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Immer was los in der Mäuseburg. - Naturgarten eV

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Menschen im Naturgarten
Menschen im Naturgarten
Immer was los in der Mäuseburg.
Ebene. So pflasterten wir letztes Jahr mit
den Kindern, versuchten uns an Mosaikarbeiten, bauten ein Flüstertelefon, konstruierten Klangelemente.
Ein Pionierprojekt aus dem Erzgebirge
Unsere Eltern werden jeweils im Frühling
und im Herbst zu Arbeitseinsätzen eingeladen. Auf diese Weise gelingt es, auch neue
Familien mitzunehmen und für das Thema
Naturgarten zu sensibilisieren. Feste und
Feiern, die es natürlich bei uns auch gibt,
sind ebenso wunderbar geeignet, Familien
zusammen zu bringen und sich zwanglos
bestimmten Themen zu nähern.
Auszug aus unserer Konzeption:
… Kinder lernen in allen Situationen und
mit allen Sinnen, also ganzheitlich. Vielfältiges Wahrnehmen, Experimentieren und
Ausprobieren führt zur Aneignung von Wissen über die gegenständliche Welt …
Erste Schritte im Naturgarten
Was für Räume brauchen Kinder zum Entdecken aller Sinne? Wie weckt man bei Kindern die Neugier auf und die Leidenschaft
für die Natur?
Diese und andere Fragen stellten und stellen wir uns immer wieder – wir, das ist eine
integrative Kindertagesstätte im Erzgebirgskreis, die z. Z. von 90 Kindern im Alter
von 1 bis 10 Jahren besucht wird. Seit 2002
versuchen wir, nunmehr auch im Einklang
mit dem Sächsischen Bildungsauftrag, der
von uns gewünschten Ausrichtung auf
Naturpädagogik Raum zu geben. 2002 begann die erfolgreiche Zusammenarbeit von
engagierten Eltern und den Erzieherinnen.
Und immer wieder planen, bauen und pflegen wir gemeinsam mit den Kindern.
Das Besondere an unserer Geschichte ist
vielleicht die Eigendynamik, die sich unter den Eltern und Erzieherinnen im Laufe
der Jahre entwickelt hat – ohne einen so
genannten Gartenplaner. Unterstützung
holten wir uns von Mitgliedern des Naturgarten e.V. Literatur zu diesem Thema wurde fortwährend angeschafft und durchgearbeitet. Als Laien mussten wir uns selbst
um Material kümmern, Arbeiten koordinieren, Pflanzpläne erstellen, Strategien
entwickeln. Große Impulse gab es durch
die wiederholte Teilnahme an Exkursionen
in Naturerlebnis-Schulhöfe und -Kindergärten und -Spielplätze, geführt von Reinhard
Witt. Wir wurden auf den Naturgarten e. V.
aufmerksam…
80 Natur & Garten Juni 2010
Klettermaxe auf Entdeckungstour
Das Besondere ist unser Anfang hinsichtlich
Finanzen – null Euro und die Köpfe voller
„Schmetterlinge“. Wir hatten unsere Visionen
und wollten sie unbedingt verwirklichen.
Finanzielle Unterstützung durch unsere Gemeinde als Träger der Kita gab es nicht.
2002 begannen wir mit der Planung unseres
Natur-Erlebnis-Kindergartens. Skeptische Eltern wurden mit an den Tisch gesetzt, um ihre
Bedenken ernst zu nehmen und einzuarbeiten. Die Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Sachsen war von Anfang an wichtig. Die
Gemeinderäte mussten überzeugt werden.
Finanzierungsquellen wurden gesucht und
auch immer wieder gefunden – trotz mancher schlafloser Nächte. Sponsorensuche
war kraft- und zeitaufwändig, Motivation untereinander vonnöten. 2004 gründeten wir
einen Verein für die Kita, dem Erzieherinnen
und Eltern gleichermaßen angehören.
2004 begann der umfangreiche Umbau
des Geländes zu einem Natur-ErlebnisKindergarten unter aktiver Beteiligung von
Kindern, Eltern, Erzieherinnen und vieler
Freiwilliger. Eine Gartenbaufirma half bei
der Modellierung des hängigen Geländes.
Jedes Jahr kamen neue Elemente hinzu.
