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Kultur
Ostthüringer Zeitung
OCKU
Kulturservice
Nebenbei
Nicht zum
Schmunzeln
Vom .. bis ..
Theater
Sabine Wagner denkt über
Grenzgeschichten nach
Ein Kollege erzählte mir unlängst, sein Sohn habe in einem
Hotel geheiratet, durch das die
thüringisch-sächsische Landesgrenze verläuft. Die Trauung
fand in der Gartenanlage statt –
im Sächsischen. Bei Regen wäre
die Hochzeitsgesellschaft in
eine der Räumlichkeiten und
damit auf Thüringisches Terrain
ausgewichen.
Das heutige Romantik-Hotel
war im 17. Jahrhundert Zollstation und ein Eldorado für Zechpreller, die sich so ganz schnell
dem Arm des Gesetzes durch
Flucht vom einem zum anderen
Land entziehen konnten.
Nicht zum Schmunzeln sind
Grenzgeschichten aus jüngerer
deutscher Vergangenheit, wie
derzeit zahlreiche Verlagspublikationen mit Blick auf den
9. November dokumentieren.
An der 1350 Kilometer langen
Grenze zwischen den beiden
deutschen Staaten verloren
mehr als 1000 Menschen ihr Leben. Die Fakten sind bekannt,
aber es sind auch die leisen Geschichten, die das ganze Ausmaß der Willkür deutlich machen.
Rainer Küster und Antje Veckenstedt haben sie in ihren
„Grenzgeschichten aus Bayern,
Thüringen und Hessen“, erschienen im Wartberg Verlag,
aufgeschrieben. Die Autoren erzählen Episoden vom Leben im
Sperrgebiet und dem Dorf Liebau im südlichsten Zipfel des
Landkreises Sonneberg. Das
Dorf verschwindet von einem
Tag auf den anderen, weil sich
seine Bewohner samt Vieh, Hab
und Gut auf den Weg Richtung
Westen machten. Sie erzählen
von einer Liebesgeschichte im
Schatten der Grenzanlagen und
davon, warum der Volksmund
für den Interzonenzug den Begriff „Mumienexpress“ erfand.
Und sie erzählen von einem
Herbsttag vor 25 Jahren, an dem
die Mauer fiel und Bürger der
DDR ohne Angabe von Gründen reisen und sich ihr Reiseziel
selbst aussuchen konnten.
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Programmänderung
in der Plinzmühle
Milda. Das für Samstag, 1. November, angekündigte Konzert
mit André Baldes & Band in der
Plinzmühle muss wegen Erkrankung abgesagt werden.
An ihrer Stelle werden Thomas Lautenknecht & Jan de Weber aus Dresden erwartet. Im
Gepäck haben die Künstler zauberhafte Lieder über kleine und
große Dinge des Lebens. Neben
eigenen Liedern haben die Musikclowns auch Gedichte unter
anderem von Ringelnatz, Tucholsky, Heinz Erhardt und Villon vertont. Das Konzert beginnt 20 Uhr.
. Oktober / . November 
Licht auf Knopfdruck, das gab es in Gera erstmals  in der Färberei Hirsch.  erhielt Schloss Osterstein elektrisches Licht. Bei der Umgestaltung der Salvatorkirche wurde die neue Energie genutzt, um Gottes Licht im Deckenrelief per Glühbirne zu entzünden. Das gibt es nur hier.
Fotos (): Uwe Gaasch
Gebaute Reformation
Die Geraer Salvatorkirche, der Innenraum wurde  im Jugendstil ausgebaut, ist ein lutherischer Memorialbau
Von Angelika Bohn
Gera. 1819 wird die zum Reformationsjubiläum in Auftrag gegebene kleine Bronzeglocke in
den Turm der Salvatorkirche gebracht. Sie wiegt „nur“ 550 Kilo,
unterscheidet sich aber durch
ihre an das „dritte Jubelfest der
Kirchenerneuerung“ erinnernde Inschriften von ihren beiden
schwereren Schwestern.
Wie viel in der Salvatorkirche
Gera auf Luther zurückgeht und
an die Reformation erinnert,
lässt man sich am besten bei
einem Besuch vor Ort erklären.
So überbordend ist die Fülle an
programmatischem Luthertum
in dieser prachtvollen Kirche
Gockeninschrift
„Ich preise laut durch meinen Ton,/ die heilsame
Reformation,/ wollt aber
Ihr sie würdig feyern,/
müsst ihr des Herzens
Tempel auch erneuern.“
Darunter stand die Anmerkung: „Diese Glocke
nehmlich war bestimmt
zum dritten Jubelfeste der
Kirchenverbesserung den
31. October 1817.“
1917 wurden die Glocken eingeschmolzen.
mit ihrem Jugendstilschmuck.
