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Hauptseminar: Was heißt "Bewusstsein"? Die Theorien Sigmund

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Dr. Ralf Twenhöfel
Universität Regensburg
Institut für Soziologie
Hauptseminar:
Was heißt "Bewusstsein"?
Die Theorien Sigmund Freuds und Niklas Luhmanns im Vergleich.
Als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen liegt „Bewusstsein“ heute im Schnittpunkt unterschiedlicher Disziplinen und stiftet als Brückenglied einen thematischen Zusammenhang zwischen ihnen.
Die Neurobiologie hat mit ihren Untersuchungen zum Bewusstsein (und zum „Ich“) eine
Neuauflage des philosophischen Leib-Seele Problems, die Frage also nach den Beziehungen des Bewusstseins zu den physiologischen Vorgängen im Gehirn, hervorgebracht.
Die Psychologie hat in ihren Teildisziplinen (z.B. Neuropsychologie) bewusstes Verhalten
und Erleben unter dem Blickwinkel physiologischer Prozesse aus einer Außenperspektive
zum Gegenstand gemacht, und ist damit zu Fragen zurückgekehrt, die bereits für ihre Anfänge als „physiologische Psychologie“ (z.B. bei Wilhelm Wundt) richtungweisend gewesen
sind.
Philosophie und Soziologie wiederum überprüfen ihr Verständnis von „Bewusstsein“ als für
sie grundlegenden Begriff an den Ergebnissen der Neuro-Wissenschaften, um daran ihre
eigenen Forschungen (z.B. zur „Willensfreiheit“ bzw. zum sozialen Handeln, zur Interaktion
und Kommunikation) anschließen zu können.
Im Mittelpunkt des Seminars steht der umfassende Versuch Niklas Luhmanns, die Zusammenhänge zwischen den Gegenständen dieser Disziplinen, also zwischen Organismus,
Bewusstsein und Kommunikation, in einem systemtheoretischen Entwurf zur Darstellung zu
bringen.
Besondere Aufmerksamkeit wird dabei die „Schnittstelle“ zwischen den Systemen „Organismus“ und „Bewusstsein“ (und dessen Gegenbegriff „Unbewusstes“) erhalten, die Luhmann
als „strukturelle Koppelung“ erläutert hat.
Der Vergleich mit der älteren Repräsentationstheorie Sigmund Freuds (der als Neuropathologe, Arzt, Psychologe und Kulturtheoretiker ein ähnlich umfassendes Werk wie Luhmann
hinterlassen hat) wird es ermöglichen, die gegenwärtige erörterten Positionen in den Neurowissenschaften, aber auch diejenigen Luhmanns und Freuds selber kritisch zu erörtern.
Zielgruppen
Das Seminar wendet sich an Studenten mit einem ausgeprägten Interesse an einschlägigen
Untersuchungen in den genannten Disziplinen, insbesondere mit den Studienfächern:
- Magister Soziologie (Haupt- und Nebenfach),
- Dipl.-Päd ( z.B. mit Wahlpflichtfach),
- Lehramt GS/HS/RS und Gymnasium.
Themenvergabe und Scheinerwerb
Die im Seminar zu bearbeitende Themen aus den Themenschwerpunkten (s.u.) werden mit
den Teilnehmern abgestimmt.
Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, ist die Themenvergabe ohne vorherige Erläuterung und Gelegenheit zur persönlichen Abstimmung erforderlich. Ich bitte daher alle
Teilnehmer, sich nach der Anmeldung mit mir bis spätestens 10.05.2012 telefonisch oder
per E-Mail in Verbindung zu setzen (Kontaktdaten im Sekretariat).
Ein Scheinerwerb ist für die Teilnahme verpflichtend. Voraussetzung dafür ist die regelmäßige Teilnahme, ein Thesenpapier sowie eine schriftliche Ausarbeitung bis zum Ende des
Semesters.
Termine und zeitliche Verteilung der Themen
Das Seminar findet als Blockveranstaltung am 14. Juni und am 5. Juli, jeweils 10.30 Uhr bis
20.00 Uhr, statt.
Die Themenschwerpunkte 1 bis 3 (1.Teil) werden in der Sitzung am 14. Juni behandelt, die
Vorbereitung (s.o.) müsste entsprechend zügig vorgenommen werden. Die Behandlung von
Themen zu den Schwerpunkten 3 (2. Teil) bis 5 erfolgt in der Sitzung am 5. Juli.
Themenschwerpunkte
1. „Bewusstsein“ aus der Sicht der Neuro- und Kognitionswissenschaft.
2. „Strukturelle Koppelung von Organismus und „psychischem System“ bei Niklas Luhmann.
3. Trieb- und Repräsentationstheorie bei Sigmund Freud.
4. Die Unterscheidung von „bewusst“ und „unbewusst“.
5. Philosophie des Geistes? Der Beitrag der Sprachanalyse Gilbert Ryles.
Literatur
Freud, Sigmund, Das Ich und das Es (1923). In: Gesammelte Werke Bd. XIII,
1. Aufl. 1940, 10. Aufl. 1998, S. Fischer Verlag (Erstveröffentlichung: Leipzig, Wien und Zürich, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1923. — Gesammelte Werke, Bd. 13, S.
237-89.*)
Laplanche, Jean, Pontalis, Jean-Bertrand, Das Vokabular der Psychoanalyse, 2 Bände,
Frankfurt/ M. 1977 (3. Auflage).
Luhmann, Niklas, Soziale Systeme, Frankfurt 1988, Kapitel 6 und 7 (Pflichtlektüre für alle
Teilnehmer).
Ders., Die Autopoiesis des Bewusstseins. In: Soziale Welt 36 (1985), 402 – 446 (Pflichtlektüre für alle Teilnehmer).
Neider, Andreas (Hrsg.) Wer strukturiert das menschliche Gehirn. Fragen der Hirnforschung
an das Selbstverständnis des Menschen., Verlag Freis Geistesleben, Stuttgart 2006.**)
Ryle, Gilbert, The Concept of Mind, Chicago, 1949 (dt. Der Begriff des Geistes, Reclam,
Stuttgart 1969), Kapitel 1, 7, 8
*) Siehe: http://www.textlog.de/freud-psychoanalyse-bewusstsein-unbewusstespsychologie.html
**) Informationen zum Themenschwerpunkt 1 finden Sie u.a. unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuronales_Korrelat_des_Bewusstseins
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Geist_und_Gehirn
http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitionswissenschaft
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