
sein Produkt entschieden, und weil
das Unternehmen beste Referenzen
als Generalunternehmer hat. Nur ein
starker Partner kann eine solche Aufgabe in kurzer Zeit lösen.
Harald Lenz: Wir haben uns nach einer ausgiebigen Testserie für die Firma
Alcatel entschieden. Den entsprechenden Vertrag über die Lieferung
der technischen Infrastruktur haben
wir im Juli unterzeichnet. Neben der
Qualität war dabei für uns vor allem
wichtig, daß Alcatel das Equipment
sehr schnell und in hohen Stückzahlen
zur Verfügung stellen kann.
Christian Golaszewski: Für den
Netzaufbau in Deutschland hat sich
StarOne für Nortel Networks als weltweit erfahrenen Systemanbieter für
WLL-Netze entschieden. Nortel wird
für StarOne im Rahmen eines BuildOperate-Transfer-Konzeptes den Aufbau der Netzinfrastruktur realisieren
und diese für mindestens ein Jahr unterhalten, um sie dann an das Unternehmen zu übergeben. Die Infrastruktur wird auf den Nortel-Networks-Systemlösungen für den Richtfunkbreitbandzugriff (Reunion im Bereich
26 GHz) und auf dem BreitbandServiceknoten Shasta 5000 aufbauen.
Das IP Backbone wird auf 10-Gbit/sNortel-Systemen mit Juniper-M160Routern gebaut. Im Bereich 3,5 GHz
wird das System Floware verwendet,
mit dem sich eine Reichweite von ca.
10 km erzielen läßt. Die beim Kunden
installierten SAPs (Service Access
Points) stellen als Schnittstellen E1
(multipel) und 10BaseT zur Verfügung, mit Übertragungsgeschwindigkeiten von max. 12 Mbit/s upstream
und 16 Mbit/s downstream. Innerhalb
NET 11/00
Da liegt was in der Luft!
Christian Golaszewski, COO und Mitbegründer, StarOne AG:
„PMP-Richtfunk ist
die Glasfaserverbindung durch die Luft,
beinahe so leistungsfähig und flächendeckend in ganz
Deutschland verfügbar.“
eines Lizenzgebietes wird der Verkehr
über eine STM1-Verbindung zu einem
Konzentrator geführt und dort gebündelt. Technische Plattform hierfür
ist der Multi-Service-Switch Passport
von Nortel Dasa. Vom Konzentrator
aus erfolgt dann die Verbindung (z.B.
per STM 4) zum StarOne Backbone
mit Point-to-Point-Richtfunk (PtP)
oder durch Leased Lines.
Werner Fraas: Viag Interkom wird
beim weiteren Ausbau der Zugangsnetze die drahtlose Teilnehmeranschlußtechnik der Marconi Communications GmbH in Backnang – 100prozentige Tochter der Londoner Marconi
plc – einsetzen. Das Auftragsvolumen
für die Jahre 2000 und 2001 bewegt
sich in dreistelliger Millionenhöhe. Die
von Marconi entwickelte und gefertigte Systemtechnik ermöglicht es
Viag Interkom, in bundesweit rund
200 Lizenzgebieten Sprach- und Datendienste anzubieten. Das Richtfunksystem auf Punkt-zu-Mehrpunkt-Basis
ist eine „All-in-one“-Breitbandzugangslösung mit ISDN- und IP-Schnittstellen für Sprach-, Daten- und Multimedia-Anwendungen.
NET: Welches Verfahren (TDMA oder
FDMA) wird verwendet? Worin liegen
die Vorteile dieser Entscheidung und
damit dieser Technik?
Dr. Dieter Finke: Die von FirstMark
eingesetzte Systemtechnik vereinigt
die Vorteile beider Übertragungsverfahren FDMA und TDMA. Zur Optimierung der nutzbaren Bandbreite
wird auf der Luftschnittstelle das FDMA-Verfahren eingesetzt. Der transportierte Nachrichteninhalt wird jedoch nach dem TDMA-Verfahren or-
NET 11/00
Berend Körber, Geschäftsführer Deutsche LandTel GmbH:
„Die Kunden sind
schnell überzeugt
von der neuen
Technik, die sicher,
einfach, zuverlässig
und kostengünstig
ist.“
Werner Fraas, Geschäftsführer Viag
Interkom GmbH &
Co: „Die PMP-Richtfunktechnik stellt
jetzt eine attraktive
Alternative dar, denn
der direkte Endkundenzugang per Glasfaser ist für KMU
heute nur selten betriebswirtschaftlich
zu rechtfertigen.“
ganisiert, um so die Möglichkeit einer
einheitlichen Übertragungstechnik über
das gesamte Netz zu nutzen.
kbit/s-Kanal versorgen. Die größte
Stärke von TDMA zeigt sich, wenn die
Zeitschlitze nicht als Kanal zugewiesen werden. Das wäre z.B. dann der
Fall, wenn in regelmäßigem Abstand
z.B. jeder 80. Zeitschlitz ein und derselben Kundenstation zugewiesen ist.
