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Hausärztin/Hausarzt: was ist das? - congress-info.ch

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Hausärztin/Hausarzt: was ist das?
Die europäische Definition der Hausarztmedizin Wonca Europe 2002, revidiert 2005
Die Hausarztmedizin ist eine akademische und wissenschaftliche Disziplin mit eigenen
Lehrinhalten, eigener Forschung, eigener Nachweisbasis und einer eigenständigen
klinischen Tätigkeit; als klinisches Spezialgebiet ist sie auf die Primärversorgung
ausgerichtet.
Die Hausarztmedizin ist die erste Anlaufstelle und der Ort der Behandlung für die meisten
Gesundheitsstörungen.
Sie ist für alle, überall und jederzeit zugänglich. Wo sinnvoll und nötig, weist sie den Patienten an
entsprechend spezialisierte Fachgebiete oder Institutionen weiter.
Die Hausarztmedizin ist somit geeignet als der Dreh- und Angelpunkt des Gesundheitswesens.
Die Hausarztmedizin arbeitet mit einem ganzheitlichen – biologischen, psychologischen und
sozialen – Ansatz.
Sie stellt den Patienten als Person in seinem familiären, sozialen, beruflichen und kulturellen
Umfeld in den Vordergrund und hilft ihm und seiner Familie, alle seine akuten und chronischen - oft
gleichzeitig nebeneinander vorliegenden - Krankheiten in allen ihren Phasen und Dimensionen zu
bewältigen.
Der Tätigkeit der Hausarztmedizin liegt eine langzeitige Arzt-Patienten-Beziehung zu Grunde.
Sie sucht gemeinsam mit dem Patienten nach den für ihn am besten geeigneten und wirksamen
Lösungen. Dabei beschäftigt sie sich gleichzeitig mit diagnostischen und therapeutischen
Handlungen, darüber hinaus aber auch mit der Prävention, und Unterstützung bei
Verhaltensänderungen sowie mit der helfenden und lindernden Begleitung bei nicht heilbaren
Krankheiten (Palliation oder Palliativmedizin).
Die Hausarztmedizin ist spezialisiert auf den Umgang mit der Unsicherheit.
Sie befasst sich mit oft unklaren Befindlichkeitszuständen und oft wenig klar definierbaren
Symptomen, die gleichzeitig Ausdruck einer selbstheilenden Krankheit, Frühzeichen von schweren
physischen oder psychischen Leiden oder gar Alarmsymptome für eine unmittelbare Bedrohung
sein können. Situationsbezogen kennt sie demzufolge ganz unterschiedliche Vorgehensweisen von
beobachtendem Zuwarten bis zur notfallmässigen Sofortaktion.
Die Hausarztmedizin ist dazu geeignet, dass die richtige Therapie beim richtigen Patienten zur
richtigen Zeit gewährleistet wird; im Krankenversicherungsgesetz entspricht dies der Forderung
nach Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW).
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Informationen für die Medien
Dr. Bruno Kissling
Prof. Dr. Peter Tschudi
Dr. Lilli Herzig
Präsident des Organisationskomitees
Präsident des wissenschaftlichen Komitees
Co-Präsidentin des wissenschaftlichen Komitees
bruno.kissling@hin.ch
peter.tschudi@unibas.ch
lilli.herzig@hin.ch
Die Hausarztmedizin fördert einen angemessenen Einsatz der zunehmend vielfältigen
medizinischen – medikamentösen und technischen – Möglichkeiten.
Sie hilft dem betroffenen Patienten auf seinem angemessenen Weg zur bestmöglichen und
zeitgerechten Lösung seines Problems.
Die Hausarztmedizin eignet sich somit als Mittlerin zwischen dem „Zuwenig und Zuviel“. Sie kann
damit einen Beitrag leisten zur Bewältigung des Spannungsfeldes zwischen der Verwirklichung
von individuellen Patientenbedürfnissen und dem Rahmen der begrenzten ökonomischen
Ressourcen, die auf die ganze Gesellschaft verteilt werden müssen. Dies ist eine der grossen
Herausforderungen, die ein modernes soziales Gesundheitswesen gemeinsam mit allen Partnern
zu lösen versuchen muss.
Die Hausarztmedizin koordiniert die Zusammenarbeit von oft gleichzeitig behandelnden
Gesundheitsberufen im ambulanten Bereich und im Spital.
Die Hausarztmedizin ist geeignet als Koordinatorin, Führerin durch den medizinischen Dschungel,
Anwältin des Patienten so auch für die Verwirklichung des Ziels, dass möglichst wenig
Massnahmen doppelt durchgeführt werden, eine weitere WZW-Forderung.
Die Hausarztmedizin fördert Gesundheit und Wohlbefinden durch angemessene und
wirksame Intervention.
Sie trägt eine spezifische Verantwortung für die Gesundheit der Allgemeinheit und beschäftigt sich
mit Gesundheitsproblemen in ihrer physischen, psychologischen, sozialen, kulturellen und
existentiellen Dimensionen.
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Informationen für die Medien
Dr. Bruno Kissling
Prof. Dr. Peter Tschudi
Dr. Lilli Herzig
Präsident des Organisationskomitees
Präsident des wissenschaftlichen Komitees
Co-Präsidentin des wissenschaftlichen Komitees
bruno.kissling@hin.ch
peter.tschudi@unibas.ch
lilli.herzig@hin.ch
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Bildung
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