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Ich sehe was, was du nicht siehst. - Nordwerkstadt

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Ich sehe was, was du nicht siehst.
Ein Ausstellungsprojekt mit Jugendlichen aus dem Dortmunder Norden
03
Stadt
einzumischen.“
„Ich lade Sie dazu ein, sich in dieser
Oberbürgermeister Ullrich Sierau
Inhalt
03 Inhalt & Dank
05 Über das Projekt & Nordwerkstadt
06 hannibalhelden
16 Nordstadtrap & Ansichten
20 streetartisten
30 Herr Sierau, was sagen Sie dazu?
32 trachic
36 Einsatz in der Wache Nord
42 Impressum
Danke
Wir bedanken uns bei allen, die das Projekt „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ermöglicht,
unterstützt und gefördert haben, insbesondere bei den beteiligten Jugendlichen, Daniela
Berglehn von der RWE Stiftung und Melanie Schneider von der RWE Vertrieb AG für den
Ausstellungsraum und die engagierte Unterstützung bei der Ausstellungsgestaltung, Anne
Tillmann und Carsten Essing vom Planerladen e.V. sowie Serkan-Timur Sanivar und Nina
Ströbele vom Kinder- und Jugendtreff Hannibal für die tatkräftige Hilfe bei der Realisierung
der Workshops.
Darüber hinaus danken wir Gunther Niermann vom Paritätischen, dem Dietrich-KeuningHaus und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte.
Für die finanzielle Förderung bedanken wir uns beim Fonds Soziokultur, der Gemeinwohlstiftung der Sparkasse Dortmund, RWE Vertrieb AG, bei der Stiftung Soziale Stadt und bei
den Volkswohl Bund Versicherungen.
03
Herr Orm
04
DAs Projekt
Jugendliche aus der Dortmunder Nordstadt setzen den oft negativen Schlagzeilen über
ihren Stadtteil in diesem Projekt ihre eigene Sicht entgegen. Durch Fotos, Streetart und
Texte zeigen sie sich selbst, ihre Welt und ihre Sehnsüchte.
Der Dortmunder Norden gilt als sozialer Brennpunkt, selten berichten die Medien Positives. Scheinbar vor allem zwischen Dreck, Drogen und sozialer Ausgrenzung gestalten die
Bewohner ihren Alltag.
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ - Schaut man genauer hin, entdeckt man ganz viel
Kreativität und große Begabungen. Gerade die nachwachsende Generation im Stadtteil ist
begeisterungsfähig und sprüht vor lauter Ideen. Das Projekt zeigt, dass man das Potenzial
der Jugendlichen im Grunde leicht hervorlocken kann, wenn man ihnen entsprechende
Möglichkeiten gibt.
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ - Die Inhalte der verschiedenen Workshops basieren
auf Ideen der Jugendlichen. Oft spielen sie selbst mit den typischen Nordstadtklischees
und verarbeiten sie ironisch in ihren Bildern und Texten.
www.wasdunichtsiehst.de
Nord
werkstadt
Die Initiative arbeitet in und mit der Nordstadt. Wird sonst häufig von außen über den
Dortmunder Norden geschrieben und geurteilt, will Nordwerkstadt den Stadtteil gemeinsam mit den Menschen, die hier wohnen, anders erlebbar machen und aktiv gestalten.
Die Köpfe der Initiative Nordwerkstadt sind die Fotografin und Künstlerin Iris Wolf und die
Journalistin Barbara Underberg.
www.nordwerkstadt.de
05
Hannibalhelden
Fotos: mohamed el-jabri
06
Das Hannibalhaus gehört zu den markanten Bauten in der Nordstadt. Viele Kinder und Jugendliche wohnen hier und verbringen auch ihre Freizeit in und um den 1970er-Jahre-Komplex. Ihr
größter Wunsch war es, sich selbst vor der Kamera zu präsentieren - selbstbewusst, individuell,
stolz. Fotografiert hat einer von ihnen, Mohamed El-Jabri, der sofort einen guten Blick für das
Besondere der Kinder und Jugendlichen hatte.
07
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Nordstadtrap & Ansichten
von Gregg, Slyte und Cognac zusammen mit Boris Gott
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Am Anfang hatten sie gar keine Lust auf so ein Projekt. Doch dann hörten sie
den Nordstadt-Song von Boris Gott und waren Feuer und Flamme, mit ihm
zusammen Musik zu machen. Gregg, Slyte und Gognac, so ihre Künstlernamen, rappen oft zusammen im Jugendtreff Stollenpark. Gregg fällt zu jedem
Thema sofort ein Reim ein, Slyte ist ein begabter Texter und Cognac mischt
den passenden Sound dazu. Herausgekommen ist ein Nordstadtrap, der das
Lebensgefühl der jungen Leute auf den Punkt bringt.
