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DEUTSCHES BAUBLATT
MAUERWERKSBAU
21
Nr. 327, März/April 2007
Wertvolle Bausubstanz erhalten
Spezialheizstäbe trocknen Mauerwerk der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar
WEIMAR. Im September 2004 zerstörte der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 112 000 literarische Werke. Auch das Gebäude wurde stark beschädigt – nicht zuletzt durch das Löschwasser der Feuerwehr. Um das Mauerwerk zu trocknen, kam die temperaturgeregelte Heizstabtechnologie von Isotec
zum Einsatz.
Teilweise erhaltener Dachstuhl der Anna-Amalia-Biblitohek in Weimar während der Trocknungsarbeiten.
verfügt über verschiedene Anschlüsse.
So können die Temperaturen im Mauerwerk mittels mehrerer spezieller Temperaturfühlerstäbe gemessen werden. In
Abhängigkeit der gemessenen Temperaturen wird dann Heizenergie mikroprozessorgesteuert an die Spezialheizstäbe
abgegeben. Die gemessenen Daten sind
für alle Kanäle auf dem Display sichtbar
und können per Schnittstelle zum Note-
book ausgelesen und aufgezeichnet werden. Diese Kontrolle stellte sicher, dass
die maximal zulässige Temperatur von
55 Grad Celsius zu keinem Zeitpunkt
überschritten wurde.
Nach siebenmonatigem, bauabschnittsweisem Einsatz der Heizstabtechnologie
waren die Mauerwerkskörper bis zur
Ausgleichsfeuchte getrocknet, Decken
Fotos: Isotec
und Wandoberflächen für die nachfolgenden restauratorischen Arbeitsschritte
somit vorbereitet. So konnte wertvolle Bausubstanz erhalten werden. Und
auch dem Ziel, den Abschluss der Sanierungsarbeiten bis zum 24. Oktober
2007 – dem 200. Todestag der Herzogin
Anna Amalia – zu erreichen, waren die
Sanierungsplaner ein Stück näher gekommen.
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Mit dem Regelgerät zur Temperatursteuerung und -begrenzung stellten die Isotec-Mitarbeiter sicher, dass die Bauteile auf nicht mehr als 55 Grad Celsius erwärmt wurden.
In der Nacht zum 3. September 2004
waren in der Anna-Amalia-Bibliothek
in Weimar rund 112 000 literarische
Werke einem dreistündigen Feuer zum
Opfer gefallen. Das Gebäude, das zum
Weltkulturerbe der Unesco gehört, wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen:
So vernichteten die Flammen große
Teile des Dachstuhls und die zweite
Galerie des Rokokosaals. Andere Teile,
etwa die Renaissancesäle, wurden durch
das Löschwasser der Feuerwehr erheblich beschädigt: Nach Schätzungen von
Bauwerksdiagnostikern drangen rund
50 000 Liter Löschwasser in die Hohlräume und Baustoffporen des Mauerwerkes ein, das aus Kalksteinbruchstein
und Kalkmörtel besteht.
Um das Gebäude dauerhaft zu erhalten,
musste die Feuchtigkeit in einem möglichst kurzen Zeitraum aus dem Mauerwerk entfernt werden, ohne dabei die
Bausubstanz weiter zu schädigen. Deshalb beauftragten die Sanierungsplaner
das Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung aus Weimar damit, verschiedene
technische Trocknungsverfahren auf
deren objekt- und situationsspezifische
Eignung zu untersuchen. Um Schäden
zu verhindern, durften die Bauteile aufgrund der Beschaffenheit der Gewölbedecken – bestehend unter anderem aus
gipshaltigem Mauerwerk und Putzen
– auf maximal 55 Grad Celsius erwärmt
werden. Die Auswertung der Probetrocknungen ergab, dass das Verfahren
mittels elektrisch betriebener, temperaturgesteuerter Heizstäbe – eingesetzt
vom Sanierungsunternehmen Isotec
– das objektspezifisch wirkungsvollste
war.
Ende 2005 begann der Isotec-Fachbetrieb Krüger aus Erfurt mit der großflächigen technischen Trocknung.
Dabei wurden Spezialheizstäbe in speziell für die Trocknungsmaßnahmen
eingebrachte Bohrungen eingeführt.
Besonders anspruchsvoll erwiesen sich
die Anschlussbereiche zwischen Erdgeschossmauerwerk und Deckengewölbe,
die so genannten Kämpfer. Hier galt es,
die stärkste Ansammlung des eingedrungenen Löschwassers substanzschonend
auszutrocknen. Zur elektrischen Temperatursteuerung wurde ein standardmäßig bei der Isotec-Paraffintechnologie
genutztes Temperaturregelgerät eingesetzt. Das mit 400 Volt betriebene Gerät
Spezialheizstäbe wurden von oben in den Deckenaufbau eingebracht, um die
Gewölbedecken zu trocknen.
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