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Kann man Eisen überdosieren? Was ist ein Eisenschock?

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Ausgabe vom Mittwoch, 28. November 2007
Gesundheit
Kann man Eisen überdosieren? Was ist ein
Eisenschock?
Kurzantwort
Eisenmangel kann Schlafstörungen hervorrufen. Eisenbehandlungen führt man meist mit
Tabletten durch. Für den raschen Erfolg bei ausgeprägtem Eisenmangel gibt es heute auch recht
gut verträgliche Infusionen. Trotzdem ist bei Eiseninfusionen grosse Vorsicht am Platz.
Allergische Reaktionen, wie ein Eisenschock, kommen vor und erfordern rasche
Notmassnahmen. Deshalb sollten solche Behandlungen nur in einer Umgebung durchgeführt
werden, wo auch die notwendige Notfallausrüstung zur Verfügung steht, sagt Dr. med. Werner
Karrer, Chefarzt Luzerner Höhenklinik, Crans-Montana.
Ich bin 52 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter Schlafstörungen. Mal schlafe ich besser,
mal schlechter, doch eher schlechter, also nur drei bis vier Stunden die Nacht. Ich habe schon
etliches ausprobiert, doch nichts half. Ich war auch schon in der Schlafklinik , doch auch da hat
man nichts herausfinden. Nun habe ich mich entschlossen, eine Eisenbehandlung per Infusion zu
machen. Können Sie mir sagen, mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist? Kann man Eisen
auch überdosieren? Was ist ein Eisenschock?
L.A.
in R.
Schlafstörungen sind häufig und können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Es gibt
Schlafstörungen, die körperliche Ursachen haben, beispielsweise Atemstörungen in der Nacht
(Schlafapnoe). Häufig sind auch psychische Ursachen als Grund für schlechten Schlaf, zum
Beispiel Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie. In vielen Fällen findet man aber weder
körperliche noch psychische Ursachen und muss dann von einer so genannten «primären
Schlaflosigkeit» ausgehen, was nichts anderes heisst, als dass man keine plausible Erklärung für
die Schlafstörung hat.
Der Ursache auf den Grund gehen
In jedem Falle einer Schlaflosigkeit, sei das eine Einschlafstörung, eine Durchschlafstörung oder
ein zu frühes Erwachen, muss zuerst eine körperliche oder psychische Ursache gesucht werden.
Dies bedeutet nicht, dass viele aufwendige Untersuchungen notwendig sind. Häufig hilft schon
ein ausführliches Gespräch beim Hausarzt oder beim Schlafspezialisten.
Findet man dabei keine Ursache, so geht es darum, zu klären, ob nicht mit einfachen
Verhaltensmassnahmen Besserung erreicht werden kann. Dazu gehören die Optimierung der
Schlafumgebung (Bett, Temperatur des Schlafzimmers, Lärm) und das Verhalten am Tag, wie
keine langen Mittagsschläfchen, regelmässiges Zubettgehen immer um die gleiche Zeit, keine
schweren Mahlzeiten abends und genügend Bewegung tagsüber.
Mit solchen Massnahmen werden langfristig die besseren Erfolge erzielt als mit der
Verschreibung von Schlaftabletten, welche nur kurzfristig wirken und oft in die Abhängigkeit
führen.
Eisenbehandlung
Nun noch zur Eisenbehandlung. Eisenmangel kann tatsächlich Schlafstörungen hervorrufen.
Eisenmangel ist auch eine der Ursachen von so genannten «unruhigen Beinen» oder «restless leg»
und von nächtlichen unwillkürlichen Bewegungen im Bett, die den Schlaf stören können.
Eisenbehandlungen führt man meistens mit Tabletten durch, aber es gibt für den raschen Erfolg
bei ausgeprägtem Eisenmangel heute auch recht gut verträgliche Infusionen.
Vorsicht bei Eiseninfusionen
Trotzdem ist bei Eiseninfusionen nach wie vor grosse Vorsicht am Platz. Allergische Reaktionen
(Eisenschock) kommen vor und erfordern rasche Notmassnahmen. Deshalb sollen solche
Behandlungen nur in einer Umgebung durchgeführt werden, wo auch die notwendige
Notfallausrüstung zur Verfügung steht. Andere Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Eine
solche Behandlung ist allerdings nur bei Eisenmangel angezeigt. Zu viel Eisen kann langfristig zu
Leberschädigungen führen. Deshalb muss die Eisenbehandlung gut überwacht sein.
Dr. Werner Karrer, Crans-Montana
webmaster@neue-lzag.ch
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