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Fairpuppt Mehr als nur ein Trend Unikate aus Glas Das Beste, was

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Das Weltladen Magazin
WINTER 2008
www.weltladen.de
Fairpuppt
Mehr als nur ein Trend
Unikate aus Glas
Das Beste, was einer Scherbe passieren kann
Sehen Sie rot
Dekoratives für die kalte Zeit
02 COPAVIC – ein Portrait
08 Besonderes aus Holz
04 Wohntrend Cocooning
10 Rezepte
06 Rotes aus dem Weltladen
11 Für Kinder
0 2 CO PAV I C – P O R T R A I T E I N E R KO O P E R AT I V E
03
Mit den Weltläden entspannt durchs Jahr
Scherben bringen Glück
GEWINNEN SIE MIT SINN UND STIL:
30 FAIRTRADE MEDIA WANDKALENDER UND CDS VON
PUTUMAYO WORLD MUSIC.
Schreiben sie uns einfach bis zum 24.12.2008:
Mit welchem Weltladenprodukt leben sie am liebsten?
Bei COPAVIC in Guatemala hat das Recycling Tradition: Aus alten Getränkeflaschen werden hier
mundgeblasene Gefäße, Gläser und Vasen hergestellt. Jedes Stück ist garantiert ein Unikat!
Weltladen-Dachverband e.V.
Gewinnspiel
Ludwigsstraße 11 · 55116 Mainz
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
O D E R G E W I N N E N S I E O N L I N E M I T: www.weltladen.de
AN:
S T I C H W O R T:
Die Glasbläserkooperative C O PAV I C liegt auf über 2000 Metern Höhe
versteckt zwischen Vulkanhügeln in einem kleinen Örtchen namens
Cantel, unweit der zweitgrößten Stadt Guatemalas, Quetzaltenango.
Als wir C O PAV I C nach einer mehrstündigen Fahrt von Guatemala
City am frühen Morgen erreichen, ist das Gebäude noch in dichten
Nebel gehüllt. Die Regenzeit in der „Sierra Madre“ neigt sich dem
Ende zu; dennoch herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, und es ist angenehm kühl. Wir müssen noch einen Moment warten bis uns
Alfredo Colon die Pforten der Kooperative öffnet und uns freundlich hereinbittet. Auch Touristen sind bei C O PAV I C immer gern gesehene Gäste, die dem regen Treiben der Glasbläser zuschauen oder
vor Ort einkaufen können. Die Mitarbeiter der Kooperative zeigen
gerne ihr Können – aber Vorsicht: Es kann heiß werden!
In einem Vorraum der Kooperative fallen uns zuerst die nach
Farben sortierten riesigen Scherbenhaufen auf: Altglas ist der wichtigste Rohstoff für die mundgeblasenen Gläser aus Guatemala. Alfredo
berichtet, dass sie leere und ausgemusterte Getränkeflaschen von
Getränkefirmen und Abfüllanlagen der Region beziehen. Damit das
Glas den hohen qualitativen Ansprüchen der Kooperative genügt,
muss es per Hand sortiert, zerkleinert und gründlich gereinigt
werden.
Beim Betreten der Halle bemerken wir direkt die hohe Temperatur,
und es geht auch sonst heiß her: Flüssiges, lavaartiges Glas wird wild
durch die Gegend gewirbelt. Alfredo erklärt uns den Prozess der
Glasverarbeitung. Zunächst kommen die sortierten und gereinigten
Glasscherben für mehrere Stunden in den Ofen, um dort bei 800° C
geschmolzen zu werden. Dass den Arbeitern hierbei der Schweiß auf
der Stirn steht, ist kein Wunder. Das geschmolzene Glas wird dann
mit langen Stangen – den sogenannten Glasmacherpfeifen – aus
dem Ofen geholt. Das gelbglühende Glas hängt dabei wie ein Pfropfen an dem langen Stab, der von den Glasbläsern gekonnt durch die
Luft geschwungen wird. Je nach Verwendung wird das Glas direkt
oder mit Hilfe von Hohlformen und anderen Werkzeugen in Form
gebracht. Dabei müssen sich die Glasbläser beeilen, denn das Glas
kühlt rasch ab und kann dann nicht mehr gut bearbeitet werden.