Die Bilder sind von Jugendlichen aus dem Kinder- und Jugendtreff Hannibal,
die in einem Fotoworkshop ihre Sicht auf die Nordstadt eingefangen haben.
Meine Stadt kennt jeder durch den Fußballverein doch sie scheint nicht gelb wie die
Farben der Trikots.
Sie ist eher verdreckt wie ein Asozialenheim.
Der Schein trügt.
Auf den ersten Blick Betonbauten, graue
Tage in Sommerzeiten.
Hier gibt es Junkies, die spritzen
Brüder, die verticken für eine bessere Patte
Betäubungsmittel, ständig in Angst leben vor Polizeiübergriffen.
Doch so ist das hier in der Dortmunder Mitte.
Nordstadt, der Name, der die Leute erschreckt.
Nordstadt, der Name, der die Leute in Panik versetzt.
Muss ich mich schämen dass ich hier lebe
von Kriminalität umgeben.
Doch ich liebe diese Gegend.
Schau aus dem Fenster und du siehst den Strich
Frauen, die sich verkaufen.
Hier bei uns ist das nicht widerlich.
Sicherlich abstoßend, wenn du ein Bonze
Heute ist ein schöner Tag
bist.
hier im Norden meiner Stadt.
Ich scheiß auf deine Meinung, weil ich
Junkies leuchten, Mütter schreien. Nordstädter bin.
Es ist schön, hier zu sein.
17
Wenn du die Gegend siehst, kannst du doch
nur scheiße sagen.
Überall Nutten und Versager und Streifenwagen.
Trotzdem ist das mein Zuhause, mein Leben.
Ich würd für diese Gegend alles geben.
Hier leben Ärzte, Kiffer und Spritzer, Anwälte
und Richter, Musiker und Dichter, Schwarze
und Weiße, Große und Kleine, Liebe und
Schweine.
Uns verbindet deine Stadt.
Wir sind alles Geschwister jetzt leuchten die Lichter.
Die Junkies sind am strahlen, Sprayer sind am malen
Kinder schon Gangster.
Guck aus dem Fenster
da siehst du das Dortmunder Highlight
die Dortmunder Skyline.
Hier kannst du wie ein Vogel frei sein.
Junkies sind am strahlen
Mütter sind am weinen.
Heute ist ein schöner Tag
Das ist Nordstadt
hier im Norden meiner Stadt.
es ist einfach zu schön um wahr zu sein.
Junkies leuchten, Mütter schreien.
Es ist schön, hier zu sein.
18
H
eute ist ein schöner Tag
hier im Norden meiner Stadt.
Junkies leuchten, Mütter schreien.
Es ist schön,
hier zu sein.
19
artisten
Die Street
Leere Leinwände, viele bunte Farbdosen und los. Dreißig Jugendliche beteiligten sich am Streetart-Workshop
im Dietrich-Keuning-Haus. Die Ergebnisse sind so unterschiedlich wie die Jugendlichen und ihr Blick auf
den Stadtteil selbst.
20
Gustavo Franco, 29
Journalist
Till Großmann, 24
Drucker
Künstler
unbekannt
21
Pamela Bäse, 11
Schülerin
22
Chika Chukwukere, 13
Schülerin
Sascha Grams, 26
Künstler
23
Künstler
unbekannt
24
Nisa-Nur Ugurlu, 10
Schülerin
Verki Formusoh, 15
Schüler
25
Berenice Becerril, 31
Sozialwissenschaftlerin
26
Daniel Belke, 25
Fahrzeuglackierer
Marco Herbst, 20
Schüler &
Michael Alda, 20
Auszubildender
27
Riccardo Sibilio, fast 11
Schüler
28
Jennifer Klatt, 27
Einzelhandelskauffrau
Künstler unbekannt
29
H e r r S i e r a u, wa s
Jugendliche aus dem Stollenpark und dem Kinder- und Jugendtreff Hannibal besuchten Oberbürgermeister Ullrich Sierau
”
”
Die Nordstadt ist einer der
spannendsten Stadtbezirke in Dortmund.
