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04.06.2009 Kollektives Schwächeln Rauenberg – Oestringen Was

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04.06.2009
Kollektives Schwächeln
Rauenberg – Oestringen
Was für eine Nacht! Von Fieberschüben, Schweißausbrüchen und Schüttelfrost geplagt, stellte ich
mich darauf ein, den ganzen Tag im Bett verbringen zu müssen. Noch um 5 Uhr konnte ich mich
kaum auf den Beinen halten. Ich habe es selbst heraufbeschworen mit meinem unvorsichtigen
Verhalten in der Schutzhütte. Im Hochgefühl der Situation vergaß ich, mich vernünftig vor Wind
und Kälte zu schützen, so nach dem Motto: „Was soll mir schon passieren!? Ich bin ja abgehärtet!“.
Tja, so viel dazu... .
Umso überraschender war für mich, dass ich mich um 7 Uhr vergleichsweise gut fühlte. Da hat mir
wohl jemand einen Energiekick verpasst. Nicht fit, jedoch gehbereit, war ich in der Lage,
Rauenberg zu verlassen, einen Ort, der sowohl Martin als auch mir gar nicht behagte. Martin brach
wie so oft zuletzt deutlich früher auf, ich folgte im Zeitlupentempo mit 1 ½ Stunden Abstand. Weit
würde ich heute nicht kommen, das war klar.
Bereits um 11 Uhr traf ich vor dem Rathaus von Oestringen auf Martin. Auch er schwächelte ein
wenig. Gelenke, Rücken und Füße machte ihm gleichermaßen zu schaffen. Er sagt, er braucht jetzt
dringend eine eventuell sogar mehrtägige Auszeit. Der Körper fordert seinen Tribut.
Da es ein Hotel unweit des Rathauses gibt, fiel unsere Entscheidung, hier zu bleiben, einstimmig
aus. Schonung geht vor! Vielleicht habe ich ja Glück, und mein grippaler Schub bleibt nur ein
Warnschuss, der mir signalisieren will, bei aller Freude am Pilgern den Verstand nicht
auszuschalten. Mit dem Hotel haben wir es prima erwischt, vor allem Martin kann wieder eines
seiner für ihn so wichtigen Natronbäder nehmen. Ganz besonderen Dank möchten wir an dieser
Stelle dem freundlichen Hotelinhaber des Oestringer Hofs, Herrn Bender aussprechen, der uns mit
einem großzügigen Pilgerrabatt entgegen gekommen ist (www.Hotel-Oestringerhof.de).
Neben der allgemeinen Schwäche brennen unsere Fußsohlen, die letzten insgesamt 20 km führten
(zu) häufig über asphaltierte Strecken, das macht sich bemerkbar.
Martin und ich werden die verbleibende Zeit des heutigen Tages dazu nutzen, uns grundsätzlich neu
auszurichten. Die aktuelle und vor uns liegende Infrastruktur erfordert ein Umdenken, da
Unterkünfte auf den nächsten 250 km überwiegend nur in einem Abstand von weit mehr als 20 km
zu haben sein werden. Für mich o.k., wenn ich gesund bin, aber für Martin unter normalen
Umständen nicht machbar. Diese Erkenntnis konnten wir aus den ersten 3 Wochen gemeinsamen
Wanderns gewinnen.
Wir werden sehen, was unter den aktuellen Gegebenheiten das Beste ist und dann entscheiden, wie
wir vorgehen, ergebnisoffen, wie es im Geschäftsdeutsch so schön heißt.
Damit soll unser heutiger Bericht enden. Platt, aber nicht deprimiert geht der Blick nach vorne. Eine
so lange Pilgerreise ist eben nie frei von Hürden.
Seid herzlich gegrüßt,
Eure Wracks Martin und Guido
P.S. Ihr habt sicher bereits erkannt, dass ich ein Freund von gelegentlichen Zitaten bin – der
berühmte amerikanische Trapper Rattlesnake hat einmal gesagt, „Keine Wolke ist so groß, dass
nicht hinter ihr die Sonne scheinen würde“. Darauf vertrauen wir :-))!
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