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935 Kb - Vereinigung zur Unterstützung krebskranker Kinder

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Unser
Sonnenschein
Mitgliederzeitschrift der Vereinigung zur Unterstützung krebskranker Kinder Zürich
Mai 2006
Jahresbericht des Präsidenten
Happy-End für Onko-Teddy
Spitalgruppe
Komplementärmedizin
Wirklich geheilt – was heisst das?
Eine Heilung von Körper und Geist in
möglichst angenehmer Atmosphäre
Dr. Eva Bergsträsser, Oberärztin Onkologie
Wochenende für Eltern, die ein Kind
verloren haben
Editorial
Jahresbericht
Warum?
Immer wieder stellen wir uns im täglichen
Leben diese Frage. Warum stehe ich in der
Migros immer an der Kasse, an der es nicht
weiter geht? Warum springt die Ampel
dann auf Rot, wenn ich gerade über die
Kreuzung will. Warum, warum …?
Erkrankt eines unserer Kinder schwer, verschieben sich diese Fragen auf eine ganz
andere Ebene, und man merkt schnell, dass
unsere Alltagsprobleme oft gar keine «richtigen» Probleme sind. Warum musste gerade unser Kind krank werden? Warum kann
mir niemand eine schlüssige Antwort geben? Warum gibt es nicht DAS Medikament
gegen Krebs? Warum, warum, warum …?
Leider geschieht es immer noch zu oft, dass
Kinder den Kampf gegen die Krankheit verlieren, und den Eltern nichts anderes übrig
bleibt, als loszulassen. Nun
wird das «Warum» noch quälender und unverständlicher.
Warum haben es andere Kinder geschafft, aber unseres
nicht? Warum konnte unserem Kind niemand helfen, zu
überleben? Warum haben
wir nicht noch andere Medikamente ausprobiert?
Fragen über Fragen, auf die wir leider oft
keine Antwort finden. Wir stehen mit dem
«Warum» alleine da. Auch wir von der
Vereinigung können viele dieser Fragen
nicht beantworten. Was wir aber können
und täglich sehr gerne tun, ist für die betroffenen Familien da sein, ihnen ein Umfeld
bieten, das sie versteht, und ihnen da
und dort eine kleine Last vom schweren
«Rucksack» abnehmen.
Auch in diesem Sonnenschein finden Sie
wieder Beispiele unserer Hilfe, Geschichten
über unsere Familien, aber auch wissenswerte Informationen zur Krankheit und
Termine zum Vormerken.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit beim
Lesen und grüsse Sie von Herzen
Daniel Ciapponi
Präsident
1. Allgemeines
Auch mit dem Vereinsjahr 2005
dürfen wir sehr zufrieden sein. In
einem nicht gerade einfachen wirtschaftlichen Umfeld ist es uns
gelungen, regelmässig grössere
und kleinere Spenden zu erhalten.
Ein Grosserfolg unter den Anlässen
war sicher die Weihnachts-Spendenaktion von Radio Munot in
Schaffhausen. Neben dem finanziellen Erfolg (fast 100'000 Franken) war vor allem die Verbundenheit mit unserer Vereinigung, welche während eines Monats in der
ganzen Region Schaffhausen zu
spüren war, ganz einfach unglaublich!
Ein weiterer Meilenstein war die
Neugestaltung unseres «Sonnenschein». Die vielen positiven Rückmeldungen haben uns gezeigt,
dass wir auf dem richtigen Weg
sind und die Zeitung Spass macht.
Geprägt war das Jahr 2005 leider
auch durch einen Anstieg der Neuerkrankungen und Behandlungen
auf der Onkologie im Kinderspital.
Dies gibt unserer Vereinigung und
unserer Arbeit auch in Zukunft ein
enormes Gewicht, denn mit unserer Hilfe können wir einige Probleme im Kinderspital verkleinern und
viele betroffene Familien auf ihrem
schwierigen Weg unterstützen.
2. Aus dem Vorstand
Der Vorstand kam im Jahr 2005 zu
sechs ordentlichen Sitzungen zusammen. Im Berichtsjahr wurde
60 Gesuchen entsprochen, nämlich
38 für finanzielle Soforthilfe, 5 für
ordentliche finanzielle Hilfe, 3 für
den Einsatz der Ländlichen Familienhilfe, 14 für die Behandlungskosten von Spätfolgen resp. für
verschiedene Therapien.
Esther Häusermann hat ihren
Rücktritt aus dem Vorstand erklärt.
