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100 Jahre Edelstahl Rosswag – was für ein Jahr

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ROSSWAG
news
Klöppelschmieden Kölner Dom – S. 2
Fünfachsen-Bearbeitungszentrum – S. 2
QS, Ultraschall- und Farbeindringprüfung –
mehr zu diesem Thema auf S. 3
Schmiedeteile „made by Rosswag“ – S. 4
Schulkooperation in Pfinztal – S. 4
100 Jahre Edelstahl Rosswag – was für ein Jahr
Ein Rückblick, nicht nur auf die große Jubiläumsfeier im September 2011
schäftsführer Alexander Essig, Kirsten
Walczak und Dr. Sven Donisi durften die
regionale Prominenz begrüßen: Landrat
Dr. Christoph Schnaudigel, den Pfinztaler Bürgermeister Heinz Roser, Mitglieder des Bundes- und Landtages, Vertreter der Handwerkskammer und der IHK.
Hunderte Helfer waren im intensiven
Einsatz den ganzen Tag, darunter neben
Mitarbeitern von langjährigen Partnerunternehmen vor allem die meisten der
180 Menschen, darunter über 20 Azubis,
die heute „für den Rosswag arbeiten“,
wie die Kleinsteinbacher sagen. Handwerker, Kaufleute und Ingenieure beantworteten unzählige Fragen, führten
durchs Werk oder halfen den Besuchern, Metall zu bearbeiten. So konnten
die Besucher Nägel auf dem Amboss
schmieden, an einer CNC-Drehmaschine ein Windlicht drehen, Rosswag-Taler
prägen oder per Ultraschall ein Werk-
stück prüfen. Entsprechend verdient
hatten sich die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter nach dem ganzen Stress das
eigene Fest am 3. September.
Das Jubiläum hatte für die Hauptverantwortlichen schon 2010 begonnen: Ein
Jubiläums-Design musste her, Informationen zur Chronik und Bilder für das
Jubiläumsbuch wurden zusammengetragen, Sonderpublikationen produziert.
Und dazu kam noch Ungeplantes: Die
zwei größten Kirchenglocken Europas
brauchten 2011 neue Klöppel. Zum jeweils ersten Läuten fuhr eine Delegation
im März in den Wiener und im Dezember in den Kölner Dom, beobachtet von
Fernsehsendern und großen Zeitungen.
Dazwischen: vier Klöppel für den Papstbesuch in Freiburg und natürlich wie jedes Jahr verschiedenste hochwertige Teile für die Kunden produzieren. 100 Jahre Rosswag 2011 – durchatmen.
Foto: Hauswirth
Am Jahresende 2011 konnte die Mannschaft bei Edelstahl Rosswag endlich mal
durchatmen: Denn bis Weihnachten zog
das 100-jährige Jubiläum seine Spuren
durch die Terminkalender. Angefangen
hatte alles 1911, als August Roßwag senior
eine Façonschmiede und mechanische
Werkstätte gründete. Diese Gründung
und die ganze Geschichte des Familienunternehmens – das musste zum 100. gefeiert werden.
Herzstück der Feierlichkeiten: Das große
Jubiläumsfest am 2. September, genau
100 Jahre „danach“. Weit über tausend
Besucher kamen zu einem Tag der offenen Türen. Alle Hallen und Büroräume
standen an diesem Freitag offen. Kunden, Partner, Bürger aus der Nachbarschaft sowie ehemalige Mitarbeiter des
Unternehmens machten sich ein Bild
von den vielfältigen Aufgaben und Arbeiten im Werk Stumpenäcker. Die Ge-
Foto: Weingärtner
70 Pfinztäler erlebten den Kölner Dom
Im vergangenen Herbst fertigte die Belegschaft von Edelstahl Rosswag den neuen Klöppel für die Petersglocke im Kölner
Dom, die größte freischwingende Glocke
der Welt. Rechtzeitig zu Weihnachten 2011
bekam der Dicke Pitter seine Stimme wieder. Vom 10. bis 12. März folgten nun
rund 70 Rosswag-Mitarbeiter einer Einladung, „ihren“ Klöppel im Kölner Dom zu
besichtigen.
