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358 zu sehen war, was auf das Vorhandensein von Pilzen oder

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G r ü n f e 1 d , Entleerung usw. isolierter Getreideendosperme.
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zu sehen war, was auf das Vorhandensein von Pilzen oder Bakterien
hinwies. Auch P u r i e w i t s c h führt keine Sterilitätsproben
an, wenn auch im ganzen genommen bei ihm schon größere
Peinlichkeit in der ganzen Technik zu bemerken ist.
Leider mußte konstatiert werden, daß die Sterilisations­
methode der genannten Autoren unzureichend war. Ich stellte
nämlich in zahlreichen Versuchen an Mais- und Weizenkörnern
fest, daß Kupfersulfatlösungen von 1 %—8 % Konzentration,
bei einer Einwirkungsdauer von einer halben Stunde bis zwei
Stunden nicht sterilisierend wirken.
Dabei wurde so vorgegangen, daß ich Körner — nach Liegen
in Kupfersulfatlösung in den eben angeführten Konzentrations­
grenzen und Zeitspannen — gründlich mit sterilisiertem Wasser
in heißluftsterilisierten Petrischalen abspülte und einzeln in sterile
Reagensröhrchen mit o—5 cm Nährbouillon einführte. Alle
Überführungen erfolgten mit sterilen Pinzetten in möglichst
luftzugfreiem Raum, kurz unter Einhaltung aller bei bakterio­
logischen Arbeiten üblichen Vorsichtsmaßregeln. Die Bouillon
bestand bei allen diesen und folgenden „Sterilitätsproben" (woferne
nichts anderes vermerkt wird) aus: / % Liebigs Fleischextrakt,
V % Pepton (Handelspräparat, aber immer dasselbe), / % NaCl
und 9 8 / % H 0 ; sie reagierte zunächst neutral und wurde
unter Anwendung von Lakmuspapier (Tüpfelmethode) bei Tages­
licht eben erkennbar mit 0.1 %iger Na C0 -Lösung schwach
alkalisiert. Um ganz sicher zu gehen, verwendete ich aber nicht
nur die alkalisierte Bouillon, sondern gleichzeitig auch die neu­
trale in Parallelproben.
Nach Ablauf von 18—48 Stunden, spätestens aber nach 3 bis
4 Tagen konnte ich regelmäßig in den Bouillonröhrchen mit Mais­
oder Weizenkörnern nach der Kupfersulfatbehandlung das Auf­
treten von Trübungen bzw. Myzelbildungen, also von Bak­
terien oder Pilzen, beobachten. Die Sterilitätsproben wurden
bei 37° im Thermostaten gehalten. Außerdem vergewisserte ich
mich jeweils, daß es sich nicht etwa um chemische Umsetzungen
bei den Trübungen handle. Eine besondere Bestimmung der
auftretenden Organismen wurde nicht vorgenommen. Doch sei
erwähnt, daß sich bekanntlich ) Penicillien sehr widerstandsfähig
gegenüber Kupfersulfat verhalten. Mir gelang auf diese Weise
die Sterilisation nicht ein einziges Mal.
Die Versuchsanzahl war dabei so groß (Genaueres in der
Tabelle 1 am Ende dieses Kapitels), daß die Möglichkeit einer
nachträglichen Infektion aller Kulturen, etwa beim Überführen in
die Bouillon, ausgeschlossen erscheint, besonders wenn man die
günstigen Erfolge mit anderen Desinfektionsmitteln berücksichtigt.
Im besten Falle kann man also sagen, daß für viele Mikro­
organismen KupfersuJfat tödlich wirken mag, für einen Teil
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) C. P u l s t , Die Widerstandsfähigkeit einiger Schimmelpilze gegen
Metallgifte. J a h r b . f. w. B o t . B d . 37. 1 9 0 2 . S. 2 6 5 .
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Gesundheitswesen
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