2
Seit 1998 hat sie das Ressort Gesuche geführt. Mit viel Eigeninitiative
hat sie Reglemente erarbeitet, die
heute verbindliche Grundlage für
die Bewilligung von Gesuchen
sind. Esther Häusermann hat die
Gesuche von betroffenen Familien
stets umsichtig und kompetent
geprüft und dem Vorstand ihre
Empfehlungen abgegeben. Ihre
unkomplizierte und herzliche Art
hat die Zusammenarbeit im Vorstand bereichert und die Kontakte
zu vielen externen Stellen geprägt.
Wir haben Verständnis für ihren
Wunsch, sich Neuem zuzuwenden,
bedauern aber ihren Rücktritt sehr.
Unsere guten Wünsche und der
Dank aller für ihr grossartiges
Engagement begleiten sie.
Hanny Schauwecker – Vertreterin
der Spitalgruppe – tritt ebenfalls
aus dem Vorstand zurück. Sie hat
während drei Jahren die Interessen
und Anliegen der Spitalgruppe im
Vorstand vertreten und für einen
konstanten Informationsaustausch
gesorgt. Ihre langjährige Zugehörigkeit zur Spitalgruppe hat es dem
Vorstand ermöglicht, Einblicke in
die Aktivitäten und Zuständigkeiten der Spitalgruppe zu gewinnen
und konstruktive Impulse aufzunehmen. Ein Austausch, der für alle
Seiten vorteilhaft ist. Hanny Schauwecker hat ihre Aufgaben stets
engagiert und kritisch wahrgenommen. Wir danken ihr von ganzem
Herzen für ihr Mitwirken und wünschen ihr weiterhin alles Gute.
3. Spitalgruppe
Den Jahresbericht der Spitalgruppe
finden Sie auf unserer Homepage
www.kinderkrebs.ch.
4. Aktionen
Lotti Schicker hat sich mit klassischen Klängen des Jugendsinfonieorchesters und Mirjam Bernardi
mit ihren Tanzkünsten zum wie-
Happy-End für
Onko-Teddy
derholten Mal für die Vereinigung
engagiert.
Eine grosse Schar folgte der Einladung ins beliebte Sommerlager
Lenzerheide. Vom 30. Juli bis 6.
August hiess es geniessen, wandern, spielen, lachen, Gedanken
austauschen und neue Energie
tanken.
Im Oktober trafen sich Eltern,
die ein Kind verloren haben, zu
einem Austauschwochenende im
Schwarzwald.
Vom 4. bis 6. November konnten
24 Mütter ein erholsames HotelWochenende geniessen. Auch dieses Angebot findet alljährlich grossen Anklang.
«Conelli» klingt wie Weihnachten –
und so war es für viele unserer
Familien wieder ein zauberhaftes
vorweihnächtliches Vergnügen im
Circuszelt auf dem Bauschänzli.
Das Wochenende vom 10./12. März
gehörte den Vätern und ihren Kindern. Auf Skiern, Snowboards und
Schlitten waren sie unterwegs im
tiefen Schnee rund um Lenzerheide.
Mein herzlichster Dank für den
tollen Einsatz zu Gunsten der Vereinigung gilt natürlich auch all
jenen, die ich an dieser Stelle nicht
erwähnt habe.
5. Kinderspital
Obwohl das Personal auf der Onkologie oft am Limit seiner Möglichkeiten arbeitete, war die Zusammenarbeit äusserst freundschaftlich und konstruktiv. In nächster
Zeit werde ich mich wieder einmal
mit den Vertretern des Kinderspitals zu einem «Round Table»
treffen. Hier werden wir dann auch
die Stossrichtung für die Zukunft
besprechen, damit möglichst alle
Ressourcen optimal genutzt werden können. So stellen wir sicher,
dass unsere Familien von einer
Betreuung mit hoher Fachkompetenz und ausgeprägten menschlichen Qualitäten profitieren
können.
6. Rückblick – Ausblick
Unser aktualisierter Auftritt nach
aussen schreitet voran. Der neue
Sonneschein darf als geglückt
bezeichnet werden, und in wenigen Wochen verlässt die zweite
Ausgabe die Druckerei. In diesen
Minuten, während ich hier sitze
und diesen Jahresbericht schreibe,
geht unsere neue Homepage
«online». Hoffentlich haben Sie
genauso viel Freude mit dem
Resultat wie wir. Besuchen Sie uns
doch einfach auf www.kinderkrebs.ch und lassen Sie uns Ihre
Meinung – ob positiv oder negativ –
wissen!
