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Ausgabe 2011/3 Schneckenbekämpfung im Raps—Was ist zu tun

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Ausgabe 2011/3
AUGUST 2011
Das Info-Blatt des Wasserschutzberatungsdienstes
der Landwirtschaftskammer
Andüngung der Rapsbestände im August
In dieser Ausgabe:
Rapsandüngung
1
Schneckenbekämpfung
1
Gülle im Herbst
2
“Als Richtwert für
die Gülledüngung
zu Raps gelten
etwa 80 kg Norg/ha
(d.h. 15-20 m3/ha Rindergülle).”
“Mehr zu Ackerschnecken
im Raps finden Sie im
„Pflanzenbau Aktuell“
diese Woche in der landwirtschaftlichen Fachpresse.”
Raps hat ein hohes N-Aufnahmevermögen,
weshalb er auch eine ausgezeichnete Zwischenfrucht darstellt. Der Nährstoffbedarf für
Raps beträgt im Herbst etwa 60-80 kg N/ha.
Früh gesäter Körnerraps, kann - bei hoher Bestandsdichte (45-50 Pflanzen) und günstiger
Witterung - vor Winter auch bis zu 100 kg N/
ha aufnehmen. Raps eignet sich deshalb sehr
gut zur Verwertung der Gülle, die sich über die
Sommermonate in den Güllekellern angesammelt hat.
Bei der Ausbringung der Gülle sollten jedoch
unbedingt folgende Faktoren beachtet werden:
je nach Vorfrucht sowie Verhältnis
Ertrag/Düngung findet man nach Raps
Reststickstoffwerte von 20 bis über 80
kg N/ha
die Bodenbearbeitung nach der Ernte
bewirkt einen zusätzlichen Mineralisationsschub von bis zu 30 kg N/ha
Berücksichtigt man die eben genannten
Faktoren, können bei der Rapssaat ohne
Güllegabe bereits bis zu 130 kg N /ha im
Boden verfügbar sein. Eine zusätzliche NGabe (auch über Gülle) wäre in diesem
Fall nicht sinnvoll.
Sinnvoll ist eine Güllegabe zur Rapssaat
jedoch bei:
niedrigen Reststickstoffwerten nach
der Ernte (deutlich unter 30 kg N/
ha)
schweren Böden mit langsamer
Mineralisation
Als Richtwert für die Gülledüngung zu
Raps gelten etwa 80 kg Norg/ha (d.h. 15-20
m3/ha Rindergülle).
Schneckenbekämpfung im Raps—Was ist zu tun?
Was ist zu tun?
1. Vor der Saat sollten alle
Ernterückstände homogen
in den Boden eingearbeitet
werden. Es dürfen keine
Nester mit feuchtem Material in der Ackerkrumme
eingewühlt worden sein.
2. Nach der Saat sollte die
Parzelle gut rückverfestigt
werden. Es sollten so wenig wie möglich Hohlräume zwischen den Bodenkluten sein.
3. Sofort nach der Saat,
spätestens nach 3 – 4 Tagen, sollte (bei Bedarf) ein
Schneckenkorn gestreut
werden. Unter trockenen
Bedingungen wählt man
ein Mittel mit guter Lockwirkung, bei regnerischem
Wetter ein Mittel mit besserer Beständigkeit. Die
Lockwirkung der Präparate
ist auf wenige Zentimeter
begrenzt und hängt hauptsächlich von der Trägersubstanz des Schneckenkorns ab.
4. Benachbarte Parzellen
sollten frei von Unkräutern,
Ausfallgetreide und Ausfallraps sein. (Ausfallraps
auf einer benachbarten
Parzelle kann auch zur
Verbreitung von Phoma
führen. Ebenso sollte Ausfallraps keinesfalls auf
einem Schlag geduldet
werden auf dem kommendes Jahr Kartoffeln angebaut werden.)
5. Man sollte während der
Auflaufphase des Rapses
Befallskontrollen durchführen indem man nach
Schleim- und/oder Fraßspuren auf der eingesäten
Rapsparzelle sucht. Die
Schnecken erfasst man am
bestem in den frühen Morgenstunden unter einem
ausgelegten Jutesack oder
unter flachen Steinen. Ab 3
Schnecken/m 2 JutesackFläche wird eine erneute
Behandlung durchgeführt.