”
Früher war die Nordstadt ein Stadtteil
mit viel Industrie, mit viel Verkehr,
schlechter Luft und wenig Grün.
”
”
Endlich wird auch die Anne-Frank-Gesamtschule saniert.
Da ist viel zu lange nichts passiert. Die Schule hatte offenbar
über Jahrzehnte keine Lobby.
”
30
”
”
Das Kreuzviertel hatte 1975 auch keinen guten Ruf.
Heute ist es ein beliebter Wohnstandort mit hoher Nachfrage
und hohen Preisen. Das heißt nicht, dass die Nordstadt die
gleiche Entwicklung erleben wird. Es zeigt aber, dass sich
etwas völlig verändern kann.
Sagen Sie dazu?
im Rathaus. Sie befragten ihn zur Nordstadt und danach, was er als Oberbürgermeister für den Stadtteil tut.
”
”
Es gibt ein objektives und ein subjektives Sicherheitsgefühl.
Ich will, dass man sich in der Nordstadt wieder freier bewegen kann.
”
”
In den Nordstadt-Unternehmen gibt es 23.000 Arbeitsplätze.
Mir ist wichtig, dass dort auch ausgebildet wird.
”
Hier ist viel entstanden in den letzten
Jahren. Es gibt Parks, Spielplätze und Orte für
Jugendliche. Kitas werden gebaut, Schulen
saniert. Es geht nicht von heute auf morgen.
”
”
Viele Menschen sehen die Nordstadt heute
durchaus differenziert und erkennen, was sich dort in
den letzten Jahren alles entwickelt hat.
”
31
traChic
32
Einmal die Nordstadt-Klischees so richtig auf den Kopf stellen, das war die Idee der Jugendlichen zu „trachic“.Die
Zwillinge Amir und Samir posierten gemeinsam mit Serkan als coole Models mitten im Stadtteil zwischen Nordmarkt,
Graffiti und Sperrmüllsofa.
33
34
35
Einsatz in der Wache Nord
Ein Tag mit Hauptkommissar Jürgen Jaeger
Die Jugendlichen wollten einmal den Alltag eines Nordstadtpolizisten
aus der Nähe kennenlernen. So besuchten sie die Wache Nord in
der Münsterstraße, interviewten Hauptkommissar Jürgen Jaeger und
dokumentierten den Besuch mit einer Fotoserie.
36
Hauptkommissar Jürgen Jaeger arbeitet seit dreißig Jahren in der Nordstadt.
Als Hauptkommissar hat er drei silberne Sterne auf der Schulter.
In der Wache Nord arbeiten mehr als hundert Polizeibeamte.
37
In der Wache Nord gibt es zwei Zellen, um gewalttätige oder stark alkoholisierte Menschen
kurzzeitig unterzubringen.
Die Polizisten sind oft draußen auf der Straße, aber zu ihrem Job gehört auch viel Büroarbeit.
38
Auch Hauptkommissar Jaeger muss zwar eine Waffe tragen, aber in Schulungen lernen die Polizisten vor allem, wie sie gefährliche Situationen mit Worten entschärfen.
Schießübungen auf Pappfiguren wie in Fernsehkrimis gibt es schon lange nicht mehr. Polizisten
trainieren heute im „Schießkino“. Dort werden möglichst reale Situationen simuliert, in denen die
Beamten unter großem Stress besonnen zu reagieren lernen.
39
In den 70er Jahren war die Wache Nord stark gesichert mit dicken Holztüren und
Panzerglas. Die ehemalige Haupttür des Polizeireviers ist heute der Hintereingang.
Emre Altuntepe (links) hat das Interview geführt.
40
Einsatz in der Wache Nord
Ein Tag mit Hauptkommissar Jürgen Jaeger
Text: Emre Altuntepe Foto: Mohamed El-jabri
41
ein riesiges
Potenzial.“
„Die Nordstadt hat
Oberbürgermeister Ullrich Sierau
Impressum
Nordwerkstadt
c/o Iris Wolf GründerinnenZentrum
Bornstrasse 83
44145 Dortmund
www.nordwerkstadt.de
Layout
Iris Wolf Fotografie
Illustrationen
Nordwerkstadt: Herr Orm
Redaktion
Barbara Underberg
42
muss
nach draußen
getragen werden.“
„Was hier an Kultur und Kunst passiert,
Oberbürgermeister Ullrich Sierau
02
Gemeinwohlstiftung der
Sparkasse Dortmund
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Seele and Geist
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