Zum Abschluss müssen die Gläser, Karaffen oder Vasen nur noch
gebrannt werden.
Die Arbeit mit der heißen Glasmasse ist eine gefährliche Angelegenheit, die viel Geschick erfordert. Es scheint ein Wunder zu sein,
dass hier niemand verletzt wird. Aber Alfredo versichert, dass es selten zu Unfällen kommt – bei den Mitarbeitern der Kooperative handelt es sich schließlich um Könner ihres Fachs!
EINE LANGJÄHRIGE ERFOLGSGESCHICHTE
Die Kooperative kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Gegründet wurde sie von ehemaligen Arbeitern einer italienischen
Glasfabrik. Diese hatten sich nach Jahren schlechter Bezahlung entschlossen, ihr eigenes Geschäft aufzubauen und – ganz im Sinne der
Tradition des Mayavolks der Quiché – ein Gemeinschaftsprojekt zu betreiben.
Inzwischen gibt es die Kooperative seit über 30 Jahren
und es arbeiten dort über 50 Personen, von denen 22 auch
Mitglied der Kooperative sind. Mitglied zu sein, hat nicht
nur Vorteile, sondern bedeutet auch ein Mehr an Arbeit.
Während die Arbeiter gegen 13 Uhr ihre tägliche Arbeit
beenden, geht es für die Mitglieder der Kooperative noch
weiter: Buchhaltung, Marketing und Vertrieb wollen gemanagt werden. Alfredo Colon ist bereits seit 7 Jahren
Mitglied der Kooperative und schon seit 14 Jahren bei
C O PAV I C beschäftigt. Er schätzt seinen Job: „Natürlich ist
das viel Arbeit, aber es ist eben unsere Firma, nicht die
von irgendeinem Chef, und deswegen machen wir das
gerne“.
C O PAV I C hat seinen Mitarbeitern einiges zu bieten und
so heben sich die Arbeitsbedingungen und die Sozialleistungen deutlich vom Landesniveau ab: 14 Monatsgehälter, zwei Wochen bezahlter Urlaub sowie eine Kranken-, Unfall- und Lebensversicherung sind in Guatemala
keineswegs die Regel.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Fairen Handel
profitiert die Kooperative nicht nur vom Zugang zu
neuen Märkten, sondern auch von der Beratung und Unterstützung im Bereich der Technik und des Designs. Ein
Großteil der C O PAV I C -Gläser wird über den Fairen Handel verkauft; rund 40 Prozent finden in Guatemala selbst
ihren Absatz. Bei einer Reise durch Guatemala begegnet
man den Gläsern überall: Ob in kleinen Geschäften, Restaurants oder Pensionen – die Gläser sind beliebt!
Um in den Besitz dieser schönen handgefertigten Gläser zu kommen, muss man nicht bis nach Mittelamerika
reisen und den abenteuerlichen Weg zu C O PAV I C auf sich
nehmen. Die hübschen Gläser werden von E L P U E N T E
und G E PA importiert und dann im Weltladen verkauft.
Dort bekommt man auch einen leckeren Tropfen Wein,
mit dem man auf den erfolgreichen Glaskauf anstoßen
kann. Salud!
