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14 Jahre jung – was nun? - Neues Land

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DIE SEITE FÜNF
Freitag, 24. Jänner 2003
5
14 Jahre jung – was nun?
Von Karlheinz Lind
Nach der achten Schulstufe stellt sich für viele junge Menschen die wichtige Frage der weiteren
Ausbildung. Das landwirtschaftliche Schulwesen in der Steiermark bietet eine optimale Lösung.
ie geänderten Rahmenbedingungen in der heimischen
Landwirtschaft
brachten auch Veränderungen im
landwirtschaftlichen Schulwesen
mit sich. Dies stellte somit landund forstwirtschaftlichen Fachschulen, Hauswirtschaftsschulen
und höhere landwirtschaftliche
Schulen in der Steiermark vor
neue Aufgaben, die sie professionell erledigt haben. Grundsätzlich ist jedoch anzumerken, dass
eine landwirtschaftliche Ausbildung nicht nur für Hofübernehmer wichtig ist. In vielen Lehrberufen sind Absolventen von landwirtschaftlichen
Fachschulen
wegen ihrer praktischen Fähigkeiten besonders gefragt.
ben auch die Möglichkeit, an
den Land- und forstwirtschaftlichen Schulen den Europäischen Computerführerschein
(ECDL) abzulegen. Ein zusätzlicher Bestandteil der Ausbildung ist die Unternehmerprüfung. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI)
kann die Unternehmerprüfung
abgelegt werden. Die dafür zusätzlich notwendigen Kurse besuchen die Schüler in ihrer Freizeit. Dies zeigt auch das hohe
Maß an Eigenverantwortung.
D
Alt-Grottenhof
Als eine unserer vielen vorbildlichen Fachschulen in der Steiermark ist sicher die land- und
forstwirtschaftliche Fachschule
Alt-Grottenhof in Graz zu nennen. Seit 1. September des Jahres
2002 steht sie unter Leitung von
Direktor Roman Bruckner. Seit
mehr als 130 Jahren werden dort
junge Menschen für die Landund Forstwirtschaft ausgebildet.
Derzeit besuchen 123 Schüler
(davon sechs Mädchen) die Fachschule in Alt-Grottenhof. Spezialisiert hat sich die Fachschule auf
den biologischen Landbau und
die Direktvermarktung. Der
Lehrbetrieb wird auf biologische
Weise geführt und die Produkte
im Hofladen vermarktet. Laut Direktor Bruckner kommt im theoretischen Unterricht die konventionelle Wirtschaftsweise in der
Landwirtschaft natürlich auch
nicht zu kurz, will man doch
nach allen Seiten hin offen sein.
Im praktischen Unterricht wird
im Bereich der Direktvermarktung Milch verarbeitet, geschlachtet und eigenes Getreide
zu Brot verarbeitet. Die Landesprämierungen der verschiedenen
Produkte von der Landeskammer
für Land- und Forstwirtschaft
Steiermark werden ebenfalls in
Alt-Grottenhof durchgeführt. Neben der fachlichen Ausbildung
der Schule gibt es laut Direktor
Bruckner noch eine weitere wichtige Aufgabe: „Wir wollen die
kindliche Begeisterung unserer
Schülerinnen und Schüler gegenüber der Landwirtschaft erhalten
und weiter ausbauen. Dadurch
Die starke Einbindung der Schüler in den Schulbetrieb ist Voraussetzung für eine fundierte Ausbildung. Im Bild Direktor
Roman Bruckner mit zwei Schülern.