Schon Antoine de Saint-Exupéry
hat anfangs des letzten Jahrhunderts folgendes bemerkt: «Wenn
Du ein Schiff bauen willst, dann
trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu
vergeben und Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten unendlichen Meer.» In diesem Sinne
wünsche ich mir möglichst viele
Menschen mit der Sehnsucht nach
gesunden Kindern und glücklichen
Familien.
Zum Schluss danke ich allen, die in
irgendeiner Form unsere Vereinigung unterstützen, von ganzem
Herzen. Wir freuen uns, Sie auch
weiterhin an unserer Seite zu
wissen.
Im Teddy-Summer war ich auf der
Quaibrücke zu bestaunen. Leute
blieben lachend stehen, vor dem
Auge ein komisches Ding, das
immer kurz surrte. Manchmal kitzelte es mich, wenn Kinder auf mir
herumstiegen. Es war cool, wie bei
einem Star. Aber ehrlich, wäre dem
auch so etwas Unerhörtes geschehen? Eines Nachts wurde mir der
Sonnenschein vom Kopf gerissen.
Autsch, das tat so weh! Doch ich
hatte Glück – mit guter Pflege
wurde ich geheilt. Eine Strapaze
war das! Auf den Lastwagen rauf,
ab ins Atelier und nach einer Weile
wieder zurück. Ich war ganz der
Alte. Wenig später – es muss Bärenpech gewesen sein – wurden mir
beide Arme abgerissen. Da war ich
aber sauer und sehr traurig. Die
Vereinigung hat sich um mich
gekümmert und mich sofort wieder
abholen lassen. Nie mehr musste
ich auf diese Brücke zurück.
Heute bin ich ganz gesund und
habe ein lässiges Zuhause im Kispi.
Ich freue mich auf euch Kinder,
wenn ihr mich in der Onkopoli
besuchen kommt. Ihr dürft mich
auch umarmen, ich mag das. Und
sollte mir je wieder etwas passieren, ist Schwester Christa nicht
weit. Bärenstark, oder?
Beringen, im April 2006
Der Präsident: Daniel Ciapponi
3
Spitalgruppe
Komplementärmedizin
Wirklich geheilt – was heisst das?
Ein wirklich geheiltes Kind ist der innige Wunsch aller Eltern eines an Krebs erkrankten Kindes.
Doch wann ist ein Kind wirklich geheilt? Genügt die schulmedizinische Behandlung ode braucht es
ergänzende Massnahmen? Viele betroffene Eltern beschäftigen sich mit solchen Fragen.
Aus einer ganzheitlichen Sicht ist
eine Krankheit nie nur etwas Körperliches, sie betrifft immer den
ganzen Menschen. Bei einer kindlichen Krebserkrankung steht die
schulmedizinische Behandlung an
erster Stelle. Sie bewirkt, dass die
Krebszellen zerstört werden. Sie
wirkt auf den Prozess der Erkrankung ein.
Nicht nur etwas gegen die
Krankheit, sondern auch etwas
für die Gesundheit tun
Komplementäre Methoden können
den Prozess der Gesundung unterstützen und aufbauend wirken.
Viele Methoden sind auf die Aktivierung der körpereigenen Regulation ausgerichtet. Sie zielen darauf
hin die innere Stimmigkeit und
gesunde Balance der verschiedenen Funktionen im Organismus
wieder herzustellen.
Durch meine Arbeit als Kindergärtnerin im Kinderspital Zürich ist
mein Bedürfnis gewachsen, mich
intensiver mit Gesundheit und
Krankheit auseinanderzusetzen.
Nebenberuflich habe ich eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin
absolviert und meine Diplomarbeit im Jahr 2003 zum Thema
«Komplementäre Möglichkeiten
bei onkologisch erkrankten Kindern» geschrieben. Als Grundlage
diente mir eine Umfrage, welche
ich zuvor bei 200 betroffenen
Eltern durchführte:
4
93 Eltern haben sich aktiv an der
Umfrage beteiligt.
• 80 Eltern (86%) hatten das
Bedürfnis zusätzliche Methoden zur Unterstützung des
Heilungsprozesses oder zur Verbesserung der Lebensqualität
ihres Kindes anzuwenden.
• 70 Eltern (75%) sammelten
Erfahrungen mit ergänzenden
Methoden.
Die meistgenannten Methoden, die
parallel oder nach der schulmedizinischen Behandlung angewandt
wurden, waren die Homöopathie,
die Anthroposophische Medizin
sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsstoffen. Als wichtigste Ziele wurden die Stärkung des
Abwehrsystems, die Linderung/
Minimierung von Nebenwirkungen der schulmedizinischen Behandlung und die Verbesserung
des psychischen und körperlichen
Befindens genannt. Fast 70% der
angewandten Massnahmen wurden als nützlich beurteilt. Deren
Einsatz wurde von den Eltern als
wichtig eingestuft. Insgesamt wurden über 30 Methoden genannt.