Durch Zuweisung von einzelnen Zeitschlitzen kann die Paketübertragung
realisiert werden, die für das sich immer mehr durchsetzende IP-Protokoll
notwendig ist.
Das von StarOne eingesetzte Funksystem Reunion beherrscht auch diese
Übertragungsart. Das FDMA-Verfahren basiert auf einer Einteilung des
Frequenzbands in Frequenzschlitze für
die einzelnen Kundenstationen. Das
kann sehr effizient für konstante Verbindungen mit höheren Datenraten
(z. B. 2 Mbit/s) vorgenommen werden. Für niedrigere Datenraten jedoch, insbesondere wenn Datenpakete übertragen werden und sich die
Datenrate schnell ändern kann, ist das
FDMA-Verfahren dem TDMA-Verfahren aufgrund der großen Anforderungen an die Hochfrequenztechnik unterlegen.
Berend Körber: Die LandTel verwendet TDMA, das mit Zeitfenstern arbeitet. Der Vorteil bei den Zeitfenstern
ist, daß auf einer Frequenz mehrere
Kunden gleichzeitig zu bedienen sind
und so eine bessere Steuerung der
Verkehrsbelastung möglich ist.
Harald Lenz: Wir setzen beide Verfahren ein: Im 26-GHz-Bereich bevorzugen wir TDMA; im 2,6- und 3,5GHz-Bereich stellt hingegen FHCDMA
(Frequency Hopping Code Division
Multiple Access) unsere erste Wahl
dar. Wir haben die beiden genannten
Verfahren als die für uns effizientesten
identifiziert.
Christian Golaszewski: Während
das FDMA-Verfahren seine Stärken
beim Leased-Line-Replacement hat,
ist das TDMA-Verfahren besonders bei
der Übertragung von IP-Daten überlegen. Da StarOne für die Zukunft auf
das Internet und die zugehörigen
Dienste setzt, haben wir uns für das
TDMA-Verfahren in der Implementierung von Nortels Reunion entschieden. Das TDMA-Verfahren im Funksystem von Reunion basiert auf einer
Einteilung des Funkkanals in Zeitschlitze, mit denen 64-kbit/s-Kanäle
realisiert werden können. Diese Zeitschlitze können an die Kundenstationen zugewiesen und die Zuweisung
sehr einfach dynamisch geändert werden. Dies erfolgt durch das sogenannte MAC-Protokoll (MAC – Medium Access Control). Ein einziger Frequenzkanal kann über 80 Kundenstationen gleichzeitig mit einem 64-
Dr. Jan B. Rittaler: Das Produkt
Walkair von Siemens basiert auf dem
Multi-Carrier-TDMA/FDD-Verfahren.
Vorteile dieses Verfahrens sind die hohe Spektrumseffizienz sowie die ausgeprägte Stabilität und damit Robustheit.
NET: Von welchem Kundenpotential
gehen Sie aus?
Dr. Dieter Finke: Wir erreichen mit
den Lizenzgebieten 50 % der Geschäftskunden im klein- und mittelständischen Bereich.
51
Da liegt was in der Luft!
Berend Körber: Die Deutsche LandTel hat die höchste Unternehmensdichte in den vergebenen Lizenzgebieten (9,17 Unternehmen pro km2).
Grundsätzlich sind unsere Lösungen
für Unternehmen mit einem Umsatz
ab ca. 1.000 DM monatlich für Sprache und Daten interessant.
Dr. Dieter Finke: Die Akzeptanz bei
den Kunden ist sehr hoch. PMP wird
als leistungsfähige Alternative zu
Kupferkabel und Lichtwellenleiter
aufgenommen. Beim Kunden steht
die Dienstleistung „schnelle und sichere Datenübertragung“ im Vordergrund.
Harald Lenz: Unsere Zielgruppe sind
kleine und mittelständische Unternehmen, die entweder einen hohen Datentransfer oder einen Bedarf an einem ständigen Zugang zum Internet
haben (Always-on). Typische Kunden
sind zum Beispiel Softwareentwickler,
Architekturbüros oder Werbeagenturen.
Berend Körber: Die Akzeptanz ist
sehr gut. Die Kunden sind schnell
überzeugt von der neuen Technik, die
sicher, einfach, zuverlässig und kostengünstig ist. Interessant ist diese
Lösung besonders, weil mit PMPRichtfunk die hohe Bandbreite flexibel
an die Kundenbedürfnisse angepaßt
werden kann. Die Kunden sehen darin durchaus eine sinnvolle Alternative
zu kabelgebundenen Kundenanschlüssen, die aufwendig durch die
Erde verlegt werden müssen.