Ausschlaggebend dafür waren die Kinder. Hatten sie 2003 noch selbst Modelle
gebaut, beobachteten ab 2004 die Erzieherinnen und Eltern ihre Situation im Gelände. So wollten die Kinder immer wieder
hoch hinaus klettern, nahmen dazu bereits
u. a. die Fichten, so dass darauf reagiert
wurde und ein Kletterparcours geschaffen
wurde. Die alte Schaukel wurde von der
Unfallkasse Sachsen beanstandet… Es gab
auch weiterhin direkte Wünsche der Kinder
– z. B. nach einer Frühstücksterrasse, einem
Backofen… Mittlerweile verlagern sich unsere Bauambitionen auf die künstlerische
Unsere Kindergarten- und Hortkinder können diese Räume im Außengelände nun in
einem sensiblen Alter nutzen, in dem ihre
Denk- und Handlungsweisen nachhaltig
geprägt werden und wo wichtige Bausteine
für ihre Zukunft, für ihr Umweltbewusstsein
gelegt werden. Unsere Kinder können der
Natur mit allen Sinnen und zu jeder Zeit begegnen. Durch die reichhaltigen Wildpflanzenflächen stellt sich ebenso eine reichhaltige Fauna ein, so dass die Kinder bereits in
frühester Kindheit die Wechselwirkungen
zwischen Fauna und Flora bewusst oder
auch unbewusst erleben. Daraus ergibt sich
die Möglichkeit und Wichtigkeit, diesen
Schatz Naturgarten für die tägliche pädagogische Arbeit zu nutzen. Die Erzieherinnen
suchen immer wieder nach Fortbildungsmöglichkeiten. Unsere Eltern informieren
sich nach Möglichkeiten, der Umweltbildung Raum zu geben. Die Teilnahme am
bundesweiten GEO-Tag der Artenvielfalt
bildet inzwischen einen festen Bestandteil
des Kindergartenjahres. Hinsichtlich des
Sächsischen Bildungsplanes für Kindertagesstätten bietet unser Gelände die besten
Voraussetzungen, um diesen umzusetzen.
Mathematische Fähigkeiten werden genauso gefördert wie die Grob- und Feinmotorik, das sinnliche Erleben, die sozialen
Kontakte der Kinder untereinander. Durch
den Gebrauch des Lehmbackofens und die
Nutzung der Kräuter aus der Kräuterterrasse und das selbst angebaute Gemüse aus
dem Bauerngarten wird der Bezug zu einer
gesunden Ernährung hergestellt.
Kinderarbeit macht Spaß
Hey schaut mal - sooooo viele Hummeln
Abschließend kann man sagen, dass wir alle
– Kinder, Eltern und Erzieherinnen – durch
gemeinsame Planung, gemeinsames Bauen und gemeinsame Pflege unseres NaturErlebnis-Kindergartens bewusst und unbewusst ein wunderbares Miteinander-Klima
und ein Umweltbewusstsein geschaffen
haben, dass nicht vor der Kindergartentür
endet. Wir haben uns alle um viele Erfahrungen „reicher“ gemacht. Es erfolgt durch
Anlagen von Natur-Erlebnis-Bereichen mit
Nutzerbeteiligung eine veränderte Bewusstseinsbildung, die sich auch auf den
privaten Bereich und künftige Handlungen
erstreckt.
Mittlerweile ist unsere Kita Ansprechpartner und Ideengeber für eine Reihe von
Kindertagesstätten aus verschiedenen Gegenden Sachsens geworden. 2008 legten
wir einen kleinen Teil des Schulhofes der
ortsansässigen Grundschule naturhaft an.
Die ersten Ansätze für den Bau eines NaturErlebnis-Schulhofes einer Mittelschule im
nahen Zschopau sind gelegt und wir erfuhren bereits positive Resonanz. Wir nutzen unsere Netzwerke, die während des
Baus entstanden, für weitere Materialbeschaffungen, Instandsetzungsarbeiten und
Ideenverwirklichungen (Familien, Firmen,
Ämter, Vereine).
Unsere Kita ist seit 2009 Mitglied in der Umweltallianz Sachsen. Unsere gemeinsame
Ideenumsetzung erfuhr vielfältige Anerkennung und Prämierung: Chemnitzer Umweltpreis (Sonderpreis 2005), Sächsischer
Umweltpreis (Sonderpreis 2008) und 1.
Sächsischer
Kindergartenwettbewerb
(Hauptpreis 2009).
Für unsere Kita können wir sagen: Unser
Außengelände wird nie fertig. Es verändert
sich ständig und wird durch uns verändert.
Wir haben noch viele Ideen…
Silke Kaden, Vorsitzende des Kita Mäuseburg
e.V. und Marion Wolf,
Kita-Leiterin der Kindertagesstätte Mäuseburg
D – Waldkirchen. Planen
und Bauen seit 2003 einen sehenswerten NaturErlebnis-Kindergarten.
Tel. 0 37 294 - 74 83, silke.kaden@satron.de
Natur & Garten Juni 2010
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Bildung
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