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05.04.2013 Was passiert mit dem Brunnen?

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Was passiert mit dem Brunnen?
Müll statt Wasser im Becken - Gemeinde Quierschied prüft Sanierungskosten
Der 1980 erbaute Fischbacher
Dorfbrunnen sollte ein dauerhaftes Schmuckstück für den
Ort sein. Nach 20 Jahren versagte jedoch die Wasser-Fördertechnik. Nach weiteren zehn
Jahren Trockenheit sucht die
Gemeinde Quierschied nun
nach einer Lösung.
Von SZ-Mitarbeiter
Fred Kiefer
Fischbach. Die Fischbacher
Bürger nennen den Brunnen
am Rande des Bundenbacher
Platzes wegen seiner halbrund
angeordneten
Steinquader
scherzhaft „das Gebiss“. In
Wirklichkeit wollte der Schöpfer des Brunnens, der Wadgasser Bildhauer Oswald Hiery,
mit den blank geschliffenen
grau-schwarzen Quadern die
Kohle darstellen und damit an
die langjährige Präsenz des
Bergbaus im Ort erinnern. Eine
gewölbte und polierte Metallschale im Brunnenbecken soll
zudem darauf hinweisen, dass
es einst auch eine Eisenschmelze in Fischbach gab.
Und schließlich sollte das
schon lange nicht mehr sprudelnde Wasser den Bezug zur
früheren Lebensader, zum
Fischbach, ausdrücken. Wenn
nicht zwei Rohre aus den Pflastersteinen des Beckens hervorragten, würde heute überhaupt
nichts mehr an einen Brunnen
erinnern. Der unwissende Passant könnte vielleicht an eine
überdimensionierte und zufäl-
Die drei Personen im Becken – Baubetriebshof-Leiter Wolfgang Koch (Mitte), Jörg Schmitt, Chef des
Bauamtes, und Bürgermeisterin Karin Lawall – vermitteln einen Eindruck von der Größe des Fischbacher Dorfbrunnens, der von den Leuten gern auch „Gebiss“ genannt wird. FOTO: KIEFER
lig an diesem Platz gelandete
Skulptur denken. „Die defekte
Technik ist Schuld, dass der
Brunnen schon einige Jahren
nicht mehr fließt“, erklärt Jörg
Schmitt, Leiter des Quierschieder Bauamtes bei einem Ortstermin mit Bürgermeisterin
Karin Lawall und dem Leiter
des Baubetriebshofs Wolfgang
Koch.
Im Detail heißt dies: Wasserzuleitung und -abfluss sind kaputt, die Elektroverteilung
funktioniert nicht mehr und
die Abdichtungen am Becken
und der Brunnenstube sind im
Laufe der Jahre durchlässig geworden. Nach dem Willen der
Bürgermeisterin soll die Verwaltung jetzt prüfen, ob eine
Sanierung sinnvoll ist oder ein
Abriss in Frage kommt. „Wir
dürfen das Gebilde nicht verändern, sprich verkleinern, weil
Bildhauer Hiery auf seinem Urheberrecht besteht, wie er bei
einer Besichtigung vor drei
Jahren zu verstehen gab“, teilt
die Verwaltungschefin mit. Bereits damals, im Jahre 2009,
hat sich die Gemeinde nach einem Beschluss des Ortsrates
mit der Sache befasst. Es passierte jedoch nichts, weil eine
Sanierung fast 25 000 Euro gekostet hätte.
Lawall sagt heute: „Ich kann
den Brunnen ohne Wasser
nicht mehr sehen“. Da ein Umbau in eine kleinere bezahlbare
Anlage nicht in Frage kommt,
bleibt nur eine Sanierung für
teueres Geld oder der Abriss.
Bauhof-Chef Koch fügt noch
an: „Das Brunnenbecken wird
heute als Müllplatz genutzt, sodass es von unseren Mitarbeitern ständig gereinigt werden
muss“. Ortsvorsteher Harald
Quirin und seine CDU-Mitstreiter im Ortsrat werden auf
jeden Fall für den Erhalt plädieren. „Der Brunnen gehört zum
Ortsbild dazu, und er ist ein
Zeugnis aus der Zeit, als wir
noch eine selbstständige Gemeinde waren“, so seine Begründung.
Die Angelegenheit soll laut
Bürgermeisterin demnächst im
Ortsrat und im Bauausschuss
behandelt werden.
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Seele and Geist
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