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04 WOHNTRENDS
05
ANZEIGEN
Fairpuppt – bringen Sie Ihr
Zuhause groß raus
Vielerorts ist es das Ende der Saison: Da werden die dicken Decken wieder ausgepackt. Bob Dylan
hat Hochkonjunktur. Die Party-CDs halten Winterschlaf. Wenn es draußen kalt wird, wächst die Freude
auf Zuhause. Das gilt fürs Klima wie für die Konjunktur. „Cocooning“ nannten Trendforscher das neudeutsch: Einspinnen in ein gemütliches Zuhause. Wir zeigen, was daraus im Winter 2008 wird – und
2009 – und die Welt wird bunt
Sie jetten um den Globus, destillieren aus den Modemessen in Mailand und Paris, der Möbelmesse in Köln, den
Autoshows und Verbrauchermessen das, was „in“ ist in
der nächsten Saison. Dabei lagen die Trendscouts in
den letzten Jahren immer mal wieder deutlich daneben. „Die Farben der Saison“ waren oft andere, als erwartet. Für das Jahr 2009 muss man aber kein Prophet
sein. Der Tipp der Experten ist 100% ein Treffer: Erlaubt
ist, was gefällt.
Gerade bei Farben aber kann das Motto auch „Farbe
folgt Funktion“ heißen, denn mit Farbe lässt sich nicht
nur eine Wohnung gestalten, sondern ein ganzer Lebensraum. Wir haben die wichtigsten Farbwirkungen einmal
für Sie zusammengestellt:
warum Weltladen-Deko voll im Trend liegt.
Trend oder Banalität
Wie lange ist ein Trend eigentlich ein Trend? Schon 1981 hat die Mutter aller Trendforscher, Faith Popcorn, eine
Strömung aufgespürt, die viele andere kanalisiert: Cocooning. Den Rückzug in die eigenen vier Wände. Lange köchelte dieser Begriff in den Trendküchen dieser Welt vor sich hin. Immer wieder schwappte er um den Globus: In
den USA erlebte er die Golfkriege und die Terrorangriffe des 11. September. Aktuell wird er wieder in Zusammenhang mit der Wall-Street-Krise genannt. In Deutschland meinten Forscher, ihn mit dem Platzen der New-EconomyBlase um die Jahrtausendwende gespürt zu haben. Wenn es draußen ungemütlich wird, suchen wir nach Wärme
und Geborgenheit: Ist das Trend oder schlicht Instinkt?
Globale Klimaerwärmung
Wir scheinen dazugelernt zu haben: Wärme auf Kosten anderer fühlt sich wenig geborgen
an. Es mag paradox klingen: Trotz sich abkühlenden Konsumklimas weltweit sorgen immer
mehr Kunden mit einem neuen Einkaufsstil für eine globale Klimaerwärmung der positiven Sorte. Sie werden wieder dort fündig, wo sie sich sicher sein können, eigene Geborgenheit nicht nur von anderen zu borgen, sondern nachhaltig weiterzugeben. „Über Nacht sind
die Wände des Kokons durchlässig geworden“, formulierten die Trendexperten auf der diesjährigen Möbelmesse I M M C O L O G N E überschwänglich, „und unser Blick wurde frei für die
große weite Welt“. Die Formen werden wieder mit Inhalten versehen. Es kommt die Zeit der
Originale. Die Kunden sind anspruchsvoller geworden und haben alle etwas davon. Wenn
sich dieses Anspruchsdenken durchsetzt, sind sich Einrichtungsexperten sicher, wäre das
der erste Trend seit Jahren, der nicht mehr einfach trendy, sondern auch relevant wäre. Für
die Weltläden ist diesen Winter deshalb klar: „Fairpuppen“ ist Cocooning mit Durchblick!