Das beginnt schon mit dem
Jahr der Grundsteinlegung:
1717. Zum 200. Reformationsjubiläum ist Baubeginn auf dem
Nicolaiberg. Der verdankt seinen Namen einer dem heiligen
Nikolaus geweihten Kapelle.
Die Finanzierung teilen sich,
wie bis ins 20. Jahrhundert in
Gera vielfach üblich, Landesfürst und Bürgerschaft. Die kleine Nikolaus-Kapelle war 1333
unmittelbar jenseits der Stadtmauer errichtet worden und
diente den in die Stadt drängenden Händlern auch schon mal
zum Warenumschlag, erfährt
der Besucher von Frank Hiddemann, seit 2009 Pfarrer von St.
Salvator und Kulturbeauftragter
der Evangelischen Kirche in
Mitteldeutschland.
Als die Geraer Lutheraner
1717 am Ort der 30 Jahre zuvor
abgebrannten Kapelle die neue
Kirche errichten lassen, folgen
Baukörper und Innenausstattung ganz dem Ideengut der Reformation. Sobald der Gläubige
den Kirchensaal betritt, wird
sein Blick auf den Altar gelenkt.
Doch seit Luther sind Abendmahl und Predigt eine Einheit
und darum platziert der Baumeister David Schatz die Kanzel
genau über dem Altar. Den barocken Saalbau umrunden innen
zwei Emporen und über der
Kanzel, das belegen historische
Fotos aus dem 19. Jahrhundert,
wird damals die Orgel platziert.
Kürzlich erst ist eine Ausstellung im Greizer Sommerpalais
eröffnet worden, die sich mit der
Geschichte und Bedeutung des
evangelischen Gesangbuchs beschäftigt. In St. Salvator wurde
das Luther-Programm – Sakramente, Predigt und der gemeinsame Gesang der Gemeinde –
zum 200. Reformationsjubiliäum in Gera quasi „in Stein gemeißelt“. Noch eine Besonderheit gibt es, die heute nicht mehr
sichtbar ist: Die beiden flachen
Treppen zum Altar liegen genau
im Linienverlauf der Stadtgrenze. Nicht nur symbolisch sitzt so
die Gemeinde innerhalb der
Stadtmauern,
Jesus
aber
draußen bei den Ausgestoßenen.
Kurz vor der Wende zum
20. Jahrhundert wird die monumentale Treppe errichtet, die
man heute zur Kirche hinaufsteigt. Dann regt Pfarrer Lüder
die Umgestaltung des Innenraums an, der 1903 innerhalb
von acht Monaten nach Plänen
des Geraer Stadtbaurates Adolf
Marsch und dank der Kunstfertigkeit mitteldeutscher Handwerker im Jugendstil erfolgt.
Ziel ist, eine von Licht durchflutete Kirche zu haben. Darum
wird die obere Empore nur auf
der Westseite erhalten, auch die
Orgel wechselt den Platz. Sie
wird auf der Westseite neu errichten und erhält ein prächtiges
Jugendstilprospekt. Die untere
Empore wird im Chor abgerissen. Das ermöglicht den Einbau
von drei großen Fenstern. Fenster bekommt die Kirche auch auf
der Süd- und Westseite.
Vom Türschmuck, über die
Wangen der Bänke mit ihrem ornamentalen Schnitzwerk, den
Stuckornamenten der von links
zur Mitte führenden gewölbten
Treppe zur Kanzel, auf der unter
anderem die schönen Gesichter
der Geraer Stiftergattinnen und
-töchter verewigt sind, vom
prächtigen Taufstein rechts mit
seinem reich verzierten Deckel
bis zum Handlauf zur Kanzel
und natürlich das Kreuz auf dem
Altar – die Innengestaltung von
St. Salvator huldigt dem Jugendstil. Vielleicht macht gerade die
Tatsache, dass sich hier kein
namhafter Künstler ein Denkmal errichtete, sondern regionale Handwerker die Visitenkarte
ihres souveränen Könnens ablieferten, diesen Kirchenraum so
heimelig und anrührend.
Es gibt so viel zu bewundern,
so viel Nachdenkenswertes in
dieser besonderen Kirche. Der
Pelikan zum Beispiel, der die
Heilige Schrift stützt, geht auf
die Legende zurück, er durchstoße mit dem Schnabel seine
Brust, um die Jungen mit seinem
Blut zu nähren. Er opfert sich.