Viele Eltern wünschten sich mehr
Unterstützung/Information.
Der Weg ist immer individuell.
Er entsteht im Gehen.
Therapeuten und Verbände empfehlen, dass sich Eltern von Spezialisten der Schul- und Komplementärmedizin beraten lassen und
kompetente Fachpersonen zur
Behandlung beiziehen. Denn jede
Methode kann Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen, wenn
sie nicht richtig dosiert, unqualifiziert angwendet oder zum falschen
Zeitpunkt eingesetzt wird. Wichtig
ist, dass Eltern ihre Bedürfnisse im
Kinderspital ansprechen und eine
gute Zusammenarbeit stattfinden
kann. Die eingangs gestellten Fragen betreffend wirklicher Heilung
können nur individuell und persönlich beantwortet werden. Jedes
Kind wird auf eine andere Art krank
und gesund. Zudem sind die
Krankheitsverläufe wie auch die
Reaktionen auf die schulmedizinischen Therapien von Kind zu
Kind unterschiedlich. Die Lösung
soll in jedem Fall massgeschneidert
sein. Sie soll der schulmedizinischen Behandlung, der Krankheit,
dem Krankheitsverlauf und den
Beschwerden angepasst und dem
Kind in seinem biographischen
Kontext und seiner Persönlichkeit
gerecht werden. Das Kind soll
altersentsprechend miteinbezogen
werden.
Wichtig ist zudem die Förderung
der persönlichen Ressourcen. Es
soll abgewogen werden, wie viel
Zeit für zusätzliche Methoden eingesetzt wird. Das Kind soll rasch
wieder in sein Umfeld integriert
werden. Der Alltag eines Kindes
bietet in der Regel viele gesundheitsfördernde Tätigkeiten (körperliche Aktivitäten, Spielen in der
Natur, soziale Kontakte, kreative
Tätigkeiten). Das Erleben aller
gesunden Anteile und eigener
Fähigkeiten geben Kraft und unterstützen den Gesundungsprozess.
Ich wünsche allen Eltern, dass es
Ihnen gelingt, Ihren individuellen
Heilungsweg zusammen mit ihrem
krebskranken Kind zu finden.
Silvia Kaiser
Eine Heilung von Körper und Geist
in möglichst angenehmer Atmosphäre
Bungyjumping aus dem Spitalzimmer, Wasserpistolenschlachten von Bett zu Bett und viele
Geschichten mit dem Gurkenfritz…. Auch so kann eine Chemotherapie aussehen.
Ehrlich gesagt, hin und wieder
hatte ich fast vergessen, dass wir
uns in der Onkologie-Abteilung des
Kinderspitals Zürich befanden. Nur
die ewig piepsenden Infusionen
erinnerten noch daran, dass mein
vierjähriger Sohn sich ja eigentlich
im Ausnahmezustand befand, dass
in seinem Körper gerade ein Spitzenkampf zwischen den Giganten
«Gut und Böse» stattfand.
Natürlich war auch bei ihm die
anfängliche Diagnose niederschmetternd: Nicis Organe im
Bauch waren vom Krebs befallen
und stark vergrössert, bedingt
durch seine Leukämie vom Typ
reife B-ALL. Auch im Laufe der
Behandlung kamen immer wieder
Diagnosen dazu, die die ganze
Therapie erschwerten. Da das
zentrale Nervensystem, um ein
Beispiel zu nennen, bei Nici leider
auch vom Krebs befallen war,
wurde er der höchsten Risikogruppe zugeteilt, was die Behandlung noch intensiver machte.
Dies alles nahm ihm aber nur selten die Lust am Leben. Er machte
es mir leicht, oder machten wir es
uns vielleicht auch gegenseitig
leicht? Ich kann nicht mehr sagen,
wer’s zuerst tat, aber Tatsache war,
wir taten es!
Ich erinnere mich gerne ans Bungyjumping aus dem Fenster mit einer
kleinen Figur, die an einem langen
Gummiseil hing oder an die unzähligen Wasserschlachten mit der
Wasserpistole.
Auf diese Weise konnte Nici nebst
einigen schweren, auch viele glückliche und unbeschwerte Momente
erleben. Jeden Tag erwartete er
sehnlich die Kindergartenstunde
und
die
Krankenschwestern
schloss er mit der Zeit richtig ins
Herz.