Höhepunkt des Besuchs: Der Bronzeriese mit dem Stahlherz läutete eigens für
die Pfinztäler mit seinem neuen RosswagKlöppel. Den Dicken Pitter hautnah und
direkt vor Augen zu sehen, zu hören und
auch zu spüren, das ließ keinen unberührt. Die Reisegruppe bewunderte die
Erbauer der riesigen Kirche: „Man kann
sich kaum vorstellen, wie Menschen in
der damaligen Zeit solch ein Wunderwerk vollbringen konnten, ohne die
Hilfsmittel der heutigen Technik!“, meinte etwa Sabrina Kolodziej aus dem BüroTeam von Rosswag.
Überraschung für Domprobst Dr. Norbert
Feldhoff und Dombaumeisterin Dr. Barbara Schock-Werner dann in der Dombauhütte: Die Geschäftsführer Alexander Essig,
Kirsten Walczak und Dr. Sven Donisi überreichten eine Dokumentation der KlöppelHerstellung sowie zwei Miniaturausgaben
des Klöppels im Maßstab 1:10. Essig erklärte den Gastgebern: „Eigentlich hätte der
Glocke nichts Besseres passieren können,
als dass der alte Klöppel gebrochen ist.“
Grund: Der neue, leichtere Klöppel wird
die Lebenserwartung der Glocke um
rund 3.000 Jahre verlängern.
Liebe Leser,
Viel Vergnügen mit der Ausgabe 1/12!
Ihr Alexander Essig
Um fünf Achsen herum gedacht
Das neue Bearbeitungszentrum bei Rossrende Palettenwechsler beschleunigt das
wag, Modell DMC 125P, hergestellt bei
Rüsten.“ Die erzeugten Teile mit meist
DMG (Deckel Maho Gildemeister), kann
verwinkelten Geometrien sind typischerden Fräser unter jedem Winkel am Werkweise für den Maschinen- und Kraftwerksstück positionieren und verfahren. Dabau bestimmt, so etwa Vorrichtungen,
durch wird die Fertigung von extrem
Ventile und Turbinenkomponenten.
komplexen 3D-Konturen möglich. Das
Bearbeitungszentrum
vereint mehrere Prozesse: Simultan fräst,
bohrt und dreht es
Werkstücke in einer
Aufspannung. Die zugehörige CAM-Software stammt von SolidCAM. „Das ist der
Garant für höchste
Präzision bei gleichzeitiger Zeiteinsparung“,
kommentiert Peter
Schlecht, der Leiter
der mechanischen Bearbeitung. „Und der Für die DMC 125P sind Stückgewichte bis 2.000 kg bei maximaler Länge
schnelle und platzspa- von 1.250 mm sowie einer Breite und Höhe von je 1.000 mm kein Problem
Foto: Schuster
Wenn Sie den Aufmacher dieser RosswagNews schon gelesen haben, dann wissen
Sie: Das Jubiläumsjahr war anstrengend.
Aber man wird ja nur einmal Hundert!
Das 101. Firmenjubiläum feiern wir
nicht, versprochen. Andere Projekte aus
2011, zusätzlich zum Jubiläum, werfen
dagegen ihre Schatten bis in dieses Jahr.
Zum einen der Klöppel für die Petersglocke
im Kölner Dom – den wollten wir im Einsatz sehen. Aber auch die Planung des
neuen 5-Achsen-Bearbeitungszentrums
stammt aus 2011. Der Beitrag rechts stellt
die Wundermaschine vor.
Rosswag bürgt für Qualität. Von der
Umformung über die Bearbeitung bis zur
Prüfung – alles aus einer Hand. Einige
wichtige, zum Teil neue Qualitätsaspekte
erläutern wir auf Seite 3.