Foto: Lind
kann langfristig das Image der
Landwirtschaft erhöht werden.“
Bildungsziele
Neben einer qualifizierten, hochwertigen Fachausbildung wird
Fachbereich ländliche Hauswirtschaft
Burgstall – St. Martin
Feistritz – St. Martin
Fladnitz a. d. T. – St. Martin
Schloss Frauenthal – St. Martin
Friedberg – St. Martin
Grabnerhof
Großlobming – St. Martin
Haidegg „Ferdinand-PrirschSchule“
Halbenrain – St. Martin
Hartberg – St. Martin
Haus i. E. – St. Martin
Maria Lankowitz – St. Martin
„Hanns-Koren-Schule“
Naas – St. Martin
Neudorf – St. Martin
Neudorf/Wagna – St. Martin
Oberlorenzen – St. Martin
Oberlorenzen – Expositur
Stockschloss – St. Martin
Piregg – St. Martin
Piregg/St. Ruprecht a. d. R. –
St. Martin
Rein – St. Martin
St. Martin Graz Straßgang
St. Johann i.S. – St. Martin
Schloss Stein – St. Martin
Übersbach – St. Martin
Vorau – St. Martin
auch auf die Persönlichkeitsbildung größter Wert gelegt. Gerade in der Direktvermarktung
sind die Absolventen ständig mit
Konsumenten in Kontakt. Die
Schülerinnen und Schüler haFachbereich Land- und Forstwirtschaft
Alt-Grottenhof – „EkkehardHauer-Schule“
Gleisdorf – FS für Obst-Wirtschaft und EDV-Technik
Grabnerhof (Schwerpunkt
Grünland-Waldwirtschaft)
Gröbming (Schwerpunkt Bergbauernwirtschaft)
Großwilfersdorf
Grottenhof-Hardt
Hafendorf (Schwerpunkt
Land- und Forsttechnik)
Hatzendorf
Kirchberg am Walde
Kobenz, „Josef-Krainer-Schule“
Silberberg – Weinbaufachschule
Stainz – „Erzherzog-JohannSchule“
Höhere land- und forstwirtschaftliche Schulen
Höhere Lehranstalt für Landund Ernährungswirtschaft,
Graz-Eggenberg
Höhere Bundeslehranstalt für
alpenländische Landwirtschaft, Raumberg/Irdning
Höhere Bundeslehranstalt für
Forstwirtschaft, Bruck/Mur
Informationen über die verschiedenen Schultypen erhält man
beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 10C, Landwirtschaftliches Schulwesen, Krottendorferstraße 112, 8052 Graz-Wetzelsdorf, unter der Telefonnummer
0316/877-6511 oder per E-Mail fa10c@stmk.gv.at bei Landesschulinspektor Hofrat Othmar Tauschmann.
Lehrbetrieb
Der Lehrbetrieb an der land- und
forstwirtschaftlichen Fachschule
Alt-Grottenhof wird seit 1989 als
Biobetrieb bewirtschaftet. Es wird
großer Wert auf Vielseitigkeit gelegt. Direktor Bruckner: „Ein
Schulbetrieb darf nicht als Gutsbetrieb geführt werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen bei
ihrer Ausbildung intensiv in die
Arbeiten am Betrieb eingebunden
werden“. Nur so kann man dem
Anspruch auf eine ganzheitliche
Ausbildung gerecht werden.
Doch der Lehrbetrieb dient nicht
nur der Ausbildung der Schüler,
sondern wurde in den letzten Jahren zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Es besteht auch die
Möglichkeit, aus dem Milchautomaten rund um die Uhr Milch abzuholen. Dies kann mit einem
Spaziergang durch den Stall verbunden werden. „Alles dies“, so
Direktor Bruckner, „trägt zur Erhöhung des Images der Landwirtschaft bei und fördert das Verständnis des Konsumenten.“
Auch Schüler von Volks- und
Hauptschulen nützen diese Möglichkeit und halten ihren Biologieunterricht am Betrieb ab.
Natürlich gibt es auch für die
Zukunft neue Ziele. Laut Bruckner wäre es wichtig, das Buschenschankwesen in der Ausbildung
zu forcieren. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist dies in
nächster Zeit eine zusätzliche
Einnahmequelle, welche die Existenz des Betriebes sichert. Heuer
werden auch erstmals in AltGrottenhof Edelbrände erzeugt.
Direktor Bruckner abschließend:
„Neben dem fundierten Fachwissen müssen auch die Freude an
der Landwirtschaft erhalten beziehungsweise gefördert sowie
alte Werte überliefert werden.“
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte (speziell Inserate) dieser Archivseite
zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gültigkeit mehr aufweisen müssen!
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Bildung
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