Plötzlich rückte das Behandlungsende näher, und die erste Zeit
danach war sehr schwer. Aber auch
da konnte ich mich wieder auf
etwas stützen und aktiv mithelfen.
Ich fuhr mit Nici in die AeskulapKlinik in Brunnen, die ganzheitlich
ausgerichtet ist. Dort hörte ich,
dass mein Sohn grosse Chancen
hätte, vom Krebs völlig geheilt zu
werden. Dieser kleine Satz veränderte alles. Ich wusste, dass das
Wichtigste von nun an sein würde,
sein Immunsystem möglichst rasch
wieder aufzubauen. Freude am
Leben, viel Zuwendung, gesundes
Essen, genügend Schlaf und bei
Bedarf eine Behandlung mit
homöopathischen Kügelchen gehören seither einfach dazu.
Heutzutage, das heisst fünf Jahre
später, ist mir eines klar geworden:
Wir haben es zwar bis zum heutigen Tage nicht in der Hand, über
Leben und Tod zu entscheiden,
aber wir können nichtsdestotrotz,
bei allem, was uns und unseren
Liebsten im Laufe des Lebens passiert, versuchen, eine bestmögliche, angenehme Atmosphäre zu
schaffen.
Deshalb wünsche ich mir für die
Zukunft des Kinderspitals, dass
nebst der medizinischen Behandlung des Körpers auch eine ganzheitliche angeboten werden kann,
die vermehrt noch auf die Befindlichkeit und Psyche jedes einzelnen
Kindes eingeht. Auch Eltern mit
wenig Vorkenntnissen in Sachen
komplementärer Medizin sollten
über das breite Angebot ergänzender Möglichkeiten von Anfang an
gut informiert werden.
Tanja Schwarz
t.schwarz@ggaweb.ch
Nici heute als 9-jähriger sportlicher Junge
5
Aktuell
Wochenende für Eltern, die ein Kind
verloren haben
Das eigene Kind zu verlieren, gehört zu den schwersten Verlusten, die einen Menschen treffen
können. Kinder leben in einer Familie und damit ist der Tod eines Kindes nur ganz selten ein
Einzelschicksal. Die ganze Familie, und dazu gehören natürlich auch die Geschwister, sind von
dem schweren Schicksal betroffen.
Häufig haben wir vom Kinderspital
zusammen mit den kranken Kindern und ihren Familien eine lange
Wegstrecke zurückgelegt, woraus
für viele eine tiefe und auch prägende Verbundenheit entstanden
ist. Wenn ein Kind die letzten
Wochen oder Tage bis zu seinem
Tod zu Hause war, bestand oft ein
enger Kontakt zum Kinderspital,
vielleicht haben Hausbesuche
stattgefunden.
Nach dem Tod eines Kindes besteht
bei vielen Eltern und auch
Geschwistern der Wunsch nach
Austausch, um den schweren Verlust besser verarbeiten zu können
und wieder Mut und Zuversicht
für den weiteren Lebensweg, den
eigenen wie den der Familie, zu
gewinnen.
Die Vereinigung zur Unterstützung
krebskranker Kinder Zürich und
das Onkologie-Team haben sich
Gedanken gemacht, wie diese
Bedürfnisse und Wünsche aufgenommen werden könnten. Es entstand die Idee, ein Wochenende für
betroffene Familien zu gestalten
und professionell zu begleiten.
Dabei soll die Zeit, die seit dem
6
Tod des Kindes vergangen ist, berücksichtigt werden. Für das erste
Wochenende vom 29. September
bis 1. Oktober sollen Familien angesprochen werden, die ihr Kind in
den vergangenen zwei Jahren verloren haben. Die Gestaltung und
Begleitung dieses Wochenendes
wird von MitarbeiterInnen des
Onkologie-Teams des Kinderspitals
übernommen, dazu gehören:
Dr. Eva Bergsträsser, Rosanna
Abbruzzese, Daniel Zehnder und
Inge Meier Wendling. An diesem
vorgesehenen Wochenende werden Familien angesprochen, deren
Kind vor mehr als 2 Jahren verstorben ist. Es wird von Käthy Stauber
von der Stiftung Begleitung in Leid
und Trauer gestaltet und begleitet.
Die Aufteilung begründet sich aus
der Überlegung, dass sich Trauerprozesse mit dem zeitlichen Abstand vom Tod verändern und es zu
einer Ablösung von den betreuenden Personen des Kinderspitals
kommt. Deshalb wird das Wochenende für Familien, für die der
Verlust schon länger zurückliegt,
nicht vom Kinderspital-Team
begleitet.