Die Bekämpfung
Schneckenkorn
mit
Anstreben sollte man in
etwa 30 Körner Schneckenkron pro m2. Die Zulassungsmengen sind für:
Mesurol: 3kg/ha (enthält
4% Methiocarb)
Schneckenlinsen: 3 kg/ha
(enthält 3% Methiocarb)
Arionex Granulé: 5-7 kg/
ha (enthält 6% Methiocarb)
Gülledüngung im Herbst
Mit Blick auf den kommenden Winter
stehen die Betriebsleiter im Herbst immer
wieder vor demselben Problem. Wohin mit
der über die Sommermonate angefallenen
Gülle? Die Situation ist umso angespannter weil neuerdings im Grünland landesweit ein komplettes Ausbringungsverbot
für Gülle vom 16. November bis zum 31.
Januar besteht. Zu welchen Kulturen
macht Herbstgülle überhaupt Sinn?
Herbstgülle ist vor allem zum Raps sinnvoll (siehe „Andüngung der Rapsbestände“). Zu Wintergerste können eventuell
noch 10-15m3/ha Gülle ausgebracht werden. Bei hohen Reststickstoffwerten und
einem milden Herbst mit langem Pflanzenwachstum drohen diese Bestände aber zu
überwachsen und den Winter nicht unbeschadet zu überstehen.
Bei Anfang bis Mitte Oktober gedrilltem
Triticale und Winterweizen machen Güllegaben im Herbst keinen Sinn. Die Bestände nehmen bis zum Vegetationsende kaum
noch Stickstoff aus dem Boden auf. Bis
zum 3-Blattstadium sind sie komplett autark, und darüber hinaus steht ihnen ausreichend Bodenstickstoff zur Verfügung.
Landesweit darf auf dem Ackerland bis
zum 15. Oktober Gülle ausgebracht werden. Bitte beachten Sie aber, dass in zukünftig ausgewiesenen Wasserschutzgebieten (WSG) zu Raps, Wintergerste, Zwischenfrüchten und auf Grünland vom 1.
August bis zum 1. Oktober 80 kg N/ha
über die Gülle erlaubt sind. Zu den anderen Winterkulturen (Weizen, Roggen, Tri-
ticale) darf in Zukunft in WSG
keine Gülle mehr im Herbst ausgebracht werden. Die Sperrfrist
für die Gülleausbringung endet in
den WSG sowohl für Grünland
als auch für Ackerland am 1.
März.
Über diesen Zeitraum
hinaus dürfen in beiden Fällen
maximal 130 kg N/ha ausgebracht werden. Außerhalb der
WSG sind im Grünland ab dem
1. Februar 170 kg N/ha erlaubt.
Bei den Winterkulturen/
Zwischenfrüchten endet die
Sperrfrist am 15. Februar.
Es ist also sinnvoller die Gülle
im Herbst auf Grünland zu
verwerten als auf dem Ackerland zu „entsorgen“. Die Gülledüngung auf Grünland im Herbst
ist oft ein Spagat zwischen der
Nutzung trockener Bodenbedingungen und einer guten Nährstoffausnutzung. Sie sollte nicht
zu früh erfolgen, da sonst der
Nachtrieb zu groß wird, (das
Gras soll mit einer Wuchshöhe
von 5-7 cm in den Winter gehen).
Andererseits kann die Befahrbarkeit der Flächen im Spätherbst
eingeschränkt sein. Bei frühzeitiger Ausbringung der Herbstgülle
im Oktober ist es ratsam die
Menge zu reduzieren (10 m3/ha)
und die gleiche Fläche im Frühjahr nochmals mit einer verringerten Güllemenge (10 m3/ha)
zu düngen.
Gelingt es die Gülle Mitte November
(wenige Tage vor Beginn der Sperrfrist) bei kühlen Witterungsbedingungen auszubringen, so kann die für
den ersten Schnitt des nächsten Jahres notwendige Güllemenge (20 m3/
ha, nicht mehr als 80 kg N/ha), ausgebracht werden. Im Frühjahr benötigen diese Fläche keine Güllegabe
mehr. Grundsätzlich gilt: Je später
im Herbst die Güllegabe auf Grünland , umso niedriger sind die ammonikalischen N-Verluste. Die Ausnutzung der Güllenährstoffe bei Gaben im Spätherbst und im Frühjahr
ist gleich hoch.
Zum Zeitpunkt der organischen Düngung dürfen die Böden weder tiefgefroren (mehr als 15 cm), schneebedeckt, noch wassergesättigt sein.
Beachten Sie auch die geltenden
Abstandsauflagen: 50 m zu Quellen, Brunnen und Wasserbehälter, 20
m zu bewohnten Gebäuden und 10 m
zu Oberflächengewässern.
Starten Sie mit möglichst leeren Güllekellern in die Wintersaison weil auf Grünland
ein Ausbringungsverbot vom
16. November bis zum 31. Januar besteht.
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