Und auf der letzten Seite zeigen wir unseren Weg, dem Fachkräftemangel präventiv zu begegnen: Azubis von morgen
dank Kooperation mit Schulen.
News | 01 . 12 | 3
Rosswag bürgt
für Qualität – alles
aus einer Hand
Foto: Hauswirth
die Kerntechnik sogar alle.“
Diverse Spezifikationen gilt es
hier einzuhalten, deutsche
KTA, amerikanische ASME,
französische RCC-M, natürlich auch Vorgaben aus dem
Reich der Mitte. Fehler werden nicht toleriert – die Zulassung stände in Gefahr. Der
TÜV und die Kunden selbst
kontrollieren die RosswagPrüfer. „Die Chinesen kommen oft ins Werk“, erzählt
Aschenbrenner.
Geprüft wird immer das konturarme Halbfertigteil. Zukünftig zunehmend mit der PhasedArray-Technik – eine weitere
Investition in die Qualität.
Florian Treiber organisiert
neuerdings den Prozess der
Probenausarbeitung mit Sägen,
Bohrern, Dreh- und Fräsmaschinen.
Foto: Hauswirth
Gut lachen haben Geschäftsführerin Kirsten Walczak, verantwortlich für das Prüfwesen
bei Edelstahl Rosswag, und
Markus Aschenbrenner, der
das Team der zerstörungsfreien
Prüfungen betreut: Über Jahre
erworbenes Know-how für
rund 450 Werkstoffe, von
Kupfer-Beryllium- bis zu NickelBasis-Legierungen, und die
firmeneigene Aus- und Weiterbildung machten „Qualität made by Rosswag“ zu einer Marke.
Die Ultraschallprüfung wird
dabei immer wichtiger: „Über
50 Prozent aller Teile kommen unter den Prüfkopf“, so
Walczak, „bei Produkten für
Qualität hat 2 neue Gesichter
Foto: Hauswirth
Mit Ultraschall durchleuchten
Mit Gökhan Kizil hat Rosswag
einen neuen Mann für alle
zerstörungsfreien Prüfungen
gefunden. Unten sieht man
ihn mit der Spraydose.
Foto: Hauswirth
Neue Farbwanne sorgt für saubere und farbfreie Umgebung
Das Bauteil wird zuerst satt eingefärbt. Danach: Sauber abspülen und
„entwickeln“ mit weißer Farbe
Ulrich Koch sagt es deutlich:
„Ehrlich gesagt war die PT
früher kein schöner Anblick;
überall die rote Farbe im
Raum!“ Koch ist der stellvertretende Leiter der Qualitätsstelle. PT steht für penetrating
testing, also die Farbeindringprüfung zum Feststellen von
Oberflächenfehlern am fertigen Bauteil. Und mit „früher“
meint Koch die Zeit vor dem
Einbau der neuen Wanne
samt Absauganlage mit Aktivkohlefilter und Raumlüftung.
Alle zwei Monate müssen seine Mitarbeiter die Kohle austauschen. Die hat sich dann
mit „Penetrant-Rot“ (Diffusions-Rot), dem ungiftigen, aber
eben penetrant haftenden
Farbstoff vollgesogen. „Und
Rosswag investiert weiter in
eine saubere Umwelt“, so
Koch, der auf die DIN EN
ISO 14001 verweist, die Rosswag seit 2010 erfüllt.
Die Wanne erlaubt die Prüfung auch sehr großer Produkte und das bei genau definierten Umgebungsbedingungen.
Die Prüftemperatur des Bauteils etwa muss bei 10 bis 50
Grad liegen; der Raum im
Untergeschoss ist entsprechend temperiert.
4 | 01 . 12 | Rosswag News
Schmiedeteile
für den besonderen
Einsatz – Folge 5
Foto: Schuster
Was aussieht wie ein seltsamer Hocker, ist ein so genanntes „Tragkreuz“, das
in der Energieerzeugung zum Einsatz kommt: rund einen halben Meter hoch,
knapp eine Tonne schwer. Das Besondere an dem Bauteil steckt in seinem
Inneren: Der verwendete Duplex-Werkstoff 1.4462 hat ein ferritisch-austenitisches Gefüge. Bei der Wärmebehandlung muss man peinlich darauf
achten, dass keine unerwünschten Phasen entstehen. Die Teile neigen zudem
stark zum Verzug und zur Kaltverfestigung bei zu viel Druck beim Bearbeiten.