Das Wochenende soll in angenehmer Umgebung die Möglichkeit
bieten, sich kennen zu lernen, in
Gruppen über Themen der Trauer
zu sprechen und Wege zu finden,
mit diesem Schicksal neue und alte
Lebensperspektiven zu finden. Für
Geschwister werden eigene Gruppen angeboten, in denen sie ihren
Fragen nachgehen können, daneben wird es auch mit den Eltern
gemeinsame Stunden geben und
genügend Zeit für Spiel und Bewegung unter Aufsicht von Helferinnen der Vereinigung. Es erscheint
uns wichtig, die ganze Familie
anzusprechen und Geschwisterkinder zu integrieren.
Wir freuen uns auf dieses erste
Wochenende, für das die Einladungen bereits verschickt wurden.
Dr. Eva Bergsträsser
Oberärztin Onkologie
Danke, Merci!
Eine Erfahrung fürs Leben
Das Schaffhauser Lokalradio Radio Munot organisiert jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit eine
Sammlung für einen guten Zweck.
Im Jahr 2005 organisierte und
betreute ich die Weihnachtsaktion
und nach einigen Überlegungen
und Gesprächen mit verschiedenen Institutionen entschieden wir
uns, dieses Mal für die Vereinigung
zur Unterstützung krebskranker
Kinder zu sammeln. Dies nicht
zuletzt, weil mit dem Präsidenten
Daniel Ciapponi ein Schaffhauser
an der Spitze mit dabei ist.
den Tod seines Sohnes Emilio, was
mich sehr berührte. Was mich aber
am meisten beeindruckt hat, ist,
wie selbstverständlich die Kinder
und Jugendlichen auf der Onkologie-Station mit ihrer Krankheit
umgehen, wie sie ohne mit der
Wimper zu zucken, bei einer weiteren Spritze oder Untersuchung
mitmachten und wie wenig sie mit
ihrem Schicksal hadern.
Unser Ziel war, vom 1. bis 25. Dezember 60’000 Franken zu sammeln. 60’000 Franken, um damit
in der Onkologiestation einen
zusätzlichen Psychologen in einem
50-Prozent-Pensum zu finanzieren.
Um unseren Hörern die Thematik
näher zu bringen, und aufzuzeigen,
wie schwierig der Alltag für eine
Familie mit einem krebskranken
Kind ist, gestaltete ich 18 RadioBeiträge rund um das Thema
Kinderkrebs. Dabei konnte ich mit
verschiedenen Ärzten und Psychologen am Kinderspital sprechen
und lernte so den Ablauf und den
Alltag in der Onkologie-Station
kennen. Ich machte eine Reportage
über das Kommen und Gehen in
der Onko-Poli-Klinik, und zudem
waren mehrere betroffene Familien
und Kinder bereit, mir ihre
Geschichte zu erzählen.
Auch Daniel Ciapponi sprach sehr
offen über seine Erlebnisse und
Diese Weihnachtsaktion war für
mich eine sehr spannende und
intensive Erfahrung, die mich sehr
bewegt hat und die ich sicherlich
nie vergessen werde. Ausserdem
stiess das Thema auch bei unseren
Hörern auf ein sehr positives Echo.
Schon nach wenigen Tagen hatten
wir mehrere tausend Franken versprochene Spendengelder. Viele
Vereine und Geschäfte beteiligten
sich mit Aktionen an der Sammlung und auch die Spezialaktionen
von Radio Munot waren ein grosser
Erfolg. Beim grossen SpendenWunschkonzert am 16. Dezember
kamen an einem Tag 10’000
Franken zusammen und auch die
Guezli-Verkäufe von Radio Munot
und der Vereinigung in der Schaffhauser Altstadt liefen sehr gut.
Innerhalb weniger Stunden waren
alle Guezli-Säckli verkauft und der
Glühwein ausgetrunken. Die Rückmeldungen unserer Hörer waren,
wie gesagt, sehr positiv. Viele
begrüssten es, dass wir ein Schweizer Projekt und zudem eines, dass
Kindern und ihren Familien zugute
kommt, unterstützen.
Schliesslich wurde unser Spendenziel bei weitem übertroffen, und
wir konnten Daniel Ciapponi am
12. April einen Check in der Höhe
von 104 700 Franken überreichen!!
So viel Geld wurde bei Radio Munot
noch nie für ein Schweizer Projekt
gesammelt, und ich möchte mich
an dieser Stelle noch einmal
beim Kinderspital Zürich, bei den
betroffenen Familien und Daniel
Ciapponi für die gute Zusammenarbeit bedanken.