Sehnsucht nach Natürlichkeit
Natürlichkeit im eigenen Zuhause wird beim „Fairpuppen“ großgeschrieben. Keine Massenware aus unbekannter Quelle, sondern individuelle Stücke mit Geschichte. Stücke, die nicht nur zum Hinstellen
taugen, sondern zum Liebhaben. „Schön und Gut“ statt „Alles egal“. „Es macht heute Spaß, Fragen zu
beantworten, die früher keiner stellte“, so Designexpertin Mirjam Heider. Woher die Dekogegenstände
kommen und wer sie unter welchen Bedingungen gefertigt hat – das unterscheidet liebenswerte Originale von leblosen Kopien. Optik und Haptik machen das Kunsthandwerk der Weltläden auch für anspruchsvolle Deko-Profis interessant. Echt und individuell sei gefragt, so Christoph Seitz vom Weltladen-Dachverband: „Immer wieder bekommen wir Anfragen aus den Medien oder von Inneneinrichtern,
die Räume für ihre Leser oder Kunden mit Kunsthandwerk aus dem Weltladen bestücken wollen.“
Afrika, Asien oder Südamerika lassen sich authentisch dekorieren, aber auch in modernem Umfeld können sich die Stücke aus dem Weltladen behaupten – dann oft als blickfangende Einzelstücke. Gerade
jetzt in der Wintersaison lässt sich mit natürlichen Materialien und warmen Farben ein Wohnambiente
zaubern, das ganz wunderbar allen Stürmen trotzt und das Zuhause ganz groß rausbringt.
ROT, ORANGE UND GELB
Hier wird es Ihnen warm ums Herz: Mit diesen Farben
bringen wir das Gefühl von Wärme in Verbindung, zum
Beispiel Sonnenschein oder Feuer. So lässt sich Dynamik
schaffen.
R O T etwa regt den Stoffwechsel an, fördert die Durchblutung und macht glücklich – zumindest, wenn es nicht
allzu plakativ eingesetzt wird. Am Esstisch, in Nordzimmern oder in Fluren hat Rot seinen Platz – im Schlafzimmer eher nicht.
O R A N G E strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus, ohne
aber statisch zu wirken. Ideal für Wohn- oder Kinderzimmer.
G E L B bringt Licht ins Haus. Es regt den Geist an und
fördert den Lernerfolg. Das kann die nächste Klassenarbeit oder auch die Besprechung retten.
BLAU UND GRÜN
B L A U U N D G R Ü N beruhigen. Ganz dem Motto der diesjährigen Möbelmesse folgend bringen sie „Outside in“ –
die Natur ins Zimmer – und das entspannt. Ideal für Badezimmer oder Schlafzimmer.
WEISS UND SCHWARZ
Sind das Farben? – Streng genommen nicht. Trotzdem
haben sie eine Farbwirkung: W E I S S steht für Reinheit,
Klarheit und Erhabenheit. Ein weißer Raum wirkt luftig
und leicht, wenn auch schnell steril. S C H WA R Z dagegen
drückt Trauer aus, Unergründlichkeit und das Geheimnisumwitterte. Für die Raumgestaltung ist Schwarz eigentlich nur in Verbindung mit Weiß und/oder rot zu
empfehlen. Aber wie gesagt: Erlaubt ist was gefällt.
0 6 A U S D E M W E LT L A D E N
A U S D E M W E LT L A D E N 0 7
Mit Rot wird es ein bisschen wärmer
Jetzt ist die richtige Jahreszeit, um sein Zuhause mal wieder zu verschönern. Rot ist für die Dekoration eine
perfekte Farbe, weil sie Wärme in die kalte Jahreszeit bringt. Machen Sie es sich also gemütlich – zum Beispiel
mit diesen schönen Produkten aus dem Weltladen.
EIN STÜCK ANDEN
Peruanische Keramikvase von EL PUENTE
Die Keramik für diese Vase wird von den Produzentinnen und Produzenten
selbst gemischt und in Gipsformen in Gasöfen gebrannt. Die Farbgestaltung ist
inspiriert von den Trachten und der Landschaft der Anden. Die Handwerkerinnen
und Handwerker arbeiten oft zu Hause oder in kleinen Werkstätten in ihrer Nähe.
Die Organisation M A N O S A M I G A S gibt ihnen eine Vorfinanzierung, vergibt Kredite
und bildet ihre Mitglieder weiter. Darüber hinaus fließen 20% der Einnahmen in
ein Projekt für verarmte Kinder.