Fertigungsablauf bei diesem Tragkreuz: vorschmieden auf Kontur auf der
1.000-Tonnen-Presse, überdrehen, Wärmebehandlung, Teilbereiche heraussägen, vorfräsen im neuen 5-Achsen-Bearbeitungszentrum (vgl. auch den
Beitrag auf Seite 2).
Foto: Schuster
Ausbildungs-Kooperation mit Schule in Berghausen
„Azubi-Botschafter“ zeichnen
zukünftig das Bild von Edelstahl Rosswag an der Berghausener Schlossgartenschule.
Die angehenden Metallbauer
Colin Oberst und Feinwerkmechaniker Malek Hussein
präsentieren dort ihre Berufe
und den Betrieb. Die beiden
Ausbildungsleiter Jörg Fink-
Messe-Vorschau
Impressum
Rosswag News 01.12
Firmenmagazin von
Edelstahl Rosswag
Herausgeber
Rosswag GmbH
August-Roßwag-Straße 1
76327 Pfinztal
Tel.: 0 72 40/94 10-0
www.edelstahl-rosswag.de
Verantwortlich
Alexander Essig
Auflage: 5.000
Text und Layout
Agentur Text & Design
Messen sind Marktplätze für
innovative Technologien und
Treffpunkt für Branchenexperten. Auch 2012 präsentiert sich Edelstahl Rosswag
auf wichtigen Fachmessen.
• Hannover Messe
23. bis 27.4.2012
• AMB Stuttgart,
18. bis 22.9.2012
• Steelmet, Sosnowiec (Polen)
16. bis 18.10.2012
Aktuelle Messetermine unter
www.edelstahl-rosswag.de
beiner und Christoph Klameth
unterstützen sie, unter anderem mit fachspezifischen Vorträgen im Technikunterricht,
aber auch bei Schulfesten oder
Elternabenden.
Umgekehrt kommen Schülerinnen und Schüler zu Betriebsbesichtigungen oder zu
Praktika, sowohl während der
Schulzeit als auch in den Ferien. Den Vertrag zu dieser Kooperation hat Personalleiter
Mario Hädrich mit Friedbert
Jordan, Rektor der Schlossgartenschule, und Linda Burkart von der Handwerkskammer Karlsruhe unterzeichnet.
Ein besonderer Anreiz des Ver-
trags: Rosswag vergibt einen
Preis für die besten Technikschüler eines Jahrgangs. In
der Bewerbungswoche der 8.
Klasse helfen Rosswag-Praktiker beim Bewerbungstraining
und Unterlagencheck.
„Mit fortschreitender Erfahrung, was die Schulen brauchen und den potenziellen
Azubis nützt, werden wir unsere Angebote anpassen“,
erklärt Hädrich. Weitere
Kooperationsverträge
mit
Haupt-, Werkreal- und Realschulen in der Umgebung
sind geplant. Damit will Rosswag dem Fachkräftemangel
vorbeugen.
NORSOK-Zulassung
Seit 2011 ist Rosswag nach
NORSOK M650 durch das
norwegische
„National
Institute of Technology –
Certification Norway“ für
bestimmte Duplex- und
Superduplex-Stähle zugelassen. Bruno Hosfeld und
Martin Schulze treiben die
Zulassung nach NorsokSpezifikationen für weitere
Stähle voran. Denn der
Offshore-Einsatz birgt die
härtesten Bedingungen für
Stahl. Wie wichtig perfekte
Teile bei der Erdöl- und Erd-
gasförderung sind, zeigte
jüngst wieder der Unfall auf
einer Bohrinsel in der
Nordsee.
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Automobil
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