Ursi Friolet, Redaktorin bei Radio Munot,
Schaffhausen
Für alle anderen kleinen und grossen Spenden möchten wir uns auch an dieser Stelle herzlich bedanken!
HERAUSGEBERIN: Vereinigung zur Unterstützung krebskranker Kinder Zürich, Hadlaubstrasse 115, 8006 Zürich,
PC: 80-22026-8, www.kinderkrebs.ch
PRÄSIDENT: Daniel Ciapponi, Oberdorf 38, 8222 Beringen, Mobile 076 589 90 09, Fax 052 572 24 30, welcome@danielciapponi.ch
SEKRETARIAT: Franziska Derungs, Hadlaubstrasse 115, 8006 Zürich, Tel. 044 350 32 93, Fax 044 350 32 94, f.derungs@bluewin.ch
SPENDENWESEN: Sylvia Bluntschli, Tel. 044 462 24 14, Fax 044 462 24 20, s.bluntschli@bluewin.ch
REDAKTION UND KONTAKT: Ursula Baumann, Gartenstrasse 7, 8102 Oberengstringen, Mobile 076 586 11 85, Tel. 044 751 11 85
ursi_baumann@bluewin.ch
LAYOUT UND PRODUKTION: Werbung Neuhaus GmbH, 8565 Hugelshofen; DRUCK: Mattenbach AG, 8411 Winterthur
IMPRESSUM
7
Bericht
Skiweekend 2006, 10. – 12. März 2006,
Sanaspans Lenzerheide
Freitagabend – Der Schule und dem Alltagstress entflohen, treffen sich mehr als 40 Kinder mit
ihren Vätern im Lagerhaus Sanaspans in der Lenzerheide.
Nach dem Zimmerbezug und der
Begrüssung durch Richard Schöb
dürfen wir das Nachtessen der
gastgebenden Familie Meier geniessen. Mit Jassen, vielen anderen
Spielen und anregenden Gesprächen vergeht die Zeit an diesem
Abend wie im Nu. Gegen Mitternacht wird es ruhig im Haus, denn
junge und ältere Ski- und Snowboardfahrer wollen am nächsten
Tag fit und ausgeschlafen auf die
Pisten.
Früh am Morgen stürmen bereits
die ersten Wirbelwinde durchs
Haus. Sie können es kaum erwarten auf die Piste zu gelangen.
Draussen zeigt sich das Wetter leider nicht von seiner besten Seite.
Dies hält uns nicht davon ab von
Kopf bis Fuss warm angezogen die
Skis und Boards unter die Arme zu
nehmen und die in dieser Jahreszeit immer noch tief verschneiten
Hänge aufzusuchen.
Obwohl die Lifte und Sesselbahnen
der oberen Sektionen aufgrund des
Wetters nicht benutzbar sind,
geniessen die mitgereisten Väter
und ihre Kinder die Zeit im Schnee.
Viele nützen die Gelegenheit um
miteinander die perfekt präparierten Pisten hinunterzurasen, zu
schlitteln oder einfach den kühlen
Märztag zu geniessen. Die mitgereisten Leiterinnen und Leiter
ermöglichen es den Vätern am
Samstag und am Sonntag eine klei-
ne oder grössere Verschnauf- oder
Kaffeepause einschalten zu können, denn liebevoll kümmern sie
sich um die Kids und lernen diese
den Skilauf oder fahren mit ihnen
Schlitten.
Im Laufe des Nachmittags trudeln
die müden Schneesportler wieder
im Lagerhaus ein. Ping-Pong, Billard, Eile mit Weile und viele andere Spiele werden miteinander und
gegeneinander ausgetragen. Kleine
und Grosse geniessen die ungezwungenen Stunden am Abend.
Die gemeinsame Zeit, der Erfahrungsaustausch und die Erholung
vom Alltag sind für alle sehr wertvoll.
Nach dem Aufräumen und Zusammenpacken verlassen wir am
Sonntag das Lagerhaus Sanaspans.
Der starke und zuweilen bissig
8
kalte Wind verunmöglicht es
erneut, die oberen Sektionen
befahren zu können. Mit klammen
Fingern und von der Kälte gezeichneten Gesichtern wird am Sonntag
das eine oder andere Mal das
Restaurant aufgesucht, um sich mit
einer heissen Ovo oder einem
Hauskaffee aufzuwärmen.
Das frostige Wetter hat jedoch keinen Einfluss auf die gute Stimmung. Im Laufe des Nachmittags
verabschieden sich die ersten und
treten dankbar und mit schönen
Erinnerungen im Gepäck die
Heimreise an.