FÜR ZEITUNGEN, SPIELZEUG ODER OBST
Bengalesische Rohrkörbe von GEPA
Diese Rohrkörbe stammen von dem Sonargaon Cane Center im Delta des Ganges. Die Preise für
das Rohmaterial schwanken saisonal sehr stark, doch dank des Vorschusses von D H A K A H A N D I C R A F T S
können die Produzentinnen und Produzenten einen Material-Vorrat anlegen. Beim Flechten bohren
sie mit einem Messer Löcher für Bambusnägel, die das schwer biegsame Rohr fixieren. Durch die
Bezahlung von D H A K A H A N D I C R A F T S können die Produzentinnen und Produzenten ihre Lebensumstände verbessern. Die Organisation kümmert sich darüber hinaus um die Grundschulausbildung
von 11000 Straßenkindern und betreibt zwei Therapiezentren für misshandelte Mädchen.
F Ü R T I S C H U N D TA F E L
Vietnamesische Platzsets aus Bambus von DWP
Diese Platzsets lassen den Abendbrottisch richtig gemütlich aussehen.
Sie werden als Zweierset angeboten und lassen sich gut aufrollen. Die
Platzsets – wie auch die anderen Bambus-Produkte auf dieser Seite –
werden von der Organisation C R A F T L I N K exportiert. Die Organisation
zahlt den Produzentinnen und Produzenten 40% – 70% für die
Herstellung der Produkte an, damit die Materialien finanziert werden
können. Darüber hinaus wird sehr auf die sozialen und ökologischen
Standards in den Werkstätten geachtet.
TR ADITIONELLES HANDWERK IN NEUEM DESIGN
Vietnamesische Deckel-Schale von EL PUENTE
Die Nicht-Regierungs-Organisation C R A F T L I N K mit Sitz
in Hanoi fördert gezielt die Arbeit von vietnamesischen
Handwerksproduzentinnen und -produzenten.
Um ein vielfältiges Angebot und den Handwerkerinnen
und Handwerkern somit das Überleben zu sichern,
hat C R A F T L I N K extra sieben Designerinnen und Designer
angestellt. Diese schlagen immer wieder neue Muster
vor und kombinieren dabei vietnamesische Traditionen
mit europäischen Wünschen. Hierdurch entstehen
Kunsthandwerke von besonderer Qualität. Überzeugen
Sie sich selbst! Nicht nur diese schöne Schale,
auch alle anderen Bambus-Produkte auf diesen Seiten
stammen von C R A F T L I N K .
FEIN UND VIELSCHICHTIG
E I N S C H Ö N E R P L AT Z F Ü R J E D E S W O R T
Indisches Notizbuch im Ledereinband von GEPA
Die F R I E N D S O F S H A N T I N I K E TA N fertigen für die gemeinnützige Handelsgesellschaft E M A wunderschöne Lederwaren.
Zu den 34 Mitgliedern zählen auch zwei Frauen aus dem
Santhal-Volk, einer kastenlosen Bevölkerungsgruppe, die
am Rande der indischen Gesellschaft steht. F R I E N D S O F
S H A N T I N I K E TA N hat es sich zum Ziel gemacht, mit Ausbildungsmaßnahmen und einer würdigen Bezahlung, einen
Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung
solcher Randgruppen zu leisten. Das edle Notizbuch ist
ein schönes Ergebnis hiervon.
EIN WUNDERVOLLES GESCHENK
Vietnamesische Bambus-Schälchen von EL PUENTE
Wenn man diese schönen Schälchen sieht, vermutet man nicht,
dass die Handwerksproduzenten Probleme hatten, sich in dem
neuen Wirtschaftssystem in Vietnam durchzusetzen. Den Durchbruch brachte die Organisation C R A F T L I N K . Sie hilft den Produzentinnen und Produzenten, sich am Markt zu behaupten. Auch
dadurch, dass ihre Mitglieder in den Bereichen Marketing, Qualitätskontrolle, Buchhaltung und Preispolitik geschult werden.
