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für die Woche vom 30. März bis 3. April 2015

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Programm
Zettel
Nummer 6/2014
35. Jahrgang
Mitgliederausgabe - gefördert von
KULTUR STADT DORNBIRN,,
Nov.+ Dez. 2014
und dem
im Cinema Dornbirn
www.fkc.at
Mittwoch, 12.11.14, 18:00 Uhr;
Donnerstag, 13.11.14, 19:30 Uhr:
Im Keller
Österreich 2014, 85 min, deutsche OF.
Regie: Ulrich Seidl
Der neueste Film von Ulrich Seidl lief in Venedig außer Konkurrenz
und hatte bereits vor seinem Filmstart in Wien zu politischen
Konsequenzen geführt: Man sieht fünf Männer in Tracht, die in einem Keller voller Nazi-Devotionalien sitzen. Zwei der
Männer sind ÖVP-Gemeinderäte. Sie traten inzwischen zurück und aus der ÖVP aus. Die Behauptung sie seien nur
„Statisten“
gewesen
wurde
von
Seidl
zurückgewiesen.
Weitere
Szenen
sind:
Eine nette ältere Frau kramt in ihrem Kellerabteil in alten Schachteln, holt eine täuschend echt aussehende Babypuppe
hervor und wiegt sie mit unheimlicher Hingabe („Schatzi, komm zur Mama.“) Ein Mann schmettert Opernarien, ehe er
die Pistole zieht und auf Pappfiguren feuert. Ein Ehepaar erinnert sich in seinem vereinsamten Partykeller an rauschende
Feste von früher. Auch die obligate Modelleisenbahn findet sich im Keller eines der Protagonisten. Unbequemer wird es
schon, wenn wir Herrn Ochs in seinem Keller besuchen. Der sitzt vor SS-Flaggen und einem Hitlerbild („Mein schönstes
Hochzeitsgeschenk“) und bläst Posaune. Seine Blasmusik-Kameraden kommen gerne zum Saufen vorbei und machen
sexistische Witze. Das Hitlerbild stört sie nicht im Geringsten. Ja, die Polizei war auch schon da, ist aber wieder
gegangen. Das ist eben Österreich. Und was wäre ein Keller ohne sexuelle Perversionen? Im Tiefparterre hängt eine
Ehefrau ihren Mann an seinen Hoden auf, eine andere lässt sich genussvoll den Hintern versohlen. Seidl geht es also
weniger um die Waschküche, den Weinkeller, den Bastelraum oder die geheime Spielzeugeisenbahn, sondern um
Kellerräume, in denen Phantasien sexueller und politischer Natur inszeniert werden.
Mittwoch, 26.11.14, 18:00 Uhr und Donnerstag, 27.11.14,19:30 Uhr:
Jimmy´s Hall
UK/IR/F 2014, 109 Minuten, englische O.m.dt.U.
Regie: Ken Loach
mit: Barry Ward, Simone Kirby, Jim Norton, Aisling Franciosi, Aileen Henry, Francis Magee,
Andrew Scott u.a.
Irland im Jahr 1932: Nach Jahren im amerikanischen Exil kehrt Jimmy Gralton zurück in sein
Heimatdorf. Dort, inmitten der rauen irischen Landschaft, hatte er einst einen einfachen
Tanzsaal eröffnet. Die Pearse-Connolly Hall war ein Ort der freien Entfaltung und der
Inspiration, ein Ort zum Träumen und natürlich zum Tanzen. Als Jimmy nun, nach über 10
Jahren, zurückkehrt, erwacht auch sein Tanzsaal zu neuem Leben und mit ihm die
Hoffnungen einer neuen, jungen Generation. JIMMY’S HALL schwelgt in der ausgelassenen
Stimmung der jungen Freigeister und feiert ihren Mut, ihre Ideale gegenüber der
erzkonservativen Kirche und der Obrigkeit, die zum Sturm auf das Werk des „Kommunisten“
bläst, zu verteidigen.
Mr. Ken Loach, was hat Sie dazu bewogen, die Geschichte von Jimmy Gralton zu erzählen?
Es handelt sich um eine besonders spannende und vielschichtige Geschichte, mit der die Vorstellung widerlegt wird,
dass die Linke dem Tod geweiht sei, dass sie deprimierend, gegen Humor, Spaß und Feiern ist. Diese Geschichte zeigt
auch das Ausmaß der Verquickung der kirchlichen Hierarchie mit der wirtschaftlichen Macht. Das war damals so im Fall
von Jimmy Gralton, und das ist auch heute noch so. Kirche und Staat sind zu Kräften der Unterdrückung geworden. In
vorliegendem Fall– obwohl es im Film aus Zeitgründen nicht erwähnt wird – haben die anfangs fortschrittlichen Kräfte
einen Rückschritt gemacht – wie Éamon De Valera, von dem man anfangs annahm, dass er zu Meinungsfreiheit und
Toleranz ermutigen würde. Tatsächlich bestand seine erste Handlung darin, die Zustimmung der Kirche zu erheischen
und sie für sich einzuspannen. Im Namen der Realpolitik wurden Prinzipien zur Verhandlungsmasse.