Christian Golaszewski: StarOne
deckt mit derzeit 221 Lizenzen 60 %
der Gesamtfläche der Bundesrepublik
ab. Wir sind damit in der Lage, 70 %
der Bevölkerung zu erreichen, das
entspricht ca. 60 Mio. Personen. In
Gebieten, die wir mit Richtfunk nicht
abdecken können, setzen wir DSLTechnologie ein, Verträge mit entsprechenden Resellern haben wir bereits
abgeschlossen.
Dr. Jan B. Rittaler: Die von uns angegangenen Ausbaugebiete weisen ein
Geschäftskundenpotential von nahezu 1 Mio. Gewerbehaushalten auf.
Aufgrund eines fokussierten Vermarktungsansatzes und der daraus
resultierenden Marktsegmentierung
fällt die tatsächlich erreichbare Kundenzahl jedoch wesentlich geringer
aus.
Werner Fraas: Unser WLL-Angebot
richtet sich an mittelständische Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern.
Diese werden durch die PMP-Richtfunktechnik an das Viag-InterkomNetz angebunden. Der Direktanschluß
bezieht auch Ortsgespräche mit ein.
Viag Interkom setzt auf PMP, um die
„letzte Meile“ zum Kunden zu überwinden, indem dieser per Richtfunkantenne direkt mit einer Basisstation
in seiner Nähe verbunden wird.
NET: Wie steht es um die Kundenakzeptanz für den PMP-Teilnehmerzugang?
52
Dr. Jan B. Rittaler: Die US-amerikanischen Erfahrungen unseres Gesellschafters Teligent lassen auf sehr gute
Vermarktungschancen hoffen. Insbesondere Schnelligkeit des Ausbaus,
Verfügbarkeit und Sicherheit der
Kommunikation stellen die komparativen Wettbewerbsvorteile von PMPRichtfunk dar.
Harald Lenz: Wir stellen fest, daß
der Erklärungsbedarf bei PMP-Richtfunk hoch ist. Da ist noch viel Pionierarbeit bei den Unternehmen zu leisten. Allerdings sind immer mehr Entscheider in der Wirtschaft für die Themen der Telekommunikation aufgeschlossen. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, daß die Kunden neben der guten Performance auch die
kurze Aufbau- und Installationsphase
für das benötigte Equipment schätzen.
Christian Golaszewski: Für den
Kunden stehen Qualität und Serviceleistungen im Vordergrund, diese gelten als Gradmesser für Zufriedenheit
und Akzeptanz.
NET: Welche Kosten entstehen für
den Teilnehmerzugang im Vergleich
zum festverdrahteten Anschluß?
Dr. Dieter Finke: Die Kosten für die
Anbindung eines Teilnehmers mit WLL
sind äquivalent mit denen drahtgebundener Lösungen. Das begründet
sich vor allem dadurch, daß sich mit
einer Basisstation ein relativ großes
Gebiet abdecken läßt, das normalerweise einem Vielfachen der Fläche bei
drahtgebundenen Lösungen entspricht. Dadurch werden insbesondere die Kosten im Zugangsnetz gesenkt. Das sind die Verbindungen der
Basisstationen zu den Anschlußpunkten des eigenen Transportnetzes
(Backbone).
Dr. Jan B. Rittaler: Wichtig für uns ist
die Wettbewerbsfähigkeit von PMP
beim jeweils am Markt herrschenden
Preisniveau. Hier sind wir überzeugt,
daß wir uns gegen die konkurrierenden Anschlußtechniken, bezogen auf
das von uns anvisierte Kundensegment, gut behaupten können, bei
gleichzeitig mindestens so guter Leistung.
Berend Körber: Die funkbasierte Lösung mit PMP-Richtfunk ist für die
LandTel kostengünstiger als kabelgebundene Lösungen. Die so errungenen Kostenvorteile geben wir
selbstverständlich an unsere Kunden
weiter.
Harald Lenz: Unsere Preise setzen
sich zusammen aus einem einmaligen
Bereitstellungspreis (z.B. 998 DM bei
24 Monaten Vertragslaufzeit), einem
monatlichen Grundtarif, abhängig
vom gewählten Bandbreitenpaar (z.B.
498 DM bei 512 kbit/s Basisbandbreite und 1536 kbit/s Peak-Bandbreite)
und einem Preis für das übertragene
Datenvolumen (zwischen 60 DM und
90 DM pro GB).
Christian Golaszewski: Eine garantierte Bandbreite von 1 Mbit/s und eine Peak-Bandbreite von bis zu 6 Mbit/s
bieten wir zum Beispiel für 375 Euro
an, für das Datenvolumen berechnen
wir bei Einzelabnahme 25 Euro pro
GB, bei großen Volumina gewähren
wir entsprechende Rabatte. Der einmalige Bereitstellungspreis bei einer
36monatigen Laufzeit liegt bei 750
Euro.
(bac)
NET 11/00
Document
Kategorie
Technik
Seitenansichten
7
Dateigröße
1 595 KB
Tags
1/--Seiten
melden