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FREITAG | 24. OKTOBER 2014
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ZEITUNG FÜR WARSTEIN UND DAS MÖHNETAL
B
D TAG DER BIBLIOTHEKEN Katholische öffentliche Büchereien im Möhnetal
DREI FRAGEN AN
Pfarrer Markus Gudermann, Leiter des Pastoralverbunds Möhnetal
Schon die Kleinen für das Lesen begeistern
Gleich drei katholische öffentliche Büchereien versorgen die Menschen im Möhnetal mit Literatur
FOTO: TANJA FROHNE
gen Lehrerwohnung gegenüber der
heutigen Grundschule.
Obwohl sich die Einzugsgebiete
der Büchereien nicht überschneiden und trotz des relativ kleinen
Medienbestands von jeweils rund
4000 Büchern, CDs, DVDs und Kassetten versuchen die Büchereien,
mit bestimmten Angeboten ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. In
Allagen hat das Team um Eva-Maria
Simon die Zielgruppe der Senioren
ins Auge gefasst. „Wir haben Bücher
in Großdruck angeschafft und veranstalten Vorlesenachmittage im
Seniorenkreis“, sagt sie. In MüSiWa
werden regelmäßig auch etwas
seichtere Romane gekauft, weil sich
das viele Leserinnen wünschen, erklärt Regina Schulte.
Von Thorsten Streber
„In den Büchereien
wird der Glaube
vermittelt“
Drei katholische öffentliche Büchereien (KöB) für rund 12 000 Einwohner – nirgends im Stadtgebiet ist
das Büchereiangebot vielfältiger als
im Möhnetal. Pastoralverbundsleiter
Markus Gudermann spricht im Interview über die Bedeutung und über
die Zukunft der KöBs.
1
Welche Bedeutung haben die
drei katholischen öffentlichen
Büchereien für das Gemeindeleben
im Möhnetal?
Vom Grundsatz her sind sie natürlich sehr wichtig. Wir schreiben in
unserem Pastoralkonzept von so genannten pastoralen Orten, an denen
der Glaube weitergegeben wird. Dazu zählen auch die katholischen öffentlichen Büchereien. Sie sind Orte, an denen nicht nur Wissen, sondern eben auch der Glaube vermittelt wird. Wenn man so will, haben
sie eben auch einen missionarischen Auftrag.
2
Wird das Angebot der Büchereien in den Ortschaften des
Möhnetals denn noch ausreichend
angenommen?
Nach meinem Eindruck schon. Andererseits kann man schon merken,
dass etwa sonntags nach dem Gottesdienst weniger Menschen in die
Büchereien gehen als noch vor einigen Jahren. Und auch die Zielgruppe
der Kinder wird alleine durch die demografische Entwicklung kleiner. Im
Großen und Ganzen können die Büchereien mit dem Zulauf aber zufrieden sein, denke ich.
3
Pastoralverbünde werden zusammengelegt, Kirchen geschlossen – ist das kleinteilige Büchereiangebot angesichts dieser
Entwicklungen zukunftsfähig?
Das Gemeindeleben war früher sehr
auf den Kirchturm bezogen und die
katholischen öffentlichen Büchereien in unserem Pastoralverbund
stammen noch aus dieser Zeit. Für
die Nutzer ist das ortsnahe Angebot
wirklich gut, sie können meist zu
Fuß in die Bücherei gehen. Andererseits könnten bei einem Zusammenschluss Synergien genutzt werden.
Dann müsste das Grundangebot
nicht drei Mal parallel vorgehalten
werden. Das kann in einigen Jahren
also vielleicht Thema werden. Bislang haben wir aber noch keine
Überlegungen in diese Richtung angestoßen. Mein Grundsatz ist: Wenn
etwas lebt und funktioniert, sollte
man nicht daran rütteln, indem man
die Büchereien etwa zwangsweise
zusammenlegen würde.