Vietnamesische Bambusschalen von DWP
Die eleganten Schalen sind nicht etwa aus Metall,
sondern tatsächlich aus Bambus gefertigt! Für ihre
Produktion verwenden die Handwerkerinnen und
Handwerker eine besondere Masse aus Bambusfasern.
Diese wird geformt, mit Stoff überzogen und anschließend 14 Mal lackiert und poliert. Der Lack, der einen
ganzen Tag zum Trocknen braucht, wird aus Lehm,
Steinpulver und Harz gemischt. Diese aufwendige
Fertigungstechnik hat jahrhundertelange Tradition.
Eine Tradition, die sich in kleinen Werkstätten in
Ho Chi Minh City und Hanoi erhalten hat. Diese
Werkstätten gehören zur Organisation C R A F T L I N K ,
die benachteiligte Gruppen von Handwerkerinnen
und Handwerkern fördert und unterstützt. Hierzu
zählen nicht nur ethnische Minderheiten, sondern
auch Menschen mit Behinderung.
08 BESONDERES AUS HOLZ
09
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Figuren mit Geschichte
Im Westjordanland pflegt eine vorwiegend christliche Minderheit seit Jahrhunderten
die Tradition des Holzschnitzens. So entstehen kunstvolle Figuren aus Olivenholz, die Pilger
zurück in alle Welt tragen. Seit einigen Jahren gibt es die schönen Stücke auch in
deutschen Weltläden. Natürlich fair gehandelt.
KUNSTVOLLE HANDARBEIT
Ashraf Jaraiseh schnitzt detailgenau an seiner Werkbank.
EIN BELIEBTER KLASSIKER
Marienfiguren werden gern gekauft und verschenkt:
Wegen ihrer Symbolik und der besonders schönen Form.
Ashraf Jaraiseh versteht sich darauf, Olivenholz in weiche Formen
zu verwandeln und den Rohstoff kunstvoll zur Geltung zu bringen.
Er schnitzt Kreuze, Marienstatuen oder Krippen nach einer Tradition, die italienische Künstler im 15. Jahrhundert nach Palästina
brachten.
Die Arbeit ist mühevoll und detailreich, denn Olivenholz ist besonders hart und schwer zu formen. Doch die Mühe lohnt sich! Fein
abgeschliffen und mit Öl eingerieben, bestechen die fertigen Kunstwerke durch ihre schöne Maserung und sind bei Pilgern und Touristen gleichermaßen beliebt.
Zur Herstellung der Figuren benutzen die palästinensischen
Schnitzer ausschließlich Holz von Bäumen, die keine Früchte mehr
tragen oder von Schnittresten aus einheimischen Olivenhainen. Die
Bevölkerung des Westjordanlandes achtet ganz besonders auf eine
nachhaltige Nutzung ihrer Olivenbäume, da sie nur langsam wachsen und oft mehrere hundert Jahre alt werden. Die Ölfrüchte sind
begehrt, und die Olivenbäume haben eine wichtige kulturelle und
religiöse Bedeutung. Nicht zuletzt sind Ölzweige ein Symbol des
Friedens. Und den könnte die Region gut gebrauchen.