„Der Inbegriff eines Ken Loach Films: Menschlich, leidenschaftlich und einfühlsam, fröhlich und voller Leben.“
The Guardian
1
Mittwoch, 10.12.14, 18:00 Uhr,
Donnerstag, 11.12.14, 19:30 Uhr:
Risse im Beton
Österreich 2014, 106 Min., deutsche OF;
Regie: Regie: Umut Dağ. Drehbuch: Petra Ladinigg.
Gangs, Drogen, dreckiger Rap, dreckige Kämpfe und dreckiger Sex
prägen das Wiener Viertel, in das Ertan nach zehn Jahren Gefängnis
zurückkehrt. Er ist 35 Jahre alt, hat den Kontakt zu Frau und
Kindern verloren, und selbst sein Bruder will nichts mit ihm zu tun haben, auch wenn er reifer geworden ist und
jeglichem Ärger fern bleiben will. Teenager Mikail ist auf dem besten Weg, dieselben Fehler wie sein ihm unbekannter
Vater Ertan zu begehen. Mit Drogendeals will er sich eine Zukunft als berühmter Rapper finanzieren. Die meiste Zeit
verbringt Mikail in einem Jugendzentrum, wo er ein Demoalbum aufnehmen möchte. Um näher an Mikail
heranzukommen, nimmt Ertan dort eine Arbeit an. Wenn er heimlich bei den Proben zuhört, lächelt er stolz in sich
hinein. Seine Freunde verstehen nicht, wo der gefährliche und unberechenbare Ertan von früher geblieben ist, doch er
hat nur eines im Sinn: Mikael auf den rechten Weg bringen und seine Fehler von damals wiedergutmachen.
Wie in "Kuma", 2012 im Panorama der Berlinale und bei uns im FKC in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt, erkundet
Umut Dağ auch in RISSE IM BETON (Berlinale 2014, Panorama) die Realität seiner energiegeladenen Protagonisten,
zum Teil von Amateuren gespielt, und das Milieu, in dem sie leben, aus nächster Nähe. "Ein feinfühlig-melancholisches
Milieudrama über die Risse im familiären und sozialen Gefüge zweier Menschen, die aus verschiedenen Generationen
kommen, aber ähnliche Träume und Fehler teilen." (filmstarts.de)
Mittwoch, 17.12.14, 18:00 und Donnerstag, 18.12.14, 19:30 Uhr:
Zwei Tage,
eine Nacht
DEUX JOURS, UNE NUIT
Belgien / Frankreich / Italien 2014, 95 Min.,
französische O.m.dt.U.
Regie: Jean-Pierre Dardenne, Buch: Luc Dardenne
mit: Marion C otillard, Olivier Gourmet, Laurent Caron, Morgan Marinne
u.a.
Zwei Tage und eine Nacht, in denen für Sandra alles auf dem Spiel steht:
Achtundvierzig Stunden hat sie Zeit, um ihre Arbeitskollegen zu überreden,
auf ihre begehrten Bonuszahlungen zu verzichten,
damit sie selbst ihren Job behalten kann…
ZWEI TAGE, EINE NACHT ist das neue Werk von Jean-Pierre und Luc Dardenne (DER JUNGE AUF DEM FAHRRAD, L‘ENFANT) mit der
Oscar-Gewinnerin Marion C otillard (DER GESCHMACK VON ROST UND KNOC HEN, LA VIE EN ROSE) in der Hauptrolle. Der Film der
belgischen Regiemeister feierte im Wettbewerb der internationalen Filmfestspiele von C annes seine Weltpremiere.
Der Wintergarten, der abbezahlt werden muss; die befristete Stelle, die bei einem für den Betrieb unbequemen Votum nicht verlängert
wird; die Ausbildung der Kinder, die teuer zu Buche schlägt – jede Tür, die sich Sandra öffnet, bietet einen Einblick in die alltäglichen
Nöte von Menschen in der unteren Mittelschicht. Und wenn Sandra eine Tür verschlossen bleibt, dann erzählt das mindestens genau
so viel über Freundschaft und Zusammenhalt in Zeiten des Neoliberalismus.“
SPIEGEL ONLINE
„"Sandra" oder "Bonus" – knapper und treffender als Jean-Pierre und Luc Dardenne kann man die wirtschaftliche Krise kaum aufs
Menschliche herunterbrechen. Seit drei Jahrzehnten drehen die belgischen Filmemacher vor allem Sozialdramen und haben dabei
dieses Genre mit dem hässlichen grauen Etikett gründlich erneuert. Sie zeigen nicht nur, wie die Welt um uns herum ist: alltäglich,
traurig, manchmal richtig schlimm und dann wieder unerwartet wunderschön. Sie hängen auch mit der Kamera an ihren Protagonisten
und folgen jeder scheinbar noch so nichtige Bewegung. Dabei ist jedes Detail so durchdacht, bis das Ergebnis völlig selbstverständlich
wirkt und dennoch überwältigende Wirkung hat.“
ZEIT ONLINE
Impressum: Medieninhaber: Filmkulturclub Dornbirn (FKC); Vereinsregister-Nr: 504 618 420 f.d.I.v.: Dr. Norbert Fink,
Alle: Edlach 4, 6850 Dornbirn, E-Mail: info@fkc.at Der FKC ProgrammZettel informiert über die
öffentlich zugänglichen Aufführungen des FKC Dornbirn.
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