Ein grosses Dankeschön gehört der
Vereinigung krebskranker Kinder
und dem Leitungsteam unter der
Führung von Richard Schöb, welches vor Ort für eine gute Stimmung besorgt war. Es hat viel zu
den sportlichen Fortschritten der
Kinder und der Entlastung der
Väter an diesem Wochenende beigetragen.
Im Wissen ein schönes, erholsames
und erlebnisreiches Skiweekend
2006 verbracht zu haben, freut sich
schon manch ein Teilnehmer auf
das Weekend im kommenden Jahr.
Andreas Wirth
Unsere Vereinigung
Agenda
Es ist wichtig, im Alltag entlastet
zu werden
Nach dem Spitalaufenthalt benötigen das Kind, seine Eltern und
Geschwister weiterhin Unterstützung. Der Alltag hat sich durch den
Krebs verändert: Vieles, was zuvor selbstverständlich war, ist in Frage gestellt worden, und die Sorge um das kranke Kind prägt die
familiäre Situation.
Unsere Vereinigung bietet u.a.:
– Die Finanzierung einer Haushalthilfe für betroffene Familien.
– Sofortige finanzielle Unterstützung der in Not geratenen Familien.
– Einmal jährlich ein ärztlich und pädagogisch betreutes Ferienlager für krebskranke
Kinder und ihre Familien.
– Die Möglichkeit eines Kuraufenthaltes für die ganze Familie in einer
Rehabilitationsklinik.
– Ein Väter-Kinder-Skiwochenende.
Unsere Hilfe erleichtert den Wiedereinstieg ins vertraute Leben.
Nur wenn über Krebs und die Folgen offen gesprochen wird,
erhalten die kranken Kinder und ihre Familien die nötige Unterstützung. Mit unserer Tätigkeit sensibilisieren wir die breite Öffentlichkeit für die schwierige Situation der betroffenen Familien.
Dazu gehört auch der Dialog zwischen Kind, Eltern und Schule.
Wenn die Lehrperson, die Mitschüler und Mitschülerinnen über die
Krebserkrankung informiert sind, wird das betroffene Kind in seiner
Klasse integriert bleiben.
Unsere Vereinigung bietet:
– Finanzielle Hilfe für die Behandlungen von Spätfolgen bei krebskranken Kindern
(Therapien, Stütz- oder Heimunterricht, Privatschulen, usw.).
– Die finanzielle Unterstützung der «Schweizer Forschungsstiftung Kind und Krebs»,
die von unserer Vereinigung initiiert wurde.
– Die Organisation eines Symposiums zum Thema «Krebs im Kindesalter».
– Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit anderen verwandten Organisationen wie
zum Beispiel den Krebsligen und der «Schweizer Forschungsstiftung Kind und Krebs».
Sommerlager
in der Lenzerheide
29. Juli – 5. August 2006
Wochenende für Eltern,
die ein Kind verloren haben
29. September – 1. Oktober
Erholungswochenende
für Mütter
3. – 5. November 2006
Symposium in Zürich
Samstag, 18. November 2006
Auch das Kinderspital kann auf
uns zählen
Wir legen grossen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den
Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden der Onkologie-Abteilung des
Kinderspitals Zürich.
Unsere Vereinigung bietet:
– Die ganze oder teilweise Finanzierung von Stellen des Onkologie-Ärzte-Teams
am Kinderspital.
– Die teilweise Finanzierung einer Sekretariatsstelle im onkologischen Bereich des
Kinderspitals.
– Einen finanziellen Beitrag an die onkologische Aus- und Weiterbildung derÄrzte,
Ärztinnen und Pflegenden des Kinderspitals.
– Die Mitfinanzierung von medizinischen Geräten und Einrichtungen am Kinderspital.
Helfen können wir nur,
wenn uns geholfen wird.
www.kinderkrebs.ch
Herzlichen Dank für Ihre Spende!
PC 80-22026-8
Kaffeetreffen
Die Kaffeetreffen finden alle vierzehn
Tage am Donnerstag von 14.30 bis
15.30 Uhr im Personalrestaurant des
Kinderspital Zürich statt. Die Spitalgruppe freut sich auf Ihren Besuch!
Die nächsten Daten:
1. Juni, 15. Juni, 29. Juni,
13. Juli, 27. Juli, 10. August,
24. August, 07. September,
21. September, 5. Oktober,
19. Oktober, 2. November,
16. November, 30. November,
14. Dezember, 28. Dezember
9
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Seele and Geist
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