Seit 17 Jahren besitzt Ashraf Jaraiseh seine eigene Werkstatt und
ist Teil der H O LY L A N D H A N D I C R A F T C O O P E R AT I V E S O C I E T Y . Vorwiegend
christliche Palästinenser gründeten die Kooperative Mitte der 1980er
Jahre mit dem Ziel, sich dem zunehmenden Druck Israels entgegenzustellen und ihr Handwerk gewinnbringend zu erhalten. Trotz
ihres Einsatzes ist das wirtschaftliche Überleben der Künstler
jedoch bedroht. Die anhaltenden Unruhen zwischen Israel und
Palästina hinterlassen in Beit Sahour, der Heimat der H O LY L A N D H A N D I C R A F T C O O P E R AT I V E S O C I E T Y , deutliche Spuren. Die Siedlung, die
durch ihre Nähe zu Bethlehem und Jerusalem stets ein beliebtes
Ausflugsziel im Westjordanland war, wird immer seltener besucht,
frühere Touristenströme bleiben aus. Die Künstler, deren Einkommen bisher vom Direktverkauf ihrer Werke abhing, müssen nach
alternativen Handelswegen suchen. Im Fairen Handel haben sie
einen solchen entdeckt!
In Deutschland vermarkten die Fair Handels-Importeure E L P U E N T E
und D W P die schönen Olivenholz-Schnitzereien aus Palästina. Stöbern
auch Sie in Ihrem Weltladen und finden Sie ein besonders schönes
Weihnachtsgeschenk!
10 REZEPTE
FÜR KINDER 11
Wer Stollen mag, wird diese Rezepte lieben
Bio-Plastik
statt Plastik
Hast du schon einmal darauf geachtet, was
alles aus Plastik ist? Der Kunststoff ist heute
aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Dabei ist das Material noch keine 100 Jahre alt.
Leo Hendrick Backeland hat 1909 den ersten
stabilen Kunststoff entwickelt und ihn „Bakelit“ genannt. Heute wird Kunststoff aus Erdölbestandteilen hergestellt und ist damit nicht
unbedingt ein umweltfreundliches Material.
Aber es geht auch anders. Man kann nämlich
auch Bio-Kunststoff herstellen. Das kannst Du
sogar zu Hause machen und daraus zum Beispiel Broschen, Perlen oder Knöpfe formen.
ER D NUSS -STOLLEN
150 g ungesalzene Erdnüsse / 150 g Rosinen /
100 g Orangeat / 3 EL Rum / 1,5 Würfel Hefe /
175 g Zucker / 250 ml Milch / 750 g Mehl /
300 g Butter / Puderzucker zum Bestreuen
Erdnüsse, Rosinen, Rum und Zucker bekommen
FRÜCHTE-STOLLEN
100 g getrocknete Cranberries / 25 g Korinthen /
25 g Orangeat / 50 g getrocknete Papaya oder
Mango / 60 g gehackte Mandeln / Saft einer
Orange / 1 EL Orangenlikör / 250 g Mehl /
30 g frische Hefe / 40 g Zucker / 60 ml Milch /
160 g Butter / 1 EL Orangen-Grapefruit-Marmelade
Korinthen, getrocknete Papaya, getrocknete
Mango, Zucker und Orangen-Grapefruit-Marmelade
bekommen Sie in Ihrem Weltladen.
Die Cranberries und die Korinthen abspülen und abtropfen lassen. Das
Orangeat und die Papaya oder Mango fein
hacken. Dies alles dann mit den Mandeln,
dem Orangensaft und dem Likör mischen
und 8 Stunden ziehen lassen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben und in
die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe in
die Mulde bröckeln und mit 1 EL Zucker, lauwarmer Milch und etwas Mehl vom Rand
verrühren. Abgedeckt an einem warmen Ort
etwa 15 Minuten gehen lassen.
Dann den restlichen Zucker und 125 g weiche Butter dazugeben und zu einem glatten
Teig verkneten. Schließlich die eingeweichte
Früchte-Mischung hinzugeben, verkneten
und alles nochmals an einem warmen Ort
30 Minuten gehen lassen.
Backofen vorheizen, den Teig noch einmal
kneten und dann zu einem Stollen formen.
Den Stollen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech etwa 35 bis 40 Minuten bei
200°C backen. Stollen nach etwa 20 Minuten
mit Backpapier abdecken, damit er nicht zu
braun wird.
