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Fallada, Hans - Kleiner Mann, was nun - School-Scout

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Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form
Auszug aus:
Fallada, Hans - Kleiner Mann, was nun? - Charakterisierung
der Nebenfiguren
Das komplette Material finden Sie hier:
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Thema:
Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ –
Charakterisierung der Nebenfiguren
TMD: 39186
Kurzvorstellung des
Materials:
•
Das vorliegende Material bietet Charakterisierungen der
wichtigsten Nebenfiguren aus Hans Falladas „Kleiner Mann
– was nun?“
Übersicht über die Teile
•
Einleitung
•
Charakterisierungen Jachmann, Emil Puttbreese, Doktor
Sesam, die Gesellschaft der Kleinstadt Ducherow, die
Angestellten im Warenhaus Mandel, der Schauspieler
Schlüter, die Figuren der Arbeiterklasse
•
Ca. 10 Seiten, Größe ca. 170 KByte
Information zum
Dokument
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Seite 2
Figurencharakterisierung: „Kleiner Mann – was nun?“
Hans Jachmann
Ähnlich wie Heilbutt repräsentiert auch Jachmann einen Alternativentwurf zur kleinbürgerlichen
Existenz und findet diesen in der Kriminalität. Er wird in die Romanhandlung eingeführt als
Geliebter Mia Pinnebergs (S. 133). Sie will ihn als „stellvertretende[n] Vater“ für Pinneberg
installieren (vgl. S. 136). Obwohl Jachmann eindeutig dem kriminellen Milieu zuzuordnen ist, was
allerdings nur durch Randnotizen deutlich wird, wie etwa sein merkwürdiges Auftauchen bei den
Pinnebergs und gewissermaßen Eindringen in ihr Leben (vgl. S. 319 ff.), sein mysteriöses
Verschwinden (S. 345 f.), was alles zusammen durch seinen Gefängnisaufenthalt einen Sinn ergibt,
was jedoch die Pinnebergs in ihrer Naivität nicht durchschauen (vgl. S. 415), gibt er im Gesamtbild
eine positive Erscheinung ab.
Jachmann arrangiert zunächst das Vorstellungsgespräch für Pinneberg beim Personalchef des
riesigen Warenhauses Mandel, weiterhin nimmt er gewissermaßen die ihm zugeschobene Vaterrolle
wahr, er vermittelt unter anderem zwischen den Fronten von Mutter und Sohn, wenn er etwa dazu
beiträgt, dass die Mietzinszahlung erfolgt. Des Weiteren durchschaut er die Schwangerschaft
Emmas, wobei er gleichzeitig verspricht Mia nichts darüber mitzuteilen, weil er ihre Reaktion
antizipiert. Auch sonst scheint er sich am Rande seiner Geschäfte um das Wohl der Pinnebergs zu
sorgen, so hilft er etwa auch beim heimlichen Auszug mit. Sein Verhältnis zu Johannes Pinneberg
ist dabei gewissermaßen gespalten. Einerseits versucht ein wenig seiner Vaterrolle nachzukommen
und steht in entscheidenden Situationen den Pinnebergs zur Seite, dennoch muss auch er realisieren,
dass beide doch zu unterschiedliche Charaktere darstellen. Er spürt das Misstrauen Pinnebergs,
redet aber darüber hinweg, ignoriert es schlicht. Seine Sicht von Pinneberg kommt zum Vorschein,
als er gedankenversunken dem die Wohnung verlassenden Ehepaar Pinneberg nachschaut und in
Johannes Pinneberg, einen „talmieleganten Garnichts“ (vgl. S. 222) sieht. In diesem Urteil zeigt
sich auch die Menschenkenntnis des Kleinverbrechers Jachmann im Umgang und Urteilen über die
ihn umgebenden Menschen. Die Bindung zur Kleinfamilie Pinneberg wird über Emma hergestellt.
Jachmann hat durchaus eine Schwäche für Emma. Seine Unterstützung geschieht auch immer mit
Blick auf das weitere Fortkommen der Familie und demjenigen, was Emma nahegeht. Die
Kommunikation findet bezeichnender Weise vorwiegend zwischen Emma und Jachmann statt. Er
bringt ihr eine gewisse Bewunderung entgegen, wenn er – freilich vorwiegend oberflächlich – ihr
Leben und die Art und Weise wie sie damit fertig wird sieht. Das zeigen insbesondere die beiden
längeren Gespräche außerhalb der Wohnung Mia Pinnebergs als Jachmann jeweils überraschend
auftaucht. Das ihm entgegengebrachte Misstrauen weiß er stets zu zerreden oder durch sein
vertrauensseliges Auftreten zu zerstreuen, auch wenn es sich nach seinem Abgang regelmäßig
wieder einstellt. Besonders seine letzte Szene, der Dialog mit Emma über die Pinneberg, beweist,
dass Jachmann sich in das Leben des Ehepaars hinein fühlen kann, ihre Nöte durchaus begreift,
immerhin stammt er aus einem vergleichbaren Hintergrund. In der Regel macht er sich jedoch nicht
diese Mühe des Einfühlens, wenn er etwa beinahe bedenkenlos allerlei Geschenke für Emma
Pinneberg vorschlägt, als er sich bei den Pinnebergs einquartieren will. Diese Episode offenbart
gleichzeitig seinen unkomplizierten Charakter, der sich auf die vollkommen veränderte Umgebung
einzustellen weiß. Insofern kontrastiert er erneut Pinneberg, dem es nach einem Schritt jeweils
schwerfällt sich zu Recht zu finden. Seine Sympathie gegenüber den kleinbürgerlichen Pinnebergs
resultiert zu großen Teilen auch aus seinem latenten Wunsch nach einer bürgerlichen Existenz. Nur
so lässt sein Ausspruch „Hier ist alles in richtig. […] Sie sind richtig, junge Frau, Sie sind
goldrichtig.“ (vgl. S. 420 f.) deuten. Auch er hegt in seinem Inneren anscheinend den Wunsch nach
einer (klein-) bürgerlichen Existenz, obwohl er sich nach seinem Erwerb, seiner Entscheidung, ein
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Kategorie
Seele and Geist
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