Möhnetal. Einen neuen Bestseller
vor allen anderen lesen – als Mitarbeiter einer Bücherei geht das jederzeit. „Freies Bücherschmökern“, so nennt Lisa Simon die
größte Belohnung für ihre ehrenamtliche Hilfe in der katholischen
öffentlichen Bücherei (KöB) in Allagen, „und wir dürfen sogar mitentscheiden, welche Bücher angeschafft werden.“ Die Einrichtung in
Allagen ist eine von drei KöBs im
Pastoralverbund Möhnetal – eine
Büchereidichte mit Seltenheitswert.
Insgesamt 19 Mitarbeiter sind allein in Allagen engagiert, darunter
auch viele junge Frauen wie die 25
Jahre alte Lisa Simon. Ihre Mutter
Eva-Maria Simon ist überhaupt erst
durch die Tochter zur Bücherei gekommen, nach einer Ausbildung
zur kirchlichen Büchereiassistentin
leitet sie heute die KöB. „Als
Schwester Franzinis die Bücherei
1977 eröffnete, hat sie Hauptschüler angesprochen, später hatte sie
eine Zeit lang ausschließlich jugendliche Mitarbeiter“, erklärt EvaMaria Simon die Verbundenheit der
Allagener Jugend zu ihrer Bücherei.
„Bücher, die vor
fünf Jahren
aktuell waren,
kann man beinahe
ausrangieren.“
Regina Schulte, Mitarbeiterin der
KöB MüSiWa
Sabina Roderfeld ist mit 17 Jahren eine der jüngsten Mitarbeiterinnen. „Man arbeitet nicht nur mit Büchern“, beschreibt sie ihr Engagement, „sondern hat auch viel Kontakt mit den Menschen, insbesondere mit Kindern.“ Denn um die Kleinen für das Lesen zu begeistern,
beteiligen sich alle Büchereien im
Möhnetal etwa an der Lesestart-Aktion. „Außerdem haben wir ein
sehr großes Angebot für Kindergarten- und Schulkinder“, erklärt
Eva-Maria Simon.
Denselben Schwerpunkt setzt
die KöB MüSiWa. „Dadurch, dass jede Gemeinde ihre eigene Bücherei hat, können
die Kinder auch mal
Ein Stempel für jedes
neue Buch: Regina
Schulte kennzeichnet
die Neuanschaffungen
der KöB Sichtigvor.
Stolz auf ein junges Team: Eva-Maria Simon betreut die KöB Allagen unter anderem zusammen mit Christina Plesser (25), Lea
Bilke (15), Sabina Roderfeld (17) und Lisa Simon (25, von links).
FOTOS: THORSTEN STREBER
alleine vorbeikommen, um neue
Bücher auszuleihen“, sagt Regina
Schulte, während sie neu angeschaffte Kinderbücher für den Verleih vorbereitet.
Angesagt sind derzeit elektronische Stifte wie „Tiptoi“ oder „Ting“,
die Kinder an markierte Stellen halten können, um Wörter oder Melodien abzuspielen. „Die Literatur ist
schnelllebiger geworden“, hat Regina Schulte beobachtet, „Bücher, die
vor fünf Jahren noch aktuell waren,
kann man beinahe ausrangieren.“
Kostenlose Ausleihe
Seit etwa 17 Jahren gehört sie zu
den derzeit sechs ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen in Sichtigvor. „Die
jungen Jugendlichen sind seitdem
als Kunden fast komplett weggefallen“, beschreibt sie Veränderungen,
„obwohl wir versuchen mit den bestehenden Möglichkeiten ein gutes
Angebot zu schaffen.“
Gemeinsam
beschließt
das
Team, welche
Bücher angeschafft werden.
„Die Bestseller
sind in der Regel
mit dabei.“
Für die Ausleihe müssen Büchereikunden in
Sichtigvor nicht
zahlen. „Wir er-
heben bloß Gebühren, wenn die
Medien zu spät zurückgegeben werden“, erklärt Regina Schulte, „aber
das handhaben wir sehr human.“
Ähnlich handelt die KöB Belecke.