Restliche Butter schmelzen, Marmelade
dazugeben und alles gut verrühren. Stollen
nach dem Backen sofort mit dem ButterMarmeladen-Gemisch bestreichen und abkühlen lassen.
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Sie in Ihrem Weltladen.
STOLLEN - PA RFA IT
75 g fein gewürfelter Stollen / 70 g getrocknete
Aprikosen / 5 EL Aprikosenlikör / 50 g Nüsse, zum
Beispiel fein gehackte Macadamia-Nüsse / Eigelb
von 3 Eiern / 30 g Puderzucker / Mark von einer
halben Vanilleschote / 2 TL Lebkuchengewürz /
abgeriebene Schale von einer unbehandelten
Orange / 2 EL Fruchtsaft mit hohem Orangenanteil /
250 ml Schlagsahne / 125 ml Schokoladensauce
Nüsse, Vanilleschote, Lebkuchengewürz und Fruchtsaft
bekommen Sie in Ihrem Weltladen.
Die Aprikosen fein würfeln,
mit dem Likör mischen und 20 Minuten ziehen lassen. Die Nüsse in einer Pfanne ohne
Fett anrösten und abkühlen lassen. Eigelb,
Puderzucker, Vanillemark, Lebkuchengewürz,
Orangenschale und Saft in einem heißen
Wasserbad dickcremig aufschlagen. Dann die
Schüssel in Eiswasser stellen und die Masse
schlagen, bis sie kalt ist. Schließlich die Sahne steif schlagen und unter die Eimasse heben. Dann die Aprikosen- und Stollenwürfel
sowie Nüsse unterheben. Schließlich eine
Parfaitform mit Frischhaltefolie auslegen,
die Masse einfüllen und über Nacht einfrieren. Parfait aus der Form lösen und in Scheiben auf der Schokoladensauce anrichten.
UND SO GEHT’S:
U N D S O G E H T ’ S : Die Erdnüsse hacken und
mit den Rosinen, dem Orangeat und dem
Rum vermischen. Alles zusammen 30 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit die Hefe mit 1 EL Zucker und etwas lauwarmer Milch verrühren
und 15 Minuten ruhen lassen. Das Mehl, den
restlichen Zucker und 250 g weiche Butter in
eine Schüssel geben. Die Hefemischung und
die restliche warme Milch zugeben und alles
zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt
an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen. Dann die Früchte und die Nüsse unterkneten und den Teig nochmals 30 Minuten
gehen lassen. Der Teig muss sich deutlich
vergrößern.
Den Backofen vorheizen. Währenddessen
den Teig noch einmal kneten und dann einen Stollen formen, indem Sie eine Kugel
machen, diese mit dem Nudelholz in der Mitte eindrücken und dann die beiden dicken
Enden übereinander legen. Dann den Stollen
auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 200°C 60 – 70 Minuten backen.
Den Stollen nach etwa 20 Minuten mit Backpapier abdecken, damit er nicht zu braun
wird.
Nach dem Backen den noch heißen Stollen
mit der restlichen Butter bestreichen und
dick mit Puderzucker bestreuen.
IMPRESSUM
Herausgeber: Weltladen-Dachverband e.V., Ludwigsstraße 11, 55116 Mainz • Verantwortlich/Redaktion: Christoph Seitz, Mitarbeit:
Stephanie Jänsch, Corinna Sager • Gestaltung: scrollan, Berlin • Bildnachweis: Titel DWP; S. 2+3 EL PUENTE, Stephanie Jänsch;
S. 4+5 Illustration scrollan; S. 6+7 DWP, EL PUENTE, GEPA; S. 8 DWP, EL PUENTE; S. 10 scrollan; S.11 Illustration scrollan •
WELT&LADEN wird unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
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Tipp: Wenn Du Broschen oder Anhänger basteln willst, kannst Du
das Bio-Plastik auch ausrollen und die Formen ausstechen.
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anders als andere
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