Doch sehen er und seine drei
Jungen in St. Salvator nicht ein
bisschen wie die uns wohlvertrauten Gänse aus?
Gottesdienst der Geraer
Kirchen zum
Reformationstag heute,
. Uhr St. Johannis
Offene Kirche St. Salvator Fr., Sa u.
So  bis  Uhr
e Sonnabend, 1. November:
Gera: Nebensache (16 Uhr,
PT), Iphigenie auf Tauris
(19.30 Uhr)
Altenburg: Das Traumfresserchen (16 Uhr, TuD)
Jena: Nora (Dollhouse)
(20 Uhr)
Rudolstadt: Das Lächeln der
Frauen (20 Uhr, Schminkk.)
Weimar: Mephisto
(19.30 Uhr)
e Sonntag, 2. November:
Gera: Nebensache (10 Uhr,
PT Gera), Matinee: KeimZeit
(11 Uhr, BaP)
Altenburg: Nuit des Hommes (19.30 Uhr, Heizhaus)
Rudolstadt: Premiere:
Schneewitchen & die zwei
Zwerge (16 Uhr)
Weimar: La Bohème
(18 Uhr)
e Dienstag, 4. November:
Rudolstadt: Rigoletto
(15 Uhr)
e Donnerstag, 6. November:
Jena: Michael Kohlhaas
(20 Uhr)
Rudolstadt: Zebraland
(17 Uhr, tumult)
Weimar: Jonny spielt auf
(19.30 Uhr)
e Freitag, 7. November:
Gera: Pemiere: KeimZeit
(19.30 Uhr)
Jena: Michael Kohlhaas
(20 Uhr)
Rudolstadt: König der Herzen (19.30 Uhr), Das Lächeln
der Frauen (20 Uhr,
Schminkkasten)
Weimar: Hofmeister
(19.30 Uhr)
Orchesterkonzerte
e Sonnabend, 1. November:
Weimar: Cafékonzert
(15 Uhr, Foyer)
e Sonntag, 2. November:
Gera: 1. Familienkonzert
(16 Uhr)
Altenburg: 1. Familienkonzert (11 Uhr)
Jena: Klavier-Recital (11 Uhr,
Rathausdiele)
e Donnerstag, 6. November:
Jena: 2. Philharmonisches
Konzert Reihe B (20 Uhr)
Sonderausstellungen
Blick zum Altar – unmittelbar vor dem Altar ging die historische Stadtgrenze mitten
durch die Kirche. Programmatisch, direkt über dem Altar, die Kanzel. Vor der Umgestaltung  befand sich über der Kanzel die Orgel.
Fotos (): Tobias Adam
e Lindenau-Museum
Altenburg:
Venezianische Reflexionen
e Kunstsammlung Jena:
Zwischen Traum und Reportage. Künstler der Neuen
Sachlichkeit
e Stadtmuseum Jena:
Heimtfront. Eine mitteldeutsche Universitätsstadt im Ersten Weltkrieg; Zwischen Bildersturm und Wiederauferstehung
e MusAK Gera:
Bakelit. Vom Kunststoffdesign der 1920er bis 1950er
e Haus Schulenburg Gera:
100 Jahre Haus Schulenburg
– eine Familien-, Unternehmens- und Kulturgeschichte
e Burg Posterstein:
Der Mutz in der Darstellung
renommierter Illustratoren
aus aller Welt – Karikaturen
und Zeichnungen
e Sommerpalais Greiz:
Immer wieder Sonntag...
e Unteres Schloss Greiz:
Blick ins Vogtland (bis 2.11.);
Hochzeit (bis 2.11.)
e Neues Museum Weimar:
Krieg der Geister
e Kunsthaus Apolda:
Henri Matisse
Planetarium Jena
Der Pelikan stützt die Heilige Schrift
Die Taube auf dem Taufsteindeckel
e Sonnabend, 1. November:
Unendlich und Eins (11 Uhr),
Entdecker des Himmels (12
Uhr), Lars (14 Uhr), Milliarden Sonnen (15 Uhr), Eingefangene Sterne (16.30 Uhr),
Queen Heaven (19 Uhr),
Chaos and Order (21 Uhr)
e Sonntag, 2. November:
Tabaluga (11 Uhr), Unser
Weltall (14 Uhr), Der Regenbogenfisch (15 Uhr), Zeitreise (16.30 Uhr), Star Rock
Universe (19 Uhr)
Änderungen vorbehalten
@
!
Bankwange mit Anspielung auf „Der Herr ist mein Hirte“
Rose
Foto: Tobias Adam
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