„Das Soziale steht bei uns im Vordergrund“, betont Horst Gesing,
einer von nur zwei Männern, die
sich in der Bücherei engagieren.
Etwa die Hälfte der Finanzmittel
muss innerhalb der Kirchengemeinde aufgebracht werden, etwa über
Kollekten oder Bücherflohmärkte.
Dann stockt das Erzbistum den Etat
um etwa dieselbe Summe auf. Die
KöB Allagen verlangt zudem einen
Jahresbeitrag von fünf Euro pro Familie. „Egal ob sechs Familienmitglieder auf die Karte ausleihen oder
nur eine“, betont Eva-Maria Simon.
Katholische öffentliche Bücherei
– den etwas sperrigen Namen erklärt Eva-Maria Simon ganz einfach: „Katholisch, weil ein Teil der
Bücher einen religiösen oder lebenspraktischen Hintergrund hat,
und öffentlich, weil wir unsere Kunden nicht nach der Konfession, sondern offen für alle sind.“
Alle drei Büchereien blicken auf
eine lange Geschichte zurück. In
Allagen wird in Unterlagen des Borromäusvereins, dem die KöBs angehören, erstmals 1899 eine Bücherei
erwähnt.
Margret Schluer kann sich daran
erinnern, vor rund 50 Jahren schon
als Kind die katholische Bücherei in
Belecke besucht zu haben. „Wir waren immer bei Fräulein Sonnenschein und Frau Schulte“, erzählt
sie, „jahrelang in der alten Vikarie
an der Propsteikirche, bevor die Bücherei 2004 ins Heilig-Kreuz-Zentrum gezogen ist.“ Die KöB MüSiWa
war früher im Pfarrhaus untergebracht, inzwischen stehen die Regale seit vielen Jahren in der ehemali-
Schwerpunkt Kinderspiele: Margret Schluer, Horst Gesing und Verena Plesser (von
links) gehören zum Team der KöB Belecke.
Adressen und Öffnungszeiten
: Katholische öffentliche Bücherei Allagen im katholischen Pfarrheim, Kirchweg 2.
: Öffnungszeiten: mittwochs
: Öffnungszeiten: mittwochs
16.30 bis 18 Uhr, donnerstags 10
bis 11.30 Uhr, sonntags 10.15 bis
12.15 Uhr.
17.30 bis 18.30 Uhr, freitags
15.30 bis 17 Uhr, sonntags 10 bis
11 Uhr sowie nach dem Gottesdienst.
: Katholische öffentliche Büche-
: Katholische öffentliche Büche-
: Öffnungszeiten: mittwochs 15
rei Belecke im Heilig-Kreuz-Zentrum, Adolf-Kolping-Straße 3.
Mit Pfarrer Markus Gudermann
sprach Thorsten Streber.
Abgrenzung zur Stadtbücherei
In Belecke ist die Konkurrenzsituation eine ganz besondere – durch
die Stadtbücherei in Stütings Mühle, die einen dreimal so großen Medienbestand vorweisen kann als die
KöB. „Kinderspiele machen uns
aus“, weist Mitarbeiterin Verena
Plesser auf ein großes Spielregal,
„sowas gibt es in Stütings Mühle
nämlich gar nicht.“
Viele Leser hätten aber auch beide Bücherei-Ausweise, weiß auch
Angelika Krüger, die Leiterin der
Stadtbücherei: „Und dann wird ein
ausgeliehenes Buch auch schon einmal an der falschen Stelle wieder abgegeben.“ Sie freut sich über die Büchereivielfalt im Möhnetal: „Gäbe
es die katholischen Büchereien
nicht, könnten wir das alleine gar
nicht stemmen.“
rei Mülheim-Sichtigvor-Waldhausen im Pfarrheim, Ordensritterweg
3.
bis 16 Uhr, sonntags 10.30 bis 12
Uhr.
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